Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Vater verstorben, Mutter und Bruder haben psychische Probleme

Vater verstorben, Mutter und Bruder haben psychische Probleme

8. Februar 2017 um 10:54 Letzte Antwort: 13. Februar 2017 um 22:30

Hey... 
Ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ Mensch der sich an Foren wendet, aber ich bin an einem Punkt angelangt wo ich nicht mehr weiter weiß.

Als ich klein war starb mein Vater an Krebs. Das war natürlich zu viel für meine Mutter, wir sind ja erst nach Deutschland gekommen und um zu leben arbeitete sie viel. Sprich sie hat mit uns nie über seinen Tot geredet, unser Leben ging einfach weiter, musste weiter gehen. Wir haben uns selten gesehen, ihre Freunde haben ab und zu auf mich aufgepasst und dass sogar für Monate wenn es sein musste. Lief nach dem Prinzip: Wer im Wohnheim da war, hat auf mich aufgepasst, wenn niemand zur Verfügung stand, war ich alleine. 

Und wenn meine Mutter da war, war es auch nicht gerade angenehm, sie ist sehr streng und wurde damals sehr schnell aggressiv, das heißt ich wurde oft geschlagen wenn ich mich ihrer Meinung nach nicht gut benahm, meistens gab es dann auch "Bestrafungen", wenn ich nicht respektvoll genug war, in Form von Schlägen oder je nach dem was ich tat, Minuten oder Stunden in der Ecke knien. Mit 8 oder 9 wurde ich das aller erste Mal von zu Hause rausgeschmissen, wahrscheinlich einer meiner schönsten Tage im Leben.
Nochmals als Zusatzinformation, ich bin eine Asiatin und es ist wahrscheinlich nichts neues wenn man streng erzogen wird, aber trotzdem nahm mich das alles sehr mit.
Ich fühle mich immer noch alleine gelassen und nicht geliebt, manchmal denke ich dass es auch daran lag, dass meine Mutter meinem großen Bruder so viel Liebe geschenkt hat, mich aber immer wie eine "Sklavin" behandelte. Er durfte soviel Scheiße bauen wie er wollte, ich musste als Frau aber immer bedacht handeln und perfekt sein. Meine Mutter meinte aber auch zu mir, dass ich ein Unfall war, also ungewollt und dazu kommt noch, dass sie nie eine Tochter wollte, sondern nur Söhne....  

Es gibt viel mehr Geschichten in meinen Leben die verdeutliche dass ich durch die Hölle gehen musste, aber ich denke dass reicht erstmal für eine Einsicht in unsere Mutter-Tochter-Beziehung.

ahjaa.... in der Grundschule kamen die ersten Selbstmordgedanken... ich brauchte Jahre um da raus zu kommen in dem ich mir einredete, dass egal wie schlecht es läuft, das solange man weiter lebt, man auch Hoffnung findet. 

Naja und jetzt bin 20 Jahre alt und weiß nicht mehr weiter, in diesen ganzen Jahren in der ich meine Kraft aufwendete damit es meiner Familie gut geht (sie sind immer noch undankbar), ist nichts besser geworden. Klar wir besitzen im Vergleich zu damals viel mehr Geld, aber unsere Familie ist kaputter denn je. Meine Mutter hat seit einigen Monaten starke Depressionen (und ich dachte schon eine gestörte und aggressive Mutter wäre anstrengend), sie liegt nur noch rum und schließt sich in ihrem Zimmer ein, nimmt Anti-Depressiva und Tabletten gegen Angstzustände und Panikattacken.

Zu meinem großen Bruder, er ist sozusagen ein kleiner Nichtsnutz. Er ist 6 Jahre älter als ich, benimmt sich aber wie ein Kind, kann nicht mit Geld umgehen, rennt in jede Vertragsfalle die es nur gibt (Meine Mutter und ich bügeln alle seine Fehler aus). Mal will er BWL studieren, mal Technik, mal will er arbeiten, mal will er ein Restaurant aufmachen... und diese Ideen wechseln gefühlt alle 10min, er wirkt auf uns sehr verwirrt und wir denken dass er vllt auch psychische Probleme haben könnte... Sein bester Freund hat mich letztens angeschrieben und meinte er hätte Angst mein Bruder würde sich umbringen wollen. 

