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Verdrängung oder Überbewertung?

9. Januar 2016 um 13:44

Hallo zusammen.

Ich würde gerne ein Thema ansprechen, bei dem ich mir unsicher bin, wie ich damit umgehen soll.
Ich habe Kindheitserinnerungen, die ich nicht richtig zu bewerten weiß. Beim gemeinsamen Fernsehschauen hat mein Vater häufig meinen Po gestreichelt (er hatte seine Hand dabei in meiner Unterhose). Natürlich nur wenn wir alleine waren. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass es zu anderen Dingen gekommen ist. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie alt ich damals war. Vielleicht in der Kindergartenzeit, maximal bis zur 1. Klasse der Grundschule. Ich fand es damals nicht unangenehm, hatte aber auch das merkwürdige Gefühl, dass es nicht in Ordnung ist, was er macht. Zum Einen war ich sogar froh, dass er sich mir zuwendet, da er ein Mann ist, dem es sehr schwer fällt, Gefühle und Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Seine Soziale Kompetenz ist sehr gering. Darunter leidet er auch selbst. Wenn ich mich an diese "Ereignisse" damals erinnere, stellt sich mir immer wieder die Frage ob ich sie unnötig aufbausche und überbewerte. Zum Anderen löst jede Erinnerung daran starke negative Emotionen aus, sodass ich mich Frage, ob da nicht eventuell noch mehr gewesen sein könnte, was ich verdränge. Ich wohne heute einige hundert Kilometer von meinem Elternhaus weg, darüber bin ich auch froh. Wenn ich meinem Vater begegne, habe ich immer das Gefühl, dass unterschwellig soviele Erinnerungen und Emotionen vorhanden sind, die nicht zum Ausdruck gebracht werden können. Ich wollte darüber auch mit niemandem sprechen. Ich habe Angst davor meinen Vater bloßzustellen (eventuell unberechtigt?). Ich würde es niemals meiner Mutter sagen können, da sie selbst mehrmals missbraucht wurde in ihrer Familie und stark depressiv ist. Das möchte ich ihr nicht zumuten.
Ich weiß nicht, was ich mir von diesem Thread erhoffe. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, wie ich mit dieser ganzen Situation am besten umgehen kann.

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9. Januar 2016 um 22:49

Hallo traumwelt4
Also als allererstes: unabhängig davon wie weit dein Vater gegangen sein könnte, wenn du dich bei der Erinnerung daran schlecht fühlst, war es falsch.
Es ist ganz wichtig, dass dir klar ist, dass das Erlebte nicht ein bestimmtes Level an Grausamkeit erreichen muss, was auch immer dich belastet ist schlimm und verdient Aufarbeitung.
MIr ist etwas ähnliches passiert also kann ich mir vortstellen wie du dich fühlst.
Mein Tipp ist: rede mit jemanden darüber.
Du hast ja schon den ersten Schritt gemacht indem du deine Geschichte hier gepostet hast, aber wenn du mit jemandem redest der dich kennt und der dir nahe steht, kann dir diese Person vielleicht noch besser helfen, weil er/sie dich besser kennt.
Wenn du nicht mit deiner Mutter reden willst (was verständlich ist) , dann kannst du ja vielleicht mit Freunden oder Partner/in darüber reden. Oder du redest hier weiter, hauptsache du frisst nicht alles in dich hinein, denn ich kann dir auseigener Erfahrung sagen: das macht es nicht besser.
Ansonsten (das klingt jetzt vielleicht etwas seltsam, aber mir hat es wirklich geholfen) kannst du auch mit deinem Haustier reden, falls du eins hast. Sie können dir zwar nicht weiterhelfen, aber alleine die Körperwärme ist beruhigend (empfinde zumindest ich so).
Vielleicht hast du auch schonmal überlegt dich mit einem Psychologen zu unterhalten? Sie haben eine Schweigepflicht, also musst du keine Angst haben, dass irgendetwas weitergegeben wird.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen und helfe dir auch gerne in Zukunft so gut weiter wie ich kann, falls du das möchtest, auch per PN.
Alles Liebe,
FrauMontag

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14. Januar 2016 um 1:04

Brüskierende Antwort
@eisenherz
Sag mal, was stimmt denn mit dir nicht, dass du so eine pietätlose Antwort verfasst?
Und Missbrauch fängt nicht beim Sex an... also muss niemand entjungfert worden sein, damit etwas unter Missbrauch "fällt".... ich bin zu tiefst schockiert, was man für rücksichtslose Antworten verfasst und mit welchem Jargon man hier unterwegs ist... Diverse Pornoseiten kennst du doch bestimmt, da kannst du doch deinen Kink ausleben, aber hier ist es definitiv falsch...

@Verfasser des Textes
So wie du das schilderst, vorallem wenn du deine negativen Emotionen dazu beschreibst, kann es sich schon um eine Form des Missbrauchs handeln. Du bist dir nicht ganz sicher & traust dir da nicht ganz, aber ich würde auf deine Gefühle vertrauen, denn die kommen nicht einfach "so" und bauschen sich unnötig, ohne einen Grund auf.
Ich würde Kontakt suchen zum Vater und ihn einfach, irgendwann mal wenn du mutig genug bist, darauf direkt ansprechen unter 4 Augen, auch wenn er dir nicht die Wahrheit sagt, siehst du anhand seiner Reaktion, ob er es sofort abstreitet oder es herunterspielt (auf jeden fall erinnert er sich an solche situationen, sonst wäre er überfragt, also ist schon mal was dran) oder er behauptet nicht zu wissen von was du redest und vermeidet jedes weitere gespräch (dadurch weißt du auch, dass was im Busch ist) oder im schlimmsten Fall, versucht dir einzureden, dass du da irgendwas falsch interpretiert hast und du dich schämen sollst so etwas zu behaupten (das ist schon fast wie ein geständnis).
Ich bin mir sicher, nach der Gefühlslage die du geschildert hast, war es nicht einfaches, unschuldiges Kuscheln auf der Couch, denn das ist nicht von so negativen Gefühlen begleitet.
Ansonsten, wenn du dich nicht traust, versuch es doch mit einer Bewältigungstherapie, oder zieh deine Mutter ins Vertrauen (auch wenn du meintest, dass es eine schlechte Idee ist, ich weiß ja nicht wie deine Beziehung zu ihr ist, bzw. ihren psychischen Zustand)

Alles Gute bis dahin!

