Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Von Mutter distanzieren

Von Mutter distanzieren

18. November 2014 um 12:10

Hallo liebes Forum,

ich bin ganz neu hier angemeldet und denke es gibt einige von euch die mir sicher einen Tip geben können.

Folgendes Problem (es ist viel ausschweifender aber ich reiße nur das wichtigste mal kurz an):
Ich hatte nochnie ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Zu meinem Vater hingegen schon.
Unsere Kindheit (ich habe noch eine ältere Schwester die auch schon häufig den Kontakt zu unserer Mutter abgebrochen hatte) war soweit gut.
Meine Eltern hatten stets einen Fulltimejob. Mit einem Jahr gings in die Kindergrippe, dann Kindergarten, dann in den Hort (nach der Schule). Denn eins wurde uns immer gelehrt: Arbeit geht vor allem, Arbeit ist das wichtigste und beste und meine Mutter definiert Menschen nur darüber ob sie Arbeit haben. Haben sie keine, sind sie faul.
Materielle Wünsche wurden uns erfüllt, da kann ich nicht meckern. Aber Zeit für die Kinder die sie sich angeschafft hatten, war selten. Denn man musste ja arbeiten!
Gabs Probleme, gabs einen Klatsch auf den Po und auch regelmäßig ins Gesicht. Das tat ausschließlich meine Mutter, bis ich ihr mit 14 Jahren drohte sie anzuzeigen. Ab da tat sie es nicht mehr.
Zu meiner Oma väterlicherseits war das Verhältnis beschi..., weil meine Mutter meine Oma regelrecht hasste. Warum weiß ich bis heute nicht und nun ist sie auch längst tot, also wollen wir diese Geschichte ruhen lassen.
Meine Oma mütterlicherseits (die Mutter meiner Mutter also) ist dieses Jahr auch verstorben. Auch die beiden hatten ein mieserables Verhältnis. Meine Mutter machte sie immer regelrecht fertig, weil Oma nunmal alt und stur war und nicht alles machen wollte wie es meine Mutter wollte. Meine Oma weinte manchmal und frug sich wer ihrer Tochter zu so einem herrischen Menschen erzogen hat...sie war ein total verwöhntes Einzelkind und bekam einfach jeden Wunsch erfüllt und meine Oma ging 10 Jahre wegen ihr nicht arbeiten und auch danach nur Teilzeit.
So dankte meine Mutter ihrer Mutter jedenfalls ihre Liebe.
Meiner Mutter etwas anvertraut habe ich nie. Was sie wissen wollte, erschnüffelte sie sich...wühlte in meinen Sachen, lies in meinem Tagebuch usw.
Kurz gesagt...unser Verhältnis war schon immer schlecht und sie war nur zum erziehen da !

