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Verfahrene Situation: Mein Freund,das Opfer...

21. Juni 2006 um 13:44 Letzte Antwort: 23. Juni 2006 um 14:13

Hallo erstmal an alle!

Ich machs jetzt mal kurz und zwar:

Es geht um meinen Freund,das Opfer.
Klingt jetzt komisch,ist aber so.

Er ist auf ganzer Linie Opfer, lässt sich alles von so gut wie jedem gefallen,lässt sich ohne Widerspruch von anderen zum Deppen hinstellen, wird sein ganzes Leben lang gemobbt und gedisst.

Obs jetzt der Typ vom Dönerstand ist, der ihn um 6 Euro Wechselgeld betrügt, obs ne Ex ist, die ihn betrogen hat oder einfach nur die Leute, die sich als seine "Freunde" bezeichnen, um ihn auszunutzen.

Er selbst sagt, er wurde schon in der Schule gedisst, mittlerweile wird er auch am Arbeitsplatz ganz massiv gemobbt.Er ist jetzt im 3. Lehrjahr und muss den ganzen Tag am Kopierer stehn oder so stupide Dinge machen, wie Müll rausbringen etc.
dabei muss er sich dann dumme Sprüche von den Festangestellten anhören,die mittlerweile sogar schon gegen seine Mutter gehen!
Mittlerweile ist er dort nicht mehr, weil er wegen dem Druck,dem er ausgesetzt war seine Abschlussprüfung nicht geschafft hat und somit gegangen worden ist.
Den Chef hat das ganze dann nach Aussprache auch nicht sonderlich interessiert,und nun ist mein Schatz völlig am Boden zerstört!

Ich sage ihm dann immer, was für ein toller, beeindruckender und lieber Mensch er ist,dass er die Vergangenheit vergessen soll,dass er mit erhobenen Haupt nach vorn schauen soll, dass er es verdient hat, auf der Sonnenseite zu stehen, weil die Menschen, die ihn missachten doch nur neidisch sind,weil es Leute gibt, die ihren Selbsthass auf andere projizieren müssen,damit sie sich selbst nicht mehr so scheiße finden.Sie müssen ihn abwerten,um sich selbst aufzuwerten, und dass ist doch alles nichts weiter als bemitleidenswert.
mein schatz schöpft nach Sätzen wie diesen dann wieder neue Hoffnung und rafft sich auf,den Tag zu überstehen, aber es dauert nicht lange,da redet er sich dann wieder ein,dass er es aus irgendeinem Grund doch immer verdient hätte.

Er lässt sich einfach alles gefallen! Es macht mich fassungslos, zuzusehen, wie er sich fertigmacht!
habe auch gemerkt, dass er wirklich null Selbstbewusstsein hat,obwohl er eigentlich viel zu gut ist, um sich einzureden,dass er ein Nichts wäre...
Ich denke wirklich,dass es einfach daran liegt,dass mein Freund einfach ein durch und druch guter <mensch ist,dass er intelligent ist,fix ist und begabt...Dann kommt noch dazu,dass er ADHS hat,und deshalb meistens immer total nervös und aufgedreht ist.Da kommen viele Leute nicht mit klar!

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen dass es sich hier nicht um die typischen Selbstzweifel in der Jugendzeit geht, nein,es geht schon viel tiefer.

Mein Freund weist mittlerweile ganz massive psychische Störungen und Zwänge auf,hat seit er denken kann jede zweite Nacht so richtig krasse Alpträume(z.Bsp. einfach nur das Bild von einem zwei-köpfigen Embryo im Mutterleib.)
Seine Mutter hat mir auch schon erzählt,dass er schon als kleines Kind von Dingen erzählt hat,die ein kleines Kind von 5 jahren normalerweise kaum beschäftigen.
Seit ca. 3 Jahren ist er auch in ärztlicher Behandlung.
Dazu muss ich sagen,dass er vor 2 Jahren in ner psychiatrischen Anstalt stationiert war, danach mit Anti-Depressiva-Spritzen behandelt wurde und danach zu nem Nervenarzt gewechselt ist,weil dieser sein jetzt erst diagnostiziertes ADHS behandeln sollte.

Ich bin aber jetzt zu dem Entschluss gekommen,dass diese ganze körperliche Sache eng mit der seelischen Zusammenhängt.

Ich denke, Anti-Depressiva können den SChmerz vielleicht betäuben,aber wegnehmen können sie ihn doch nicht,da er zwangsläufig zurückkehrt.

