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Verweifelt

8. November 2010 um 21:46

Hallo ihr Lieben! Bin noch ganz neu hier... Wo fange ich nur a Besten an zu schreiben Ich bin mit meinem Freund nun 6 Jahre zusammen. Wir haben schon sehr viel durchgemacht und viele Hürden genommen, Dinge die andere in unserem Alter vielleicht noch nicht in dieser geballten Ladung durchmachen mussten Aber das Leben ist nun halt leider so wie es ist Anfangs führten wir eine Fernbeziehung, sie war sehr schwer, aber schweisste uns dadurch auch sehr zusammen. Von Anfang an unserer Beziehung stand für den Vater von meinem Partner die Diagnose Darmkrebs fest, was unser Glück sehr überschattete, und es nicht sehr leicht war, überhaupt klare Gedanken zu fassen. Man muss dazu sagen, dass mein Freund nie ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter hatte, weil sie ihn in der Kindheit sehr schlecht behandelt hat die Nachwirkungen spürt er noch heute ganz deutlich. Ihr tut es nun alles sehr leid zumal man dazu sagen muss, dass sie Ärtin ist, spezialisiert auf den Bereich der Psychiatrie u. Psychotherapie- umso weniger kann ich verstehen, was sie Ihrem Sohn alles angetan hat. Sie ist auch eine Einzelgängerin, hat sich gegen ihre ganze Familie verschworen, hat kaum Freunde, aber sie ist und bleibt nunmal seine Mutter. Nach einer sehr harten und langen Zeit ist sein Vater leider an der schweren Krankheit verstorben. Ich habe versucht, wo es nur ging für meinen Freund dazusein. Zum Glück führten wir zu dieser Zeit keine Fernbeziehung mehr Bis heute hat er den Tod von seinem Vater nicht verkraftet, es ist nun ca 5 Jahre her, aber nicht immer heilt Zeit alle Wunden Seine Mutter gibt sich seitdem sehr viel Mühe und versucht, all ihre Fehler von früher wieder gutzumachen. Wir hatten uns eigentlich immer sehr gut verstanden, bis auf den Tag X, wo sie mir ein anderes Gesicht von sich zeigte, das Gesicht was bis dahin alle kannten, nur ICH nicht. Ich kannte sie als liebe und warmherzige Frau, aber dann kam alles ganz anders.. Mein Freund baute durch den Tod von seinem Vater eine immer größere Mauer um sich herum auf, ich kam fast überhaupt nicht mehr an ihn heran, versuchte es immer und immer wieder. Doch es gelang mir nicht Er versuchte seine Probleme im Alkohol zu ertränken, ging fast jeden Abend weg und kam besoffen nach Hause, so konnte es einfach nicht weitergehen Da trotz allem aber sehr viel Liebe zwischen uns vorhanden war, schafften wir es nicht, uns zu trennen. Wir hatten bis dahin so derart tiefe Gefühle zueinander, wir wussten wir wollten für immer zusammen bleiben, aber die Probleme drohten, uns kaputtzumachen. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr denn ich muss dazu sagen, dass das Alkoholproblem von meinem Freund nicht leicht für mich war, weil mein Vater ebenfalls ein sehr großes Problem mit dem Alkohol hatte, weshalb ich damals daheim auszog und zu meinem damaligen Freund rüber in den Westen zog, weit weg von der Heimat, das war sowas wie eine Flucht, weil ich es zuhause nicht mehr aushielt. Bis heute habe ich das Alkoholproblem meines Vaters nicht wirklich verarbeitet, er ist auch immer noch abhängig, trotz einer Therapie. Ich habe ihn so sehr gern, und deshalb tut es mir so weh, dabei zusehen zu müssen, dass er sich immer mehr kaputtmacht Er ist ein sehr ruhiger und feinfühliger Mensch und sehr sensibel. Getrunken hat er erst, als sein Vater mein Opa viel zu früh an Lungenkrebs verstarb. Und deshalb konnte ich es auch nicht ertragen, dass mein Freund seine Trauer ebenfalls durch Alkohol versuchen wollte zu verdrängen. Da wir uns trotz allem sehr liebten, sahen wir nur einen einzigen Ausweg: wir bekommen unser Leben auf die Reihe, jeder für sich, unsere Beziehung bleibt bestehen, aber wir führen unsere Beziehung weiter, indem jeder von uns für sich wohnt. Ich zog dann bald bei ihm aus, das fiel mir so wahnsinnig schwer, aber es war die einzige Lösung, die wir sahen. Unsere Chance stand 50/50: entweder wir fangen dann an, uns auseinander zu leben, oder es hilft der Beziehung Bevor ich meine neue Wohnung fand, bekam ich dann die böse und abartige Seite seiner Mutter zu spüren, wahrscheinlich war ich in ihren Augen an allem schuld dabei versuchte ich die ganzen Jahre, wo es nur ging für meinen Freund dazusein, hab viel mehr an IHN gedacht, als auch mal an mich selbst, hab ihm beigestanden und geholfen wo es nur ging!! Denn da gab es noch ein anderes großes Problem: er hat mit seiner Ex bereits ein Kind sie war eine Frühgeburt, als sie per Kaiserschnitt auf die Welt kam, wog sie ca. wie 2 Stück