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Verhalten bei vermutetem Missbrauch der Partnerin oder guten Freundin. Auf Vermutung ansprechen?

18. September 2009 um 10:38

Hallo,

was würdet ihr machen, wenn ihr vermutet, dass die Partnerin oder gute Freundin in ihrer Vergangenheit Opfer einer Sexualstraftat geworden ist und ihr den Eindruck habt in ihrem Leben Folgen dieser Tat zu erkennen.

Soweit ich das sehe, hat es eine solche Diskussion noch nicht gegeben. Ich denke, es ist auch eine sehr schwere Fragestellung, weil es mit der Sexualstraftat um ein heikles Thema geht, was auch sehr die Intimsphäre der Frau betrifft.

Vor Jahren war ich in eine Frau verliebt (nennen wir sie A), welche meine Liebe auch erwiderte. Das konnte jeder sehen. Ihre Vergangenheit kannte ich nicht; es gab keine Hinweise, dass es bei ihr eine dunkle Seite gab. Als ich ihr eines Tages einmal sagte, dass ich sie liebte, brach sie unser Verhältnis sofort ab. Ich merkte, dass sie mir eine Vielzahl von erfundenen Begründungen auftischte, warum wir nicht miteinander können. Bis dahin war A immer offen und ehrlich gewesen. Ich fühlte mich sehr verletzt dadurch, hatte eine richtige Wut im Bauch. Erst viel später kam die Wahrheit ans Licht. Ein damaliger Bekannter von mir fand heraus, dass A in ihrer Vergangenheit als Jugendliche sexuell mißbraucht worden ist. Daran ist das Verhältnis zwischen mir und ihr gescheitert (übrigens auch das spätere Verhältnis zwischen dem Bekannten und A); sie sprach die Unwahrheit, weil sie den erlittenen Mißbrauch nicht erwähnen konnte (nachvollziehbar). Es wurde klar, dass A wegen des Mißbrauchs keine Nähe, keine zu starke Bindung zu einem Mann ertragen konnte. Es stellte sich heraus, dass A immer Beziehungen abbrach oder erst gar nicht zuliess, wenn ihr die Nähe einer Beziehung bewusst wurde. Als ich von dem Mißbrauch erfuhr, war ich ihr sofort nicht mehr böse, habe ihr verziehen und habe verstanden, warum sie mir die Unwahrheit sagte (sah es als gerechtfertigt aus ihrer Sicht an). Eine solche Erfahrung sensibilisiert auch einen Mann für das Thema Mißbrauch und welche Folgen dieser für die Frau hat.

Bis heute kam es vor, dass bei zwei Frauen (nennen wir sie B und C) der Verdacht bei mir aufgekommen ist, dass auch B und C ein ähnliches Schicksal wie A erlitten haben könnten und es Auswirkungen gibt, die diesen Frauen möglicherweise nicht bewusst sind. Insbesondere drängte sich der Verdacht auf, dass die schlimme Erfahrung verdrängt wird, was der falscheste Weg bei einem solchen Schicksal ist. Bei B und C gibt es Indizien für eine solche Vergangenheit aus Aussagen, Verhaltensweisen u.ä., deren Auflistung im Einzelnen hier zu weit führen würde. Allerdings gab es bei B weniger Indizien dafür, als bei C. Bei C häuften sich die Indizien mit der Zeit. Angesprochen hierauf habe ich weder B noch C.

Bei mir kam in beiden Fällen die Frage auf, ob ich sie auf meinen Verdacht ansprechen solle. Mir ging es darum diesen beiden Frauen zu helfen, jedenfalls Hilfe anzubieten. Ob diese die anzubietende Hilfe auch annehmen würden, ist eine andere Frage. Hat jemand schon einmal einen solchen Verdacht ausgesprochen und wie war die Reaktion? Wie sollte man sich Eurer Meinung nach verhalten, wenn man diese Vermutung hat? Vielleicht kann sich auch eine Frau äußern, die einen Mißbrauch erfahren musste, wie sie reagieren würde, wenn sie von ihrem Partner oder guten Freund auf den Verdacht des Mißbrauchs angesprochen wird?

