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Versuchte Vergewaltigungen und Bulimie

7. August 2011 um 16:37

Vor zwei Jahren war ich für drei Monate in einer Beziehung, ich war damals grade 16 geworden.

Schon beim ersten Treffen hat er mich geküsst und angefasst, obwohl ich "nein" sagte. Er hörte einfach nur immer kurz auf und machte dann weiter.

Als ich nach Hause ging fragte er, ob wir uns wieder sähen. Ich wollte nicht, alles in mir sträubte sich dagegen, aber ich sagte ja.
Ich war einfach total verwirrt und dachte mir, dass das nächste Treffen vielleicht besser würde und er noch eine Chance verdient hätte.

Beim zweiten Treffen geschah das selbe, nur das er mir gar keine Chance ließ, nein zu sagen.
Wieder küsste er mich und begrapschte mich. Ich war einfach nur so überfordert mit der Situation, dass ich nicht wusste, was ich tun sollte.

Ich mied ihn die meiste Zeit, suchte Ausreden um ihn nicht zu treffen. Aber wann immer ich ihn traf, schaffte er es, mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Wenn ich ihm von meiner Familie oder Freunden erzählte, zog er sie ins Lächerliche, genauso wie alles, was mir etwas bedeutete.
Er vermittelte mir das Gefühl, nichts zu können und vollkommen wertlos zu sein.

Das schlimmste war, dass er es schaffte, das ich ein schlechtes Gewissen bekam, weil mir nicht gefiel, wie er mich anfasste. Er meinte immer nur, er wisse viel besser, was mir gefiele und was ich bräuchte.

Das erste Mal habe ich mir die Finger in den Hals gesteckt, nachdem er mich gezwungen hatte, ihm einen zu blasen. Ich wollte nichts von ihm in mir haben und dachte, ich könnte so alles loswerden.

Insgesamt hat er viermal versucht mich zu vergewaltigen. Ich habe mich fast mit ihm schlagen müssen, damit er aufhörte.

Irgendwann wollte er, dass ich bei ihm übernachte. Mir war klar, was das hieß.
Ich schob meine Eltern vor und sagte, ich dürfe bei niemandem schlafen, den sie nicht kennen.
Er kam zu mir nach Hause und hat mit ihnen geredet. Danach, in meinem Zimmer hat er es zum vierten Mal versucht.
Ich konnte mich nicht mehr wehren, ich war es so leid, dachte, wenn er bekäme, was er wollte, würde das alles vielleicht aufhören. Ich sagte ihm, dass es nicht ginge, weil meine Eltern nur ein paar Zimmer weiter saßen.
Es funktionierte, zum Glück!

Ich wusste, wenn ich nochmal zu ihm ginge, würde es passieren, ich hatte einfach keine Kraft mehr.

Zu der Zeit übergab ich mich täglich, ich wollte es einfach nur los sein.

Ich konnte die Beziehung kurz darauf beenden, er hatte Freundinnen von mir angeschrieben und nach Dates gefragt.
Hätte ich früher Schluss gemacht, hätten die anderen gefragt weshalb.
Was hätte ich sagen sollen? Ich wusste doch damals selbst nicht, was los war.

Den Kampf gegen die Bulimie habe seit einem Jahr gewonnen, ich habe heute auch in extremen Stresssituationen nicht mehr das Bedürfnis, mir den Finger in den Hals zu stecken.

Nur, die Angst bleibt.
Es gibt Tage, an denen würde ich mich am liebsten irgendwo verkriechen und heulen, wenn mich irgendwelche Typen auf der Straße anstarren oder mir hinterherpfeifen.

Wie geht ihr mit solchen Situationen um? Wie lebt ihr mit der Angst, dass sowas nochmal geschieht?

Vielen Dank für eure Antworten,
sunnyblondangel

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13. August 2011 um 13:45

Danke..
.. für deine Antwort

Soweit geht es mir eigentlich gut. Ich habe mit ein paar guten Freundinnen darüber gesprochen. Ein großes Problem war, dass ich es lange komplett verdrängt hatte.

Mit deiner Anmerkung hast du übrigens Recht, auch erzwungener Oralverkehr ist Vergewaltigung.

Ich habe mal nachgelesen, eigentlich zählt jegliches Eindringen in irgendeine Körperöffnung mit dem Penis, den Fingern oder einem Gegenstand als Vergewaltigung.

