Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Vielleicht ist er ja doch der Richtige?

Vielleicht ist er ja doch der Richtige?

16. März 2011 um 19:48

hallo zusammen ..

ich bin neu hier und was soll ich sagen, ich bin momentan in einer situation, die mich sehr verwirrt und verunsichert und ich würde einfach sehr gerne ein paar meinungen von außenstehenden dazu hören.
es ist eine etwas längere geschichte, aber ich hoffe doch sehr auf ein paar hilfreiche antworten

die ausgangslage:
ich (weiblich, 18) habe einen besten freund. ich kenne ihn schon länger, so gut befreundet sind wir erst seit ca. 2 jahren. er hat nicht den allerbesten ruf, da nicht jeder mit seiner sehr direkten art klarkommt, aber ich stehe zu ihm und hab gelernt, damit umzugehen. zu mir war er immer lieb und nett.
wir standen uns in der zeit immer sehr nah, haben uns viel getroffen, alles erzählt, und dinge wie händchenhalten und ein wenig kuscheln waren für uns immer normal, aber halt freundschaftlich.

das ging sehr lange so, bis er mir vor ein paar wochen gesagt hat, dass er sich in mich verliebt hat und mehr von mir will als freundschaft ..
das war ein schock, wirklich, denn es war wirklich das letzte, womit ich gerechnet habe und erwidern konnte ich diese gefühle auch nicht.
viel entgegnen konnte ich auch nicht, ich war zu verwirrt, und schließlich beschloss ich, vorerst nicht weiter darauf einzugehen und zu sehen, wie es sich weiter entwickelt. ich hab einfach gehofft, dass er sich da in was reingesteigert hat.

wir gingen miteinander um wie immer, und ich muss zugeben, ich war auch zu egoistisch, um etwas auf abstand zu gehen und zumindest den "körperkontakt" zu unterlassen, obwohl er sich so vielleicht hoffnungen gemacht hat. andererseits haben wir es immer so gemacht und es war nichts neues.

dann, vor ein paar tagen, war er bei mir zu hause und wir haben ferngesehen. nichts neues, das haben wir oft gemacht.
er hat den arm um mich gelegt, ich hab mich angelehnt, einfach aus gewohnheit.
schließlich hat er angefangen, mir über die haare zu streicheln, mich auf die stirn zu küssen, meine hand zu nehmen .. total liebevoll, so, wie es sich eigentlich jedes mädchen wünscht, nur halt nicht von ihrem besten freund!

ich weiß, ich hätte das nicht zulassen sollen .. aber als er plötzlich die hand unten mein kinn gelegt und meinen kopf zu sich gedreht hat, hab ich einfach nicht über die konsequenzen nachgedacht, und er hat mich geküsst.
es hat sich nicht falsch angefühlt, eigentlich war es sogar schön und irgendwie vertraut, nur ... es hat halt nicht "gekribbelt" .. ich habe seine nähe zwar genossen, aber es war ein ganz anderes gefühl als bei meinem exfreund, bei dem ich bei jedem kuss dachte, ich muss platzen vor verliebtheit.
seit diesem abend ist unser verhältnis etwas seltsam. wir haben es noch nicht wieder angesprochen.


jetzt steh ich vor einem echten problem.
er ist mir näher als fast jeder andere mensch, ich vertraue ihm.
ich liebe ihn, und nicht wie einen bruder, ich weiß schon noch, dass er rein biologisch ein möglicher partner wäre, aber ich bin eben nicht verliebt.
in seiner nähe fühle ich mich wohl, ich hab ihn sehr gerne bei mir, aber ist das wirklich genug, um eine beziehung aufzubauen? klar, es sind sehr wichtige grundlagen, die schon vorhanden sind, aber mir fehlen die berühmten schmetterlinge im bauch ..
ich bin total verunsichert.
ich habe wirklich schon darüber nachgedacht, ob ich es einfach wagen sollte, denn irgendwie übt er ja schon eine gewisse anziehung auf mich aus, sonst wäre der kuss nicht passiert. vielleicht ist er ja perfekt für mich.
aber ich habe angst, ihm damit nicht gerecht zu werden, einfach weil unsere gefühle nicht wirklich im gleichgewicht wären.


hat jemand von euch erfahrungen mit sowas?