Auch wenn das Thema schwierig ist, hoffe ich auf eine gute Situation, denn ich denke, dass jeder Mal vor so einer schwierigen Frage stehen könnte.

Viele Grüsse

smartie

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18. September 2009 um 21:24

Ansprechen?
ich denke das kommt sehr sehr sehr darauf an wie dein verhältniss zu den beiden frauen ist und ob du hinterher wirklich schlauer bist als vorher. auf keinen fall zu direkt fragen. meine eltern haben mich sehr oft gefragt ob etwas nicht stimmt. alle haben das getan. zumindest alle die mich gut kannten. sie haben gemerkt das ich mich verändert habe, das ich auf kleinigkeiten in diese richtung genervt oder gereizt reagiere aber ich habe immer wieder betont das alles ok ist. auch mein chef hat mich darauf angesprochen ob was nicht stimmt und ich habe nur gesagt das ich privat ein paar probleme hab und das schon alles hinbekommen werde. am nächsten tag war ich abends allein mit meinem chef. er hat mich auf meine probleme angesprochen, seine vermutung ging eher in richtung "streit mit den eltern" oder ähnliches. ich weiss garnichtmehr was er gefragt hat um mein schweigen zu brechen. er wahr sehr vorsichtig und einfühlsam. und irgendwann ist alles aus mir raus gebrochen. jetzt war es ja bei mir noch sehr frisch... aber wenn es jemand schon längere zeit verdrängt weiss ich nicht was ratsamer ist. bei mir war es ein relativ ausenstehender dem ich mich anvertraut habe... allen die mir nahe standen habe ich sogut wie nichts gesagt...wenn ihr mal alleine seid und sich die situation ergibt würde ich schon sehr vorsichtig und mit viel fingerspitzengefühl versuchen etwas raus zu finden. aber erwarte nicht zu viel. ich denke die wenigsten frauen sagen einfach das es stimmt. wenn euer verhältniss sehr eng und freundschaftlich ist fällt es mit sicherheit leichter sie darauf an zu sprechen. aber selbst wenn sie nein sagt, heist es noch lange nicht dass es so ist und vieleicht sich die person noch mehr zurück... ich kann nur von meinen erfahrungen ausgehn...bei mir war es erstmal so. vieleicht solltest du dich mit meinem chef kurz schalten der weiss wie man sowas macht

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20. September 2009 um 11:10

Also
es sollte endlich kein tabuthema sein!
denn es werden mehr kinder missbraucht,als so mancher denkt!
der vater meines kindes(mein ex)wurde als kind von einem ehepaar(nachbarn!)monatelang missbraucht und gequellt.er hat es verdrängt und mit 46jahren kam die erinnerung wieder!!!(so was passier öfter bei schweren trauma,manche erinnern sich nie!)seit 1,5 jahren ist unser leben eine quall.der papa ist öfter in der behandlung,unser sohn leidet...
ja!die monster haben auch unser leben kaputt gemacht.seit 1,5jahen befasse ich mit diesem thema,habe vieles gelesen usw.ich weiss wie sich missbrauchte fühlen,verhalten.viele dieser verhaltensmuster treffen auch auf mich zu,z.b.misstrauen,beziehungsun fähigkeit usw.aber ich wurde nicht missbraucht!also,ob es B und C passiert ist?
mein Exparter vertraut sich schnell seinen Freunden usw.an...Das mach nicht jeder...ich würde einfach neutral über dieses thema reden,z.b. dass du von meiner geschichte erfahren hast.vielleicht öffnet sich die frau dir von alleine...und bitte nie hilfe aufdrängeln,viele missbrauchte haben den anspruch es alleie zu klären.das hat auch was mit dem missbrauch zu tun...

viel glück,
vg,isz1

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20. September 2009 um 19:01

Offensichtlich keine Ahnung, worum es geht
Solche Bemerkungen zeigen, dass Du offenbar zu denjenigen gehoerst, die offensichtlich keine Ahnung haben was es für eine Frau bedeutet sexuell mißbraucht geworden zu sein. Es wirkt sich in alle Lebensbereiche aus. Es fällt vielen sehr schwer überhaupt darüber zu reden.

