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Verlust meines geliebten Vaters

29. August 2015 um 21:37

Hallo liebe Leser

Mein Vater ist am 6.8.15 plötzlich und unerwartet verstorben und ich weiß nicht wie ich damit fertig werden soll.

Mein Vater war 61 Jahre alt und hat schon so viel schlechtes in seinem Leben erlebt. Im Jahr 1996 wurde ihm das rechte Bein amputiert da er an einer Arterienkrankheit leidet. Er sollte damals aufhören zu rauchen da rauchen diese Krankheit noch zuzüglich beschleunigt und verschlechtert. Einige Jahre darauf verließ ihn meine Mutter nach 33 Jahren Ehe. 2011 verlor er sein zweites Bein und saß von nun an im Rollstuhl und hat das Haus nicht mehr verlassen. Er konnte kein Auto mehr fahren, was er gerne tat und er hat sich anschließend sehr hängen lassen. Er saß im Rollstuhl und konnte sich noch selbst versorgen bzw. benötigte außer einkaufen und Besorgungen keine Hilfe. Er Rauchte sehr stark und trank sein Bierchen am Abend. Meine Schwester und ich haben oft versucht auf ihn einzureden aber leider ohne Erfolg. Mein Vater war Stur und rauchte trotzdem weiter.

Ich und mein Vater standen uns sehr nahe. Er war nicht nur mein Vater sondern auch mein bester Freund. Ich war seine Vertrauensperson und er meine. Ich machte alles für ihn und er ließ sich nur von mir helfen. Jeden Tag haben wir telefoniert und ich war die einzige die ihn regelmäßig besuchte. Er sagte mir oft, das er weiß das er sich auf mich verlassen könne und egal was ist, das ich immer da bin. Er war sehr einsam und hat sich abgeschottet von der Außenwelt Er wollte nie raus, er wollte nicht mehr auf Geburtstage oder irgendwo unter Menschen. Er war aber froh wenn meine Kinder am Wochenenden bei ihm waren.

Es ging ihm immer öfter nicht gut aber er machte das immer mit sich selber aus. Durch das sitzen im Rollstuhl, bekam er immer wieder wunden aber er tat nichts dagegen. Ich habe den Arzt gerufen weil mein Vater sich darum nicht kümmerte. in letzter Zeit erzählte er mir öfter das er glaube, Blut im Stuhl zu haben oder wenn er liegt, seine Brust ihm weh tat. Ich habe ihn angefleht ins Krankenhaus zu gehen um sich durchchecken zu lassen aber mein Vater war ein harter Kerl aber doch sehr zerbrechlich.

Immer mehr hat er abgenommen und ich habe immer wieder auf ihn eingeredet aber er wollte und wollte und wollte einfach nicht und sein Arzt sagte mir auch, solange er noch richtig klar im Kopf ist, kann man nichts machen. Dann am Montag ging es ihm nicht gut und er hatte keine Kraft mehr. Ich bin sofort zu ihm hin und er kam nicht mal mehr aus dem Bett. Ihm fehlte die Kraft und er sagte mir, er habe wieder eine Wunde am Po vom sitzen, die ihn sehr schmerzte. Mein Vater war bereit ins Krankenhaus zu gehen wenn ich ihm versprach ihn zu begleiten. Ich rief sofort einen Krankenwagen.

Der Arzt in der Ambulanz sagte das es eine Großbaustelle wäre denn was keiner wusste, mein Vater hatte auch eine Gürtelrose, dann die offene und entzündete wunde und hinterher kann heraus, das er noch viel mehr hatte. dazu aber komme ich gleich. Er war in der Ambulanz am Monitor angeschlossen und sein Blutdruck lag bei 57/28 und Puls 34 Ich hatte ein Foto gemacht da ich dachte, das glaubt mir keiner. Seine Blutwerte waren Katastrophe und er hatte keine Salze mehr. Er bekam eine Transfusion nach der anderen. Erst war ich aber froh das er jetzt wenigstens im Krankenhaus sei, Fit gemacht wird und alles andere würde dann nach und nach kommen. Der Arzt verlegte meinem Vater erst einmal auf die normale Station und wollte erst mal gucken ob es klappt.

Am Dienstag kam ich zu ihm und es ginge ihm von den Schmerzen der Wunde her besser aber sprach so komisch und verworren. Seine Lunge wurde geröntgt aber der Befund sollte am Tag danach kommen. Ich war aber froh das es ihm besser ging und konnte beruhigt nach hause.