Bin mit 18 Jahren jedenfalls sofort daheim ausgezogen da meine Mutter einfach herrschsüchtig ist und über alles das Sagen haben möchte und dies auch über meinen Vater. Das konnte ich nicht mehr ertragen und ich wollte meine Freiheit. Ich bin damals mit meinem 4 Jahre älteren Freund zusammen gezogen (gegen diese Beziehung war sie auch von Anfang an). Als ich ihn mit 15 Jahren kennenlernte, wäre ich viel zu jung gewesen und sie wollte den Kontakt mit ihm verbieten, wie sie es vorher schon oft tat, indem sie mir z.B. den Kontakt zu eigenen Freundinnen verbot, weil die nicht der richtige Umgang für mich wären.
Mit 16 Jahren konnte ich mir dann z.B.endlich die Pille eigenständig verschreiben lassen. Als sie das durch Schnüffeleien rausfand, nannte sie mich Schlampe, und ich solle mich lieber um meine Ausbildung kümmern als um sowas usw.
In die Disko oder auf Partys durfte ich nie und erst mit 17 Jahren durfte ich zum ersten Mal nach 2 Jahren Beziehung bei meinem Freund schlafen. Abends musste ich spätestens um 9 daheim sein. Mit 17 erzwang ich mir etwas mehr Freiheit, indem ich meine Sachen packte und mit der Hilfe meiner Schwiegermutti zu ihr und meinem Freund abhaute und einen Zettel bei meinen Eltern hinterließ das ich es hier nicht mehr aushalte. Meine Mutter stand natürlich noch am selben Abend bei uns auf der Matte und meine Schwiegermutti sprach mit ihr. Meine Mutter tat natürlich verständnisvoll, aber beleidigte die Schwigermutti im nachhinein nur.
Bin dann nach 2 Wochen zurück nachhause und ich hatte etwas mehr Freiheiten. Soviel mal dazu.
Letzten Endes hielt diese Beziehung zu meinem Freund dann knapp 9 Jahre. Sie ging ziemlich unschön in die Brüche (mit Schlägen, Angst, Strafanzeigen usw) und damals halfen mir meine Eltern indem ich auch mal 1-2 Nächte bei ihnen verbringen durfte.
Alles gezeichnet von "Hab ich dir doch gleich gesagt...das haben wir immer gewusst...du wusstest ja immer alles besser...der war nochnie der Richtige für dich...jetzt such dir endlich jemand anständigen...9 Jahre hast du dir versaut...die ganze Jugend hast du dir versaut" usw. Die Hilfe meiner Mutter wurde also nur mit Vorwürfen betitelt.
Ach ja, als ich mit 18 daheim auszog hatte sie natürlich auch einige Sprüche für mich parat "Du weißt garnicht was das Leben kostet...sitzt bald auf der Straße...von uns kriegst du kein Geld".
Als ich mit 16 meine Ausbildung begann und recht gut verdiente (ca.400 netto), behielt meine Mutter sofort das Kindergeld ein...Kostgeld! Ich ging zwar 40 Stunden arbeiten und war abends bei meinem Freund und war somit nur zum schlafen daheim, aber sie würde ja Wäsche waschen für mich und Strom würde ich trotzdem verbrauchen usw. Geld hat sie mir nochnie gegönnt!
Meinen Führerschein habe ich auch selbst vom Ausbildungsgehalt finanziert. "Hättest du dich mal anders zu uns benehmen müssen, dann hätten wir dir den Führerschein vielleicht bezahlt" hieß es von ihr damals.
Das sind alles solche Dinge die mir noch im Ohr klingen.

Dann lernte ich nach der Trennung 2011 von meinem Ex nun irgendwo jemanden kennen, da war meine Mutter sofort Feuer und Flamme und wollte aaaalles von den Typen wissen. Jeder wäre ihrer Meinung nach der Richtige gewesen...alles ist sozusagen besser wie mein Ex.

