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Verwirrt von den verschiedenen EInschätzungen

16. Dezember 2015 um 13:51

Moin Leute.

Ich bin grade ziemlich verwirrt. In letzter Zeit habe ich durch Erfahrung, sowie Nachfragen und in der Vergangeheit graben Feedback bekommen, der verwirrend ist.

Hintergrund sind Probleme mit Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Aber auch wahrgenommene Schwächen und Einschränkungen machen mich runter.

Da wäre die Sache mit der Intelligenz. Weil ich:
- rhetorisch extrem schlecht bin (schlecht in Diskussionen, Argumente finden, Standpunkt vertreten etc.), sowie ein
- diversives Denken habe, dass viele nicht verstehen (eigenes Paradigma),
- in meiner eigenen Welt lebe und
- sehr ungelenk in sämtlichen sozialen Situationen (Sachen wörtlich nehmen, schlecht wahrnehmen, wie sich der Gegenüber fühlt, zwischen den Zeilen lesen etc.) bin,
- schlecht meine Gedanken und Gefühle in Worte fassen kann (auch im Kopf; was Gefühle angeht: bin zu verkopft),
nehmen mich viele als dumm wahr, bzw. schauen von oben auf mich herab. Dazu noch Vorwürfe, dass ich zu oberflächlich denke, in Plattitüden (nicht kritisch genug, nicht in Tiefe gehe), in Allgemeinplätzen rede.
Verletzend war es auch, als ich bei einem Logiktest in der Schule 90% Richtigkeit erlangte. Bei der Bekanntgabe, weil mich meine Bekannten gefragt haben, waren sie alle komplett überrascht und einer sagte: "Was?! Wir dachten, du hättest viel weniger..." - "Auf wie viel hattet ihr geschätzt?" - "Ja, so maximal sechzig Prozent..." - "Aha, verstehe... -.-`"

Persönlich wahrgenommen kann ich
- schlecht logische Zusammenhänge erstellen,
- Schlussfolgerungen ziehen,
- Texte schlecht analysieren (kein intuitives Gefühl für Worte).
- Die Selbsteinschätzung ist schlecht (brauche jemanden der mir sagen kann, welche Eigenschaften ich habe, weil ich selber das nicht einschätzen/einordnen kann).
- Gefühl, als ob meine Gedanken ständig zerfallen.
- Dazu noch das Gefühl, dass es in der Welt hinter jeder Sache einen Hintergrund gibt, ich es aber nicht schaffe alles zu durchschauen. Also, dass ich möglichst viel wissen will, aber nicht alles verstehe. Das ärgert mich. Vorallem in Bezug auf meine Mitmenschen, wenn ich es nicht schaffe ihre Anliegen oder ihre Probleme zu verstehen. Oder wenn ich in einem Lied beschreiben soll, was das für Gefühle auslösen soll.
- Hab früher Wissen in mich aufgesaugt, bin aber nicht in der Lage, das gut genug zu reflektieren und anzuwenden. Jetzt aufgrund einer "Depression" und ständigem PC-Spielen habe ich sogar diesen Vorteil verloren und bin bei Null angekommen. Meine Kompensation für meine Minderwertigkeitskomplexe ist weg.

Gleichzeitig (eher selten) bekomme ich zu hören, dass ich schlau wäre. Ich tue das aber dann als ein Reinfallen auf eine Illusion ab.
Habe noch gesagt bekommen, dass ich sehr ernst bin/wirke und sehr oft wie ein Roboter vorkomme, weil ich fast keine Gesichtsausdrücke zeige. Früher war ich lebhafter.

Aufgrund solcher Aussagen bin ich verwirrt und größtenteils verletzt, weil das nicht mit meinem Idealbild korreliert und weil die Bezeichnung "dumm" so negativ wertend ist. Als ob die Kritiker fehlerfrei und objektiv die Welt sehen: der eine guckt durch das Paradigma des Anarchismus und Egoismus, der andere durch das der Arroganz... Da frage ich mich, wo und ob es eine objektive Wahrheit gibt, nach deren Massstäben man die Welt abmessen kann (schön wärs...).
Na ja, vielleicht nehme ich solche Aussagen zu sehr ans Herz. Musste mich auskotzen, weil mir die Gedanken dazu grade zu viel werden. -.-

Danke, wenn ich das gelesen habt.

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