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Vielfache Vergewaltigung anvertraut worden

2. April 2012 um 23:20 Letzte Antwort: 4. April 2012 um 0:37

Hallo zusammen,
dies ist mein erster Post hier und das leider nicht aus einem fröhlichen Anlass...
Ich bin im Moment in einer sehr sehr schwierigen Situation und weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Ich will jetzt auf keinen Fall einen Fehler machen und deswegen möchte ich so viele Meinungen wie möglich dazu hören und mich von Leuten beraten lassen, die vlt. mehr Lebenserfahrung haben als ich 20-jähriger Jungspund.

Also zur Geschichte:

Ich war vergangene Nacht mit einem Mädchen zusammen, das ich seit vielen Jahren kenne und mit dem ich in letzter Zeit immer mehr zu tun hatte. Es war eine besondere, vertraute Situation und wir sind mehr oder weniger zufällig auf das Thema gekommen. Erst wollte sie nicht erzählen aber ich hab gemerkt dass es ein schwieriges Thema ist, und wenn sies wirklich nicht gewollt hätte, hätte sie es nicht angespielt. Dass es aber so heftig wird, darauf war ich nicht vorbereitet...

Sie erzählte mir von ihrem Ex-Freund, den ich nur vom Sehen und von Erzählungen kenne. Sie war mit ihm im Alter von ca. 13-15 oder 14-16 Jahren zusammen.(sie ist jetzt 17) Und er hat sie vergewaltigt, mehrfach, immer wieder, über eine lange Zeit hinweg. Er wollte teilweise 3-5 mal innerhalb weniger Stunden Sex und sogar in der Umkleidekabine des Schwimmbades hat er es getan. Sie hatte fürchterliche Angst vor ihm, er ist nämlich nicht gerade der feinste Kerl. Er hat zu Hause mehr oder weniger eine Waffensammlung und hat ihr immer wieder gedroht mit Sachen wie "wenn du mich betrügst bring ich dich um" usw. Sie hat noch heute fürchterliche Angst vor ihm. In der Beziehung hat sie quasi alles gemacht was er verlangt hat. Geliebt hat sie ihn nur wenige Monate der zweijährigen Beziehung, nämlich solange bis es zum ersten Mal passiert ist.
Sie hatte es zwischenzeitlich geschafft sich von ihm zu trennen, wie genau das ablief kann ich nicht sagen... jedenfalls hat er sie einige Monate später im Schwimmbad wieder getroffen... ausgerechnet bei den Umkleiden. Weiter muss ich nicht erzählen.
Ab dem Moment ging jedenfalls alles von vorne los.
Irgendwann hat sie sich dann auch endgültig von ihm getrennt und hat mittlerweile einen neuen Freund (netter Kerl).
Ihren Ex-Freund sieht sie aber noch immer fast täglich in der Schule, was natürlich der Horror für sie ist.


Anvertraut hatte sie sich bist vor wenigen Wochen KEINEM und das obwohl die Sache bereits vor ca. 2 Jahren begonnen hatte. Sie hat eine charakterstarke beste Freundin, der sie es auf jeden Fall sagen könnte, aber nicht mal das hat sie getan. Sie ist ein lebenslustiges Mädchen, hat viele Freunde und auch sonst.... ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass da was sein könnte.
Der erste dem sie sich anvertraut hat, war allerdings nicht ich, sondern vor einigen Wochen ihr neuer Freund. Er gehört schon länger zu ihrem Freundeskreis und geht mit ihr zur Schule. Leider hat dieser es nun auch seinen zwei besten Freunden erzählt, was er natürlich niemals hätte tun dürfen; Aber das gute ist: Die drei passen jetzt ein wenig auf sie auf... denn sie hat immer noch Angst, wenn sie ihrem Ex begegnet und es ist sicherlich gut wenn jemand da ist, der bescheid weiß und darauf achtet, dass das Schwein keine Gelegenheit bekommt.
Es wissen nun also 4 Leute, mich eingeschlossen.