Wir sind uns alle einig,dass er sein Leben entrümpeln muss,dass er jemanden braucht,der ihm hilft,den Grund für das alles zu finden,den Grund,warum er nie glücklich sein kann und warum er sein Leben als Alptraum empfindet.
Dass er zu einem Psychologen geht.

Das war jetzt erst mal der Kern der Misere.

Denke aber,dass es für die Komplexe und Selbstzweifel doch trotzdem noch ne Lösung für sich gibt!

Ich meine,irgendwie muss ich ihn als Freundlin doch aufbauen können,mit meiner Liebe.

Ich weiss ja nicht,was in seinem Leben schreckliches passiert ist,dass er eine so verfehlte Selbsteinschätzung hat,dass er niemandem traut (hat sehr lange gedauert,bis er sich richtig auf mich einlassen konnte,konnte mir zum beispiel nicht in die augen sehen etc.)

Es würde mir wirklich helfen,wenn da draussen jemand von euch wäre,der ne ähnliche Situation kennt,bzw. erlebt hat, und ob oder wie er sie bewältigen konnte!
bzw. mir einfach einen ansatzpunkt geben könnte,den ich selbst noch nicht in Betracht gezogen hatte.

Also...Hoffe,mein Beitrag ist jetzt nicht zu langatmig geworden,so,dass ihn sich doch jemand mal bis zu Ende durchgelesen hat!

Vielen Dank fürs Lesen.


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22. Juni 2006 um 0:06

Ich denke das Thema ist zu tiefgreifend
als das es jemand von uns analysieren könnte. Das Einzige was mir beim lesen aufgefallen ist, ist das du deine Gefühle, Ängste und so weiter völlig zurück zustellen scheinst und ich hoffe das du dabei nicht dich selbst verlierst und selber seelisch daran zu Grunde gehst...
LG

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22. Juni 2006 um 2:21

Hi!
Ich habe eine Vermutung,warum dein Freund so ist,bin mir aber nicht sicher ob du sie wirklich hören willst. Und vor allem bin ich mir nicht sicher,ob dein Freund das hören will.
So wie du das geschildert hast,könnte ein sexueller Mißbrauch vorliegen in der Kindheit. Und so unwahrscheinlich das klingt,auch Jungs passiert sowas. Mir kommt dieses Verhalten jedenfalls sehr bekannt vor. Mißbrauchte Kinder bleiben ihr Leben lang Opfer,in jeder Situation. Man schaut anderen Menschen nicht in die Augen. Man hat Minderwertigkeitskomplexe. Außerdem neigt man zu Depressionen. Aber wenn du ihn jetzt darauf ansprichst,kann es dir passieren,daß er abstreitet,daß ihm sowas passiert ist. Es ist möglich,daß er einen Mißbrauch so gut verdrängt,daß er sich an nichts erinnert.

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23. Juni 2006 um 14:13
In Antwort auf vivien_11915847

Ich denke das Thema ist zu tiefgreifend
als das es jemand von uns analysieren könnte. Das Einzige was mir beim lesen aufgefallen ist, ist das du deine Gefühle, Ängste und so weiter völlig zurück zustellen scheinst und ich hoffe das du dabei nicht dich selbst verlierst und selber seelisch daran zu Grunde gehst...
LG

Es geht wirklich noch viel tiefer....
...interesanter ansatz. mir ist auf jeden fall klar, dass etwas schlimmes passiert sein muss, was es aber letzendlich ist,kann ich nicht sagen.

wir haben sehr viele gespräche geführt und mir fällt auf,dass er sehr oft davon redet,dass er wahrscheinlich mehr wie ne frau denkt als wie ein mann,dass er das verhalten vieler männer gegenüber den frauen verabscheut,dass er die alle am liebsten umbringen will etc.
kommt vielleicht auch daher,dass er nie ne richtige männliche bezugsperson hatte.
seine eltern haben sich getrennt,da war er noch kleinkind. seinen vater bezeichnet er als "dieser mann,der ständig meine mutter geschlagen hat..."
er sagt,er kann es nicht fassen,dass so liebenswerten,zerbrechlichen wesen wehgetan wird von irgendwelchen arschlöchern,die sie dann benutzen und wegschmeissen.

darüber macht er sich halt extrem viele gedanken.

