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Verdrängung

1. März 2015 um 1:06

Hallo

Vor circa 7 Jahren (so mit 14-15 Jahren) litt ich an schweren Depressionen, war 5 Jahre in Therapie und auch in einer Klinik, bekam Medis, aber keine "starken", zumindest im Gegensatz zu dem, was es so am Markt gibt.
Und das kennt ja jeder, dass man sich an die ersten Lebensjahre nicht richtig erinnert, nur an wenige einprägsame Momente/Bilder. So geht es mir nun mit dieser Zeit auch, ich hab alles vergessen. Ich erinnere mich nicht, weshalb es mir nicht gut ging, was passiert ist und was ich gemacht habe. Nur an wenige Momente. Meine Mutter wollte letztens mit mir darüber reden, da fiel es mir besonders auf. Sie fragte mich, wie es für mich damals war, was ich gedacht habe etc. und ich konnte es ihr nicht sagen. Ich hab alles vergessen. Bis auf wenige Momente.
Wobei ich mich aber an die Zeit zwischen ungefähr 6. bis 13. Lebensjahr ganz genau erinnere. Nur diese ca. drei ganz schlimmen Jahre, die sind wie gelöscht.
Ist das normal?
Fast jeder kann von seinem Krankheitsverlauf erzählen, zumindest im theoretischen Sinne. Aber so unscheinbar es auch klingt, mir sind sogar die Auslöser entfallen, und mein Verhalten. Ich kann absolut nichts mehr nachvollziehen. Als wäre ich 3 Jahre lang in Trance gewesen.

Jetzt geht es mir gut, also ich kann mich nicht beschweren, hab mich eigentlich durch die Therapien sehr gut entwickelt, muss ich so sagen. Also Krankheit weg.

Geht es vielleicht jemandem Ähnlich?
Ich bin dankbar über jedes Statement,
Google kann mir leider keine passende Antwort liefern.

Vielen Dank. (:

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25. März 2015 um 19:47

Nicht selten.
Ich möchte nicht sagen, dass es normal ist. Die Tatsache, alles vergessen zu haben, lässt aber darauf schließen, wie schlimm die Gründe gewesen sein müssen (zumindest für dich zu dem damaligen Zeitpunkt).

Verdrängung ist ein starker Abwehrmechanismus der Psyche. Damit schützt sie sich vor Extremsituationen. Depressionen sind dann sind ein Teil dieses Prozesses bzw. können auch das Produkt dieses Mechanismus sein.

Ein Beispiel war mal eine Frau, die einfach nicht mehr mit ihrem Mann schlafen konnte und die Gründe dafür nicht kannte. Nachdem sie bei einem Psychologen war (spezialisiert auf Tiefenpsychologie) hat sich im Endeffekt herausgestellt, dass sie mit etwa 10 Jahren ihren Vater gefragt hat woher Kinder denn kommen. Der Vater antwortet: "Warum erklären, wenn ich es dir zeigen kann" und missbrauchte die Mutter vor dem Mädchen.
Die Frau hat dieses Ereignis tief in sich begraben (bzw. die Psyche), um nicht psychische erkrankungen zu erleiden.

Bei dir könnte es ähnlich sein.
Es ist zwar blöd eine solche Lücke zu haben, aber wenn es dir momentan gut geht würde ich es dabei belassen. Etwas schlimmes auszugraben, nur um die Neugier zu befriedigen, könnte am Ende mehr schlechtes als gutes bringen.

Kannst natürlich trotzdem mal einen Psychologen aufsuchen und nach seiner Meinung fragen. Könnte mir aber gut vorstellen, dass er (wenn auch komplizierter) eben auch diese Meinung vertreten würde.

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