Nun hab ich vor fast 3 Jahren aber jemanden kennen gelernt der meiner Mutter so garnicht passt.
Er ist 19 Jahre älter als ich, aber es war von Anfang Liebe...als wenn wir uns schon ewig kannten (diesen Spruch hab ich früher immer gehasst aber nun benutz ich ihn selbst weil es einfach stimmt).
Wir haben viele Höhen und Tiefen durch, da er sich durch unser Kennenlernen erst von seiner langjährigen Ehe losreißen musste und es gab viele Rückschläge für mich.
Auch hierbei hab ich mich nie meiner Mutter anvertraut. Allerdings meiner Schwester vertraute ich mich an, die jedoch alles unserer Mutter ausplauderte wie ich im nachhinein erfuhr.
Sie war ja immer gegen ihn..."wie er aussieht...der alte hässliche Opa...solche Typen könnte sie mir reihenweise auf Arbeit anbieten...du versaust dir dein Leben...such dir einen Jüngeren...der ist verbraucht mit seinen über 40 Jahren...was willst du von dem alten Vogel"
Mittlerweile wohne ich nun schon 1,5 Jahre mit meinem Freund zusammen.
Es gab dadurch das er ein Quartalstrinker ist nun doch ab und zu Probleme zwischen ihm und mir (er ist wochenlang trocken und plötzlich rappelt es ihn alle paar Monate und er trinkt bis zu einer halben Flasche Schnaps an einem Abend).
Auch hierbei musste ich mal eine Nacht aus der gemeinsamen Wohnung "flüchten" und schlief bei meinen Etern. Das ist einige Monate her. Auch damals gab es die üblichen Beschuldigungen. "Zieh endlich aus...lass den Säufer fallen...wir geben dir Geld damit du ausziehen kannst...wir geben dir Geld für neue Möbel...such endlich wieder eine eigene Wohnung".
Nun war mein Freund nun einige Monate trocken aber letztes WE gab es wieder einen Rückfall. Meine Mutter erfuhr nur durch einen dummen Zufall davon. Ich hätte es ihr nie erzählt. Sie rief jedenfalls sofort hier an und verkündete das mein Freund zu ihrem Geburtstag ausgeladen sei und zu Weihnachten kämen sie nicht zu uns (sie waren bereits eingeladen).
Sie wollen einfach nichts mehr mit meinem Säufer zutun haben. Es kamen Beleidigungen ohne Ende gegen ihn und auch für mich hatte sie wieder einige Beleidigungen im Gepäck. Ich bin seit einer Weile arbeitslos. Sie sagte mir dabei immer wie arbeitsfaul ich bin und mich doch um nichts bemühe. Nun habe ich seit einigen Wochen einen Nebenjob, aber der ist ihrer Meinung nach auch sch... und sinnlos und ich solle mir lieber richtige Arbeit suchen.
Gelernt und gearbeitet habe ich ursprünglich im öffentlichen Dienst, aber durch die Arbeitslosigkeit zog ich auch schon eine Umschulung in Erwägung. Auch da gab es eine lustige Szene...zum Abi nachholen oder neu ausbilden lassen wäre ich ja sowieso zu lange aus der Schule raus und würde das nicht schaffen und würde es eh nicht hinkriegen... - aber nicht nur das. Ich sollte für die Umschulung einen BaFögAntrag stellen und trotz das ich bereits Ende 20 bin, müssten meine Eltern ihre Einkommenverhältnisse offen legen. Was tat meine Mutter? Sagte mir das sie mir keinerlei Unterlagen geben würde und das sie schon ihren Anwalt angerufen hätte. Sie wäre mir nicht mehr unterhaltspflichtig, ich bekäme keinen Cent von ihr, keine Unterschrift, keine Unterlagen. Ihr Anwalt hat es ihr so gesagt! Im Recht war sie damit nicht wie mir die Sachbearbeiterin vom Amt mitteilte. Sie hätte sogar Zwangsgeld bei Nichtabgabe der Unterschrift zahlen müssen. Meine Mutter fühlte sich jedenfalls im Recht, fragte nochmals ihren Anwalt und die Sache war für sie erledigt, wie sie mir mitteilte. Und ich müsste mich schämen etwas von ihr zu verlangen. Dabei wollte ich garkein Geld und sie hätte mir gesetzlich auch nichts zahlen müssen.
Soviel dazu.

Nun ist seit dem Telefonat indem sie den Kontakt zu meinem Freund abbrach jedenfalls Funkstille. Ich sollte allein zu ihrem Geburtstag kommen aber das lehnte ich ab. Auf meine Frage was es sie anginge wenn mein Freund einen Rückfall hatte, sagte sie, sie würde sich nicht mit ansehen wie er das Leben ihrer Tochte kaputt mache und zu alt wäre er sowieso, das passe eh nicht.
Komischerweise verstand sie sich bis zu diesem Telefonat immer ganz gut mit ihm, bzw sie tat wahrscheinlich nur so.
Ich sagte das er mein Leben nicht kaputt mache, das ich ihn unterstütze und er selbst schon lang den Rückfall bereut hatte. War ihr egal. Sie schmiss noch mit einigen Beleidigungen um sich und sagte mir ich solle auch die Weihnachtsgeschenke für sie und meinen Vater zurück bringen, weil sie nichts teures wollen und weils mein Freund natürlich mitbezahlt hatte. Tja, danke für das Gespräch.

