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Verdrängung

25. Juli 2017 um 23:22 Letzte Antwort: 26. Juli 2017 um 10:37

Hallo zusammen!

Durch ein Gespräch, das ich gestern hatte, wurde ich wieder mit meiner Vergangenheit konfrontiert und mir ist während dem Gespräch aufgefallen, dass ich anscheinend unheimlich viel verdrängt habe.
Kurz zu meiner Geschichte. Ich war 13 Jahre als als bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert wurde. Damals habe ich meinen Vater das erste mal in meinem Leben weinen sehen. Ich weiß bis heute nicht wieso, aber damals war ich mir sicher, dass meine Mutter sterben würde. An den Tag, an dem wir das erfahren haben, kann ich mich noch schemenhaft erinnern. Danach verblasst meine Erinnerung, ich weiß nicht mehr viel bis gar nichts mehr, was danach kam. Ich kann mich an ganze zwei Jahre meines Lebens nicht mehr wirklich erinnern. Manchmal so kleine Erinnerungsfetzen. Wie zum Beispiel weiß ich noch, wie glücklich sie war in ein hautenges Kleid zu passen, weil sie aufgrund der Chemo nichts essen konnte und unendlich stark abgenommen hatte. Aber auch, wie sie deswegen weinend vom Essenstisch meiner Oma gerannt ist. Damals habe ich sie getröstet. Ich weiß auch noch, wie wir sie im Krankenhaus besuchten und in ihrem Bett ein Skelett überzogen mit Haut und durchdrungen mit Schläuchen lag. Damals verkniff ich mir zu weinen, weil ich mir sicher war, dass sie es mit bekommt und dann unendlich traurig gewesen wäre. Allerdings waren das in 1,5 Jahren Krankheit + Tod meine einzigen Erinnerungen. Ich kann mich nicht Mal mehr an die Beerdigung erinnern. Das ganze ist 7 Jahre her und es kann auch an meinem relativ geringen Alter liegen, was ich aber nicht denke. Normal komme ich mit dem Umstand ganz gut klar und habe auch keine Probleme. Aber vorallendingen in der letzten Zeit, in der ich des öfteren stärkeren Stress habe, merke ich dass ich emotionalen Druck nicht zulassen kann. Ich überspiele es unterbewusst mit einem Lächeln. Ich kann auch unheimlich schwer darüber reden. Gestern wurde ich gezwungen mich damit auseinander zu setzen und Mal darüber zu reden und mir wurde geraten einen Psychologen aufzusuchen. Ich stehe allerdings im Zwiespalt, einerseits hat er Recht, ich habe meine Erlebnisse noch nicht ganz verarbeitet, andererseits denke ich mir aber, dass ich bis jetzt auch ohne Probleme mit meiner Taktik zurecht gekommen bin und jemand Anderes die Hilfe vielleicht besser gebrauchen könnte.. 
Hat damit jemand Erfahrungen/Tipps/Ratschläge?

Entschuldigug für den langen Text und danke an jeden, der sich das bis hier hin durch gelesen hat.
Liebe Grüße und schon mal danke

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26. Juli 2017 um 9:26
In Antwort auf kaela_12354409

Hallo zusammen!

Durch ein Gespräch, das ich gestern hatte, wurde ich wieder mit meiner Vergangenheit konfrontiert und mir ist während dem Gespräch aufgefallen, dass ich anscheinend unheimlich viel verdrängt habe.
Kurz zu meiner Geschichte. Ich war 13 Jahre als als bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert wurde. Damals habe ich meinen Vater das erste mal in meinem Leben weinen sehen. Ich weiß bis heute nicht wieso, aber damals war ich mir sicher, dass meine Mutter sterben würde. An den Tag, an dem wir das erfahren haben, kann ich mich noch schemenhaft erinnern. Danach verblasst meine Erinnerung, ich weiß nicht mehr viel bis gar nichts mehr, was danach kam. Ich kann mich an ganze zwei Jahre meines Lebens nicht mehr wirklich erinnern. Manchmal so kleine Erinnerungsfetzen. Wie zum Beispiel weiß ich noch, wie glücklich sie war in ein hautenges Kleid zu passen, weil sie aufgrund der Chemo nichts essen konnte und unendlich stark abgenommen hatte. Aber auch, wie sie deswegen weinend vom Essenstisch meiner Oma gerannt ist. Damals habe ich sie getröstet. Ich weiß auch noch, wie wir sie im Krankenhaus besuchten und in ihrem Bett ein Skelett überzogen mit Haut und durchdrungen mit Schläuchen lag. Damals verkniff ich mir zu weinen, weil ich mir sicher war, dass sie es mit bekommt und dann unendlich traurig gewesen wäre. Allerdings waren das in 1,5 Jahren Krankheit + Tod meine einzigen Erinnerungen. Ich kann mich nicht Mal mehr an die Beerdigung erinnern. Das ganze ist 7 Jahre her und es kann auch an meinem relativ geringen Alter liegen, was ich aber nicht denke. Normal komme ich mit dem Umstand ganz gut klar und habe auch keine Probleme. Aber vorallendingen in der letzten Zeit, in der ich des öfteren stärkeren Stress habe, merke ich dass ich emotionalen Druck nicht zulassen kann. Ich überspiele es unterbewusst mit einem Lächeln. Ich kann auch unheimlich schwer darüber reden. Gestern wurde ich gezwungen mich damit auseinander zu setzen und Mal darüber zu reden und mir wurde geraten einen Psychologen aufzusuchen. Ich stehe allerdings im Zwiespalt, einerseits hat er Recht, ich habe meine Erlebnisse noch nicht ganz verarbeitet, andererseits denke ich mir aber, dass ich bis jetzt auch ohne Probleme mit meiner Taktik zurecht gekommen bin und jemand Anderes die Hilfe vielleicht besser gebrauchen könnte.. 
Hat damit jemand Erfahrungen/Tipps/Ratschläge?

