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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Verarbeitungsversuch Nr.XXX zum Verlust meiner großen Liebe!

Letzte Nachricht: 17. Mai 2006 um 19:44
G
gauhar_12311131
21.03.06 um 19:22


Nach unzähligen Therapiestunden fällt es mir immernoch schwer mich damit abzufinden, dass meine große Liebe verstorben ist. Ich hab es noch nie ausgesprochen, nur aufgeschrieben und selbst dafür brauch ich ziemlich lange.

Zum eigentlichen Thema: Ich bin 21 Jahre jung und vor 1 1/2 Jahren habe ich meinen Freund verloren. Wir waren über 2 1/2 Jahre zusammen und nie hätte ich mir vorstellen können, mir jemand anderem zusammen sein zu wollen. Er war alles für mich, mein Partner, mein bester Freund, mein Liebhaber, meine starke Schulter, ... Es passte einfach!!!

ich werde hier im Forum versuchen einigermaßen zu verarbeiten was in den letzten 18 Monaten mit mir und vorallem in mir passiert ist. Ich erwarte keine Antowrten und keine Kommentare (obwohl ich mich natürlich sehr darüber freuen würde)

Am 8. Oktober 2004 kam die Nachricht. Meine ganze Welt brach zusammen. Mein Leben schien seinen Sinn verloren zu haben. Ich bin komplett ausgetickt, hab meine ganze Wohnung auseinander genommen und als dann wirklich alles kaputt war, bin ich zusammengebrochen. Auf der beerdigung war ich dann völlig indifferent. Die folgenden Monate lebte ich aphatisch vor mich hin.
Unendliche Schmerzen begleiteten mich Tag und Nacht. Im Dezember bin cih dann aus meiner Wohnung gezogen in der Hoffnung, dass es den Schmerz lindert. Aber auch in der neuen Wohnung wurde es kein Stück besser. Ich lebte weiter in meiner Trauer.
Ich entwickelte mich zum Selbstverletzer. Hab ich an meinen Armen und Beinen so richtig ausgelassen.
Durch die Thera verstand ich nun alle Hintergründe und habe zusammen mit meiner Therapeutin Methoden entwickelt um dem SV zu entkommen, denn auch heute fällt es mir noch schwer mich zu beherrschen.

Die Trauer steckte tief in mir und ich hatte keinen Ansporn aus meinem Loch wieder rauszukrabbeln. Der Herzschmerz nahm mir die Luft zum atmen. Mein schwerer Druck lastete auf meinem Brustkorb und schien von Tag zu Tag schwerer zu werden.
Ich hab den für mich wertvollsten Menschen verloren und so oft hab ich mir gewünscht die Kraft zum aufgeben zu haben in der Hoffnung ihm am anderen Ende zu begegnen und endlich wieder bei ihm zu sein.

Nach ca. einem Jahr hab ich von einem wirklich guten Freund eine ordentliche Ohrfeige bekommen mit der Botschaft, dass ich wieder zurückommen soll. Dass ich doch noch lebe und endlich aus meinem "Koma" erwachen soll. Erhat mir begreiflich gemacht, dass andere Leute leiden, weil es mir schlecht geht.

Auf seine Worte reagierte ich in diesem Moment mit absoluter Gleichgültigkeit, aber sie ließen mich nicht kalt.

Und dann kam der Wendepunkt. Ich weiß nicht genau wann, aber auf einmal war er da. Ich hab erkannt, dass ich noch lebe. Ich bin noch da und mein Leben ist absolut lebenswert. Klar ich vermisse ihn, aber dass sollte nicht heißen, dass ich nicht trotzdem versuchen kann glücklich zu sein.
Und diesen Gedanken versuche ich nun so gut es geht umzusetzen, denn ich weiß genau, dass er es genau so gewollt hätte. Schließlich hat er mir gezeigt, was es heißt richtig zu leben.
Aber manchmal gibt es dann Tage an denen ichmich schlecht fühle, weil es mir so gut geht. Am 4. März war so ein Tag . Ich hab die Gesellschaft einen wunderbaren jungen Mannes genossen, hab viel gelacht, die Sonne schien, wir hörten im Auto lustige Musik und ich fühlte mich unbescheiblich wohl. Und dann hats mich wie ein großer Schlag getroffen. Eine Erinnerungswelle kam über mich und ich hab dann als ich allein war, dass erste mal Tränen vergossen.

Und während ich jetzt darüber schreibe, kommen wieder unzählige Gedanken die auf mich einschlagen.

Ich glaube um einen weiteren Schritt in der Verabreitung zu gehen, brauch ich einen großen Heulkrampf, einfach nur um den Schmerz und inneren Druck rauszulassen.

Vielleicht hat ja jemdand einen Tipp wie ich das hinkireg. Für heute wars das dann. War ja auch ne ganze Menge.

Falls es jemand bis hier her geschafft hat, vielen Dank fürs lesen!!!

Liebe Grüße Jocy

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E
esi_12575199
22.03.06 um 11:51

Hallo liebe jocy
darf ich fragen an was dein freund gestorben ist?

das ist echt heftig,ich weiss nicht was ich machen würde wenn ich jemanden verlieren würde.

aber ich wünsch dir viel glück!!

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G
gauhar_12311131
22.03.06 um 13:37
In Antwort auf esi_12575199

Hallo liebe jocy
darf ich fragen an was dein freund gestorben ist?

das ist echt heftig,ich weiss nicht was ich machen würde wenn ich jemanden verlieren würde.

aber ich wünsch dir viel glück!!

Was passiert ist!
Liebe nancy,

danke für deine antwort. Er hatte einen Motorradunfall. Er ist von der Straße abgekommen und mit dem Kopf gegen den Baum geknallt, davon ist er bewußtlos geworden. Alles halb so wild, wenn dieser dämliche See nicht gewesen wär. Er lag mit dem Kopf unter Wasser. Er hatte sonst nicht einen einzigen Kratzer, er ist ertrunken. Dieser Gedanke macht mich fertig.

Unzählige -Was wäre wenn Fragen- quälen mich, auch jetzt noch. Dieser dämliche See macht mich unendlich wütend. Warum gerade diese Kurve? Warum überhaupt?

Naja das führt ja eh zu nix, dass nennt man wohl Schicksal.

Nur eine kurze Frage von dir und ich schweife schon wieder ab. unglaublich.

Wird nicht lang dauern dann werd ich den nächsten Verabreitungsversuch ins Forum setzen.

LG Jocy

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G
gauhar_12311131
23.03.06 um 17:27

Weiter im Programm!

Zur Zeit bin ich irgendwie gut in Form, in der Verarbeitung mein ich. Nicht dass ich es schon ansatzweise überwunden hätte, nein, aber ich bin gut drauf, in einer positiven Lebensphase mit kleineren negativen Aussetzern und diese Halten sich in letzter Zeit wirklich in Grenzen. *freu*

Aber ich habe mich ja hier eingeloggt um über das zu schreiben was mich in diesen kleinen Aussetzern so beschäftigt.

