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Verzweiflung (lange geschichte)

7. September 2005 um 21:31

hallo!
ich habe nicht viele, mit denen ich darüber reden kann, außer meine mutter und vielleicht mein freund, der mir aber nicht wirklich helfen kann..(er wohnt in einer anderen stadt und versteht mich auch nicht wirklich)es fing an, als sich meine eltern vor knapp 8 jahren scheiden liessen, ich war 10, meine kleine schwester 7 und meine große schwester 12. meine ältere schwester hat es nicht wirklich interessiert damals, sie war sehr komisch (vielleicht wegen der scheidung?)meine kleine schwester hat es nicht wirklich verstanden und konnte die dinge nicht einschätzen, genau wie ich.meine große schwester ist mit meiner mutter mitgezogen, die auch einen neuen freund hatte (mit-grund der scheidung) meine kleine und ich sind mit daddy mit, der auch bald eine neue freundin fand. diese freundin hat 2 kinder, beide jetzt über 20, damals 14 und 16, wenn ich mich recht erinnere. in den ersten tagen war alles okay, die neue freundin machte tolles essen und schien nett zu sein. nach ein paar wochen fing es damit an, dass sie mir und meiner kleinen schwester aufgaben erteilte. nicht weiter schlimm, jedoch ist treppen, flur und toilettenreinigung für eine 7-jährige udn vielleicht und für eine 10 jährige etwas zu schwer. mein vater sagte nichts, lediglich meine mutter regte sich natürlich auf. wir waren jedes 2. wochenende bei ihr. meine schwester und ich haben jeden tag geweint. nach ca. 5 monaten sind wir in den stadteil gezogen, in dem unsereschulen und unsere mutter waren (sind mit papa zu der freundin in ein anderen stadtteil gezogen)das haus war größer, und es wurden neue aufgaben zugeteilt. badezimmer putzen, küche putzen, gästetoilette, garten und so weiter. ich habe gerne im haushalt geholfen, nur manchmal wurde es zuviel. hinzu kam dann noch das ständige rumgeschreie. es wurde nicht von der neuen freundin geredet, sondern geschrien, dass die nachbarn nichts mit uns zu tun haben wollten. wenn wir mal was nicht richtig gemacht hatten und was gegen sagten, gab es manchmal ne ohrfeige dazu. mein vater fing dann einen streit an mit der neuen freundin, aber trotzdem schlug sie ab und zu. dazu kam es noch, dass die beiden kinder uns fertig machten und bevorzugt wurden. die jahre vergingen und ich wurde älter und hörte meistens gar nicht mehr zu wenn ich angeschrien wurde. ich machte die dinge wie eine maschine und ging dann in mein zimmer oder zu freunden.es war nicht so, dass ich nix durfte. ich habe alles bekommen, wenn ich etwas brauchte, und konnte auch abends weggehen, taschengeld usw. ich lernte dann im chat ein mädchen kennen mit der ich mich dann treffen wollte. ich fragte meine eltern und ich fuhr eine woche nach frankfurt zu ihr. war eine schöne zeit und ein halbes jahr später durfte sie zu mir kommen. leider wurden meine ängste wahr. meine stiefmutter machte mich vor ihren augen fertig, schlug mich, schubste mich und sagte anschliessend sie hätte sich nur wehren wollen, weil ich die hand erhoben hätte. (muss dazu sagen, dass sie eine große frau, mit starkem gewicht ist. leider auch sehr dominant.) mein vater glaubte mir, fing einen streit an und es ging einige wochen gut, wie immer wenn er mir versprach gerecht zu sein. doch nach diesen einigen wochen fing alles neu an. natürlich kann meine stiefmutter auch nett sein, macht meinen lieblingssalat, achtet darauf, welches eis ich gerne mag und kauft es ein, keine frage. aber ich habe zu viele schlechte erfahrungen gemacht, zumal sie ihren kindern fast alles durchgehen lässt. ihre tochter und ihr sohn (auch beide groß und sehr kräftig) haben mich und meine schwester geschlagen,dieses hat sie nicht toleriert,mein vater hat ihnen gedroht dass er sie rauswirft. jedoch wiederholte sich das.es ist zuviel vorgekommen. mittlerweile ist meine kleine schwester zu meiner mutter gezogen. bereits mit 11 jahren hatte sie an selbstmord gedacht, vielleicht ein bisschen übertrieben, aber sie ist sehr verletzlich.ich habe meine gründe, dass ich nicht zu meiner mutter gegangen bin (hat nichts mit meiner mutter oder ihrem freund zu tun) in letzter zeit wird es immer schlimmer. mein vater hat immer gesagt, bevor ich oder meine schwester weggehen, verlässt er diese frau. ich habe es nie verlangt, weil er sie wohl wirklich liebt. aber er hat es nicht einmal in erwägung gezogen als meine schwester ging, wenn ihr versteht was ich meine, und das verletzt schon sehr.seit einiger zeit redet keiner mehr im haus mit mir. nur ab und zu ein paar wörter oder geschreie. mein vater hat viel verletzendes gesagt. seit meine schwester weg ist, ist alles noch schlimmer. es gibt sicher welchen denen es schlechter geht, denn ich habe alles was ich brauche an materiellen dingen, und ich darf jeden freitag bis sonntag zu meinem freund. jedenfalls habe ich mich dazu entschlossen mit meiner mutter zum jugendamt zu gehen und zu fragen was ich tun kann (betreutes wohnen und ähnliches) vielleicht kann ich auch zu meinem freund ziehen.mit meinem vater reden kann ich nicht, er verspricht es immer darum zu sorgen dass ich gerecht behandelt werde, aber es passiert nichts, und wenn ich mal gesagt habe ich kann nicht mehr, wurde mir der koffer vor die füße geworfen und die tür aufgehalten...
naja also auch wenn keiner das liest oder antwortet, tat es ganz gut das einmal alles aufzuschreiben.