Nun will ich am liebsten den Kontakt zu ihr auch einschränken. Andererseits tut sie mir trotz ihrer fürchterlichen Art auch leid. Ich werde zu ihrem Geburtstag ihr Geschenk zu ihr schaffen, aber ich will nicht mit ihr feiern. Auch meine Schwester kommt nicht da sie im Moment mit unserer Mutter verstritten ist. Das heißt, mein Vater sitzt mit meiner Mutter zu ihrem Geburtstag allein da. Da tut sie mir schonwieder fast leid.
Sie wirft mir ja auch immer vor das andere Leute soviel tolles von ihren Kindern erzählen und sie könnte nie etwas von ihren Töchtern erzählen, müsse sich schämen für ihre Kinder und wegen meiner Schwester und mir gäbe es nuuur Theater.
Da ich seit einiger Zeit durch diese ganzen Sachen auch psychisch angeschlagen bin, Medikamente nehme und laut Amtsgutachter auch mindestens ein Jahr nicht mehr arbeitsfähig bin (davon weiß meine Mutter garnichts), wird es Zeit etwas zu verändern.
Ich begann schonmal eine Therapie, dies wusste meine Mutter und sagte "Wehe du erzählst dort irgendetwas von uns". Diesmal erzähle ich ihr nichts.
Psychische Probleme existieren für sie ja auch nicht. Hat man psychsisch Probleme, ist man bekloppt. Jeder wäre depressiv und hätte Bournout..die sind alle nicht mehr normal im Kopf, sagte sie schonmal zu mir.
Meine Hausärztin riet mir nach einigen Erzählungen über meine Mutter auch dazu das ich den Kontakt zu ihr ernorm einstellen sollte.
Ich möchte das ja auch, aber warum hab ich immerwieder Mitleid???
Ich hab so ein Gefühl ihr dankbar sein zu müssen, sie lieben zu müssen und den Kontakt halten zu müssen; denn immerhin hat sie mich geboren, aufgezogen und ja auch geholfen (mich bei sich schlafen lassen) wenn ich schlimme Probleme hatte.
Aber andererseits empfinde ich Verachtung für sie. Sie schikaniert einfach alle.
Mein Vater bekommt sein Bier abgezählt, Schnapsflaschen sind markiert (damit er nicht mal heimlich wenn sie arbeiten ist einen Schnaps trinkt), sie kontrolliert abends mit wem er telefoniert hat, er darf mich nicht anrufen, und sie bevormundet und redet mit ihm wie ein kleines dummes Kind. Aber er lässt sich auch alles gefallen, hält einfach den Mund um seine Ruhe zu haben. Aber das ist ja wohl kein Zustand. Sie sagte ihm sogar schon er solle weniger "fressen und sei so fett geworden", dabei schuftet er das ganze Jahr hart in seinem Beruf und das vorallem körperlich. Wie kann man Menschen nur so erniedrigen?!
Ich hasse sie wenn ich daran denke wie sie meinen Vater runterptutzt und mich und meinen Freund beleidigt hat.
Mein Vater tut mir leid, an ihrem Geburtstag und an Weihnachten mit ihr allein dasitzen zu müssen.
Und dann hab ich einige Stunden später wieder Mitleid mit ihr, denn sie ist ja meine Mutter.
Und sie lehrte mir ja immer "Irgendwann kriegst du auch deine Strafe und wenn ich mal tot bin dann wirst du deine Ruhe haben"...und sie schafft es mir damit ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn ich an ihren Tod denke.

Was würdet ihr tun, wie schätzt ihr all das ein?

Tut mir leid das es so lang geworden ist



Mehr lesen

19. November 2014 um 15:07

Danke für die Antwort
Danke für die Antwort aber ich würd mich über andere Meinungen zu meinem Thema freuen. Ich bin nicht gläubig und freue mich über weitere "gottlose" Meinungen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Borderline
Von: heulog_12437150
neu
19. November 2014 um 10:19
Fast Sex mit Bekannter gehabt.
Von: ailmn_11901905
neu
18. November 2014 um 19:43
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram

Das könnte dir auch gefallen