Ich vermisse ihn und jemand der nicht die Sehnsucht nach Liebe kennt, weiß was ich leide. Mein Herz ist gebrochen, ein Splitterbruch. Es gibt viele Situationen in denen die Wunde unermesslich schmerzt.
Wenn ich ein Lied höre, dass er möchte. Wenn ich einen Film sehe, den wir uns zusammen angesehen haben. Wenn mein Auto kaputt ist und ich ihn anrufen möchte um zu fragen, was ich machen soll. Wenn es Freitags 13 Uhr ist und ich ihn fragen möchte wie seine letzte Vorlesung war. Wenn ich vor irgendwas bammel hab, und er mich beruhigen könnte. Feiertage, Geburtstage, Partys, Feste,...

Meist aber, wenn ich Zeit zum nachdenken habe, dann versuche ich mich immer an die schöne Zeit mit ihm zu erinnern.

Ich vermisse alles an ihm. Seine ganze Art, wie er tanzte (absolut lächerlich, aber liebenswert), sein Lächeln, die Geborgenheit die er mir gab, seine Berührungen, ach würde zu weit führen, dass jetzt alles auzuzählen. Er fehlt mir ganz einfach!!!

Er ist ein Teil von mir und ich hoffe, dass wird er auch immer bleiben. Ich werde ihn in meinen Gedanken und in meinem Herzen immer bei mir tragen. Und mit ihm werde ich mein Leben genießen.

klingt alles ziemlich schnulzig, bin sinst eigentlich so gar nicht der gefühlsbetonte Mensch, aber dass hier sind irgendwie Dinge, die schon eine ganze Weile raus wollen.
Heut war ein guter Tag, aber es wird auch wieder ein nicht so gute kommen und dann werde ich rauslassen, was ganz tief in mir brodelt.

Für heute wars das erst mal wieder.

LG Jocy

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E
edith_12328774
27.03.06 um 15:28
In Antwort auf gauhar_12311131

Was passiert ist!
Liebe nancy,

danke für deine antwort. Er hatte einen Motorradunfall. Er ist von der Straße abgekommen und mit dem Kopf gegen den Baum geknallt, davon ist er bewußtlos geworden. Alles halb so wild, wenn dieser dämliche See nicht gewesen wär. Er lag mit dem Kopf unter Wasser. Er hatte sonst nicht einen einzigen Kratzer, er ist ertrunken. Dieser Gedanke macht mich fertig.

Unzählige -Was wäre wenn Fragen- quälen mich, auch jetzt noch. Dieser dämliche See macht mich unendlich wütend. Warum gerade diese Kurve? Warum überhaupt?

Naja das führt ja eh zu nix, dass nennt man wohl Schicksal.

Nur eine kurze Frage von dir und ich schweife schon wieder ab. unglaublich.

Wird nicht lang dauern dann werd ich den nächsten Verabreitungsversuch ins Forum setzen.

LG Jocy

Hallo Jocy
ich möchte Dir schreiben, weil Du in Deinem posting die Gefühle ausdrückst, die mich fast genau so auffressen. Ich habe von 1 Jahr und 3 1/2 Monaten meine Kinder auf schlimme Weise verloren. Die Gefühle sind unbeschreiblich. Sie fehlen mir immer mehr.
Mein Freund nimmt mich, wenn es ganz schlimm ist in die Arme, er muss dann nicht einmal was sagen, es ist gut so. Aber was machst Du? Klar sicher kannst Du zu Deinen Eltern gehen oder Du hast eine gute Freundin. Aber Abends wenn Du alleine bist, ist die Leere wieder da. Mir geht es so, dass ich mich einsam fühle, auch dann wenn ich nicht alleine bin. Ich fühle mich dann richtig leer.
Auch ich mache eine Therapie. Naja richtig besser wird es natürlich nicht, ist ein langer Weg. Aber ich fange wieder an etwas für mich zu tun. Ich habe am Anfang die Öffentlichkeit gemieden. Jetzt gehe ich wieder ins Fitnessstudio. Das hilft natürlich auch ein bisschen, weil man sich richtig auspowern kann.
Ich habe genau wie Du eine andere Wohnung genommen. Habe mich komplett neu eingerichtet. War für mich das Beste so.
Ich wünsche Dir, dass Du mit dem jungen Mann, mit dem Du letztens so viel Spaß hattest ein bisschen glücklich wirst. Du wirst zwar immer an Deinen Freund zurückdenken, aber Du musst leben. Ich weiß, das wird Dir Deine Therapeutin auch sagen. Aber mir geht es ähnlich. Es fällt mal leichter mal schwerer. So wie Du das auch beschreibst. Es ist ein Auf und Ab wie eine Sinuskurve.
Viel Kraft also und vielleicht können wir uns ja ein bisschen austauschen. Würde mich freuen.
Gruß Sonnenschein

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G
gauhar_12311131
29.03.06 um 22:52
In Antwort auf edith_12328774

Hallo Jocy
ich möchte Dir schreiben, weil Du in Deinem posting die Gefühle ausdrückst, die mich fast genau so auffressen. Ich habe von 1 Jahr und 3 1/2 Monaten meine Kinder auf schlimme Weise verloren. Die Gefühle sind unbeschreiblich. Sie fehlen mir immer mehr.
Mein Freund nimmt mich, wenn es ganz schlimm ist in die Arme, er muss dann nicht einmal was sagen, es ist gut so. Aber was machst Du? Klar sicher kannst Du zu Deinen Eltern gehen oder Du hast eine gute Freundin. Aber Abends wenn Du alleine bist, ist die Leere wieder da. Mir geht es so, dass ich mich einsam fühle, auch dann wenn ich nicht alleine bin. Ich fühle mich dann richtig leer.
Auch ich mache eine Therapie. Naja richtig besser wird es natürlich nicht, ist ein langer Weg. Aber ich fange wieder an etwas für mich zu tun. Ich habe am Anfang die Öffentlichkeit gemieden. Jetzt gehe ich wieder ins Fitnessstudio. Das hilft natürlich auch ein bisschen, weil man sich richtig auspowern kann.
Ich habe genau wie Du eine andere Wohnung genommen. Habe mich komplett neu eingerichtet. War für mich das Beste so.
Ich wünsche Dir, dass Du mit dem jungen Mann, mit dem Du letztens so viel Spaß hattest ein bisschen glücklich wirst. Du wirst zwar immer an Deinen Freund zurückdenken, aber Du musst leben. Ich weiß, das wird Dir Deine Therapeutin auch sagen. Aber mir geht es ähnlich. Es fällt mal leichter mal schwerer. So wie Du das auch beschreibst. Es ist ein Auf und Ab wie eine Sinuskurve.
Viel Kraft also und vielleicht können wir uns ja ein bisschen austauschen. Würde mich freuen.
Gruß Sonnenschein

Danke
Liebe Sonnenschein, liebe stupsi6,

vielen Dank für eure Anteilnahme. Ich auch so eine ähliche Vorstellung was dass mit den Sternen angeht, nur bei mir sind es die Wolken.