Das eine ist, ich bin gerade in der Abiphase, kann mich aber auf nichts mehr konzentrieren. Mein Kopf ist voll und ich könnte jede Minute einfach anfangen zu weinen, obwohl ich dass nicht möchte. Habe selber das Gefühl ich werde verrückt, fühle mich so einsam und in Stich gelassen, ungeliebt und ausgenutzt.
Dazu kommt noch dass ich schon immer Schlafprobleme hatte, aber seit Monaten sind die extrem schlimm, ich mache Nächte durch und kann nicht mehr richtig essen. Habe in 3 Monaten 10kg abgenommen.
Es ist ein Teufelskreis... ich bin nur noch am versagen und fühle mich schwach.

Ich weiß einfach nicht mehr was ich für meine Familie machen kann, ich fühle mich so als wäre ich die Mutter und müsste mich um 2 psychisch kranke Kinder kümmern. Unter anderem bekam meine Mum vor 9 Jahren ein 3. Kind, mein kleiner Halbbruder, auf ihn musste ich auch schon seit er klein ist aufpassen, damit meine Mutter arbeiten geht. Habe ihn von der Grundschule abgeholt, war bei seinen Festen immer anwesend, koche bis heute noch für ihn und verbringe sein Geburtstag mit ihm, wenn keiner Zeit hat. Er ist auch für mich eher wie ein Sohn als ein Bruder, da meine Mutter die Verantwortung immer auf mich schub, sie meinte auch vor einigen Monaten zu mir, dass sie ihn nicht 100% so lieben könnte, als wäre er ihr eigener Sohn... als sie das gesagt hatte, dachte ich mein Herz bricht...Als würde es nicht reichen dass ich innerlich kaputt bin, ich habe auch Angst er könnte leiden. 

Ich bin kurzgefasst, einfach überfordert und meine Freunde verstehen mich nicht. Sie sagen immer, ich solle auf meine Familie scheißen, weil sie mir noch nie gut taten. Aber ich kann das nicht, ich kann sie nicht alleine lassen. Sie brauchen mich, sowie ich sie irgendwie brauche...

Naja...keine Ahnung was ich hier erwarte, aber wenn jemand irgendwelche Ratschläge hat?

Mehr lesen

8. Februar 2017 um 12:45

hmmm, ich habe beim auf-die-schnelle-Suchen 2 Links gefunden - gibt bestimmt noch bessere.
https://www.psychomeda.de/lexikon/emotionale-abhaengigkeit.html
http://www.beziehungsratgeber.de/emotionale-abhangigkeit-losen-uberwinden/

und lasse die jetzt erst einmal bewusst unkommentiert.

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !
8. Februar 2017 um 21:18
In Antwort auf himin

Hey... 
Ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ Mensch der sich an Foren wendet, aber ich bin an einem Punkt angelangt wo ich nicht mehr weiter weiß.

Als ich klein war starb mein Vater an Krebs. Das war natürlich zu viel für meine Mutter, wir sind ja erst nach Deutschland gekommen und um zu leben arbeitete sie viel. Sprich sie hat mit uns nie über seinen Tot geredet, unser Leben ging einfach weiter, musste weiter gehen. Wir haben uns selten gesehen, ihre Freunde haben ab und zu auf mich aufgepasst und dass sogar für Monate wenn es sein musste. Lief nach dem Prinzip: Wer im Wohnheim da war, hat auf mich aufgepasst, wenn niemand zur Verfügung stand, war ich alleine. 

Und wenn meine Mutter da war, war es auch nicht gerade angenehm, sie ist sehr streng und wurde damals sehr schnell aggressiv, das heißt ich wurde oft geschlagen wenn ich mich ihrer Meinung nach nicht gut benahm, meistens gab es dann auch "Bestrafungen", wenn ich nicht respektvoll genug war, in Form von Schlägen oder je nach dem was ich tat, Minuten oder Stunden in der Ecke knien. Mit 8 oder 9 wurde ich das aller erste Mal von zu Hause rausgeschmissen, wahrscheinlich einer meiner schönsten Tage im Leben.
Nochmals als Zusatzinformation, ich bin eine Asiatin und es ist wahrscheinlich nichts neues wenn man streng erzogen wird, aber trotzdem nahm mich das alles sehr mit.
Ich fühle mich immer noch alleine gelassen und nicht geliebt, manchmal denke ich dass es auch daran lag, dass meine Mutter meinem großen Bruder so viel Liebe geschenkt hat, mich aber immer wie eine "Sklavin" behandelte. Er durfte soviel Scheiße bauen wie er wollte, ich musste als Frau aber immer bedacht handeln und perfekt sein. Meine Mutter meinte aber auch zu mir, dass ich ein Unfall war, also ungewollt und dazu kommt noch, dass sie nie eine Tochter wollte, sondern nur Söhne....  