Hinsichtlich B und C kamen eben Verdachtsmomente auf. Wenn man meint, dass einer Frau so etwas schreckliches passiert ist, ist es sehr schwer als mitfühlender Mensch da einfach tatenlos zuzusehen, sondern unter sehr guten Freunden oder Partnern sollte es erst recht eine Selbstverständlichkeit zu helfen, wo es geh, sofern die angebotene Hilfe angenommen wird.

Das musste jetzt mal gesagt werden.

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21. September 2009 um 17:08
In Antwort auf zita_12162313

Ansprechen?
ich denke das kommt sehr sehr sehr darauf an wie dein verhältniss zu den beiden frauen ist und ob du hinterher wirklich schlauer bist als vorher. auf keinen fall zu direkt fragen. meine eltern haben mich sehr oft gefragt ob etwas nicht stimmt. alle haben das getan. zumindest alle die mich gut kannten. sie haben gemerkt das ich mich verändert habe, das ich auf kleinigkeiten in diese richtung genervt oder gereizt reagiere aber ich habe immer wieder betont das alles ok ist. auch mein chef hat mich darauf angesprochen ob was nicht stimmt und ich habe nur gesagt das ich privat ein paar probleme hab und das schon alles hinbekommen werde. am nächsten tag war ich abends allein mit meinem chef. er hat mich auf meine probleme angesprochen, seine vermutung ging eher in richtung "streit mit den eltern" oder ähnliches. ich weiss garnichtmehr was er gefragt hat um mein schweigen zu brechen. er wahr sehr vorsichtig und einfühlsam. und irgendwann ist alles aus mir raus gebrochen. jetzt war es ja bei mir noch sehr frisch... aber wenn es jemand schon längere zeit verdrängt weiss ich nicht was ratsamer ist. bei mir war es ein relativ ausenstehender dem ich mich anvertraut habe... allen die mir nahe standen habe ich sogut wie nichts gesagt...wenn ihr mal alleine seid und sich die situation ergibt würde ich schon sehr vorsichtig und mit viel fingerspitzengefühl versuchen etwas raus zu finden. aber erwarte nicht zu viel. ich denke die wenigsten frauen sagen einfach das es stimmt. wenn euer verhältniss sehr eng und freundschaftlich ist fällt es mit sicherheit leichter sie darauf an zu sprechen. aber selbst wenn sie nein sagt, heist es noch lange nicht dass es so ist und vieleicht sich die person noch mehr zurück... ich kann nur von meinen erfahrungen ausgehn...bei mir war es erstmal so. vieleicht solltest du dich mit meinem chef kurz schalten der weiss wie man sowas macht