Was das trösten angeht, ist es bei mir schwer. Ich bin nicht allein, ich hab mir wieder jemadnen gesucht, dass hat aber den grund, dass ich nicht allein sein kann. Ich brauche eine Beziehung, aber natürlich wäre es ihm gegenüber absolut unfair, getröstet werden zu wollen. Ich kommen gut miteinander aus und haben auch eine Menge Spaß zusammen, aber mit den gefühlen ist das natürlich so eine Sache. Ich weiß er liebt mich, (bedingungslos)

Meine große Liebe ist verstorben, dass heißt aber nicht, dass ich nicht trotzdem versuche glücklich zu werden. Mein neuer Freund tut mir gut, ich mag ihn sehr,aber dass allein lindert nicht meine Schmerzen.

Naja, kleine Sonnenschein, du weißt ja wie das ist. Ich finde es übrigens super, dass es bei dir auch Stück für Stück Berg auf geht.
Egal wie hoch der Berg auch sein mag, es gibt immer einen Weg ihn zu überwinden. Und wenn nicht dann laufen wir eben drumrum

Wenn einem alles verloren geht, so bleibt doch immernoch die Hoffnung. Und bevor meine "poetische Ader" nun völlig außer ran und band gerät verabschiede ich mich für heute.

Ich wünsche euch ebenso viel Kraft!!!

Liebe Grüße Jocy

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H
hosea_12348439
06.04.06 um 16:34

Hallo Jocy
Hallo!

Ich weiß, ich kann vielleicht nicht wirklich mitreden, weil ich das noch nicht so erlebt habe wie du, aber ich stehe kurz davor meine Freundin zu verlieren und deine Gefühle, die du beschrieben hast, sind genau die gleiche, die ich dabei fühle, wenn in mir wieder der Gedanke hochkommt, dass bald alles zu Ende sein kann.

Und im Moment, wo ich nicht arbeite, dazu die Entfernung die zu ihr sind, machen alles noch schlimmer.

Mittlerweile ist es nur noch die Anwesenheit von Freunden oder das Arbeiten was mir hilft nicht darüber nachzudenken. Aber die Einsamkeit ist doch das schlimme, was es gibt.

Warum ich das alles schreibe?

Ganz einfach, mich würde mal interessieren, was du in der Therapie und auch so unternommen hast, um wieder Berg auf zu gehen. Weil ich glaube, dass ich bald auch jemanden brauche, der mir aufhilft, aber ich will nicht den Weg neue Beziehung innerhalb kurzer Zeit gehen.

Hattest du eigentlich Angst, wenn dein Freund aufs Motorrad stieg und wegfuhr, bevor er den Unfall hatte? Weil ich bin auch grad dabei den FS-KlA zu machen und meine Freundin hat Angst davor, aber sie sagt mir auch nicht warum.

Ich hoffe dir geht es in nächster Zeit wieder besser, weil ich weiß wie man sich fühlt, wenn man befreit ist, wenn auf einmal alles wieder besser ist und die schönen Momente der Welt zu dir zurück kommen.

Liebe Grüße Kay

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R
robin_12075821
06.04.06 um 17:12

Ich kann Dich verstehen...
Liebe Jocy,

ich kann so gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. Ich musste leider auch diese schreckliche Erfahrung machen, wie es ist, die große Liebe seines Lebens zu verlieren.

Ohne Therapie würde ich wohl heute noch die ganzen Medikamente nehmen und vor mich hin vegetieren...

Auch bei mir gibt es Tage, wo alles auf mich hineinstürzt und alle Erinnerungen hoch kommen. Wo ich mir denke, ich will nciht mehr leben, weil ich diesen Schmerz einfach nciht ertrage.

Indem Du versuchst, Dein Leben im Griff zu bekommen und indem Du versuchst glücklich zu sein, vergisst Du Deinen Freund ja nicht.
Ich weiss auch, dass man diese Sätze irgendwann nicht mehr hören kann, mir ging es genauso.

Ich hoffe für uns, dass wir irgendwann nur noch mit einem Lächeln zurück blicken und dankbar sind, dass wir so ein unfassbares Glück hatten, solche Menschen lieben zu dürfen und von solchen Menschen geliebt worden zu sein...!

Alles Liebe und Gute
Goettin der Jagd

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G
gauhar_12311131
09.04.06 um 18:27

....
Lieber Kay,

so genau weiß ich gar nicht was ich dir antworten kann. Ich könnte Bände schreiben, aber ich glaube nicht, dass dich meine Ansichten zufrieden stellen würden. Es gibt nicht diesen einen Weg, der dich über den Berg führt. Du musst ein paar mal Anlauf nehmen, manchmal wirst du glauben kurz vorm Ziel zu sein und dann wirst du wegrutschen und runterfallen. Und je nach dem wie du geschaffen bist, tust du dir dabei mehr oder weniger weh.

Ich versuch jetzt mal eben das wichtigste aus deinem Beitrag zu nehmen. Also ich nehme an deine Freundin ist krank und du bist dir nicht sicher ob sie wieder gesund wird? Oder es liegt an der Beziehung selbst und du glaubst dass sie bald vorbei ist? Letzteres würde mir irgendwie besser gefallen.

Also wie gesagt es gibt nicht den einen Weg der helfen wird deinen Schmerz zu überwinden. Ich beschreibe dir kurz mal meinen Weg. Am Anfang bin ich in tiefer Trauer Versunken, mein Kleiderschrank bestand nur aus dunklen Sachen. Ich bin morgens aufgestanden und als erstes hab ich mir meinen Diskman geschnappt und Musik gehört. In der Berufsschule waren alle froh, wenn sie mir eines Blickes würdig waren, geschweige denn ein Hallo. Anwesend war ich nur körperlich. Ich bin nach Hause und hab mir den Kram angesehen den ich in der Schule so aufgeschrieben habe. Wenn ich nicht draus schlau geworden bin, hab ich Musik angemacht und mich treiben lassen. Ich war gut für ein ganzes Jahr für nichts und niemanden ansprechbar. Dann kam der große Knall und mittlerweile geh ich zur Thera.

Ich will dir jetzt nicht die Hoffnung nehmen, aber falls du es auch in Betracht ziehen solltest eine zu machen, dann sei nicht enttäuscht, wenn du auch nach der vierten Sitzung rausgehst und dir nichts anderes wünscht, außer alles rückgängig machen zu können.

Wenn du den Menschen den du ehr als alles andere liebst verlierst, dann stirbt auch der größte Teil von dir. Ohne diesen Teil zu leben ist schwer.

Nun was mir wirklich geholfen hat. Ich hab mich hingesetzt und eine Liste gemacht.
Hier ein kleines Muster:

Warum mein Leben lebenswert ist:
1.Es gibt Menschen die mich wirklich mögen.
2.Es gibt Menschen die ich wirklich mag.
3.Es gibt viele Momente die ich nicht missen möchte und von deren Art ich noch viele erleben möchte.
4.Es gibt eine Zukunft für mich und sie wird gut sein.
5.Ich kann andere Menschen glücklich machen.
6........
7.Gestern liegt mir nicht.........

