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Vergewaltig und ich hasse mich...

1. Februar um 19:25 Letzte Antwort: 9. Februar um 22:43

Hallo,
ich melde mich jetzt hier, weil ich nicht mehr weiter weiß und ich eine unglaubliche Wut und Hass habe und einfach nur enttäuscht bin.
Es ist eine lange komplizierte Geschichte, zum einen bin ich seit ich acht Jahre alt bin, der Aufpasser für meine Eltern zuhause. Meine Mutter hat Depressionen und versucht sich mehrmals das Leben zu nehmen und mein Vater ist Alkohol und Drogen abhängig. Es ist nicht jeden Tag schlimm, teilweise können wir auch als Familie leben und zur Zeit hat sich das auch alles einigermaßen eingekommen. Jedenfalls mache ich seit 12 Jahren, den Zustand zuhause mit, hab mich nur noch um meine Eltern gesorgt und mich selber vergessen. 2018 fing es dann an, mein Kopf hat dicht gemacht und ich war teilweise echt fertig. Ich redete mit einem (den Täter) von meiner Arbeit darüber, da er meine Familie kannte. Der Kontakt brach irgendwann ab und Anfang 2019 schrieb ich wieder mit ihm. Ich brauchte Hilfe, ich war psychisch voll am Ende und er war der einzige, mit dem ich reden konnte, weil ich sonst niemanden hatte. Er tat viel für mich, wirklich viel, doch im Nachhinein hatte er immer ein bestimmtes ziel und zwar mich flachzulegen, dass erzählte er auch seinen Kollegen, wie ich erfuhr, als es zu spät war, denn da erzählte er schon, dass er mich flachgelegt hatte. Wir arbeiten am selben Standort nur zu unterschiedlichen Zeiten. Seit März 2019 fragte er mich schon, dass er irgendwie das Bedürfnis hat zu "vögeln", bereits da sagte ich nein, tut mir leid, aber da bin ich nicht die richtige für, ich mache das nicht!! 5 Monate lang fragte er mich immer wieder. Bis ich Schuldgefühle hatte, weil er so viel für mich tat und ich Angst hatte, wenn ich weiter nein sage, ist er vielleicht auch weg, dann habe ich niemanden mehr...
Im August tat ich es dann, da ich es als meine Pflicht sah, ihm den Gefallen zu erfüllen. Was total bescheuert ist. Immer wieder drang er mich dazu, stand vor meinem Haus und sagte ich solle rauskommen und ich versuchte mich immer irgendwie rauszureden. Irgendwann traf ich ihn nachts nach einer Party und ging ein Stück mit ihm  bis er mit mir in einen Park ging und da zog er vor mir die Hose runter und stieß meinen Kopf jedes Mal in die Richtung seines Glieds. Und ich sagte ihm, nein ich möchte das nicht, ich mag das nicht. Er packte immer wieder meinen Kopf und zog ihn immer näher zu sich hin. Bis ich ihn schlussendlich einen Kuss drauf gab und sagte, dass reicht bitte! Er lies mich gehen. Am 5. September ist es dann passiert, er holte mich ab, fuhr zu sich nachhause und er tat Dinge, die einfach nur weh taten und einfach nur ekelig sind. Wo ich klipp und klar nein sagte und mich mit meinem ganzen Körper gewehrt habe, einfach nicht beachtet wurde, er tat etliche Dinge, die sich so in mir eingebrannt haben... ich wurde etliche Male von Kollegen gefragt, ob ich schwanger sei und ich lachte immer nur beherzt darüber, bis ich nach 2 Monaten heftige Schmerzen und sehr starke Blutungen bekam und irgendwann auf Klo merkte, wie etwas ab ging. Ich ging ziemlich spät zum Frauenarzt, da ich mich eh nicht untersuchen lassen konnte, dort war eine Schwangerschaft aber nicht mehr nachweisbar, aber da wurde mir meine Situation bewusst! Mir wurde bewusst, was passiert war und ich war am Ende. Ich traute mich nicht darüber zu reden, ich hatte etliche Nervenzusammenbrüche auf der Arbeit, lag nur noch im Bett, bis ich mich getraut habe, meinem besten Freund es anzuvertrauen. Ich habe für mich empfunden, dass ich vielleicht etwas falsch gemacht habe oder etwas hätte anders machen können und ich habe lange nicht realisiert, was passiert war. 
