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Von der eigenen Mutter immer wieder bloßgestellt...

4. Juni 2009 um 1:32

Hallo, liebes Forum,

ich habe euch eben erst entdeckt, als ich danach gesucht habe, ob es Menschen mit ähnlichen Erfahrungen gibt.

Ich bin 40 Jahre alt, geschieden, lebe in Hamburg, bin Mutter einer Tochter und eines Sohnes und habe seit ungefähr zwei Jahren wieder eine feste Beziehung. Als mein Freund mich neulich, als ich aus dem Bad kam, fragte, ob er mich nackt fotographieren dürfe, sind plötzlich wieder böse Erinnerungen hochgekommen, die mich total fertig machen...

Meine Eltern waren noch sehr jung, als ich geboren wurde, meine Mutter 17 und mein Vater 19, und beide waren eigentlich noch gar nicht reif für ein Kind, sondern wollten weiter ihre Jugend genießen, was sie auch kräftig getan haben. Als ich neun war, trennten sie sich, meinen Vater bekam ich nur noch selten zu sehen, ich lebte bei meiner Mutter, die immer wieder mit wechselnden Partnern nach Hause kam. Es war schrecklich, weil man nie wusste, ob nach dem Aufstehen sich wohl wieder einmal ein fremder Mann zu uns an den Frühstückstisch setzen würde... Aber wie es uns Kindern mit dieser Situation ging, war ihr völlig egal.

Nach etwa einem Jahr hatte sie dann einen einen halbwegs festen Freund, einen ziemlich brutal dreinblickenden Rumänen (um Gottes Willen nichts gegen Menschen aus Rumänien, er kam aber eben halt zufällig von dort), vor dessen Wutausbrüchen meine jüngere Schwester und ich panische Angst hatten, so dass wir uns, wann immer möglich, zurückzogen und in unser Zimmer einschlossen. Aber die Probleme begannen: Meine Mutter ordnete sich ihm bedingungslos unter, und das bedeutete zum Beispiel, dass sie sich, wann immer er es von ihr wollte, teilweise oder ganz auszog, auch wenn wir es mitbekamen. Ich erinnere mich etwa noch an einen Abend, an dem mehrere Freunde von ihm kamen und er zu meiner Mutter wie nebenbei meinte, sie solle seinen Kumpels ihre "Titten" zeigen. Meine Mutter schob sofort ihr T-Shirt nach oben (sie trug ohnehin nie mehr einen BH, weil er das nicht mochte) und ließ sich von den johlenden Männern begutachten und anfassen. Meiner Schwester und mir war es absolut peinlich! - Ebenso konnte es passieren, dass er plötzlich beim Frühstück aufstand, mit seinen Händen die Brüste meiner Mutter knetete und dann sagte, sie solle sich ausziehen. Auch das befolgte meine Mutter kichernd sofort und setzte das Frühstück komplett ohne Kleidung fort und blieb auch den weiteren Tag über nackt, was ihm augenscheinlich großen Spaß machte und zu allerlei versauten Kommentaren über ihren Körper veranlasste...

Das war alles schon blöd genug und meine Schwester und ich fühlten uns absolut allein gelassen, hilflos und unwichtig. Aber dann kam es zu Steigerungen. Als ich 12 war, fuhren wir während der Osterferien in eine Jugendherberge im Harz (St. Andreasberg) und hatten dort ein "Familienzimmer", waren also aus Kostengründen zu Viert in einem Raum untergebracht. Bereits am Tag vor der Abreise erklärte uns meine Mutter, dass sich ihr Freund über verschämtes Verhalten von Jugendlichen wahnsinnig aufregen würde und sie beide als Erwachsene von uns erwarteten, dass wir unsere Körper zum Beispiel beim Umziehen nicht verstecken, sondern offen zeigen sollten... Während des Urlaubes war es dann so, dass wir, wenn wir nach dem Abendbrot auf unser Zimmer kamen, uns alle auszogen, angeblich, um uns auf die Nachtruhe vorzubereiten. Dem Freund meiner Mutter machte es unglaublichen Spaß, uns beim Entkleiden (wir mussten uns nacheinander ausziehen, erst ich, dann meine Schwester) zuzusehen, zumal wir uns ja noch nicht einmal wegdrehen durften, so dass er uns genau betrachten konnte. Es folgten eingehende Kommentare vor allem über meinen Entwicklungsstand und das Aussehen meiner Genitalien, die meine Mutter sich grinsend anhörte.

Damit war irgendwie eine Schranke überwunden, ein "Damm gebrochen". Nach diesem Urlaub nämlich nutzte meine Mutter jede denkbare Gelegenheit, um ihm (und manchmal auch anderen) uns nackt vorzuführen. Im Sommer dieses Jahres, als wir zum Campen nach Dänemark fuhren, waren wir dann nicht nur fast immer nackt (auf alle Fälle aber immer oben ohne), die beiden machten auch laufend Fotos von uns. Meine Schwester - sie ist zwei Jahre jünger als ich - konnte mit dieser Situation ganz gut umgehen, ich habe wahnsinnig gelitten! Dabei ging es gar nicht in erster Linie um den sexuellen Missbrauch (Ende der 70-er/Anfang der 80-er Jahre war das noch kein öffentliches Thema, Nacktheit von Kindern haben viele Menschen als "natürlich" verstanden, glaube ich), den diese ständigen Situationen ja bedeuteten, sondern auch um die Demütigung, den "Spaß" am Vorführen und zur Schau stellen der eigenen Kinder, den meine Mutter immer wieder gefördert hat, um es ihrem Partner recht zu machen und ihn zu erregen. Sie meinte zum Beispiel einmal in seinem Beisein in Dänemark, nachdem sie bereits eine Reihe von Nacktfotos am Strand von mir gemacht hatte: "Wann wächst bei dir eigentlich endlich mal was Richtiges oben rum? Man muss sich ja richtig schämen für dich, du bist noch so flach, ohne Haare unten und einfach nur langweilig! Wenn du wenigstens lesbisch wärst, wäre wenigstens mal eine einzige Sache an dir interessant!" Es war einfach das Spiel mit der Macht, das es für sie und ihren Freund interessant gemacht hat...