Ich denke du hast verstanden worum es geht.

In meiner Thera geht es momentan hauptsächlich darum zu erkennen, dass ich nicht Schuld bin. Auf die Frage ob ich Angst hatte wenn er auf sein Motorrad stieg??? An diesem Tag schon. Vielleicht ist das aber auch nur so ein Gefühl was man sich im Nachhinein einredet. Er war ein sehr aufmerksamer und vorsichtiger Fahrer. Zumindest wenn ich mitgefahren bin.

Was mich eher quält, sind die unendlichen Schuldgefühle die ich mir selbst machen. Der 8.10.04 war ein Freitag und es gab eine Feier in seinem Studentenclub. Er hat gefragt ob wir dort zusammen hingehe möchten, aber ich hatte Kopfschmerzen. Er wollte erst bei mir bleiben und einfach ein bisschen Fern sehen, weil er auch nicht so die große Lust hatte. Ich hab gesagt er soll ruhig gehen und sich amüsieren, und dass von dem Gelaber im Fernsehen meine Kopfschmerzen auch nicht besser werden.

Tja und nun wünsche ich mir nichts mehr als nur so ein paar Kopfschmerzen.

Deine Frage was man tun kann um über den Berg zu kommen, hab ich nun immernoch nicht mit einer Silbe beantworten können. Mich hat die Musik sehr getröstet, auch heute noch. Ansonsten gibt es nichts was ich dir raten kann, außer DEIN Leben als Geschenk anzunehmen. Und natürlich die Zeit zu genießen, die dir und deiner Freundin noch bleibt. Sag ihr was du fühlst!!!


An Göttin der Jagd:

Danke für deine Worte! Es tut gut so was zu hören.
Auch wenn ich unendliche Schmerzen leiden musste und immer noch leide, so möchte ich nicht einen Tag missen den ich mit ihm verbringen durfte. Und ich würde jede Art von Schmerz auf mich nehmen, egal wie lang, um nur noch einen Tag mit ihm zusammen sein zu können um ihm alles sagen zu können, was ich ihm nicht gesagt habe.

Viele liebe Grüße an euch und an den jungen Mann der mir vor einigen Tagen eine Menge Ballast abgenommen hat. Danke Kleiner

Eure Jocy


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J
joop_12063759
10.04.06 um 16:02

Ich kann es nicht beschreiben
Liebe Jocy,

ich habe viel über Deine Geschichte oder sagen wir mal Schicksal nachgedacht. Mir gehen tausende Gedanken durch den Kopf. Ich kann sie leider nicht alle sortieren und auch nur einen Teil so loswerden, wie ich denke. Aber ich versuche es trotzdem. Wo fange ich an? Am besten am Anfang.

Als ich dich zum ersten Mal sah, habe ich gleich gesehen, dass hinter Deiner Maske, voll Fröhlichkeit und Spaß, mehr ist. Dir ist das bestimmt auch nicht entgangen.

Dann kam unser Gespräch. Alles andere als das hätte ich erwartet. Ich war erschüttert. Ein zauberhafter Mensch wie Du, hat so ein Schicksal zu tragen hat.

Ich habe leider viel zu viel Erfahrung mit dem Tod gemacht. Sei es in der Familie oder im Freundeskreis oder in der Freizeit. Ich kann nachfühlen wie Du Dich fühlst. Auch wenn nur zu kleinen Stücken.

Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Ich fühle Deinen Schmerz als hätte ich das erlebt. Und ich würde alles geben nur um Dich so richtig glücklich zu sehen. Sogar mein Leben. Ich wollte wir könnten tauschen. Doch leider geht das nicht.

Ich weiß leider nicht, wie ich Dir helfen kann. Ich tue alles was in meiner Macht steht. Sei es nur Dir zur Seite zu stehen, mal wieder persönlich reden, oder einfach nur eine Schulter zum anlehnen zu bieten um Dir ein Stück der Last, deines Schmerzes, zu nehmen.

Je mehr ich darüber nachdenke finde ich es traurig, das Dein bester Freund versucht hat Dich so aus Deiner Trauer zu holen. Auch wenn er es sicherlich gut gemeint hat. Aber ich habe den Eindruck dass die Zeit des Trauerns noch lange nicht ausgestanden war und ist. Noch lange nicht. Ich persönlich habe immer noch den Eindruck dass Du vor Dir und Deiner Trauer davon läufst, nur weil man Dir die Zeit nicht geben wollte.

Trotzdem. Du hast meine Hochachtung dafür wie Du die Situation meisterst. Ich verneige mich vor Dir. Ganz ehrlich. Und Du hast auch mein tiefstes Mitgefühl. Und ich hoffe das wir für immer Freunde bleiben können.

Tja. Ich könnte noch viele Seiten schreiben doch das würde zu lange dauern.

Wie gesagt es ist nur ein äußerst kleiner Teil meines Denkens und Fühlens. Und vielen Dank für Deine Widmung. Jeder Zeit wieder. An jedem Ort zu jeder Zeit.

LG Dein Kleiner

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G
gauhar_12311131
11.04.06 um 21:08
In Antwort auf joop_12063759

Ich kann es nicht beschreiben
Liebe Jocy,

ich habe viel über Deine Geschichte oder sagen wir mal Schicksal nachgedacht. Mir gehen tausende Gedanken durch den Kopf. Ich kann sie leider nicht alle sortieren und auch nur einen Teil so loswerden, wie ich denke. Aber ich versuche es trotzdem. Wo fange ich an? Am besten am Anfang.

Als ich dich zum ersten Mal sah, habe ich gleich gesehen, dass hinter Deiner Maske, voll Fröhlichkeit und Spaß, mehr ist. Dir ist das bestimmt auch nicht entgangen.

Dann kam unser Gespräch. Alles andere als das hätte ich erwartet. Ich war erschüttert. Ein zauberhafter Mensch wie Du, hat so ein Schicksal zu tragen hat.

Ich habe leider viel zu viel Erfahrung mit dem Tod gemacht. Sei es in der Familie oder im Freundeskreis oder in der Freizeit. Ich kann nachfühlen wie Du Dich fühlst. Auch wenn nur zu kleinen Stücken.

Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Ich fühle Deinen Schmerz als hätte ich das erlebt. Und ich würde alles geben nur um Dich so richtig glücklich zu sehen. Sogar mein Leben. Ich wollte wir könnten tauschen. Doch leider geht das nicht.

Ich weiß leider nicht, wie ich Dir helfen kann. Ich tue alles was in meiner Macht steht. Sei es nur Dir zur Seite zu stehen, mal wieder persönlich reden, oder einfach nur eine Schulter zum anlehnen zu bieten um Dir ein Stück der Last, deines Schmerzes, zu nehmen.