Es gibt viel mehr Geschichten in meinen Leben die verdeutliche dass ich durch die Hölle gehen musste, aber ich denke dass reicht erstmal für eine Einsicht in unsere Mutter-Tochter-Beziehung.

ahjaa.... in der Grundschule kamen die ersten Selbstmordgedanken... ich brauchte Jahre um da raus zu kommen in dem ich mir einredete, dass egal wie schlecht es läuft, das solange man weiter lebt, man auch Hoffnung findet. 

Naja und jetzt bin 20 Jahre alt und weiß nicht mehr weiter, in diesen ganzen Jahren in der ich meine Kraft aufwendete damit es meiner Familie gut geht (sie sind immer noch undankbar), ist nichts besser geworden. Klar wir besitzen im Vergleich zu damals viel mehr Geld, aber unsere Familie ist kaputter denn je. Meine Mutter hat seit einigen Monaten starke Depressionen (und ich dachte schon eine gestörte und aggressive Mutter wäre anstrengend), sie liegt nur noch rum und schließt sich in ihrem Zimmer ein, nimmt Anti-Depressiva und Tabletten gegen Angstzustände und Panikattacken.

Zu meinem großen Bruder, er ist sozusagen ein kleiner Nichtsnutz. Er ist 6 Jahre älter als ich, benimmt sich aber wie ein Kind, kann nicht mit Geld umgehen, rennt in jede Vertragsfalle die es nur gibt (Meine Mutter und ich bügeln alle seine Fehler aus). Mal will er BWL studieren, mal Technik, mal will er arbeiten, mal will er ein Restaurant aufmachen... und diese Ideen wechseln gefühlt alle 10min, er wirkt auf uns sehr verwirrt und wir denken dass er vllt auch psychische Probleme haben könnte... Sein bester Freund hat mich letztens angeschrieben und meinte er hätte Angst mein Bruder würde sich umbringen wollen. 

Das eine ist, ich bin gerade in der Abiphase, kann mich aber auf nichts mehr konzentrieren. Mein Kopf ist voll und ich könnte jede Minute einfach anfangen zu weinen, obwohl ich dass nicht möchte. Habe selber das Gefühl ich werde verrückt, fühle mich so einsam und in Stich gelassen, ungeliebt und ausgenutzt.
Dazu kommt noch dass ich schon immer Schlafprobleme hatte, aber seit Monaten sind die extrem schlimm, ich mache Nächte durch und kann nicht mehr richtig essen. Habe in 3 Monaten 10kg abgenommen.
Es ist ein Teufelskreis... ich bin nur noch am versagen und fühle mich schwach.

Ich weiß einfach nicht mehr was ich für meine Familie machen kann, ich fühle mich so als wäre ich die Mutter und müsste mich um 2 psychisch kranke Kinder kümmern. Unter anderem bekam meine Mum vor 9 Jahren ein 3. Kind, mein kleiner Halbbruder, auf ihn musste ich auch schon seit er klein ist aufpassen, damit meine Mutter arbeiten geht. Habe ihn von der Grundschule abgeholt, war bei seinen Festen immer anwesend, koche bis heute noch für ihn und verbringe sein Geburtstag mit ihm, wenn keiner Zeit hat. Er ist auch für mich eher wie ein Sohn als ein Bruder, da meine Mutter die Verantwortung immer auf mich schub, sie meinte auch vor einigen Monaten zu mir, dass sie ihn nicht 100% so lieben könnte, als wäre er ihr eigener Sohn... als sie das gesagt hatte, dachte ich mein Herz bricht...Als würde es nicht reichen dass ich innerlich kaputt bin, ich habe auch Angst er könnte leiden. 