Spät Abends rief er mich an und Halluzinierte. Er sagte mir, er sei Zuhause und komme nicht an seine Zigaretten ran und ich solle zu ihn kommen. Er sagte er weiß nicht wie er nach hause gekommen ist. Ich erschrak mich und rief die Schwester auf der Station an. Sie schaute nach ihm und alles war wieder okay. Ich dachte es lag an den starken Schmerzmitteln. Mittwoch konnte ich leider nicht zu ihn da ich zwei Kinder hatte und zu einem Termin musste. Es ging ihn ja auch etwas besser, so das ich einen Tag die Termine wahr nehmen konnte. Wenn ich gewusst hätte, das ich ihn am Dienstag das letzte mal sehen würde dann hätte ich keinen Tag ausgelassen Am Mittwoch bekam er die Nachricht "Lungenkrebs" Man müsse erst mal schauen wie weit er fortgeschritten ist und ob schon Metastasen da sind. Am Mittwoch Abend dann rief ich ihn an und ich hatte das Gefühl er sein nicht mehr klar im Kopf und das reden wurde immer schlechter. Ich verstand ihn kaum noch und wusste nicht woran das lag. Ich rief die Stationsschwester wieder an und sagte ich das ich mir Sorgen mache. Sie sagte nur, sie kenne ihn nicht anders und ich solle am nächsten morgen mit dem Arzt darüber reden.

Ich bekam ein ganz komisches Gefühl und konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Am morgen um 5.23 bekam ich einen Anruf, das mein geliebter Papa verstorben sein.

Wir sind sofort zu ihm ins Krankenhaus und ich habe mich von ihn verabschiedet. Er war noch warm und ich streichelte und küsste ihn. Ich redete zu ihm. Ich sprach zu ihm und er bewegte sich nicht und gab mir keine Antworten. Seine Augen waren ein Stück offen aber er lag so friedlich da als würde er schlafen.

Ich kann es bis jetzt noch nicht glauben. Es ist so unreal. Ich habe immer noch das Gefühl als sitzt er noch in seiner Küche und blätterte in der Zeitung. Jeden Tag sprach ich mit ihn und nun sind es jetzt drei Wochen, das ich ihn nicht mehr höre Er fehlst mir so und ich weiß nicht wie ich das schaffen soll. Es gibt Phasen, da geht es und es kommen dann wieder Momente wo einem klar wird, das ich nie wieder sehen werde Nicht nur mein Papa ist gegangen sondern auch mein bester Freund.

Jeden Tag weine ich und Nachts kann ich nicht schlafen. Ich kann Nachts nicht alleine sein. Mein Herz schmerzt so und in mir ist ein tiefes schwarzes Loch. Ich glaube ich habe es immer noch nicht richtig begriffen oder ich möchte es nicht begreifen.

Es tut mir leid, das ich euch hier einen Roman geschrieben habe, aber ich musste es einfach tun.

Viele liebe Grüße
Jasmin

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23. September 2015 um 15:15

Liebe Jasmin
es tut mir sehr sehr leid für dich. Ich kann dich gut verstehen. Mein Papa und ich sind auch ziemlich stark gebunden, dass ich wirklich nicht wüsste, was ich ohne ihn machen sollte.

Es ist sehr schwer einen Menschen viel zu früh gehen zu lassen. Wahrscheinlich sagen dir viele "Es war besser gewesen, ihn gehen zu lassen ... usw"

Du bist 24 Std für ihn da gewesen,hast ihm gezeigt, dass du immer für ihn da bist und er hat dir sein Vertrauen geschenkt und ich weiß er war stolz auf dich, dass du alles gemeistert hast.
Egal wo er ist, er wird immer stolz auf dich sein, dich lieben und sich freuen, wenn es dir gut geht.

Bitte geh mal zu deinem Vetrauensarzt, vielleicht sogar zum Psychologen. Nicht alle verschreiben dir sofort Psychopharmaka, es gibt auch reichlich gute Methoden dir bei dem Verlust deines Vaters zu helfen.

Vielleicht reicht bei dir auch erstmal "Schlaf & Nerventee" ( Supermarkt/DM) oder pflanzliche Einschlaftabletten/Beruhigungstabletten z.B. "Neurexan" ( Apotheke).

Geh viel raus, unternimm viel mit der Familie, treibe Sport, das hilft einen klaren Kopf zu kriegen.

Ich wünsche dir vieeel Glück und alles Gute.

Lg,
Anna


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