Je mehr ich darüber nachdenke finde ich es traurig, das Dein bester Freund versucht hat Dich so aus Deiner Trauer zu holen. Auch wenn er es sicherlich gut gemeint hat. Aber ich habe den Eindruck dass die Zeit des Trauerns noch lange nicht ausgestanden war und ist. Noch lange nicht. Ich persönlich habe immer noch den Eindruck dass Du vor Dir und Deiner Trauer davon läufst, nur weil man Dir die Zeit nicht geben wollte.

Trotzdem. Du hast meine Hochachtung dafür wie Du die Situation meisterst. Ich verneige mich vor Dir. Ganz ehrlich. Und Du hast auch mein tiefstes Mitgefühl. Und ich hoffe das wir für immer Freunde bleiben können.

Tja. Ich könnte noch viele Seiten schreiben doch das würde zu lange dauern.

Wie gesagt es ist nur ein äußerst kleiner Teil meines Denkens und Fühlens. Und vielen Dank für Deine Widmung. Jeder Zeit wieder. An jedem Ort zu jeder Zeit.

LG Dein Kleiner

Ach mein Kleiner
Was soll ich dazu sagen. Ich bin so gerührt von dem was du geschrieben hast. Ich danke dir vielmals für deinen Beistand. Und trotzdem muss ich dir jetzt mal nen riesen Anranzer geben.
Ich zitiere dich mal kurz: "Und ich würde alles geben nur um Dich so richtig glücklich zu sehen. Sogar mein Leben. Ich wollte wir könnten tauschen. Doch leider geht das nicht."
Ich weiß, dass du es absolut gut mit mir meinst, aber es macht mich so unsagbar traurig zu lesen wie einfach du dein Leben hergeben würdest. Dass du mich gern glücklich sehen möchtest, ist selbst für mich nachvollziehbar, aber das ist niemals dein Leben wert. Und ich könnte auch nicht wirklich glücklich sein, wenn ich wüßte, dass du meinen Schmerz mit dir rumträgst. Ach Kleiner, du kannst die gar nicht vorstellen wie froh ich bin dich getroffen zu haben. Für unser Gespräch bin ich dir sehr dankbar und ich hoffe wir wiederholen das, aber du weißt ja wie es bei mir mit dem reden ist.
Ich schieb den ganzen Kram am liebsten ganz weit weg. Ich möchte nicht dass du mich weinen siehst, oder überhaupt irgendjemand.
Ich will einfach nur dass es aufhört. Ich bin innerlich so unglaublich wütend. Auf ihn und auf mich, den Baum, den See, seine Eltern, diese scheiß Party. Ich verachte mich so sehr dafür, dass ich nicht mitgefahren bin.
Ich vermisse ihn so sehr. Ich will dass er zurück kommt oder dass er mich mitnimmt. Er hat mich hier allein gelassen und ich würd ihn so gern dafür hassen, ich bin so wütend und traurig.
Ich hab Angst, dass dieser Schmerz nie mehr geht. Ich weiß dass ich noch nicht so weit war um aus meiner Trauer gerissen zu werden und du kannst dir nicht vorstellen wie gern ich zurück in mein Loch voller Trauer kriechen würde, aber zur Zeit kann ich mich das nicht leisten. Es ist kein Platz mehr dafür und ich war so froh darüber, dass ich nicht mehr der Mensch bin der ich noch vor kurzem war. Zur Zeit bin ich nicht ich, aber das ist besser als in Selbstmitleid zu versinken.

Shite happens, but the show must go on. In diesem Sinne, das Motto heißt ab jetzt: Nach vorn schauen!!!!

Liebe Grüße Jocy


Ps: Ich würd mich freuen, wenn du mir den rest deiner Gedanken auch noch mitteilst. Und auch an dieser Stelle nochmal: Ich bin nicht aus Zucker!

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J
joop_12063759
14.04.06 um 1:08
In Antwort auf gauhar_12311131

Ach mein Kleiner
Was soll ich dazu sagen. Ich bin so gerührt von dem was du geschrieben hast. Ich danke dir vielmals für deinen Beistand. Und trotzdem muss ich dir jetzt mal nen riesen Anranzer geben.
Ich zitiere dich mal kurz: "Und ich würde alles geben nur um Dich so richtig glücklich zu sehen. Sogar mein Leben. Ich wollte wir könnten tauschen. Doch leider geht das nicht."
Ich weiß, dass du es absolut gut mit mir meinst, aber es macht mich so unsagbar traurig zu lesen wie einfach du dein Leben hergeben würdest. Dass du mich gern glücklich sehen möchtest, ist selbst für mich nachvollziehbar, aber das ist niemals dein Leben wert. Und ich könnte auch nicht wirklich glücklich sein, wenn ich wüßte, dass du meinen Schmerz mit dir rumträgst. Ach Kleiner, du kannst die gar nicht vorstellen wie froh ich bin dich getroffen zu haben. Für unser Gespräch bin ich dir sehr dankbar und ich hoffe wir wiederholen das, aber du weißt ja wie es bei mir mit dem reden ist.
Ich schieb den ganzen Kram am liebsten ganz weit weg. Ich möchte nicht dass du mich weinen siehst, oder überhaupt irgendjemand.
Ich will einfach nur dass es aufhört. Ich bin innerlich so unglaublich wütend. Auf ihn und auf mich, den Baum, den See, seine Eltern, diese scheiß Party. Ich verachte mich so sehr dafür, dass ich nicht mitgefahren bin.
Ich vermisse ihn so sehr. Ich will dass er zurück kommt oder dass er mich mitnimmt. Er hat mich hier allein gelassen und ich würd ihn so gern dafür hassen, ich bin so wütend und traurig.
Ich hab Angst, dass dieser Schmerz nie mehr geht. Ich weiß dass ich noch nicht so weit war um aus meiner Trauer gerissen zu werden und du kannst dir nicht vorstellen wie gern ich zurück in mein Loch voller Trauer kriechen würde, aber zur Zeit kann ich mich das nicht leisten. Es ist kein Platz mehr dafür und ich war so froh darüber, dass ich nicht mehr der Mensch bin der ich noch vor kurzem war. Zur Zeit bin ich nicht ich, aber das ist besser als in Selbstmitleid zu versinken.

Shite happens, but the show must go on. In diesem Sinne, das Motto heißt ab jetzt: Nach vorn schauen!!!!

Liebe Grüße Jocy


Ps: Ich würd mich freuen, wenn du mir den rest deiner Gedanken auch noch mitteilst. Und auch an dieser Stelle nochmal: Ich bin nicht aus Zucker!

Ich weiß das Du nicht aus Zucker bist. Hast Du mir ja schon oft gesagt.
Liebe Jocy,

zunächst einmal vielen dank für deinen Beitrag im Forum über bzw. für mich.

Tja was soll ich sagen? Wie ich Dir schon sagte habe ich zurzeit eine Schreibblockade. Es schwirren mir tausende Gedanken in meinem Kopf herum. Doch leider sind dies nur Fetzen und würden keinen Sinnvollen Satz ergeben. Trotzdem will ich es versuchen. Nur für Dich!