Entschuldigug für den langen Text und danke an jeden, der sich das bis hier hin durch gelesen hat.
Liebe Grüße und schon mal danke

Hallo,

"...mir wurde geraten einen Psychologen aufzusuchen."

Ein guter Ratschlag, dem Du sehr wohl nachkommen solltest. 2 Jahre "Verdrängung"
stellen meinem Empfinden nach, eine große Gefahr für Dein weiteres Leben da. Spätestens, wird Dich das "verdrängte" dann einholen, wenn Du selbst eine Familie mit Kindern hast. Ich denke aber nicht, dass Du Dich tatsächlich auf so eine intensive Beziehung einlassen kannst, ohne dass dein Partner merkt, dass da was nicht stimmt. Da wäre es doch gut, wenn diese "Problematik" deutlich aufgearbeitet worden ist.

Lange Rede Kurzer Sinn: Geh und lass Dir jetzt helfen, bevor es Dein Leben stark negativ beeinflussen kann.

LG und sehr gerne

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26. Juli 2017 um 10:37
In Antwort auf kaela_12354409

Hallo zusammen!

Durch ein Gespräch, das ich gestern hatte, wurde ich wieder mit meiner Vergangenheit konfrontiert und mir ist während dem Gespräch aufgefallen, dass ich anscheinend unheimlich viel verdrängt habe.
Kurz zu meiner Geschichte. Ich war 13 Jahre als als bei meiner Mutter Krebs diagnostiziert wurde. Damals habe ich meinen Vater das erste mal in meinem Leben weinen sehen. Ich weiß bis heute nicht wieso, aber damals war ich mir sicher, dass meine Mutter sterben würde. An den Tag, an dem wir das erfahren haben, kann ich mich noch schemenhaft erinnern. Danach verblasst meine Erinnerung, ich weiß nicht mehr viel bis gar nichts mehr, was danach kam. Ich kann mich an ganze zwei Jahre meines Lebens nicht mehr wirklich erinnern. Manchmal so kleine Erinnerungsfetzen. Wie zum Beispiel weiß ich noch, wie glücklich sie war in ein hautenges Kleid zu passen, weil sie aufgrund der Chemo nichts essen konnte und unendlich stark abgenommen hatte. Aber auch, wie sie deswegen weinend vom Essenstisch meiner Oma gerannt ist. Damals habe ich sie getröstet. Ich weiß auch noch, wie wir sie im Krankenhaus besuchten und in ihrem Bett ein Skelett überzogen mit Haut und durchdrungen mit Schläuchen lag. Damals verkniff ich mir zu weinen, weil ich mir sicher war, dass sie es mit bekommt und dann unendlich traurig gewesen wäre. Allerdings waren das in 1,5 Jahren Krankheit + Tod meine einzigen Erinnerungen. Ich kann mich nicht Mal mehr an die Beerdigung erinnern. Das ganze ist 7 Jahre her und es kann auch an meinem relativ geringen Alter liegen, was ich aber nicht denke. Normal komme ich mit dem Umstand ganz gut klar und habe auch keine Probleme. Aber vorallendingen in der letzten Zeit, in der ich des öfteren stärkeren Stress habe, merke ich dass ich emotionalen Druck nicht zulassen kann. Ich überspiele es unterbewusst mit einem Lächeln. Ich kann auch unheimlich schwer darüber reden. Gestern wurde ich gezwungen mich damit auseinander zu setzen und Mal darüber zu reden und mir wurde geraten einen Psychologen aufzusuchen. Ich stehe allerdings im Zwiespalt, einerseits hat er Recht, ich habe meine Erlebnisse noch nicht ganz verarbeitet, andererseits denke ich mir aber, dass ich bis jetzt auch ohne Probleme mit meiner Taktik zurecht gekommen bin und jemand Anderes die Hilfe vielleicht besser gebrauchen könnte.. 
Hat damit jemand Erfahrungen/Tipps/Ratschläge?

Entschuldigug für den langen Text und danke an jeden, der sich das bis hier hin durch gelesen hat.
Liebe Grüße und schon mal danke

Nun, der Psychologe ist doch der Fachmann, warum lässt Du nicht ihn (oder sie) entscheiden, ob Du vielleicht keine Hilfe brauchst oder jemand anders die dringender benötigen würde?

Du bist bis jetzt "zurechtgekommen" - nun erstens ist "zurechtgekommen" nicht so ganz das gleiche wie "mein Leben ist im Reinen", oder? und zweitens: Verdrängung rächt sich. es wird noch einige Male "wieder hoch kommen" - und das sind auch keine schönen Erlebnisse, stimmts? Wie viele davon möchtest Du noch?

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