So und nun brauche ich Hilfe... ich hab sie schon gefragt, was sie denn von professioneller Hilfe hält, um das ganze zu verarbeiten, aber das will sie nicht. Es öffentlich machen und ihn anzeigen will sie ebenfalls nicht, da sie immer noch riesige Angst vor ihm hat und auch Angst davor, ihr Gesicht zu verlieren (sie wird die nächsten 1 1/2 Jahre noch auf diese Schule gehen). Die Beweisführung wäre wohl ohnehin nicht einfach...
Ich selber kann ihr eigentlich kaum helfen, da ich im Grunde nicht zu ihren engen Freunden gehöre; Wir verstehen uns sehr gut, aber haben eigentlich hauptsächlich über die Jugendgruppe miteinander zu tun.
Ich hab ihr jetzt empfohlen sich auf jeden Fall ihrer besten Freundin anzuvertrauen und sie meinte auch sie macht das vlt. Sollte sie nach ihrem Abitur immer noch nicht mit der Sache klarkommen (dann wird sie den Täter nicht mehr ständig sehen), hat sie mir versprochen, wird sie sich professionelle Hilfe suchen. Und wir haben auch abgemacht dass ich ab und an mal nachfragen werde, ob sie es wem erzählt hat und wie es ihr damit geht.

Aber was kann ich jetzt noch tun? Mich belastet das Thema sehr und ich möchte jetzt nicht zu wenig aber auch nicht zu viel Tun...

Das nächste Problem kahm mir dann heute in den Sinn: Die Jugendgruppe war wieder zusammen, und ein anderes Mädchen (grade mal 14j) hat erzählt, dass genau dieser Kerl sie und ihre Freundin letztens gefragt hätte, ob sie mit ihm ins Kino gehen wollten... Sie haben zwar abgelehnt, aber es scheint als würde er es nun bei jeder Versuchen. Er war bissher soweit wir wissen erst einmal erfolgreich bei einem Mädchen und die Geschichte steht oben. Allerdings scheint es mir nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er wieder ein Mädchen dazu bringt... und dann?!?! Kann ICH das jetzt verantworten?! Ich fühle mich selbst mit schuldig, sollte er jemals nochmal eine Freundin finden und ihr das selbe antun.


Der Text war jetzt ganz schön lang, danke schonmal fürs lesen.
Ihr würdet mir einen großen Gefallen tun, wenn ihr mir ein paar Gedanken zum Anstoß schreiben könntet.

liebe Grüße Galotty

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3. April 2012 um 1:36

Hey Galotty
Was deiner Freundin passiert ist, ist natürlich schrecklich. Umso mehr solltest du es daher anerkennen, dass sie sich dir anvertraut hat und du darfst dieses Vertrauen keines falls durch Fehler 'missbrauchen', weshalb du ja auch unter anderem hier bist. Ich denke hier auf anonymer Basis um Rat und Hilfe zu fragen war definitiv ein guter Schritt von dir. Deine Freundin scheint ja sehr gefestigt zu sein, wenn sie ihrem sozialen Umfeld trotz allem allem noch nachkommen kann und es sogar fertig bringt eine intakte Beziehung zu führen während sie parallel dazu auch noch erfolgreich die Schule besucht. Daher scheint eine Therapie akut zwar nicht von Nöten zu sein aber du solltest ihr dennoch weiterhin nahe legen eine zu beginnen, sobald sie sich dazu bereit ist. Nun zu der Anzeige. An sich sollte man jedes derartige Verbrechen selbst verständlich zur Anzeige bringen aber hier hätte das natürlich fatale Folgen auf die Schullaufbahn und das soziale Umfeld. Verbrechen verjähren erst nach 15 Jahren, weshalb sie ihn auch Noch nach ihrem Abitur anzeigen könnte aber in dem Fall wäre die Beweislage dann logischer weise problematischer und er könnte bis dahin noch weitere Straftaten begangen haben. Wo wir nun bei deinem Gewissen und der Frage, ob du sowas verantworten könntest, wären. Letztlich kannst du zwar nichts für das Handeln anderer aber der Gedanke ob man nicht etwas schlimmes hätte verhindern können, ist etwas sehr quälendes. Wichtig ist aber dass du nichts unternimmst ohne es mit deiner Freundin abgesprochen zu haben. Du solltest dich mit ihr zusammen setzen und ihr von deinen Bedenken erzählen. Sie wird sicher nicht wollen, dass dieser Kerl anderen Mädchen das antut, was er ihr angetan hat und so kannst du sie vielleicht dazu bewegen ihn anzuzeigen. Deine Freundin scheint sehr stark zu sein und deshalb könnte sie das Ganze dann sogar trotz Schule und Öffentlichkeit (und vielleicht dann auch noch zusammen mit professioneller Hilfe) meistern. Zu dem wäre auch noch ein Schulwechsel möglich.