Wie schreibe ich weiter? Ach ja. Ich fange mal bei Deiner Kritik an. Wie soll ich das sagen? Leider hast Du diese Stelle, die mir extrem wichtig war, kritisiert, da ich so etwas noch nie einem Menschen gesagt habe. Nicht das ich böse oder sauer darüber bin. Ich möchte mich bzw. diese Aussage erklären. Es war nicht einfach so dahergesagt nur um Dich etwas aufzubauen. Ich habe mir das auch extrem genau überlegt ob ich das schreibe, da ich es noch nie jemanden gesagt habe. Ich sagte Dir vor nicht allzu langer Zeit, wie mein Leben gegliedert ist. Bekannte, Freunde und Familie Ich hoffe Du hast dies nicht vergessen. Jedenfalls wollte ich Dir nur sagen dass ich für genau zwei Menschen mein Leben geben würde. Und einer davon bist Du. Es ist nicht leichtfertig gesagt sondern sehr gut überlegt.

Mich interessiert warum ich Dich nicht weinen sehen darf. Es ist doch keine Schande. Es drückt doch nur Dein Schmerz und Dein Leiden noch deutlicher aus. Ich weiß das zwar auch so aber es gibt keinen Grund es nicht zu tun. Ich kann nur von mir selber ausgehen, aber weinen hilft mir manchmal unwahrscheinlich. Es hilft mir eine kleine Last, wenigstens für einen kleinen Moment, abzuwerfen. Und wenn jemand dabei ist, den ich mag habe, der mich in den Arm nehmen kann oder der mit mir weint tut das einfach gut. Sofern man das so sagen kann.

Leider merke ich das meine Schreibblockade immer noch nicht zu ende ist. Ich Dachte das wird während des Schreibens besser. Aber eines will ich trotzdem noch loswerden. Ich möchte versuchen, sofern Du das auch willst, Dein Leben ein ganz klein wenig angenehmer zu gestallten, helfen zu verstehen oder zu verarbeiten. Ich möchte Dich auf Deinem Weg begleiten, so tief der Schmerz auch sitzen mag oder wie lange es dauert, egal wie niedergeschlagen Du bist. Ich möchte Dich unterstützen, das heißt auch mal in den Hintern treten, wie Du es so schön sagst, wenn es nötig ist oder einfach zuhören. Wie auch immer. Egal wie Du das möchtest. Sag bescheid und ich bin da. Und ich bin auch immer im Gedanken bei Dir.

Und wenn ich mich bzw. meine Gedanken richtig sortiert habe und ordentlich aufschreiben kann, verspreche ich Dir einen weiteren Beitrag im Forum zu schreiben. Nicht sauer sein. Ich habe wirklich mein Bestes gegeben.

Ach ja. Habe ich fast vergessen. Ich möchte allen die in diesem oder einem anderen Forum dieser Art sich verewigen sagen dass sie meinen größten Respekt und meine Hochachtung haben. Es ist nicht immer leicht seine Gedanken und Gefühle anderen mitzuteilen. Ich könnte das nicht.


LG Dein Kleiner

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G
gauhar_12311131
03.05.06 um 20:49

Ein ständiges Aus und Ab!!!
Die letzen Tage bzw. Wochen waren ziemlich emotionsgeladen. Ich denke ich habe so einige Schritte vor und wieder zurück gemacht. Ich war an der Unfallstelle. Das erste mal seit dem Unfall. Im Nachhinein musste ich nun feststellen, dass ich meine psychischen Kräfte damit maßlos überschritten habe. Ich bin da am Straßenrand ausgetickt. Ich hab geflucht und gefleht. Eine Flut von Gefühlen kam über mich. Wut, Hass, Liebe, Verzweiflung, Sehnsucht, Fernweh, Schmerz, Trauer, alles auf einmal. Es hat ne ganze Weile und einige Gespräche und Tränen gekostet um mich einigermaßen davon zu erholen. Ich denke ich hab nun endlich festgestellt, was mein größtes Problem ist. Meine zwei -ICH- Klingt jetzt sicher unheimlich blöd, aber es gibt eine "gute Jocy", die begriffen hat wie glücklich sie sich schätzen kann am Leben Teil nehmen zu dürfen und die versucht aus allem das Beste zu machen. Und dann gibt es noch die "böse Jocy", die sich kein Leben ohne ihre große Liebe vorstellen möchte und sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt von ihm loszulassen. Die beiden kämpfen irgdnwie gegeneinander. Es ist wie mit dem Englechen und dem Teufelchen die links und rechts auf der Schulter sitzen. In den letzten Tagen ist die böse Jocy irgndwie ziemlich dominant. Das ärgert mich, denn in den nächsten Wochen hab ich viel zu tun und dafür sollte ich fit sein. Zur Zeit bin ich recht labil, soviel wie in den letzten Tagen habe in 1,5 Jahre nicht geweint. Es tut gut zu weinen, aber es kostet irgendwie auch ne menge Kraft.
Es fällt mir schwer loszulassen. Ich erwische mich oft wie ich mir eine Zukunft mit ihm ausmale. Wann wir zusammengezogen wären, wie unsere Wohnung ausgesehen hätte, Kinder etc. geht alles ziemlich weit und ich versuche mich selbst darin zu stoppen, aber wie gesagt die böse Jocy hat viel Macht über mich.
Ich möchte loslassen und mich auf jemand neuen einlassen können, ich meine so richtig mit Gefühlen die echt sind, nicht nur weil ich nicht mehr allein sein will. Klingt schon als würde das in ein anderes Forum gehören (Liebe/Beziehung oder so) Deswegen solls das heute auch gewesen sein.

Aber eine Frage die mich echt beschäftigt und über die wir (der Kleine und ich) leztens debattiert haben.
Es ging um den Tod und ob er schlimmer sein kann als der ganze Schmerz den wir erleiden???
Ich vertrete folgende Meinung: Der Tod ist schlimm, das ist klar und vielleicht auch schmerzhaft, wer weiß??? Aber schlimmer als der Moment indem der wichtigste Teil von mir gestorben ist??? Niemals!! Also ich kann mir das nicht vorstellen. Der Tod wäre zum damaligen Zeitpunkt, nur für mich ganz allein gesehen, eine Art Erlösung gewesen!! Es ist irgdnwie eigenartig: Ich hatte/hab keine Angst vor dem Tod, aber ich war zu feige um mitzugehen. Ist schwer zu beschreiben, ich weiß nicht genau was mich davon abgehalten hat.

Würd mich über andere Ansichten/Meinungen freuen oder auch über die gleichen. Ihr wisst schon!

Liebe Grüße Jocy

PS: Kleiner, ich hoffe du bist nicht böse, dass ich das hier so "ausbreite" Wir wollten ja eigentlich das Thema vergessen. Aber vielleicht kannst du ja deine Meinung nochmal darlegen, diesmal kann ich dich ja in deinem "Redefluss" dann auch nicht unterbrechen
Danke für alles!!!