Das heißt für mich, dass er es nicht nur versucht, sondern mehrfach getan hat. *würg*

Mein Selbstbewusstsein habe ich mittlerweile eigentlich ganz gut wiederhergestellt. Ich habe während meiner bulemischen Phase beinahe jeden Tag Tagebuch geschrieben und so schon viel verarbeitet, obwohl ich diese Beziehung damals noch ziemlich verdrängt hatte.

Ich hatte während der Bulimie immer das Gefühl, etwas aus mir heraus bekommen zu wollen, ohne zu wissen was.

Heute weiß ich es, und so schlimm es auch ist, ich bin froh darüber. Nun weiß ich wenigstens, was mich so belastet hat.

Soll jetzt nicht falsch rüberkommen, es belastet mich immer noch, aber allein das ich aufgehört habe, es zu verdrängen macht es schon wesentlich besser. Ich fühle mich, als wäre ein Gewicht von mir abgefallen.

Jetzt schreibe ich natürlich weiter Tagebuch, was für mich aus super funktioniert. Am nächsten Tag lese ich den Text vom vorherigen und bekomme allein dadurch oft schon einen ganz anderen Blickwinkel auf die Sache.

Was mir außerdem hilft ist irgendwie dieses Wissen, dass ich es schaffen werde es zu verarbeiten. Woher ich es weißt, kann ich nicht sagen, aber ich weiß es.

Ich werde bald umziehen, in eine eigene Wohnung. Als ich sie betreten habe, habe ich mich spontan sicher und geborgen gefühlt, ich habe in letzter Zeit ein großes Sicherheitsbedürfnis.

Zudem habe ich eine Frau von einer Beratungsstelle angeschrieben, die Selbsthilfegruppen anbietet. Für mein spezielles Problem gibt es leider noch keine (es gibt welche für Bulimie und für Missbrauch in der Kindheit, aber keine für "normale" Vergewaltigung (kann das grade nicht besser ausdrücken, tschuldigung) ).
Aber die Dame meinte, wenn ich in der Stadt bin, könnte ich vorbei kommen und wir könnten darüber sprechen, weil sie so eine Gruppe auch für eine gute Idee hält

So weit komme ich eigentlich ganz gut klar, ich war nur allgemein interessiert, ob andere noch andere Wege gefunden haben als ich

Ganz liebe Grüße,
Sunnyblondangel

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17. August 2011 um 11:27

Uneigentlich...
...verändert sich das ständig

Von der "Grundstimmung" her, geht es mir gut: ich bin stolz auf mich, weil ich es geschafft habe, mit der Bulimie aufzuhören, ich habe das Gefühl, dass ich damit fertig werde und die tollsten Freunde, die man sich wünschen kann.

In solchen Situationen merkt man, wer die wahren Freunde sind, nämlich die, die immer für einen da sind, auch wenn man sie mal "emotional zumüllen" muss.
(soll nicht heißen, dass ich das abwertend sehe, im Gegenteil, es ist wichtig darüber zu reden, aber dennoch nehmen solche Dinge diejenigen, die sie erzählt bekommen ziemlich mit)

Nächste Woche gehe ich mit einer Freundin zu einer Fachberatungsstelle. Der Vorschlag kam von ihr, weil sie schon in einer ähnlichen Situation war wie ich und ihr da sehr geholfen wurde.
Ich bin froh, dass sie mitkommt, denn ich glaube, alleine würde ich mich da nicht reintrauen...

Am Freitag werde ich es übrigens meiner besten Freundin erzählen- ich konnte es bisher nicht, weil es ihr selbst nicht so gut geht. Wir haben darüber geredet, dass es etwas Schlimmes gibt, was sie nicht von mir weiß und dass ich ihr gerne sagen möchte. Sie hat mich gebeten, bis zum Freitag zu warten, damit sie dann die Möglichkeit hat, sich übers Wochenende etwas damit zu arrangieren. (kann es jetzt nicht besser ausdrücken)

Ich habe mir überlegt, mit meinen Eltern einen Termin bei der Beratungsstelle auszumachen, zu der ich gehen werde, um es ihnen zu sagen. Zu Hause will ich das nicht machen, außerdem kann es nicht schaden, wenn eine erfahrene Beraterin dabei ist, denn für meine Eltern wird das auch bestimmt nicht einfach.