Ansprechen
Hallo,

ich bin mir nicht sicher, ob ich eine ehrliche Antwort bei einem Ansprechen erhalten würde. gerade wenn man es verbergen möchte, neigen Betroffene doch dazu lieber auch mal die Unwahrheit zu sagen. Zu beiden habe ich ein sehr gutes Verhältnis, aber wenn es um ein solches Thema geht. Da sich gerade bei C die Indizien immer mehr häuften, habe ich mir immer mehr Sorgen gemacht, dass da was sein könnte. Einen Menschen, den man sehr gerne hat, möchte man doch erst recht helfen. Natuerlich muss dieser Hilfe annehmen, klar, aber anbieten möchte ich es in jedem Fall. Verdrängen ist das falscheste was man machen kann, auch nach einer Therapie. Nur vielfach erkennen dies Betroffene nicht. Aus heutiger Sicht schliesse ich nicht aus, dass ich das Risiko eines völligen Abwendens in Kauf nehme. Und wenn C heute mit Abneigung reagieren sollte, so bleibt wenigstens die Hoffnung, dass C vielleicht irgendwann erkennt, dass es doch richtig war offensiv ein Ansprechen vorzunehmen, vielleicht ist auch schriftlich der richtige Wege, denn das kann C jederzeit nochmals nachlesen. Bei B gibt es wesentlich weniger Indizien, wie bei C, so dass da die Unsicherheit viel grösser ist ob man es tun solte oder nicht.

Viele Grüsse

smartie


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22. September 2009 um 10:46

Bin mir dessen bewusst.
Hallo Anja,

ich weiss, dass ein Ansprechen auch nach hinten losgehen könnte, andererseits sage ich mir, dass es vielleicht doch in der Erinnerung bleibt und später erkannt wird, dass es richtig war auf dieses und jenes hingewiesen worden zu sein. Sowohl B und C legen wert auf ihren Freundeskreis, gerade bei C ist der Eindruck entstanden, dass sie sogar auf diesen angewiesen ist, da sie mal sinngemäss sagte, was sie denn ohne ihren Freundeskreis ist. C braucht diesen möglicherweise als Abwechslung um nicht an irgendetwas in ihrer Vergangenheit erinnert zu werden womöglich. Ich habe keine Erwartungshaltung, dass man mir gleich alles im Detail erzählt, allenfalls, ob die Vermutung stimmt oder nicht. Alles weitere ist natuerlich Sache der Betroffenen, vor allem zu entscheiden, ob sie mehr sagen möchten und wann sie dies tun möchten. Ich bin ein Mann, der versteht, was es heisst fü4r eine Frau vergewaltigt worden zu sein, würde wegen eines solchen Vorfalles eine Partnerin niemals aufgeben. Gleiches gilt für eine gute Freundschaft. Im Gegenteil, ich würde alles tun, was ich kann, um das Leid und die Folgeerscheinungen zu lindern. Nur dies wissen B und C eben nicht und wie soll man ihnen dies vermitteln, wenn man sie nicht drauf anspricht. Es ist schwierig.

Viele Grüsse

smartie


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22. September 2009 um 13:49
In Antwort auf menno_12834250

Offensichtlich keine Ahnung, worum es geht
Solche Bemerkungen zeigen, dass Du offenbar zu denjenigen gehoerst, die offensichtlich keine Ahnung haben was es für eine Frau bedeutet sexuell mißbraucht geworden zu sein. Es wirkt sich in alle Lebensbereiche aus. Es fällt vielen sehr schwer überhaupt darüber zu reden.

Hinsichtlich B und C kamen eben Verdachtsmomente auf. Wenn man meint, dass einer Frau so etwas schreckliches passiert ist, ist es sehr schwer als mitfühlender Mensch da einfach tatenlos zuzusehen, sondern unter sehr guten Freunden oder Partnern sollte es erst recht eine Selbstverständlichkeit zu helfen, wo es geh, sofern die angebotene Hilfe angenommen wird.

Das musste jetzt mal gesagt werden.

Kein gläubiger Christ
Ach ja, wer sich saintpauls cathedral nennt, sollte ein gläubiger Christ sein, da es sich hierbei um eine sehr bedeutendes christliches Gotteshaus in London handelt.

Bereits die verwendete Überschrift von Pseudonym stpauls cathedral zeigt, dass es bei der Person, die dahinter steht, um keinen gläubigen Christen handelt, der u.a. die christliche Nächstenliebe auslebt. Da Du nicht so denkst, solltest Du auch nicht einen Namen eines Gotteshauses als Pseudonym verwenden



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