Bin ich die einzige, die Erfahrungen mit solcher erzwungenen Nacktheit in der Kindheit machen musste? Ich würde mich gerne mit euch austauschen und eure Meinung und Erfahrungen hören, mir kommt gerade alles wieder hoch...

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4. Juni 2009 um 12:42

...

schreckliche geschichte...

hast du noch mit diene mutter kontakt..hast du mla mit ihr drüber gesporchen ??

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4. Juni 2009 um 23:04
In Antwort auf ophrah_12164803

...

schreckliche geschichte...

hast du noch mit diene mutter kontakt..hast du mla mit ihr drüber gesporchen ??

Der Kontakt ist vollständig abgebrochen...
Danke für deine Reaktion!

Zu meiner Mutter habe ich keinen Kontakt mehr. Sie ist ausgewandert, als ich 17 war, und mit ihrem damaligen Partner letztendlich in Kanada gelandet, meine Schwester und ich sind in Deutschland geblieben. So etwa alle zwei bis drei Jahre telefonieren wir miteinander, aber gesehen habe ich sie seitdem nicht mehr. Meine Tante hat mir erzählt, dass es ihr nicht gut geht, sie ist medikamentenabhängig und hat keine Arbeit...

Ich habe mit ihr nie über das gesprochen, was sie getan hat. Ich versuche aber, ihr innerlich zu verzeihen und zu verstehen, dass sie auch keine leichte Kindheit gehabt hat und ihrem damaligen Freund eben einfach hörig war, was er schamlos ausgenutzt hat. Darunter hatten wir Kinder zu leiden, aber sie hat eben auch gelitten - ich möchte gar nicht öffentlich erzählen, was er in sexueller Hinsicht mit ihr alles an Gemeinheiten angestellt hat, die sie "gerne" mitgespielt hat!

Weißt du, von einem direkten Gespräch erhofft man sich als Kind ja insgeheim ja doch, dass die Mutter aufsteht, einen umarmt, ihre Fehler einsieht und einen um Verzeihung bittet. Und das alles würde sie niemals tun. Sie versteht bis heute nicht, was sie mir angetan hat. Allen Ernstes hat sie mich im letzten Telefonat nach meiner jetzigen Brustgröße gefragt! Sie wollte wissen, ob meine Brust nicht durch das Stillen meiner Kinder wenigstens etwas größer geworden sei. - Sie hat nichts begriffen, v.a. nicht, welche Demütigungen und Vernachlässigungen sie mir zugefügt hat.
Vielleicht ist die Vernachlässigung, das Wissen, dass die eigene Mutter sich doch nicht für einen interessiert, am schlimmsten, gar nicht mal so sehr das Sexuelle. Mir ist heute noch eine Situation eingefallen: An dem Jahreswechsel, an dem sie ihren schrecklichen Freund gerade neu hatte, sind die beiden Silvester tanzen gegangen, meine Schwester war 7, ich 9. Uns haben sie vor der Disko im Auto gelassen, meinten, wir sollten jetzt schlafen, und sind erst am frühen Morgen wieder zurückgekommen, sturzbetrunken und glücklich. Meine Schwester und ich haben stundenlang in diesem scheiß Auto gesessen, gefroren und uns gefürchtet!

Nein... ich will lieber an mir selbst arbeiten, verstehen, was passiert ist und es selber besser machen. Aber meine Mutter ist als direktes Gegenüber einer Auseinandersetzung für mich einfach "gestorben". Punkt.

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8. Juni 2009 um 6:27

Verantwortung
hallo liebe franziska,

ich habe keine solchen erfahrungen gemacht wie du, aber ich möchte dir etwas sagen, dass es für dich vielleicht nicht einfacher machen wird, aber vielleicht trotzdem hilft.

jeder mensch hat gründe für sein handeln und deine mutter hatte sicher die ihren. das kann man alles verstehen. vielleicht trägt sie keine schuld daran, dass sie diesem mann hörig war.....aber.....weisst du wofür sie 100% verantwortlich ist? sie ist verantwortlich für den spass und die genugtuung den eure erniedrigung ihr bereitet hat. dieses gefühl der überlegenheit und geringschätzung für euren entwicklungszustand.

diese energiequelle und diese nahrung für ihr ego zapft sie bis heute an.....das geht gar nicht!!!

lieben gruß,

tala



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31. August 2009 um 2:22

Bist du noch im Forum aktiv?
Hallo Franziska,

bin eben erst auf deinen Beitrag gestoßen! Ich habe selbst ähnliche Erfahrungen mit erzwungener Nacktheit als Kind und Jugendliche machen müssen, diese Art der Bloßstellung kenne ich leider auch...

Bist du noch aktiv im Forum? Wir könnten uns austauschen, wenn du magst!

Liebe Grüße Saskia

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1. Dezember 2009 um 11:45

Das kenne ich auch...
Hallo,

bei mir waren es mein Vater und sein Bruder, die immer wieder die Nacktheit von uns Kindern erzwungen und zur Bloßstellung benutzt haben... So etwas ist wirklich fies und hinterlässt Narben, die nicht mehr heilen.

LG Friderike

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