Ich bin kurzgefasst, einfach überfordert und meine Freunde verstehen mich nicht. Sie sagen immer, ich solle auf meine Familie scheißen, weil sie mir noch nie gut taten. Aber ich kann das nicht, ich kann sie nicht alleine lassen. Sie brauchen mich, sowie ich sie irgendwie brauche...

Naja...keine Ahnung was ich hier erwarte, aber wenn jemand irgendwelche Ratschläge hat?

Hallo,

ich kann sehr gut nachvollziehen, durch welche Hölle du gegangen bist. Das Problem ist, dass du allein an dieser schlimmen Situation nichts ändern kannst. 

 So traurig es auch klingen mag, manchmal ist Abstand besser. Dadurch gewinnt man den Respekt zurück. Das war bei mir auch so. 

Jeder Mensch ist für sich selbst Verantwortlich. Eine Familie sollte natürlich zusammenhalten. Doch wenn Wertschätzung und Respekt fehlen, bringt es einfach nichts. Mit scheint, als hätten deine Mutter und dein Bruder alles Unangenehme auf dich abgewälzt und dich jahrelang ausgenutzt und es auch noch für selbstverständlich angesehen.

was du tun kannst:

sag deiner Mutter und deinem Bruder, dass du ausziehen wirst. Mal schauen, wie sie reagieren.

sprich an, dass du die derzeitige Situation nicht länger ertragen kannst und dass sich etwas ändern muss.

um meine Gesundheit zu schützen, musste ich Abstand zu meiner Familie halten. Und vielleicht musst du das auch...

3 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !
13. Februar 2017 um 22:16
In Antwort auf himin

Hey... 
Ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ Mensch der sich an Foren wendet, aber ich bin an einem Punkt angelangt wo ich nicht mehr weiter weiß.

Als ich klein war starb mein Vater an Krebs. Das war natürlich zu viel für meine Mutter, wir sind ja erst nach Deutschland gekommen und um zu leben arbeitete sie viel. Sprich sie hat mit uns nie über seinen Tot geredet, unser Leben ging einfach weiter, musste weiter gehen. Wir haben uns selten gesehen, ihre Freunde haben ab und zu auf mich aufgepasst und dass sogar für Monate wenn es sein musste. Lief nach dem Prinzip: Wer im Wohnheim da war, hat auf mich aufgepasst, wenn niemand zur Verfügung stand, war ich alleine. 

Und wenn meine Mutter da war, war es auch nicht gerade angenehm, sie ist sehr streng und wurde damals sehr schnell aggressiv, das heißt ich wurde oft geschlagen wenn ich mich ihrer Meinung nach nicht gut benahm, meistens gab es dann auch "Bestrafungen", wenn ich nicht respektvoll genug war, in Form von Schlägen oder je nach dem was ich tat, Minuten oder Stunden in der Ecke knien. Mit 8 oder 9 wurde ich das aller erste Mal von zu Hause rausgeschmissen, wahrscheinlich einer meiner schönsten Tage im Leben.
Nochmals als Zusatzinformation, ich bin eine Asiatin und es ist wahrscheinlich nichts neues wenn man streng erzogen wird, aber trotzdem nahm mich das alles sehr mit.
Ich fühle mich immer noch alleine gelassen und nicht geliebt, manchmal denke ich dass es auch daran lag, dass meine Mutter meinem großen Bruder so viel Liebe geschenkt hat, mich aber immer wie eine "Sklavin" behandelte. Er durfte soviel Scheiße bauen wie er wollte, ich musste als Frau aber immer bedacht handeln und perfekt sein. Meine Mutter meinte aber auch zu mir, dass ich ein Unfall war, also ungewollt und dazu kommt noch, dass sie nie eine Tochter wollte, sondern nur Söhne....  

Es gibt viel mehr Geschichten in meinen Leben die verdeutliche dass ich durch die Hölle gehen musste, aber ich denke dass reicht erstmal für eine Einsicht in unsere Mutter-Tochter-Beziehung.

ahjaa.... in der Grundschule kamen die ersten Selbstmordgedanken... ich brauchte Jahre um da raus zu kommen in dem ich mir einredete, dass egal wie schlecht es läuft, das solange man weiter lebt, man auch Hoffnung findet. 