er hatte mal ne psychose, für mich ein wahrer alptraum, er meinte,dass das, was er dabei erlebt hat einem erwachen nahekommt.
er hatte die eingebung,durch die augen einer frau zu sehen,ihren schmerz durchlebt,wie sie von männern eingesperrt,geqäult und benutzt wird.

zu dieser zeit hat er sich auch "geritzt",d.h. sich selbst mit der schere an den armen und beinen verletzt etc.

dinge,die er vorher nie getan hat, die auch nicht zu ihm gepasst haben.
auf die frage,warum er das tut, antwortete er mir ,dass er das verdient hätte, weil er ein mann ist.
desweiteren kamen so sachen wie spucken und dauernd so geräusche,die äußerten dass er sich vor sich selbst ekelte.wenn ich ihn darauf ansprechen wollte,hat er sich die ohren zugehalten oder seine arme vors gesicht gehalten,um es zu verstecken.
ich (und auch seine mutter)durfteihn noch nicht mal z.Bsp. an der haNd berühren,da hat er sich schon selbst verabscheut.
er hat sogar schon zuckungen und psychoattaken bekommen,wenn er irgendwo auf der straße ein weibliches wesen gesehen hat.ganz schlimm war es,wenn sie vielleicht noch attraktiv war,dann hat er sich hinterher dafür "bestraft" dass er sie angesehen hat.
ganz komische situation,aber ich meine,dass es durchaus sinn ergibt,wenn man das alles weiss.
hat sich halt wie gesagt geritzt und mit dem feuerzeuig verbrannt etc.

als diese phase zu ende war,sagte er mir, dass er das getan hat, weil er einfach den schmerz anderer menschen empfinden wollte und die frauen den größten schmerz haben.er sagte, er hat es getan,weil er sich wie eine frau gefühlt hat.es war etwas ganz rituelles für ihn,dies zu tun.

allmählich ging diese sache zu weit,als dass ich sie weiter hätte verkraften können. ich konnte es einfach nicht verstehen,dass alles kaputtgehen soll,deswegen.

von einem,auf den anderen tag war aber dann aber wieder stinknormal.erschreckend,aber auch erleichternd.

zu diesem zeitpunkt hatte er die in meinem ersten beitrag erwähnte abschlussprüfung. die hat er dann nichtgeschafft,weil er sich so reingesteigert hatte.

es ist natürlich auch schwer,etwas aus diesem kerl rauszubekommen.
letztendlich hat er dann mit machen und tun "so nebenbei" erwähnt,dass er im internet einen "film" gesehen hat,wo eine extrem junge (vielleicht 14),wunderschöne "frau" mit einem wesentlich älteren mann sex hat, und dieser das mädchen offensichtlich einfach nur benutzt hat.

das mädchen an sich fand er extrem erregend,aber die vorstellung mit dem älteren mann hat ihn einfach nur wütend gemacht. er hatte dann ein schlechtes gewissen,dass er es sich angesehn hat und geschweige denn gut gefunden hat.

er hat dann beschlossen,dass er "sowas" nie wieder sehen will, dass er sich am besten kastrieren lassen will,damit er "es" nicht mehr gut finden kann,dass diese gefühle weggehen,weil er sie mit seinem gewissen nicht vereinbaren kann und will.
dass er es verhindern muss,dass den frauen wehgetan wird etc.

ich habe dann versucht,ihm klarzumachen,dass er kein schlechtes gewissen haben muss,dass er das,was halt auf der welt passiert, nicht verhindern kann.sass er ein durhc und durch guter und reiner mensch ist,dass er sich keiner schuld bewusst seind arf, nie,dass er einfach ein ganz normaler junge ist.

es hat aber nicht lange angehalten,dann kehrten dieser selbsthass und die verstümmelungen wieder.
ging dann noch soweit,dass er sich mit der zigarette verbrannt hat,an den änden,am körper...will gar nicht sagen,wo überall.

an einem tag hat er mir dann sogar erzählt,dass er aus der toilette getrunken hat,weil er einfaCH das gefühl hatte,dass er es nicht anders verdient hat.
er hasst sich selbst,sein leben ist ein alptraum,den er nur mit betäubung ertragen kann.
er ist also auch erxtrem labil was abhängigkeit angeht.
ér meint,dass er durch das adhs nie normal leben konnte und dass amphetamine (speed) ihm dabei helfen,die kontrolle zu behalten.