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14. Januar 2016 um 20:21

Nicht auf den ersten Antworter hören, sondern aufs Bauchgefühl!
@eisenerz

ALLE sexuellen/ sexualisierten Handlungen mit Kindern sind verwerflich. ALLE.
Du solltest nicht versuchen, deine eigenen fragwürdigen Gefühle deiner Tochter gegenüber zu beschönigen - alles, was du oben von dir gegeben hast, klingt komplett missbräuchlich.
Schon im ersten Absatz deines Textes drängte sich mir der dringende Verdacht auf, dass du dich gerade aufgeilst an der Vorstellung, was geschildert wurde oder zumindest an deiner eigenen (komplett unangemessenen) Antwort. Wie eklig du bist - typische Missbraucher-Argumente: "Du findest es doch auch schön." Nur weil auch kleine Mädchen bestimmt physiologische Reaktionen haben, heißt das nicht, dass sie psychosozial für sexuelle Handlungen bereit sind. Dann dein "Es ist nur die Gesellschaft, die das nicht akzeptiert." Ihhhhh! Die Grenzen sind absolut klar, du versuchst sie schwammig zu machen, um deine Einstellung nicht hinterfragen zu müssen.
Ich bin froh, dass ich nicht deine Tochter bin.
Geh lieber in eine Therapie, bevor du größeren Schaden anrichtest. Und ich schwöre dir, wenn du willst, dass deine Tochter in ihrem Leben klarkommen soll, wage es nicht, irgendwelche sexuellen Handlungen an ihr zu vollziehen, egal, für wie zärtlich du dich hältst. Was machst du überhaupt in diesem Forum? Du machst es für die Betroffenen hier nur noch schlimmer! Widerlich, Alter! Schäm dich!

@Verfasserin
Du hast dein Problem total gut beschrieben. Die zweite Antworterin hat es auf den Punkt getroffen, nicht der eklige Typ in der ersten Antwort: Wenn du dich damals schon unwohl gefühlt hast und sogar heute noch drüber nachdenkst, war es NICHT okay! Trau deinem Bauchgefühl. Alleine, dass er das nur gemacht hat, wenn ihr alleine wart, ist doch schon ein deutliches Zeichen,dass ihm auch bewusst war, dass es irgendwie nicht klar geht.
Du könntest ihm in einer ruhigen Minute mal sagen, dass du mit ihm über etwas reden möchtest, was ihm vielleicht unangenehm ist und dass du dich von ihm grenzwertig angefasst gefühlt hast.
Ich allerdings würde mich vielleicht lieber erstmal an Wildwasser e.V. oder Zartbitter e.V. oder eine der vielen professionellen Organisationen wenden. Die beraten dich - auch telefonisch oder per Mail - ganz anonym. Du denkst vielleicht, hm, sooo schlimm war es ja nun auch nicht und die betreuen bestimmt noch viel härtere Fälle, aber dort arbeiten total kompetente und sensibilisierte Leute, die dir auf jeden Fall gute Tipps geben können.
Es kann, muss aber nicht, sein, dass du weitere Aktionen verdrängt hast. Das ist nicht untypisch.
Kinder merken sexuelle Grenzüberschreitungen ganz genau, auch, wenn sie sie nicht begreifen und erst recht nicht artikulieren können - aber gerade, wenn man sonst vom Vater vielleicht nicht so viel Aufmerksamkeit und Zuneigung kriegt, ist man willens, es so hinzunehmen - nach dem Motto, besser als gar nicht kuscheln. Mein Vater hat immer mit uns gekuschelt, aber nicht ein einziges Mal habe ich mich irgendwie komisch gefühlt oder so. Und nie im Leben hätte er meinen nackten Hintern länger gestreichelt. Wir haben sogar früher zu viert gebadet, da haben wir mit seinem Penis U-Boot gespielt (NATÜRLICH war er schlaff), wir haben ihn immer untergegluckert und uns amüsiert, wenn er wieder aufgetaucht ist - aber never ever habe ich währenddessen irgendwas eklig gefunden oder später komisch daran gedacht. Vor allem ging meine Mutter dabei ein und aus und nichts davon wirkte "geheimnisvoll".
Übrigens spielen sich missbräuchliche Situationen ganz oft in Familien ab, in denen die Mutter eigene Missbrauchserfahrungen hat. Gerade die nämlich können sich - selbst, um ihre eigenen Kinder zu schützen - auch im Nachhinein nicht wehren, weil sie die eigene "Schuld" und Scham tief verinnerlicht haben und, wie du ja auch beschrieben hast, später psychische Erkrankungen entwickeln, die sie sehr in Beschlag nehmen...
Ich will dich jetzt nicht weiter zutexten. Hör jedenfalls auf dein Bauchgefühl und wende dich wirklich mal an die Profis.
Ich wünsche dir alles Gute!


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