Eine Sache, die ich bemerkt habe ist, dass ich nie ohne "Maske" zu sehen bin.
Ich verlasse die Wohnung nur, wenn ich Make-up trage, zu Hause habe ich immer Abdeckstift im Gesicht (selbst, wenn es eigentlich nichts abzudecken gibt...).
Auf diese Weise, bin ich geschützt- niemand kann direkt an mich heran.
Nach Kommentaren meiner Mutter, dass ich doch "ein junges hübsches Mädchen wäre, dass gar nicht so viel Make-up braucht", bin ich zu einem leichteren Mineral-make-up gewechselt. Damit rauszugehen war wirklich eine Herausforderung. Es fühlt sich an, als hätte ich überhaupt kein Make-up im Gesicht.

Ich fühle mich nackt und verletzlich, ausgeliefert.

Obwohl es angenehmere Sachen für mich gibt, als so raus zu gehen, habe ich mir fest vorgenommen, mir mein anderes (definitiv stärkeres Make-up) für "Notfälle" aufzuheben.

Außerdem muss ich mein Make-up auch immer dabei haben, um immer "nachrüsten" zu können. Ich hoffe, ich kann das zumindest etwas reduzieren.

Danke für deine Antworten, sternennacht

P.S.: Ich habe die "IKOS Jena" angeschrieben, müsste bei Google leicht zu finden sein.
Sollte hier im Forum noch jemand in Jena eine Selbsthilfegruppe zu dem Thema suchen, wäre es toll, wenn die Person sich bei Frau Wiesner melden könnte

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8. September 2011 um 9:28

Hey
Sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich war damit beschäftigt, meinen Umzug zu organisieren.

Ich hatte jetzt übrigens ein Gespräch mit einer Wildwasserberaterin und habe mit ihr einen Termin mit meinen Eltern ausgemacht. Zu Wildwasser hat mich eine gute Freundin gebracht, die leider vor einiger Zeit etwas ähnliches erlebt hat.

Meine beste Freundin reagiert, indem sie sich zu einem super Bodyguard entwickelt Ich bin wirklich froh, sie zu haben

Sonst geht es mir super, es tut mir gut, offen mit der ganzen Sache umzugehen. Ich schaffe es langsam, meine Ängste zu akzeptieren, was wirklich ein großer Schritt für mich ist. Bisher habe ich sie einfach verleugnet.

Liebe Grüße,
Sonja

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8. September 2011 um 19:32

Ich..
..freue mich auch über die Antwort

Zur Selbsthilfegruppe gehe ich leider noch nicht, weil ich noch nicht umgezogen bin, aber, sobald ich dann endlich in meiner Wohnung bin (wo ich mich ja wirklich sicher fühle ) organisiere ich das.

Umzugsstress habe ich eigentlich nicht, die Möbel werden alle geliefert und aufgebaut- ich muss keinen Finger rühren

Die gute Freundin ist übrigens eine andere als die beste Freundin, aber beide sind im Moment sehr wichtig für mich. Die erste, weil sie mich viel besser versteht als so manch anderer und die zweite, weil ich weiß, dass ich ihr immer vertrauen kann und sie immer alles in ihrer Macht stehende für mich tun wird- das gilt natürlich auch umgekehrt.

Ganz liebe Grüße,
Sonja

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8. September 2011 um 19:37
In Antwort auf sunnyblondangel

Ich..
..freue mich auch über die Antwort

Zur Selbsthilfegruppe gehe ich leider noch nicht, weil ich noch nicht umgezogen bin, aber, sobald ich dann endlich in meiner Wohnung bin (wo ich mich ja wirklich sicher fühle ) organisiere ich das.

Umzugsstress habe ich eigentlich nicht, die Möbel werden alle geliefert und aufgebaut- ich muss keinen Finger rühren

Die gute Freundin ist übrigens eine andere als die beste Freundin, aber beide sind im Moment sehr wichtig für mich. Die erste, weil sie mich viel besser versteht als so manch anderer und die zweite, weil ich weiß, dass ich ihr immer vertrauen kann und sie immer alles in ihrer Macht stehende für mich tun wird- das gilt natürlich auch umgekehrt.

Ganz liebe Grüße,
Sonja

Upps
Vergessen- der Termin mit Wildwasser ist am 19. dieses Monats.
Meine Eltern wissen auch schon Bescheid, leider auch größtenteils, um was es geht (mein Vater ist bei der Kripo und kann deshalb gut fragen und (noch so kurze) Antworten gut deuten...)