Mehr lesen

17. März 2011 um 16:22

Hi
Einer meiner Freundinnen ging es ähnlich... Sie kuschelte sich immer an ihn und sie streichelten sich zwar, jedoch empfand sie nichts für ihn. Eines Tages war es dazu gekommen, dass er sie küssen wollte. Zunächst auf die Stirn und dann auf den Mund, aber sie hat, im Gegensatz zu dir, dies abgeblockt. Er verstand die Welt nicht mehr und war deprimiert, weil sie anscheinend nicht so gefühlt hatte wie er. Sie meinte zu mir, dass sie dieses "Beisammensein" genoss, aber nie eine Beziehung mit ihm eingegangen wäre, weil eben diese Schmetterlinge im Bauch bei ihr gefehlt hatten. So kam es, dass beide auf Abstand gegangen sind und nur Freunde sind statt sehr gute Freunde.
Es ist natürlich hart zurückgewiesen zu werden von seinem Schwarm und noch härter diesen tagtäglich wiederzusehen, mit eventuell einem Freund an ihrer Seite. Demnach kann ich es vollkommen nachvollziehen, wenn beide den Kontakt mit dem Anderen eingeschränkt haben und sogar die körperliche Art unterlassen haben (das würde ihn nur noch unnötige Hoffnungen auf eine Beziehung machen).
Im Nachhinein konnte sie sich aber auch nicht erklären, warum sie diese körperliche Nähe zugelassen hatte (nochmal würde sie es nicht tun).

Jedoch kann es bei dir auch anders werden: Viele Menschen verlieben sich erst viel später in den Partner als dieser in sie. Sie brauchen einfach mehr Bedenkzeit, um sich über ihre Gefühle im Klaren zu werden....

Mein Rat: Versucht es einfach miteinander Denn nur so kannst du herausfinden, ob du nicht doch Gefühle nach einer gewissen Zeit aufbaust oder nicht.
Wenn du doch merkst, dass du nichts für ihm empfindest, dann musst du ihm Zeit geben das zu verarbeiten, auch wenn es ihm schwer fallen seine Liebe zu dir zu ignorieren.

Aber: Da du ja meintest, dass er eine gewisse Anziehung auf dich ausübt, besteht doch die Chance für euch in eine gemeinsame Zukunft zu blicken Also geht das Risiko ruhig ein

LG und viel Erfolg

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

22. März 2011 um 21:27

Ähnlich..... und mit happyend
hey... ich schätze ich weiß was du meinst. Ich hab meinen (besten) Freund im Internet kennengelernt... Er hat mir schon recht früh gestanden dass er sich in mich verliebt hat aber von mir gabs da nichts. Klar hab ich ne Vertrautheit gespürt.... es war superschön. Wir haben soviele Nächte nebeneinander geschlafen... Aber ein Kuss? Mehr? Unvorstellbar für mich...
4 Monate ging es so.... bis zu einem ....ich sage mal verhängsnivollem, feuchtfröhlichem Abend...
Da passiert mehr und ab da standen wir, hauptsächlich ich wohl vor dem selben "problem".... es dauerte 2 Wochen da passierte es wieder, irgendwie war ne grenze überschritten und ich habe mir gesagt so lange es sich gut anfühlt warum drauf verzichten? Ich mein du bist jung.... Es ist doch egal als was ihr zwei es definiert. Ob ihr sofort sagt "oh...wir sind jetzt zusammen" oder es einfach laufen lasst. Das war unser Motto. Wir wollte und überraschen lassen und gucken wohin es führt... Natürlich sollte man mal darüber reden
Bei mir waren keine Schmetterlinge.... Aber ich bin glücklich... und zufrieden Inzwischen seit 6 Monaten... Er ist toll, ich bewundere ihn und weiß genau dass es da draussen niemanden gibt der so ist wie er.
Und es wird solange funktionieren bis mein Bauch sagt es geht nicht, oder seiner....
Solange es sich gut anfühlt zerbreche dir nicht den Kopf. Im alter (ok ich bin auch erst 25) lernt man hauptsächlich einiges lockerer zu sehen und nicht so zu hinterfragen.
Was sich nicht schlecht anfühlt wirst du nicht bereuen
Es ist kein Zwang. Passt es nicht lasst ihr es wieder

lg.. und lass dich überraschen!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

13. August 2014 um 1:52

Eine andere Seite.
Ich kenne das nur von der anderen Seite.

Aber ich kenne ihn nicht. Also, das ist nur _eine_ andere Seite, und _die_ andere Seite gibt es nicht - außer eben ihn.