Butter, es war der blanke Wahnsinn. Trotzdem konnte er die damalige Beziehung nicht aufrecht erhalten, obwohl er so sehr an seiner Tochter hing. Seit kurzem lebt die Kleine mit ihrer Mutter in der Schweiz, eine Sache, mit der er überhaupt nicht klarkommt. Zum Glück läuft unsere Beziehung zur Zeit sehr gut, wir reden sehr sehr viel miteinander, die Mauer von damals ist nicht mehr vorhanden, wir sind uns wieder sehr nah er trinkt auch nicht mehr, geht regelmäßig zum Sport und hat sein Leben weitesgehend im Griff. Die Sache mit seinem Vater, dafür müsste er sich eigentlich professionelle Hilfe suchen, aber leider fehlt ihm durch seine harte Arbeite die Zeit dazu. Doch die Sache mit seiner Tochter, die hat ihn so sehr getroffen. Früher wohnte sie ca. eine halbe Stunde von uns entfernt und seine Ex kostete es richtig aus, Rache an ihm auszuüben, weil er die Beziehung beendet hatte. In ihren Augen hat er sie im Stich gelassen, aber er hat es einfach nicht mehr bei ihr ausgehalten. Sie drohte damals ständig, sich umzubringen, er durfte nichtmal allein den Müll runterbringen, er wurde Tag und Nacht überwacht und hatte bei ihr zu funktionieren, genau wie in der Kindheit bei seiner Ma. Ich lasse ihm dagegen sehr viele Freiheiten, weil er das auch ganz dringend braucht, wir reden da sehr oft darüber. Seine Ex hat ihn immer damit bestrafen wollen, dass er sein Kind nie sehen durfte, nach außen war sie immer DIE GANZ LIEBE, die ihrer Tochter nie im Leben den eigenen Vater entziehen würde!!! Sie machte immer extra Treffen aus, aber kurz vorher sagte sie die Treffen dann immer ab, aus ganz fadenscheinigen GründenSie ließ dann auch einfach nicht mit sich reden, meldete sich dann wochenlang einfach nicht, bis sie irgendwann ganz lieb das nächste Treffen ausmachte Vater und Tochter freuten sich drauf, und kurz vorher wurde wieder abgesagt Das Jugendamt stand sogar auf unserer Seite, aber es brachte nichts, seine Ex war einfach nicht dazu in der Lage, ordentlich MIT IHM ZUSAMMEN für das Kind dazusein Alles trug sie auf dem Rücken der Kleinen aus, das Kind wurde immer als Mittel zum Zweck benutzt. Und nun wohnt sie auch noch so weit weg Eigentlich wollte ich so gern irgendwann mit meinem Freund wieder zusammenziehen, denn das Zusammenleben an sich war ja nicht das Problem, das klappte gut, es gab nie irgendwelche Streitigkeiten über den Haushalt o.ä., da teilten wir uns überall rein, das war kein Problem. Ich wollte so gern irgendwann mit meinem Freund eine Familie gründen, er wollte das eigentlich auch, aber er wollte logischerweise erst die Angelegenheit mit seiner Tochter klären, dass wenigstens regelmäßige Besuche stattfinden können. Doch es kommt einfach nichts in die Gänge, weil sich seine Ex so sehr dagegen wehrt. Allerletzte Lösung war für sie dann wohl, extra weit weg zu ziehen Wir könnten uns nie im Leben leisten, ständig in die Schweiz zu fahren, woher sollen wir nur das Geld nehmen? Wir gehen beide voll arbeiten, aber soviel verdienen wir nicht, dass wir uns das leisten könnten Und außerdem will ja seine Ex auch gar nicht, dass er das Kind sieht. Was können wir nur tun? Ich weiß bald keine Lösung mehr. Und dadurch, dass diese Sache nicht geklärt ist, möchte er auch (noch) keine Familie mit mir gründen. Ich werde jedoch bald 30, ich wollte nie so spät Mutter werden, sehne mich so sehr danach, wieder mit ihm zusammenzuziehen und eine Familie zu gründen, doch es ist so viel Ungewissheit vorhanden, ob das überhaupt jemals klappen wird Er sagt immer, er kann jetzt keine Familie gründen, er hätte seiner Tochter gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil sie kann ihn nie sehen, sie wird ihm dafür irgendwann sehr böse sein, und dann gründet er noch eine neue Familie, das kann er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Trotz allem lieben wir uns aber so sehr, das macht das Alles so schwer, ich weiß einfach nicht mehr weiter. Es gibt noch so Vieles, was ich hier noch nicht erwähnt habe, ich könnte einen ganzen Roman darüber schreiben. Zum Glück habe ich nach langem Kämpfen nun endlich Ende November einen Termin für eine Therapie, denn so kann es nicht weitergehen. Die ganze Situation geht so auf meine Seele, ich trage so oft so derart depressive Gedankenmit mir herum ((

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16. November 2010 um 18:19

Ja aber....
Wenn er seine Tochter nie sehen kann, will er dann so sein ganzes Leben ohne Familie sein, denn ich glaube du willst auch dann später noch Kinder haben, danach wird er noch ohne dich sein!!

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