Bin ja etwas nervös, aber das wird schon

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7. Oktober 2011 um 17:01

Umzug erfolgreich beendet
.. und der Rest klappt auch ganz gut

In der neuen Stadt fühle ich mich endlich sicher... das schwierige ist nur, dass mir so richtig bewusst wird, wie schlecht es mir vorher ging...
Ausserdem habe ich hier eine Beratungsstelle gefunden zu der ich regelmäßig gehen kann. Meine Beraterin hat mir von einem Wendo-Kurs erzählt, der bald von der Beratungsstelle angeboten wird. Ich denke, dass ich den machen werde- mehr Sicherheit kann ich gut gebrauchen.

Langsam komme ich besser an meine Emotionen heran, d.h. ich kann mittlerweile über die furchtbaren Dinge weinen, die mir passiert sind. Das ist gut, anstrengend und irgendwie traurig, aber gut.
Die Zeit bis das Studium jetzt endgültig anfängt, nutze ich, um mich mal ganz auf mich selbst zu konzentrieren und auf Dinge, die mir gut tun.
Das hat meine Beraterin mir sozusagen als "Hausaufgabe" aufgegeben- es ist zwar toll, dass ich nicht "schlecht" zu mir bin, aber das ist noch immer was anderes, als gut zu sich selbst zu sein.
Und ich nehme diese "Aufgabe" ernst: ich tanze mehr als früher (ich mache seit drei Jahren orientalischen Tanz ), also jeden Tag mindestens ein Lied lang. Und- ich creme mich jeden Tag mit Bodylotion ein. Das klingt vielleicht komisch, aber, obwohl ich eigentlich sehr trockene, empfindliche Haut habe, konnte ich mich bisher nicht wirklich dazu bringen, mich ausser wenn absoluter Notstand bei meiner Haut herrschte, einzucremen. Genauso beim Duschen, ich wollte mich selbst nicht anfassen um mich einzuseifen (konnte ich natürlich nicht vermeiden, aber gerne habe ich es nie getan)....

Jetzt creme ich mich täglich mit der Lotion meiner Wahl ein und genieße es, dass ich das schaffe. Das mag ein kleiner Schritt sein, aber er ist wichtig.

Ich neige leider immer noch dazu, meinem Körper und meinem Aussehen die Schuld an dem, was er mir angetan hat. Aber ich werde besser darin, meinen Körper als Teil von mir selbst anzusehen und ihn zu schätzen.
Es ist eigentlich komisch, dass ich all die Jahre so eine körperbetonte Sportart machen konnte und trotzdem meinen Körper auf eine gewisse Art abgelehnt habe. Nicht, dass ich meinen Körper nicht mögen würde, nein, ich habe ihn schon als schön empfunden, nur eben irgendwie nicht wirklich zu mir selbst gehörend...

Das Gespräch mit meinen Eltern lief übrigens so gut, wie so ein Gespräch nunmal laufen kann... Das Schwierigste war eigentlich, meinen Vater davon abzubringen, den Typ zu suchen und zu lynchen. Nur, ich glaube meine Eltern können nicht verstehen, was das Alles emotional für mich bedeutet. Sie meinten, es währe schade, dass ich jetzt erstmal keine Beziehungen mehr eingehen könnte- irgendwie ist DAS mein kleinstes Problem...

Aber andererseits bin ich ja auch für jeden Menschen froh, der diese Gefühle und Probleme nicht nachvollziehen kann

Alles Liebe,
Sonja

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7. Oktober 2011 um 17:04
In Antwort auf sunnyblondangel

Danke..
.. für deine Antwort

Soweit geht es mir eigentlich gut. Ich habe mit ein paar guten Freundinnen darüber gesprochen. Ein großes Problem war, dass ich es lange komplett verdrängt hatte.

Mit deiner Anmerkung hast du übrigens Recht, auch erzwungener Oralverkehr ist Vergewaltigung.

Ich habe mal nachgelesen, eigentlich zählt jegliches Eindringen in irgendeine Körperöffnung mit dem Penis, den Fingern oder einem Gegenstand als Vergewaltigung.

Das heißt für mich, dass er es nicht nur versucht, sondern mehrfach getan hat. *würg*

Mein Selbstbewusstsein habe ich mittlerweile eigentlich ganz gut wiederhergestellt. Ich habe während meiner bulemischen Phase beinahe jeden Tag Tagebuch geschrieben und so schon viel verarbeitet, obwohl ich diese Beziehung damals noch ziemlich verdrängt hatte.

