Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Versagensängste durch und durch

Letzte Nachricht: 5. Dezember 2021 um 8:31
U
user835300822
21.11.21 um 12:58

Hallo ihr Lieben!

Derzeit läuft es gerade nicht so super bei mir... und ich würde mich über ein paar ehrliche und vielleicht aufmunternde Worte sehr freuen. Gut möglich, dass das hier ein kleiner Roman wird, aber das ist schwer kurz zusammen zu fassen. 

Ich werde im Jänner 25 Jahre alt und kann nicht gerade behaupten viel erreicht zu haben. Ich hänge ziemlich bei meinem Fernstudium für Psychologie, da die Klausuren mittlerweile nichts mehr mit dem Thema zu tun haben und ich fühle mich nicht mehr gut genug für das Studium. Wenn alles von Anfang an geklappt hätte, dann hätte ich heuer meinen Bachelor gehabt... aber durch die ein oder andere negative Note bin ich jetzt schätzungsweise erst im 4. Semester... 
Ich habe während der ganzen Krise das ziemlich ausgenutzt, als die Klausuren online ohne Überwachung waren und konnte ein bisschen Zeit wieder gut machen. Das war zwar nicht ehrenvoll, aber das haben wir alle getan. Trotzdem wird das sich bald wieder ändern und dann heißt es nach dreimal versagen bist du raus. Und dann steh ich da, ohne einen Abschluss. Da ich noch zuhause lebe unterstützten mich meine Eltern finanziell im Studium und auch wenn sie mich nicht unter Druck setzen habe ich ihnen gegenüber dann ein schlechtes Gewissen, wenn das Studium nicht klappt. 

Ich kann auch nirgendwo richtig Berufserfahrung aufweisen, da ich immer nur kleine Studentenjobs gemacht habe. Ich habe in einer berufsbilden Schule mit Schwerpunkt Mediendesign maturiert und wollte da gerne Berufserfahrungen sammeln. Aber nie wollte mich wer einstellen, überall Erfahrung schon verpflichtend verlangt wird. Aber wie soll das gehen, wenn man das nirgendwo machen kann? 
Bei meiner letzten Arbeitsstelle habe ich gehofft, dass ich das wieder aufholen kann. Ich war Social Media und Content Managerin. Aber mein Chef war ein wirklich schwieriger Mensch, der die Fehler bei anderen gesucht hat und mich sogar als Legasthenikerin beschumpfen hat, weil ich einmal einen Beistrich vergessen habe... 

Ich bin froh dort nicht mehr arbeiten zu müssen. Dennoch hätte ich es wegen der Berufserfahrung und des Geldes wegen schon noch ein bisschen ausgehalten. Wenn ich sehe, wie viel Geld meine Freunde verdienen habe ich das Gefühl auf der Strecke zu bleiben. 
Ich freue mich für sie und gönne ihnen den Erfolg im Leben. 

Aber um das hier abschließen zu können sag ich ganz ehrlich, was für negative Gedanken in mit herum spuken: Ich bin bald 25, drohe im Studium zu scheitern, habe keine Ausbildung, keine Berufserfahrung, kann mir derzeit nichts finanzieren und habe Angst nur noch zu versagen. 

Meine Freunde und Familie kennen mein Dilemma, aber ich will sie damit nicht belasten, da sie ja selber eigene Probleme haben... 
Vielleicht ändert sich ja die Sichtweise auch wieder, wenn ich wieder eine Arbeit gefunden habe, aber derzeit schaut es ja nicht so rosig aus 😔

Wie seht ihr diese Situation? Würde mich über ein paar nette Kommentare freuen  

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K
kuchenmassaker
05.12.21 um 8:31
In Antwort auf user835300822

Hallo ihr Lieben!

Derzeit läuft es gerade nicht so super bei mir... und ich würde mich über ein paar ehrliche und vielleicht aufmunternde Worte sehr freuen. Gut möglich, dass das hier ein kleiner Roman wird, aber das ist schwer kurz zusammen zu fassen. 