Naja und jetzt bin 20 Jahre alt und weiß nicht mehr weiter, in diesen ganzen Jahren in der ich meine Kraft aufwendete damit es meiner Familie gut geht (sie sind immer noch undankbar), ist nichts besser geworden. Klar wir besitzen im Vergleich zu damals viel mehr Geld, aber unsere Familie ist kaputter denn je. Meine Mutter hat seit einigen Monaten starke Depressionen (und ich dachte schon eine gestörte und aggressive Mutter wäre anstrengend), sie liegt nur noch rum und schließt sich in ihrem Zimmer ein, nimmt Anti-Depressiva und Tabletten gegen Angstzustände und Panikattacken.

Zu meinem großen Bruder, er ist sozusagen ein kleiner Nichtsnutz. Er ist 6 Jahre älter als ich, benimmt sich aber wie ein Kind, kann nicht mit Geld umgehen, rennt in jede Vertragsfalle die es nur gibt (Meine Mutter und ich bügeln alle seine Fehler aus). Mal will er BWL studieren, mal Technik, mal will er arbeiten, mal will er ein Restaurant aufmachen... und diese Ideen wechseln gefühlt alle 10min, er wirkt auf uns sehr verwirrt und wir denken dass er vllt auch psychische Probleme haben könnte... Sein bester Freund hat mich letztens angeschrieben und meinte er hätte Angst mein Bruder würde sich umbringen wollen. 

Das eine ist, ich bin gerade in der Abiphase, kann mich aber auf nichts mehr konzentrieren. Mein Kopf ist voll und ich könnte jede Minute einfach anfangen zu weinen, obwohl ich dass nicht möchte. Habe selber das Gefühl ich werde verrückt, fühle mich so einsam und in Stich gelassen, ungeliebt und ausgenutzt.
Dazu kommt noch dass ich schon immer Schlafprobleme hatte, aber seit Monaten sind die extrem schlimm, ich mache Nächte durch und kann nicht mehr richtig essen. Habe in 3 Monaten 10kg abgenommen.
Es ist ein Teufelskreis... ich bin nur noch am versagen und fühle mich schwach.

Ich weiß einfach nicht mehr was ich für meine Familie machen kann, ich fühle mich so als wäre ich die Mutter und müsste mich um 2 psychisch kranke Kinder kümmern. Unter anderem bekam meine Mum vor 9 Jahren ein 3. Kind, mein kleiner Halbbruder, auf ihn musste ich auch schon seit er klein ist aufpassen, damit meine Mutter arbeiten geht. Habe ihn von der Grundschule abgeholt, war bei seinen Festen immer anwesend, koche bis heute noch für ihn und verbringe sein Geburtstag mit ihm, wenn keiner Zeit hat. Er ist auch für mich eher wie ein Sohn als ein Bruder, da meine Mutter die Verantwortung immer auf mich schub, sie meinte auch vor einigen Monaten zu mir, dass sie ihn nicht 100% so lieben könnte, als wäre er ihr eigener Sohn... als sie das gesagt hatte, dachte ich mein Herz bricht...Als würde es nicht reichen dass ich innerlich kaputt bin, ich habe auch Angst er könnte leiden. 

Ich bin kurzgefasst, einfach überfordert und meine Freunde verstehen mich nicht. Sie sagen immer, ich solle auf meine Familie scheißen, weil sie mir noch nie gut taten. Aber ich kann das nicht, ich kann sie nicht alleine lassen. Sie brauchen mich, sowie ich sie irgendwie brauche...

Naja...keine Ahnung was ich hier erwarte, aber wenn jemand irgendwelche Ratschläge hat?

Hallo himin,
​ich verstehe dich, da ich in meinen jungen Jahren auch durch viele Schwierigkeiten durchgehen musste. Und nicht immer die moralische Unterstützung von meine Familie hatte.
​Meine Eltern sind geschieden und wir sind auch nach Deutschland aus einem anderen Land gekommen.
​Mein Ratschlag für dich wäre, lerne dich selbst zu lieben und zu achten.
​Denn du bist die Stärkere (innerlich) von deiner Familie. Du hälst die Famlie zusammen und nicht deine Mutter.
​Bist du denn deine Stärke bewusst?
Und bist stark und taff. Ich finde es so.