Ich hatte während der Bulimie immer das Gefühl, etwas aus mir heraus bekommen zu wollen, ohne zu wissen was.

Heute weiß ich es, und so schlimm es auch ist, ich bin froh darüber. Nun weiß ich wenigstens, was mich so belastet hat.

Soll jetzt nicht falsch rüberkommen, es belastet mich immer noch, aber allein das ich aufgehört habe, es zu verdrängen macht es schon wesentlich besser. Ich fühle mich, als wäre ein Gewicht von mir abgefallen.

Jetzt schreibe ich natürlich weiter Tagebuch, was für mich aus super funktioniert. Am nächsten Tag lese ich den Text vom vorherigen und bekomme allein dadurch oft schon einen ganz anderen Blickwinkel auf die Sache.

Was mir außerdem hilft ist irgendwie dieses Wissen, dass ich es schaffen werde es zu verarbeiten. Woher ich es weißt, kann ich nicht sagen, aber ich weiß es.

Ich werde bald umziehen, in eine eigene Wohnung. Als ich sie betreten habe, habe ich mich spontan sicher und geborgen gefühlt, ich habe in letzter Zeit ein großes Sicherheitsbedürfnis.

Zudem habe ich eine Frau von einer Beratungsstelle angeschrieben, die Selbsthilfegruppen anbietet. Für mein spezielles Problem gibt es leider noch keine (es gibt welche für Bulimie und für Missbrauch in der Kindheit, aber keine für "normale" Vergewaltigung (kann das grade nicht besser ausdrücken, tschuldigung) ).
Aber die Dame meinte, wenn ich in der Stadt bin, könnte ich vorbei kommen und wir könnten darüber sprechen, weil sie so eine Gruppe auch für eine gute Idee hält

So weit komme ich eigentlich ganz gut klar, ich war nur allgemein interessiert, ob andere noch andere Wege gefunden haben als ich

Ganz liebe Grüße,
Sunnyblondangel


ähm... ich muss ehrlich zugeben, dass mich die Verlinkungen von "Oralverkehr" und "Penis" in diesem Zusammenhand doch etwas stören..

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14. Oktober 2011 um 17:23

Hey Sonja,


ich hab gerade deinen Eintrag und eure Unterhaltung gelesen und schreibe jetzt das erst mal in dieses Forum, weil es mir so ähnlich geht wie dir bzw. mich an meine "Geschichte" erinnert fühle.

Ich wurde im Juni vergewaltigt, von zwei Typen, auf einem Festival.
Ich hab das erstmal verdrängt. Ich hab einfach so weiter gemacht wie bisher. 4-6 Wochen später kam dann irgendwie alles wieder hoch, erst da konnte ich mich überhaupt wieder an alles erinnern und dann hab ich auch mit Bulimie reagiert, wenn ich versucht hab es zu lassen ging es nicht.

Nachdem ich mit Freundinnen darüber geredet habe, habe ich mir eine Therapeutin gesucht, bei der ich jetzt schon 2 Gespräche hatte.
Seit 5 Wochen oder 6, keine Ahnung...übergebe ich mich jedenfalls nicht mehr. Ich mache fast alles wieder wie vorher.

Trotzdem gibt es immer wieder schwierige und unangenehme Situationen. Ich traue mich noch nicht so viel alleine raus und wenn ich irgendwo komische Typen sehe, dann bin ich automatisch angespannt, nehme Abstand, das Händezittern wird schon besser

Die Therapeutin meint, dass das ganz normal ist und irgendwann weniger werden wird. Man muss erst langsam wieder lernen, dass einem nicht gleich nochmal so etwas passiert. Das ist erstmal eine normale Schutzreaktion des Körpers.

Hattest du inzwischen schon ein Gespräch?
Wie geht es dir jetzt?

Also, um auf deine Frage zurückzukommen: Ich habe es auch meinen besten Freundinnen erzählt, ich habe mir eine Traumatherapeutin gesucht und versuche mein Leben ganz normal zu gestalten, mich dadurch nicht zu sehr einzuschränken und mir regelmäßig Gutes zu tun.
Ich hab mir übrigens ganz toll duftende Duschgels gekauft

Ich finde die Idee mit dem Tagebuch gut werde ich auch mal ausprobieren!
Ich hab vorher Tagebuch geschrieben und dann plötzlich nicht mehr.

Liebe Grüße



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