Alles in allem solltest du dich einfach mit ihr austauschen, denn es ist keinem geholfen, wenn dich die ganzen Gedanken und Bedenken auffressen. Hoffe ich konnte dir etwas helfen : )

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3. April 2012 um 11:37
In Antwort auf jadzia_12357887

Hey Galotty
Was deiner Freundin passiert ist, ist natürlich schrecklich. Umso mehr solltest du es daher anerkennen, dass sie sich dir anvertraut hat und du darfst dieses Vertrauen keines falls durch Fehler 'missbrauchen', weshalb du ja auch unter anderem hier bist. Ich denke hier auf anonymer Basis um Rat und Hilfe zu fragen war definitiv ein guter Schritt von dir. Deine Freundin scheint ja sehr gefestigt zu sein, wenn sie ihrem sozialen Umfeld trotz allem allem noch nachkommen kann und es sogar fertig bringt eine intakte Beziehung zu führen während sie parallel dazu auch noch erfolgreich die Schule besucht. Daher scheint eine Therapie akut zwar nicht von Nöten zu sein aber du solltest ihr dennoch weiterhin nahe legen eine zu beginnen, sobald sie sich dazu bereit ist. Nun zu der Anzeige. An sich sollte man jedes derartige Verbrechen selbst verständlich zur Anzeige bringen aber hier hätte das natürlich fatale Folgen auf die Schullaufbahn und das soziale Umfeld. Verbrechen verjähren erst nach 15 Jahren, weshalb sie ihn auch Noch nach ihrem Abitur anzeigen könnte aber in dem Fall wäre die Beweislage dann logischer weise problematischer und er könnte bis dahin noch weitere Straftaten begangen haben. Wo wir nun bei deinem Gewissen und der Frage, ob du sowas verantworten könntest, wären. Letztlich kannst du zwar nichts für das Handeln anderer aber der Gedanke ob man nicht etwas schlimmes hätte verhindern können, ist etwas sehr quälendes. Wichtig ist aber dass du nichts unternimmst ohne es mit deiner Freundin abgesprochen zu haben. Du solltest dich mit ihr zusammen setzen und ihr von deinen Bedenken erzählen. Sie wird sicher nicht wollen, dass dieser Kerl anderen Mädchen das antut, was er ihr angetan hat und so kannst du sie vielleicht dazu bewegen ihn anzuzeigen. Deine Freundin scheint sehr stark zu sein und deshalb könnte sie das Ganze dann sogar trotz Schule und Öffentlichkeit (und vielleicht dann auch noch zusammen mit professioneller Hilfe) meistern. Zu dem wäre auch noch ein Schulwechsel möglich.

Alles in allem solltest du dich einfach mit ihr austauschen, denn es ist keinem geholfen, wenn dich die ganzen Gedanken und Bedenken auffressen. Hoffe ich konnte dir etwas helfen : )

Ich fürchte,
dass so eine Anzeige auch nicht unbedingt gut für sie sein muss. Es wäre einfach ein großer Schnitt in ihrem Leben. Sie würde mit dieser Sache abgestempelt werden... so denkt man einfach nur noch an diese Sache, wenn man ihr über den Weg läuft. Und die Schule zu wechseln ist vlt. ein größerer Schritt als du denkst, bei ihrem geffestigten Freundeskreis usw. Nicht zu vergessen, dass die Wunden total aufgebrochen werden und wer weiß, was der Täter dann macht?!?
Ihr seht schon... keine so einfache Angelegenheit. Mit ihr drüber zu sprechen wäre sicherlich nicht schlecht.
Allerdings hätte ich das besser sofort machen sollen. Es war eine einzigartige Situation in der sie mir das erzählt hat und ich will jetzt auf keinen Fall so einer werden, der sie ständig mit dem Thema löchert. Es wäre schwierig es überhaupt nochmal so schnell anzusprechen und ich wüsste nicht wie sie reagieren würde... Es ist einfach ihre Sache und eben genau das ist das Problem: Ich will nicht zu wenig machen, aber mich zu sehr einzumischen... das wäre sehr schnell der Fall.
Dass ich ihr Vertrauen nicht missbrauchen werde, das weiß sie, dafür kennt sie mich lange genug, was wohl auch der Grund ist, dass ich überhaupt eingeweiht wurde.

Vlt. könnt ich sie auf die Sache mit dem anderen Mädl aus unserer Jugendgruppe ansprechen und iwie ansprechen, dass wir da was machen müssten, falls sie wirklich gefahr läuft. Denn dieses Mädl meinte auch noch "ich glaub, dass der eigentlich gar nicht so schlimm ist, oder?" worauf das Opfer dann eigentlich nichts gesagt hatte... natürlich nicht...

