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Verlustangst

14. Mai um 13:12 Letzte Antwort: 16. Mai um 17:31

Hallo liebe Community, 


ich leide an Verlustängsten, dies hab ich mir endlich eingestanden und will endlich diesen Teufelskreis überwinden. 


Ich werde euch mal versuchen meine Ursachen dazu zu erklären. 
Im Alter von 9 Jahren verstarb mein Vater sehr plötzlich und erwartet, in diesem Alter war es sehr schwer dies zu verstehen und zu begreifen was der Tod bedeutet. In dieser Zeit war mein großer Bruder meine männliche Bezugsperson, auf den ich mich immer verlassen konnte und der immer hinter mir gestanden hat. Nach 4 Jahren entschied er sich, sein Hobby zum Beruf zu machen. Dies war sein großer Traum. Nach ein paar Jahren konnte ich es nachvollziehen das er diesen Sprung gewagt hat. Den mittlerweile ist er glücklich verheiratet und hat 2 wundervolle Kinder. Da wir nun 5 Autostunden von einander entfernt waren, war es schwer durch die Distanz eine nahe Bindung zu haben, die man zu einer Bezugsperson braucht. 2 Jahre später verstarb nach langer Krankheit mein Opa, dies hat bei mir im Zusammenhang mit allen Geschehnisses die Krankheit Psoriasis (Schuppenflechte) ausgelöst, dies ist vererbbar und mein Vater war auch davon betroffen. 
Ich Klammer mich sehr stark an meinen Partner und kann die Beziehung nicht einfach genießen, nicht verstehen wie mich jemand so lieben kann wie ich bin, ich muss ständig alles hinterfragen, was die Beziehung zum scheitern verurteilt. 
Ich hoffe jemand kann mir helfen, um endlich eine ganz normale Beziehung ohne Angst zu führen. Damit ich jede Sekunde mit meinem Partner in vollen Zügen genießen kann, ohne ihn einzuengen oder alles zu hinterfragen. 
Ich möchte endlich diesem Teufelskreis entkommen. 


Vielen Dank schonmal für eure Hilfe 😊
 

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16. Mai um 17:31

Hallo,
ich kann Dich sehr gut verstehen, denn ich hatte viele Jahre lang das gleiche Problem.
Ich bin zum größten Teil bei meinen Großeltern aufgewachsen, welche ich sehr geliebt habe.
Beide starben plötzlich und völlig unerwartet, als ich 14 und 19 Jahre alt war, was ich nie richtig verarbeitet habe. 
Hatte dann eine 14-jährige Beziehung, als diese zu Ende ging, verfiel ich in eine mittelschwere Depression und war über Monate arbeitsunfähig.
Mit Hilfe einer Therapie kam dann heraus, dass ich noch immer unter dem Verlust meiner Großeltern leide und mich Verluste wohl mein Leben lang stärker beeinflussen werden als es normal ist. 
Das stimmt absolut, habe ich immer wieder feststellen müssen.
Leider schreibst Du nicht, wie alt Du bist.
Ich bin mittlerweile 48 und Mutter einer Tochter, die den Namen meiner Oma trägt. 
Ich kann meine Großeltern nicht mehr auf dem Friedhof besuchen, da meine Eltern ohne mein Wissen nach 25 Jahren das Grab entfernen ließen.
Aber sie sind immer in meinem Herzen und am jeweiligen Todestag nehme ich mir die Zeit für ein ausgiebiges Trauerritual. Auch beschäftige ich mich mit spirituellen Dingen wie Reinkarnation, geistige Welten usw.
Das hilft mir ungemein, außerdem habe ich ein Hobby, welches viel Zeit beansprucht.
Je älter ich werde, desto besser wird es.
Vertraue darauf, dass Du nicht allein bist, auch nach einem schrecklichen Verlust!
Alles hat seine Zeit und sicher wird es Dir irgendwann besser gehen.
Das Tempo bestimmst allein Du.
Was Du über Deine Beziehung schreibst- da kommt es sehr auf den Partner an, inwieweit er für Dich Verständnis aufbringen kann.
Du brauchst auf jeden Fall jemanden, der sehr empathisch ist und vielleicht ähnliches erlebt hat, niemals einen Egoisten bzw. einer, der sein Ding macht und Du läufst nebenbei mit, bis er die Nase voll hat von Dir.
Dann bist Du wieder genau da, wo Du NICHT sein willst.

Wünsche Dir alles Gute und viel Glück!!



 

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