​Und wenn du überlegst für die Zukunft, dass du irgendwo nach Abitur (Ich bin sicher, dass du es schaffen wirst!) in der Nähe von deiner Familie studierst (z. B. in eine nähe liegende Stadt) und das studierst, wo du dich auch in der Zukunft gut weiterentwickeln kannst und was dir auch gut tut (überlege es für dich und nur für dich, was dir am meisten zusagt). So kannst du unabhängig leben (z. B. In einem WG oder Studentwohnheim) und trotzdem ab und zu nach deinen kleinen Bruder schauen und nach deiner Mutter.
​Dein "großer" Bruder soll lernen, dass er bereits erwachsen ist und auf sich selbst aufpassen. Und auch der Mutter helfen soll, denn eigentlich sollte er jetzt die Rolle der Unterstützer der Mutter übernehmen und nicht du.
​Aber du hast die "Innere Stärke" und gehe bitte in die Zukunft sorgsam damit um.
Und lasse dich von mir drücken und dir viel Glück für die Zukunft wünschen.
Du schaffst es!
Liebe Gruße,
Blaukorn21

 

1 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !
13. Februar 2017 um 22:30
In Antwort auf himin

Hey... 
Ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ Mensch der sich an Foren wendet, aber ich bin an einem Punkt angelangt wo ich nicht mehr weiter weiß.

Als ich klein war starb mein Vater an Krebs. Das war natürlich zu viel für meine Mutter, wir sind ja erst nach Deutschland gekommen und um zu leben arbeitete sie viel. Sprich sie hat mit uns nie über seinen Tot geredet, unser Leben ging einfach weiter, musste weiter gehen. Wir haben uns selten gesehen, ihre Freunde haben ab und zu auf mich aufgepasst und dass sogar für Monate wenn es sein musste. Lief nach dem Prinzip: Wer im Wohnheim da war, hat auf mich aufgepasst, wenn niemand zur Verfügung stand, war ich alleine. 

Und wenn meine Mutter da war, war es auch nicht gerade angenehm, sie ist sehr streng und wurde damals sehr schnell aggressiv, das heißt ich wurde oft geschlagen wenn ich mich ihrer Meinung nach nicht gut benahm, meistens gab es dann auch "Bestrafungen", wenn ich nicht respektvoll genug war, in Form von Schlägen oder je nach dem was ich tat, Minuten oder Stunden in der Ecke knien. Mit 8 oder 9 wurde ich das aller erste Mal von zu Hause rausgeschmissen, wahrscheinlich einer meiner schönsten Tage im Leben.
Nochmals als Zusatzinformation, ich bin eine Asiatin und es ist wahrscheinlich nichts neues wenn man streng erzogen wird, aber trotzdem nahm mich das alles sehr mit.
Ich fühle mich immer noch alleine gelassen und nicht geliebt, manchmal denke ich dass es auch daran lag, dass meine Mutter meinem großen Bruder so viel Liebe geschenkt hat, mich aber immer wie eine "Sklavin" behandelte. Er durfte soviel Scheiße bauen wie er wollte, ich musste als Frau aber immer bedacht handeln und perfekt sein. Meine Mutter meinte aber auch zu mir, dass ich ein Unfall war, also ungewollt und dazu kommt noch, dass sie nie eine Tochter wollte, sondern nur Söhne....  

Es gibt viel mehr Geschichten in meinen Leben die verdeutliche dass ich durch die Hölle gehen musste, aber ich denke dass reicht erstmal für eine Einsicht in unsere Mutter-Tochter-Beziehung.

ahjaa.... in der Grundschule kamen die ersten Selbstmordgedanken... ich brauchte Jahre um da raus zu kommen in dem ich mir einredete, dass egal wie schlecht es läuft, das solange man weiter lebt, man auch Hoffnung findet. 

Naja und jetzt bin 20 Jahre alt und weiß nicht mehr weiter, in diesen ganzen Jahren in der ich meine Kraft aufwendete damit es meiner Familie gut geht (sie sind immer noch undankbar), ist nichts besser geworden. Klar wir besitzen im Vergleich zu damals viel mehr Geld, aber unsere Familie ist kaputter denn je. Meine Mutter hat seit einigen Monaten starke Depressionen (und ich dachte schon eine gestörte und aggressive Mutter wäre anstrengend), sie liegt nur noch rum und schließt sich in ihrem Zimmer ein, nimmt Anti-Depressiva und Tabletten gegen Angstzustände und Panikattacken.