Die Schwester dieses Mädls kenne ich gut und vertraue ihr sehr. Sie hat ebenfalls ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und ich denke darüber nach, sie vlt. unter 4 Augen mal zu bitten, mich zu informieren, falls da tatsächlich was entstehen sollte. Allerdings ohne ihr einen Grund zu nennen. Aber ich weiß nicht, ob das sinnvoll wäre...

naja... Fragen über Fragen... ich will jetzt einfach nichts falsch machen

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3. April 2012 um 20:05
In Antwort auf monroe_13026386

Ich fürchte,
dass so eine Anzeige auch nicht unbedingt gut für sie sein muss. Es wäre einfach ein großer Schnitt in ihrem Leben. Sie würde mit dieser Sache abgestempelt werden... so denkt man einfach nur noch an diese Sache, wenn man ihr über den Weg läuft. Und die Schule zu wechseln ist vlt. ein größerer Schritt als du denkst, bei ihrem geffestigten Freundeskreis usw. Nicht zu vergessen, dass die Wunden total aufgebrochen werden und wer weiß, was der Täter dann macht?!?
Ihr seht schon... keine so einfache Angelegenheit. Mit ihr drüber zu sprechen wäre sicherlich nicht schlecht.
Allerdings hätte ich das besser sofort machen sollen. Es war eine einzigartige Situation in der sie mir das erzählt hat und ich will jetzt auf keinen Fall so einer werden, der sie ständig mit dem Thema löchert. Es wäre schwierig es überhaupt nochmal so schnell anzusprechen und ich wüsste nicht wie sie reagieren würde... Es ist einfach ihre Sache und eben genau das ist das Problem: Ich will nicht zu wenig machen, aber mich zu sehr einzumischen... das wäre sehr schnell der Fall.
Dass ich ihr Vertrauen nicht missbrauchen werde, das weiß sie, dafür kennt sie mich lange genug, was wohl auch der Grund ist, dass ich überhaupt eingeweiht wurde.

Vlt. könnt ich sie auf die Sache mit dem anderen Mädl aus unserer Jugendgruppe ansprechen und iwie ansprechen, dass wir da was machen müssten, falls sie wirklich gefahr läuft. Denn dieses Mädl meinte auch noch "ich glaub, dass der eigentlich gar nicht so schlimm ist, oder?" worauf das Opfer dann eigentlich nichts gesagt hatte... natürlich nicht...

Die Schwester dieses Mädls kenne ich gut und vertraue ihr sehr. Sie hat ebenfalls ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Schwester und ich denke darüber nach, sie vlt. unter 4 Augen mal zu bitten, mich zu informieren, falls da tatsächlich was entstehen sollte. Allerdings ohne ihr einen Grund zu nennen. Aber ich weiß nicht, ob das sinnvoll wäre...

naja... Fragen über Fragen... ich will jetzt einfach nichts falsch machen

Ich kann nur nochmal
auf meine bereits gegebene Argumentation verweisen sorry.

Das mit dem Mädel könntest du auch in dem Kontext einer Anzeige erwähnen, da dies der beste Weg wäre weiteres zu verhindern.

Mit der Schwester würde ich allerdings nicht reden. Sowas geht nie gut. Sie wird rausbekommen weshalb du sie darum bittest und desto mehr Leute wissen worum es geht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand etwas ausplappert (weshalb es von ihrem Freund auch sehr nachlässig war seinen beiden Kumepls davon zu erzählen. Es könnte also ohnehin sein, dass bald die halbe Schule davon weiß).

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4. April 2012 um 0:37

Erst einmal danke
für die Tipps!

Ich habe nur Bedenken irgendetwas zu unternehmen, eben gerade weil es ihr so gut geht und weil sie ein intaktes Leben mit Freunden an dieser Schule hat. Ein Schulwechsel wäre natürlich immer möglich, aber sie eben aus allem rauszureißen, was ja eigentlich gut läuft, ist auch nicht das wahre. Noch dazu würde sie ja dann zumindest ihren Eltern und engen Freunden eine Erklärung schulden und es gab bereits kurz nach der Trennung ein Gerücht über den Trennungsgrund, das der Wahrheit entsprach... Es würde also vlt. jemand drauf kommen, warum sie wohl die Schule wechselt.

Allgemein kommt mir einerseits das alles total übertrieben vor, was ich gerade mache. Über welche Maßnahmen ich nachdenke, und das alles hier zu posten, weil sie einfach so absolut normal und lebenslustig ist, dass kein Mensch drauf kommen würde, dass da etwas wäre.
Und dann andererseits hat sie mir halt weinend davon erzählt und es auch nicht verharmlost, sondern gesagt wie schlimm es war.

Also... ich kenn mich einfach nicht aus

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