Das ist ganz schwer, da irgendwas zu zu sagen, das nicht völlig an _euch_ beiden vorbeigeht. Es ist eben eine andere Situation, weil andere Menschen im Spiel sind.

Aber da du nach Erfahrungen und nicht nach einem Rat fragst:

Meiner Erfahrung nach, kann eine "Mitleidsbeziehung" oder überhaupt eine Beziehung, in der von einer Seite deutlich mehr kommt, traurig enden. Jedenfalls dann, wenn eine Seite sich permanent schuldig fühlt, sich selbst unter Druck setzt, "gleichwertig" zu fühlen oder wenigstens so zu handeln als ob. Das geht schnell ans Ego und ist es einfach nicht wert. Das kann auch zu einer Freiraumproblematik werden, wenn der eine Partner den anderen permanent mit Aufmerksamkeiten überschüttet, ohne dass der das wirklich will und genießen kann - gerade wenn es so eng wird wie in einer Beziehung. Und erst recht, wenn der andere Partner sich falsche Vorstellungen macht, wie so etwas ankommt, und/oder die eigenen Wünsche dabei nicht zurückstellen kann. Bedürfnisse hat jeder, und wenn sich einer nach mehr Nähe sehnt als der andere, dann wird es eben zwangsläufig schwierig.


Einen Rat gebe ich dir doch noch: Wie immer du es angehst, sei so ehrlich, im klarzumachen, dass du die bisherige Nähe zwar genossen hast, aber da definitiv kein Kribbeln und keine Liebe im Spiel ist, die über Freundschaft hinausgeht. Und dass das auch dann nicht der Fall wäre, wenn ihr das wiederholen solltet. Ich rate das zum einen aus Gründen des Fairplay, damit auch er ganz klar weiß, woran er ist mit dir. Und zum anderen, damit du dir nicht irgendwann vorwirfst, dass du ihm falsche Hoffnung gemacht haben könntest oder ihm irgendetwas schuldig geblieben bist. Dann habt ihr beide die gleiche Entscheidungsgrundlage, wie auch immer ihr euch entscheidet.


Und, um noch mal auf meine Erfahrung zurückzukommen: Am schlimmsten fand ich immer Momente der Ungewissheit, wo man an den anderen einfach nicht rankommt, emotional nicht greifbar und damit auch nicht zu verstehen ist. Und sowohl das Verstehenwollen des Anderen als auch das Sicherklärenwollen ist beim auch liebenden Part nunmal stärker ausgeprägt als beim nur genießen wollenden. Darüber sollten sich beide im klaren sein, dass das zu Missverständnissen und Konflikten führen kann. Je näher man sich kommt, um so eher.

Ob man sich darauf einlassen will, und ob es das einem wert ist, muss jede_r selbst wissen.

Ich habe im Moment so etwas laufen, wo ich nach wie vor glücklich mit bin, aber das ist halt auch keine Partnerschaft, und da mache ich mir auch nichts vor, dass das mal eine wird. Ich kann das genießen, aber es ist nicht immer einfach. Für beide Seiten nicht. Es würde so aber auch gar nicht funktionieren, wenn wir nicht beide mit offenen Karten spielen würden. Man muss viel Einfühlungsvermögen mitbringen und voreinander absolut zu sich stehen können, sonst hat es überhaupt keinen Zweck. Und man lernt sich auf jeden Fall auch selbst besser kennen dabei.


OK, noch einen Ratschlag gebe ich dir: Wenn du nicht bereit bist, dich auch ohne Liebe zumindest emotional auf ihn einzulassen, wenn du nur die Streicheleinheiten mitnehmen und sonst eine einfache Gutwetterfreundschaft führen willst, lass es besser ganz sein. Die Gefahr, dich da in mehr reinsaugen zu lassen oder ihn zu verletzen, wenn du nicht offen zu deinen Gefühlen stehst, sondern die Verschlossene gibst, ist jedenfalls gegeben.


Vorteile: Man kennt sich gut und weiß, was der andere mag. Man hat keine Riesenerwartungen. Man geht entspannter miteinander um.

Nachteile: Man weiß nicht genau, was der andere fühlt. Man fragt sich, was man verpasst. Die körperliche Extase bleibt aus.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Du willst nichts mehr verpassen?
facebook

Das könnte dir auch gefallen