Im Dezember ging ich dann zur Polizei zum Beratungsgespräch, sie bestätigte mir eine Straftat, sie überredete mich ihn anzuzeigen. 4 Anzeigen hatte er nun am Hals, Sexueller Missbrauch+Belästigung, Manipulation und zweifache vergewaltigung. Ich dachte, es würde sich endlich alles ins richtige Licht drehen und ich wusste das die Zeit schwer werden würde. Aber so schwer, dachte ich nicht. 
Vor einpaar Tagen bekam ich Post, von der Staatsanwaltschaft, sie lassen die Anklage fallen, mir brach die Welt zusammen, ich habe stumm meine Sachen gepackt, mich ins Auto gesetzt und bin gefahren. Sie zählten fast jeden Punkt auf, den er gegenüber mir getan hat und stellten es da, als wäre es passiert, aber der Angeklagte hat gesagt, er hat es nicht getan und ging von einer einvernehmlichkeit aus. Weil ich an einen Punkt mir unsicher gewesen bin, mich aber korrigiert habe und ihnen erzählte, dass es so war, weiß die Staatsanwaltschaft nun nicht mehr so genau auf wessen Seite sie stehen sollen. Und gerade der Punkt an dem sie zweifeln, ist der, der mir am meisten hinterher rennt und wo ich am wenigsten drüber reden kann.  Es sind noch 8 weiter Dinge passiert, die er getan hat und wegen einem kurzen Zögern wird es einfach fallen gelassen...? Ich fühle mich verascht, alleine, unnütz und noch ekelhafter als vorher. Ich verstehe es nicht, wie das so einfach fallen lassen kann... 
Wegen ihm, kann ich nicht einmal schlafen, weil ich Angst habe jemand kommt in mein Zimmer und macht das ganze nochmal. Ich träume von den Dingen. Ich fühle mich teilweise nackt und bloßgestellt obwohl ich tausend Sachen anhabe. Ich muss mit dem Rücken an der Wand schlafen und immer wieder spielt es sich in meinem Kopf ab. Ich war schon oft dran auf dem Weg nachhause vor den Baum zu fahren. Oder mir meinen Körper aufzuschneiden, damit der ganze Schmutz endlich raus kann. Und ich muss ihm oft über den Weg laufen, meine Arbeitsstelle kann ich nicht so einfach wechseln, dafür müsste ich kündigen.
Das einzige was mir zu Zeit mein Leben rettet, ist mein bester Freund. Nur wegen ihm würde ich nie so etwas tun, auch wenn ich echt nah am Abgrund stehe. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, es passier so vielen Menschen und da denkt man, man hat eine helfende Hand, die den bestraft und dann wird man einfach so fallengelassen... Es ist sehr schwer, gerade weil sie wirklich so gut wie jeden Punkt in diesem Brief aufgezählt haben den er getan hat und ihnen das ja schriftlich vor Augen liegt und dann lassen sie das einfach fallen, weil sie ihm seine Worte glauben und Aussage gegen Aussage steht...? es kann einfach nicht wahr sein. 
Ich kann innerhalb von 14 Tagen dagegen anklagen. Ich habe mir jetzt eine Anwältin genommen und werde überlegen ob ich es tue oder nicht. 
Ich verstehe es nicht, man will den Menschen mut machen, so etwas anzuzeigen, aber bei so vielen wird eine Anklage fallen gelassen und diese ganzen Täter dürfen einfach so weiter leben und sich gegebenenfalls die nächste suchen, in der Hoffnung, dass sie vielleicht nicht den Mut hat und zur Polizei geht...  

Nun weiß ich nicht, ob ich dagegen anklagen soll und den Kampf aufnehmen soll, ich weiß nicht ob ich das verkrafte, wenn sie mir sagen, sie würden mir nicht glauben...

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2. Februar um 10:37

Wieso hast du dich wieder gelöscht?

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9. Februar um 21:32

Es ist gut das du zumindest hier Darüber redest.
Wenn du denkst, dass dir die Klage etwas bringt, dann versuche es.
Aber Vor allem,und das ist das wichtigste, lass dir Professionell Helfen!

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9. Februar um 22:43

Hast du schon mal vom Weißen Ring gehört? Dort finden Gewaltopfer ein offenes Ohr und Hilfe bei ihrem schwierigen Weg durchs Leben nach einem Verbrechen. 

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