Zu meinem großen Bruder, er ist sozusagen ein kleiner Nichtsnutz. Er ist 6 Jahre älter als ich, benimmt sich aber wie ein Kind, kann nicht mit Geld umgehen, rennt in jede Vertragsfalle die es nur gibt (Meine Mutter und ich bügeln alle seine Fehler aus). Mal will er BWL studieren, mal Technik, mal will er arbeiten, mal will er ein Restaurant aufmachen... und diese Ideen wechseln gefühlt alle 10min, er wirkt auf uns sehr verwirrt und wir denken dass er vllt auch psychische Probleme haben könnte... Sein bester Freund hat mich letztens angeschrieben und meinte er hätte Angst mein Bruder würde sich umbringen wollen. 

Das eine ist, ich bin gerade in der Abiphase, kann mich aber auf nichts mehr konzentrieren. Mein Kopf ist voll und ich könnte jede Minute einfach anfangen zu weinen, obwohl ich dass nicht möchte. Habe selber das Gefühl ich werde verrückt, fühle mich so einsam und in Stich gelassen, ungeliebt und ausgenutzt.
Dazu kommt noch dass ich schon immer Schlafprobleme hatte, aber seit Monaten sind die extrem schlimm, ich mache Nächte durch und kann nicht mehr richtig essen. Habe in 3 Monaten 10kg abgenommen.
Es ist ein Teufelskreis... ich bin nur noch am versagen und fühle mich schwach.

Ich weiß einfach nicht mehr was ich für meine Familie machen kann, ich fühle mich so als wäre ich die Mutter und müsste mich um 2 psychisch kranke Kinder kümmern. Unter anderem bekam meine Mum vor 9 Jahren ein 3. Kind, mein kleiner Halbbruder, auf ihn musste ich auch schon seit er klein ist aufpassen, damit meine Mutter arbeiten geht. Habe ihn von der Grundschule abgeholt, war bei seinen Festen immer anwesend, koche bis heute noch für ihn und verbringe sein Geburtstag mit ihm, wenn keiner Zeit hat. Er ist auch für mich eher wie ein Sohn als ein Bruder, da meine Mutter die Verantwortung immer auf mich schub, sie meinte auch vor einigen Monaten zu mir, dass sie ihn nicht 100% so lieben könnte, als wäre er ihr eigener Sohn... als sie das gesagt hatte, dachte ich mein Herz bricht...Als würde es nicht reichen dass ich innerlich kaputt bin, ich habe auch Angst er könnte leiden. 

Ich bin kurzgefasst, einfach überfordert und meine Freunde verstehen mich nicht. Sie sagen immer, ich solle auf meine Familie scheißen, weil sie mir noch nie gut taten. Aber ich kann das nicht, ich kann sie nicht alleine lassen. Sie brauchen mich, sowie ich sie irgendwie brauche...

Naja...keine Ahnung was ich hier erwarte, aber wenn jemand irgendwelche Ratschläge hat?

Ein Stichwort ist wahrscheinlich auch Co-Abhängigkeit.

Rede mit deinem Hausarzt. Er kann dir eine Überweisung zum Psychologen geben. 
Wenn du keinen Abstand zu deiner Familie haben möchtest, kannst du in erster Linie nur an dir "arbeiten". Selbstbewusstsein, vorallem Selbstwertgefühl aufbauen. Die Schlafstörungen sind sicher starke Begleiterscheinungen. 
Du solltest irgendwo anfangen und dich Schritt für Schritt stärken. 
Ein Psychologe kann dir da sicher gut helfen. 
Deine Geschichte hört sich sehr traurig an und es ist nachvollziehbar warum es dir so geht. 
Maches in Bezug auf deine "Familie" wird dir eventuell später klarer. Für deinen kleinen Bruder und dich solltest du etwas ändern. Sowas braucht sehr viel Zeit. Aber es ist möglich.
Du kannst glücklich werden!

2 LikesGefällt mir Hiflreiche Antwort !
Teste die neusten Trends!
experts-club