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J
joop_12063759
17.05.06 um 18:15
In Antwort auf gauhar_12311131

Ein ständiges Aus und Ab!!!
Die letzen Tage bzw. Wochen waren ziemlich emotionsgeladen. Ich denke ich habe so einige Schritte vor und wieder zurück gemacht. Ich war an der Unfallstelle. Das erste mal seit dem Unfall. Im Nachhinein musste ich nun feststellen, dass ich meine psychischen Kräfte damit maßlos überschritten habe. Ich bin da am Straßenrand ausgetickt. Ich hab geflucht und gefleht. Eine Flut von Gefühlen kam über mich. Wut, Hass, Liebe, Verzweiflung, Sehnsucht, Fernweh, Schmerz, Trauer, alles auf einmal. Es hat ne ganze Weile und einige Gespräche und Tränen gekostet um mich einigermaßen davon zu erholen. Ich denke ich hab nun endlich festgestellt, was mein größtes Problem ist. Meine zwei -ICH- Klingt jetzt sicher unheimlich blöd, aber es gibt eine "gute Jocy", die begriffen hat wie glücklich sie sich schätzen kann am Leben Teil nehmen zu dürfen und die versucht aus allem das Beste zu machen. Und dann gibt es noch die "böse Jocy", die sich kein Leben ohne ihre große Liebe vorstellen möchte und sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt von ihm loszulassen. Die beiden kämpfen irgdnwie gegeneinander. Es ist wie mit dem Englechen und dem Teufelchen die links und rechts auf der Schulter sitzen. In den letzten Tagen ist die böse Jocy irgndwie ziemlich dominant. Das ärgert mich, denn in den nächsten Wochen hab ich viel zu tun und dafür sollte ich fit sein. Zur Zeit bin ich recht labil, soviel wie in den letzten Tagen habe in 1,5 Jahre nicht geweint. Es tut gut zu weinen, aber es kostet irgendwie auch ne menge Kraft.
Es fällt mir schwer loszulassen. Ich erwische mich oft wie ich mir eine Zukunft mit ihm ausmale. Wann wir zusammengezogen wären, wie unsere Wohnung ausgesehen hätte, Kinder etc. geht alles ziemlich weit und ich versuche mich selbst darin zu stoppen, aber wie gesagt die böse Jocy hat viel Macht über mich.
Ich möchte loslassen und mich auf jemand neuen einlassen können, ich meine so richtig mit Gefühlen die echt sind, nicht nur weil ich nicht mehr allein sein will. Klingt schon als würde das in ein anderes Forum gehören (Liebe/Beziehung oder so) Deswegen solls das heute auch gewesen sein.

Aber eine Frage die mich echt beschäftigt und über die wir (der Kleine und ich) leztens debattiert haben.
Es ging um den Tod und ob er schlimmer sein kann als der ganze Schmerz den wir erleiden???
Ich vertrete folgende Meinung: Der Tod ist schlimm, das ist klar und vielleicht auch schmerzhaft, wer weiß??? Aber schlimmer als der Moment indem der wichtigste Teil von mir gestorben ist??? Niemals!! Also ich kann mir das nicht vorstellen. Der Tod wäre zum damaligen Zeitpunkt, nur für mich ganz allein gesehen, eine Art Erlösung gewesen!! Es ist irgdnwie eigenartig: Ich hatte/hab keine Angst vor dem Tod, aber ich war zu feige um mitzugehen. Ist schwer zu beschreiben, ich weiß nicht genau was mich davon abgehalten hat.

Würd mich über andere Ansichten/Meinungen freuen oder auch über die gleichen. Ihr wisst schon!

Liebe Grüße Jocy

PS: Kleiner, ich hoffe du bist nicht böse, dass ich das hier so "ausbreite" Wir wollten ja eigentlich das Thema vergessen. Aber vielleicht kannst du ja deine Meinung nochmal darlegen, diesmal kann ich dich ja in deinem "Redefluss" dann auch nicht unterbrechen
Danke für alles!!!

Meine Meinung zum Thema Tod
Liebe Jocy,

wie schon lange, von Dir, erwartet, möchte ich Dir meine Meinung zu dem Thema Tod aufschreiben.

Ich habe eine riesige Angst. Ich habe diese Angst, aus dem Grund, dass Du den Mut, doch irgendwann mitzugehen, finden könntest. Denn einen Menschen wie Dich finde ich nicht noch einmal. Der Verlust unserer Freundschaft (Dich) würde ein tiefes Loch in mein Leben reißen und ich weiß nicht ob ich stark genug bin das zu verkraften. Ich weiß auch dass viele Menschen, zum Beispiel auch ich, diese Einstellung egoistisch von mir finden. Da ich Dich nicht verlieren will.

Wir hatten ja lange über das Thema Tod gesprochen. Ich bin, wie Du bestimmt mitbekommen hast, ein relativ überlegender Mensch. Ich versuche alle möglichen Situationen durchzudenken. Welche Vor- und Nachteile sich für mich oder für andere, mir wichtige, Menschen ergeben.

Zu diesem Thema sind mir ein paar verschiedene Ergebnisse in den Sinn gekommen. Ich kann gut verstehen wie groß Dein Schmerz damals war und auch immer noch ist. Ich kann auch, ohne jede Frage, verstehen oder nachvollziehen das man denkt der Tod wäre ein Ausweg oder eine Erlösung, das im Jenseits alles besser ist.

Das ist gut möglich. Alles scheint leichter als diesen unendlichen Schmerz zu fühlen. Wer weiß. Ich kann es nicht sagen

Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, dass der Tod noch viel schlimmer ist als das was Du bisher leiden musstest. Um ein vieles Schlimmer. Aber auch das kann ich nicht sagen. Ein jeder Mensch kann dies nicht, denn der Tod ist endgültig und jeder der dort ist kann nicht den anderen Menschen sagen wie es dort ist. Vielleicht das Paradies, wo wir die Menschen wieder sehen, die man liebt und verloren hat. Aber genau so gut kann es möglich sein das einen dort die Hölle erwartet, zum Beispiel das man die Situation, den Schmerz, in der man einen Menschen, den man über alles geliebt hat, verloren hat jeden tag neu durchlebt. Und das bis in die Ewigkeit. Ich kann und will mir da auch kein Bild machen. Denn die Vorstellung macht mir Angst.

Zudem sollte man doch auch bei dieser Überlegung die anderen Menschen in Deinem Umfeld einbeziehen. Deine Eltern oder mich ( schon wieder dieser Egoismus sorry dafür). Speziell für Deine Eltern. Ich versetzte mich in die Lage wie es ihnen gehen, wenn sie Dich verlieren würden. Ihr eigenes Fleisch und Blut. Ich gehe mal von mir aus. Ich möchte niemals im Leben meine Kinder, wenn ich welche haben sollte, zu grabe tragen. Und die Sache die man manchmal als Erlösung sieht doch schlimmere Konsequenzen nach sich zieht, als man in diesem Moment glaubt. Das genau diese Menschen nicht damit zurrecht kommen für welchen Weg Du Dich entschieden hast. Und Dir damit vielleicht folgen. Weil sie dieselbe Überlegung wie Du in diesem Moment des Schmerzes hatten. Und es als eine Lösung betrachten. Wenn ich mich in diese Situation versetze möchte ich nicht, das irgendein Mensch den ich lieb habe oder sogar liebe wegen mir sterben muss. Nur weil ich schwach geworden bin.