liebe grüße, caro

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8. September 2005 um 13:26

Puh...
das war aber viel zu lesen.
Du hast alles sehr genau erklärt, finde ich.
In einer bestimmten Art und weise geht es bei uns genau so zu. Meine Eltern sind nicht geschieden, aber ich bin ein Pflegekind und meinen Vater kenne ich nicht und meine Mutter sehe ich einmal im Jahr. An Materiellen Dingen fehlt mir nichts und Schlagen tut mich auch keiner (sonst würde ich direkt das jugendamt einschalten können)
Nein das was die mir antun ist eher seelich. Oft fängt meine Mutter mit mir Sinnlos Streit an, schreit mich an, droht mir Dinge zu verbieten die mir sehr viel bedeuten (unteranderem das ich meinen freund nicht mehr sehen darf), wirft mir sachen vor die ich gesagt haben soll und erniedrigt mich bis aufs letzte. Sie nimmt keine rücksicht ob mein darauf ob andere Personen in der Nähe an, Sie schreit mich an, mit vollem Herzen. Ich hab keine Chance mich zu wehren oder irgendwie gegen sie anzukommen, sie ist so scheiß dominant geworden. Meistens gehe ich einfach in mein zimmer und gehe ihr aus dem weg. Es ist nicht leicht für mich im Zimmer zu bleiben, es ist dort so dunkel weil ich im keller mein Zimmer hab. Was andres bleibt mir nicht übrig. Ich hab wegen ihr schon Nächte lang geweint und überlegt wie ich aus diesem haus wieder raus komme, aber leider bekomme ich in meiner Ausbildung nicht genug Geld um mir ein Zimmer zu leisten. Aber in zwei Jahren ist es dann soweit *freu*
Früher war meine Mama nicht so, da war sie die liebste mama der Welt. Ich weis nicht was Sie so verändert hat. Aber ich hab angst genauso zu werden wie Sie.
Sie hat mir oft gedroht mich rauszuwerfen (das würde sie aber nie machen), wie sieht das bei dir aus?
Meinst du dein vater würde dich einfach vor die Tür setzten.
Ich glaube nicht das es so einfach an ihm vorbei gehen würde wenn du gehst. Aber die Frau, für die er schon so viel gehen lassen hat, wird er nie gehen lassen.
Es klingt zwar hart, aber schau wirklich das du da rauskommst. Egal wie.
Denn am ende sind es beide die dich kaputt machen. Dein Vater wird dich vor dieser Familie nicht beschützen für ihn ist die Angst sie zu verlieren zu Groß.
Selbst wenn dein Vater darum fleht das du bei ihm bleibst, tu es nicht, denn es wird sich genau wie die ganze Zeit nicht für immer ändern, so sehr er es auch verspricht.
Wenn du die möglichkeit hast auszuziehen tu es. Glaube mir und es wird nicht lange dauern bis du den nötigen respekt von dieser Familie bekommst. Denn wenn sie wieder anfangen zu schlagen und zu schrein kannst du einfach die Tür zu machen und dir böse beleidigungen für sie ausdenken.
Ich hoffe ich konnte dir so ein bissl helfen. Ich verstehe den schmerz den du haben musst. Aber Trennung ist am besten, auch wenns schwer ist.
In diesem Brief hab ich auch oft Mutter und Vater erwähnt, damit meine ich meine Pflegeeltern, ich sehe sie als meine richtigen eltern an.

Weist du was meiner Meinung nach das schlimmste daran ist?
Das man keine liebe mehr bekommt. Keine Umarmung oder Berührung und kein Ich hab dich lieb. Mir fehlt es...



Ganz viele liebe Grüße
Deine Saga

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9. September 2005 um 10:51

Schon geschehen
danke für dein lieben text. ich hab mich bereits mit meiner richtigen mutter in verbindung gesetzt deswegen. sie hat beim jugendamt angerufen und nun sehen wir was kommt. es fällt mir allerdings schwer wegzugehen, weil es schliesslich auch schöne tage gab und vor allem weils mein vater ist. ich habe mein zimmer auch im keller, wo natürlich wenig sonne hinkommt, und dadurch sehe ich immer so krank aus, weil ich ja ständig da bin. während die familie oben kaffee und kuchen trinkt und isst, sitze ich hier und schaue fern, oder such nen job im internet. nur am wochenende fahre ich zu meinem freund. (fahr heute auch gleich los). naja, ich wart jetzt erst einmal ab!

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13. September 2005 um 14:00
In Antwort auf vanda_12908951

Schon geschehen
danke für dein lieben text. ich hab mich bereits mit meiner richtigen mutter in verbindung gesetzt deswegen. sie hat beim jugendamt angerufen und nun sehen wir was kommt. es fällt mir allerdings schwer wegzugehen, weil es schliesslich auch schöne tage gab und vor allem weils mein vater ist. ich habe mein zimmer auch im keller, wo natürlich wenig sonne hinkommt, und dadurch sehe ich immer so krank aus, weil ich ja ständig da bin. während die familie oben kaffee und kuchen trinkt und isst, sitze ich hier und schaue fern, oder such nen job im internet. nur am wochenende fahre ich zu meinem freund. (fahr heute auch gleich los). naja, ich wart jetzt erst einmal ab!

Verstehe
das das ganze nicht leicht wird, aber so hatt das keinen Sinn, er hatt allen respect verloren und soll ihn nun wieder bekommen.
Ich wünsche dir viel Glück mit der Wohnung. Du wirst schnell merken das es dir besser ohne diese Terrorstiefmutter geht.
Und neue Freunde findet man auch ganz schnell...

Ganz viel liebe Grüße

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