klingt komisch,muss aber sagen,dass dies tatsächlich der wahrheit entspricht.
als ich es erfahren habe,habe ich mir gewünscht,dass mein freund dieses problem nicht hätte mit den drogen,habe aber wirklich gesehen,(auch seine mutter kann es bezeugen) dass er es sich als eine art selbsmedikation gegen die hyperaktivität verabreciht.
die wirkung der amphetamine wirkt bei ihm irgendwie umkehrt,so blöd es sich anhört.
es ist tatsächlich so,dass er ein vollkommen anderer mensch ist,wenn er es nimmt.

naja...das lasse ich jetzt erst mal so im raum stehen,da ich weiss,dass es viele gibt,die mit dieser materie nicht klarkommen und sie so weit es geht von sich weisen,sobald das thema aufkommt.
ich kann halt nur sagen,dass ich mich weitgehend darüber informiert und befasst habe und zu dem entschluss gekommen bin,dass er es schon weiter nehmen sollte.er ist einfach ein ganz anderer,viel positiverer mensch dadurch,es fällt ihm leichter,loszulassen und er selbst zu sein.

wirklich erschreckend,was ich hier sage,aber muss dazu sagen,dass ich nicht das naive mädel bin,dass einen mann liebt,der sie kaputt macht. nein. ich wusste von anfang an,worauf ich mich einlasse,wusste,dass ich sehr vorsichtig und behutsam mit diesem menschen umgehen muss,da er zerbrechlich ist und es ist gewiss nicht so,dass sich alles nur um ihn dreht.

im großen und ganzen führen wir eine sehr harmonische,liebevolle beziehung.ist das teifgreifendste was ich je erlbt habe,denn dieser mensch hat mein ganzes leben umgekrempelt,hat mich geistig weitergebracht und mir gezeigt,wer ich bin.
dieser mensch hat es geschafft,mich auf eine so krasse weise zu inspirieren...
dafür liebe ich diesen menschen so sehr und ich würde alles,wirklich alles tun,damit es weiterhin so bleibt.

er selbst sagt auch,dass er durch mich erst gelernt hat,zu lieben,dass er vorher gar nicht wusste,wir tiefgehend das sein kann,dass ich das beste bin,was ihm je passiert ist,dass ich seine seele verstehe und dass es jetzt erst bergauf geht in seinem leben.

mir geht es nicht anders,bei dem,was er sagt.

deshalb konnte ich diese situation ertragen und gebe mein letztes,damit alles gut wird.
ich bin nicht verbissen oder so...es kommt einfach.
ich entwickele kräfte,die ich vorher nie hatte.
ich merke auch,dass ich ihm gut tue und dass es hoffnung gibt,dass alles schön werden kann.
mittlerweile ist es eine art mission,diesen menschen glücklich zu machen.

ja...ich versuche das alles zu durhcschauen,ihn zu verstehen und aufzubauen,aber im endeffekt bracuht er jemanden professionelles,der ihm sagt,dass er gut ist und rein.dass er kein schlechtes gewissen haben muss und nach vorn schauen muss. dass er auf alles schlimme,schlechte und erniedrigende in seinem leben scheissen muss,dass er akzeptieren muss,dass er so ist,wie er ist und dass ihn die menschen,die ihm nahestehen grade deshalb lieben.

beiihm ist dieses denken irgendwie nicht vorhanden. ich weiss nicht,woher diese ganzen selbstzweifel gekommen sind,warum sie da sind und was er für einen sinnd arin sieht...ich weiss nur,dass es ws schlimmes war.

als er in der anstalt war,hat er seiner mutter immer wieder erzählt,dass zwei Menschen (nach seinen Angaben ein Ehepaar) ihn umbringen wollten.
Er hat beschrieben,dass sie ihn als kleines Kind in einem Teich oder See ertränken wollten.

sie ist aber zu der zeit nicht näher darauf einegangen,da er ja durch die beruhigungsmitel etc. sowieso viel wirres zeug geredet hat z Bsp. von übersinnlichen wesen, göttlichen eingebeungen und geisternvon toten,die ihn besuchen...naja,aber das ist jedetzt auch wieder ein thema für sich.
wollte nur mal daruf eingehen,auf den ansatz it dem missbrauch,da seine mutter ihn schon mal auf sowas angesprochen hat,er sagte dann,er wüsste es nicht mehr genau,da er sich "nicht mehr daran erinnern kann"

naja...soviel dazu.vielleicht ist das hier auhc schon wieder zu viel,aber wollte es mir einfach mal von der seele schreiben,weil ich es sonst niemandem erzählen kann.



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