Wie gesagt man sollte doch schon eine jede Möglichkeit bei diesem Thema in betracht ziehen, denn der Vorteil des Lebens liegt darin, das Du aus Deinem Leben doch etwas zu machen, um nur ein Stück Freude oder Glück zu entdecken bzw. zu fühlen. Und ich hoffe dass Du meine Hilfe dabei annimmst und mich Dich auf diesem Weg begleiten lässt. Denn ein richtig guter Bekannter von mir lebt nach der Devise: Wir schaffen das. Eine Einstellung die ich unterstütze und lebe. Denn ich glaube an Dich, an Deine Stärke und an Deine Bereitschaft zu kämpfen für Dich, für Dein Leben oder für Dein Glück.

Zudem möchte ich Dir nochmals sagen, dass ich den allergrößten Respekt und die allerhöchste Hochachtung habe, wie Du das ganze meisterst. Ich wäre nicht mal halb so stark. Du hast mein Leben enorm bereichert. Dafür möchte ich Dir nochmals über alles danken. Zudem möchte ich Dir sagen, dass ich Dich nicht mehr aus meinem Leben wegdenken kann. Bleib wie Du bist. Danke für alles.

Mit den liebsten Grüßen

Dein Kleiner

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joop_12063759
17.05.06 um 19:44
In Antwort auf joop_12063759

Meine Meinung zum Thema Tod
Liebe Jocy,

wie schon lange, von Dir, erwartet, möchte ich Dir meine Meinung zu dem Thema Tod aufschreiben.

Ich habe eine riesige Angst. Ich habe diese Angst, aus dem Grund, dass Du den Mut, doch irgendwann mitzugehen, finden könntest. Denn einen Menschen wie Dich finde ich nicht noch einmal. Der Verlust unserer Freundschaft (Dich) würde ein tiefes Loch in mein Leben reißen und ich weiß nicht ob ich stark genug bin das zu verkraften. Ich weiß auch dass viele Menschen, zum Beispiel auch ich, diese Einstellung egoistisch von mir finden. Da ich Dich nicht verlieren will.

Wir hatten ja lange über das Thema Tod gesprochen. Ich bin, wie Du bestimmt mitbekommen hast, ein relativ überlegender Mensch. Ich versuche alle möglichen Situationen durchzudenken. Welche Vor- und Nachteile sich für mich oder für andere, mir wichtige, Menschen ergeben.

Zu diesem Thema sind mir ein paar verschiedene Ergebnisse in den Sinn gekommen. Ich kann gut verstehen wie groß Dein Schmerz damals war und auch immer noch ist. Ich kann auch, ohne jede Frage, verstehen oder nachvollziehen das man denkt der Tod wäre ein Ausweg oder eine Erlösung, das im Jenseits alles besser ist.

Das ist gut möglich. Alles scheint leichter als diesen unendlichen Schmerz zu fühlen. Wer weiß. Ich kann es nicht sagen

Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, dass der Tod noch viel schlimmer ist als das was Du bisher leiden musstest. Um ein vieles Schlimmer. Aber auch das kann ich nicht sagen. Ein jeder Mensch kann dies nicht, denn der Tod ist endgültig und jeder der dort ist kann nicht den anderen Menschen sagen wie es dort ist. Vielleicht das Paradies, wo wir die Menschen wieder sehen, die man liebt und verloren hat. Aber genau so gut kann es möglich sein das einen dort die Hölle erwartet, zum Beispiel das man die Situation, den Schmerz, in der man einen Menschen, den man über alles geliebt hat, verloren hat jeden tag neu durchlebt. Und das bis in die Ewigkeit. Ich kann und will mir da auch kein Bild machen. Denn die Vorstellung macht mir Angst.

Zudem sollte man doch auch bei dieser Überlegung die anderen Menschen in Deinem Umfeld einbeziehen. Deine Eltern oder mich ( schon wieder dieser Egoismus sorry dafür). Speziell für Deine Eltern. Ich versetzte mich in die Lage wie es ihnen gehen, wenn sie Dich verlieren würden. Ihr eigenes Fleisch und Blut. Ich gehe mal von mir aus. Ich möchte niemals im Leben meine Kinder, wenn ich welche haben sollte, zu grabe tragen. Und die Sache die man manchmal als Erlösung sieht doch schlimmere Konsequenzen nach sich zieht, als man in diesem Moment glaubt. Das genau diese Menschen nicht damit zurrecht kommen für welchen Weg Du Dich entschieden hast. Und Dir damit vielleicht folgen. Weil sie dieselbe Überlegung wie Du in diesem Moment des Schmerzes hatten. Und es als eine Lösung betrachten. Wenn ich mich in diese Situation versetze möchte ich nicht, das irgendein Mensch den ich lieb habe oder sogar liebe wegen mir sterben muss. Nur weil ich schwach geworden bin.

Wie gesagt man sollte doch schon eine jede Möglichkeit bei diesem Thema in betracht ziehen, denn der Vorteil des Lebens liegt darin, das Du aus Deinem Leben doch etwas zu machen, um nur ein Stück Freude oder Glück zu entdecken bzw. zu fühlen. Und ich hoffe dass Du meine Hilfe dabei annimmst und mich Dich auf diesem Weg begleiten lässt. Denn ein richtig guter Bekannter von mir lebt nach der Devise: Wir schaffen das. Eine Einstellung die ich unterstütze und lebe. Denn ich glaube an Dich, an Deine Stärke und an Deine Bereitschaft zu kämpfen für Dich, für Dein Leben oder für Dein Glück.

Zudem möchte ich Dir nochmals sagen, dass ich den allergrößten Respekt und die allerhöchste Hochachtung habe, wie Du das ganze meisterst. Ich wäre nicht mal halb so stark. Du hast mein Leben enorm bereichert. Dafür möchte ich Dir nochmals über alles danken. Zudem möchte ich Dir sagen, dass ich Dich nicht mehr aus meinem Leben wegdenken kann. Bleib wie Du bist. Danke für alles.

Mit den liebsten Grüßen

Dein Kleiner

Ergänzung zum Beitrag "Meine Meinung zum Thema Tod"
Also dieser Beitrag ist nicht nur für Jocy sonder an alle Menschen, die in diesem Forum lesen und auch ähnliche Schicksale mit dem Tod gemacht haben.

Ich wollte nicht das jemand denkt, das ich denke der Tod ist die Hölle. Ich hatte nur diese Möglichkeit in Betracht gezogen. Ich hoffe natürlich das all die Menschen die von uns gegangen sind an einen guten Ort sind. Und das es Ihnen gut geht. Ich wünsche es von Herzen. Ich möchte auch noch allen Menschen, die einen lieben Menschen verloren haben, mein tiefstes Mitgefühl aussprechen.

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