Ich werde im Jänner 25 Jahre alt und kann nicht gerade behaupten viel erreicht zu haben. Ich hänge ziemlich bei meinem Fernstudium für Psychologie, da die Klausuren mittlerweile nichts mehr mit dem Thema zu tun haben und ich fühle mich nicht mehr gut genug für das Studium. Wenn alles von Anfang an geklappt hätte, dann hätte ich heuer meinen Bachelor gehabt... aber durch die ein oder andere negative Note bin ich jetzt schätzungsweise erst im 4. Semester... 
Ich habe während der ganzen Krise das ziemlich ausgenutzt, als die Klausuren online ohne Überwachung waren und konnte ein bisschen Zeit wieder gut machen. Das war zwar nicht ehrenvoll, aber das haben wir alle getan. Trotzdem wird das sich bald wieder ändern und dann heißt es nach dreimal versagen bist du raus. Und dann steh ich da, ohne einen Abschluss. Da ich noch zuhause lebe unterstützten mich meine Eltern finanziell im Studium und auch wenn sie mich nicht unter Druck setzen habe ich ihnen gegenüber dann ein schlechtes Gewissen, wenn das Studium nicht klappt. 

Ich kann auch nirgendwo richtig Berufserfahrung aufweisen, da ich immer nur kleine Studentenjobs gemacht habe. Ich habe in einer berufsbilden Schule mit Schwerpunkt Mediendesign maturiert und wollte da gerne Berufserfahrungen sammeln. Aber nie wollte mich wer einstellen, überall Erfahrung schon verpflichtend verlangt wird. Aber wie soll das gehen, wenn man das nirgendwo machen kann? 
Bei meiner letzten Arbeitsstelle habe ich gehofft, dass ich das wieder aufholen kann. Ich war Social Media und Content Managerin. Aber mein Chef war ein wirklich schwieriger Mensch, der die Fehler bei anderen gesucht hat und mich sogar als Legasthenikerin beschumpfen hat, weil ich einmal einen Beistrich vergessen habe... 

Ich bin froh dort nicht mehr arbeiten zu müssen. Dennoch hätte ich es wegen der Berufserfahrung und des Geldes wegen schon noch ein bisschen ausgehalten. Wenn ich sehe, wie viel Geld meine Freunde verdienen habe ich das Gefühl auf der Strecke zu bleiben. 
Ich freue mich für sie und gönne ihnen den Erfolg im Leben. 

Aber um das hier abschließen zu können sag ich ganz ehrlich, was für negative Gedanken in mit herum spuken: Ich bin bald 25, drohe im Studium zu scheitern, habe keine Ausbildung, keine Berufserfahrung, kann mir derzeit nichts finanzieren und habe Angst nur noch zu versagen. 

Meine Freunde und Familie kennen mein Dilemma, aber ich will sie damit nicht belasten, da sie ja selber eigene Probleme haben... 
Vielleicht ändert sich ja die Sichtweise auch wieder, wenn ich wieder eine Arbeit gefunden habe, aber derzeit schaut es ja nicht so rosig aus 😔

Wie seht ihr diese Situation? Würde mich über ein paar nette Kommentare freuen  

Wieviele Semester fehlen dir denn noch bis zum Bachelor? 
Ich finde deine Situation hört sich: ganz normal an. Du bist Mitte 20 und studierst - die meisten Studenten sind mit 25 noch an der Uni! Vielleicht fehlt dir in dieser Hinsicht aufgrund des Fernstudiums ein bisschen der Einblick in die "alltägliche Wirklichkeit"? Konzentriere dich doch auf deinen Abschluss. Gerade im psychosozialen Bereich braucht man den Abschluss, um beruflich tätig sein zu können.

Vielleicht kannst du dich irgendwo ehrenamtlich im Rahmen einer geringfügigen Beteiligung einbringen und Praxiserfahrung sammeln? Oder mal 1-2 Wochen ein Praktikum absolvieren in einer Institution deiner Wahl? Das ist auf jeden Fall etwas, was man später im Berufsleben nicht mehr tun kann, und was vielleicht auch deine beruflichen Perspektiven etwas erweitern könnte.

Eines kann ich dir mit Gewissheit sagen: Der Berufseinstieg kommt noch früh genug, du wirst noch dein ganzes Leben lang arbeiten. Also hier mal kein Stress! Genieße das Privileg, studieren zu können! 

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