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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Unzufriedenheit trotz erfülltem Leben?

Letzte Nachricht: 21. Februar 2012 um 11:44
N
noha_12332267
17.02.12 um 21:54

Hy!

Also vielleicht mag dem ein oder anderen mein "Problem" lächerlich vorkommen, aber mich bedrückt es einfach und ich weiß nicht, was mit mir los ist.

Ich habe eine Familie (Eltern, Geschwister) die mich lieben, wir haben alle ein freundschaftliches Verhältnis und ich kann mich jederzeit 110% auf sie verlassen.
Ich habe einen Partner der mich liebt wie ich bin, mit all meinen Fehlern und Macken. Ich liebe ihn auch sehr und bin froh einen solchen Menschen gefunden zu haben. Wir sind ein super Team und werden von allen um unseren super umgang miteinander beneidet.
Ausserdem habe ich einen Job der mir Spaß macht, der gut bezahlt wird und in dem ich viele Freiheiten habe.
Ich habe eine große Wohnung, viele Hobbys, 3 zuckersüße Katzen..

Für mich ist das nur irgendwie zuviel Idylle.. Alles so vorhersehbar, harmonisch und bieder/spießig. Herrgott ich weiß nichtmal wie ichs ausdrücken soll.

Ich denke manchmal darüber nach einfach abzuhauen, mal ein Jahr als Rucksacktouri durch die Welt zu reisen. Ich habe furchtbares Fernweh, das Gefühl etwas zu verpassen. Das mein Leben einfach an mir vorbei rast. Ich bin 27 (fast 28) und fühle mich, wie in einer midlife crisis.

Mein Partner und ich haben darüber nachgedacht, ein Kind zu bekommen, zu Heiraten. Innerlich würde ich auch gerne. Ich liebe Kinder (mittlerweile), aber irgendwas in mir hat auch Angst das dann "alles" vorbei ist.

Was ist nur los mit mir? Wieso kann ich nicht glücklich sein mit meiner Welt? Mit dem was ich erreicht habe? Wieso will ich meine Sicherheit aufgeben und habe doch gleichzeitig zuviel Angst, es einfach zu tun?

Geht es hier jemandem ähnlich? Gibt es für meine Sehnsucht einen Grund?

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E
ermete_12372505
17.02.12 um 22:04

Hey
grob gesagt findest Du dein Leben gerade langweilig. Mach doch hin und wieder mal einfach was spontanes. Ich denke jeder Mench hat hin und wiede solche Phasen. Aber man kann ja was degegen tun. Entweder nen spontanen Kurzurlaub oder sich ein neues Hobby suchen, halt was anderes machen als sonst. Ach ja und mit Kind ist ja nichts vorbei . Es ist nur anders und auch aufregend. Mit einem Kind erlebt man so allerhand. Also langweilig wird einem dabei nicht.

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N
noha_12332267
17.02.12 um 22:38
In Antwort auf ermete_12372505

Hey
grob gesagt findest Du dein Leben gerade langweilig. Mach doch hin und wieder mal einfach was spontanes. Ich denke jeder Mench hat hin und wiede solche Phasen. Aber man kann ja was degegen tun. Entweder nen spontanen Kurzurlaub oder sich ein neues Hobby suchen, halt was anderes machen als sonst. Ach ja und mit Kind ist ja nichts vorbei . Es ist nur anders und auch aufregend. Mit einem Kind erlebt man so allerhand. Also langweilig wird einem dabei nicht.

Eher keine Langeweile
Hm Langeweile. Eher nicht. Mehr eine Sehnsucht. Wie gesagt ich habe enormes Fernweh. Reisen unternehmen wir wenigsten 2mal im Jahr (normale 1-2wöchige Urlaube und mehrere Wochenendtrips). Aber ich will was völlig anderes.
Irgendwie will ich was extremes machen. Mit dem Fahhrad nach Italien, mit dem Rucksack quer durch England/Irland/Schottland. Einfach alle konventionen, regeln und Zwänge hinter mir lassen. Fliehen, ganz ganz weit weg. ICh weiß nur nicht vor was

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ermete_12372505
17.02.12 um 22:50
In Antwort auf noha_12332267

Eher keine Langeweile
Hm Langeweile. Eher nicht. Mehr eine Sehnsucht. Wie gesagt ich habe enormes Fernweh. Reisen unternehmen wir wenigsten 2mal im Jahr (normale 1-2wöchige Urlaube und mehrere Wochenendtrips). Aber ich will was völlig anderes.
Irgendwie will ich was extremes machen. Mit dem Fahhrad nach Italien, mit dem Rucksack quer durch England/Irland/Schottland. Einfach alle konventionen, regeln und Zwänge hinter mir lassen. Fliehen, ganz ganz weit weg. ICh weiß nur nicht vor was

Und
wenn Du es einfach mal wagen würdest. Wirklich einfach mal die Tasche packst und einfach mal verreist? Probier es doch wenns möglich sein sollte. Vielleicht weißt Du dann wo vor du "fliehen" möchtest.

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N
noha_12332267
17.02.12 um 23:55

Interessant
Hm das Buch klingt durch das Zitat recht interessant. Werde es mir mal bestellen und hoffen, dass ich vielleicht wege gezeigt bekomme, meine Antwort zu finden.

Ich wüsste zwar nicht wirklich welchen Mangel mein Leben haben sollte (doch, vielleicht ein gewisser Faktor-x der alles etwas "spannender" macht) aber manchmal will man unterbewusst die Antwort eigentlich garnicht wissen...

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S
sita_12572150
18.02.12 um 1:09

Keine Angst
Bei mir ist es quasi umgedreht. Ich habe zwei Kinder (4Monate und4Jahre) und ich sehe was die anderen in meinem Alter (28Jahre) so machen die keine Kinder haben und denke mir immer was für ein glück die haben, die können machen was sie wollen, wann sie wollen und wo auch immer. Aber jeden Abend wenn ich ins Bett gehe und meine Zwerge so beim schlafen zu sehe, weiss ich das ich sehr glücklich sein kann das ich sie habe. Sie sind immer für mich da, sie lieben mich einfach nur weil ich Mutti bin, na ja der große nicht immer, wenn ich mal wieder nein zum TV sagen dann, keine Sorge, ist die Idylle auch schon weg. Und wenn mein Mann und ich dann doch mal weg wollen, findet sich schon wer für die Kinder (dann muss man aber auch los lassen können).
Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen.
Kinder verändern viel, geben dir aber auch ein richtiges zu Hause UND das Gefühl echt gebraucht zu werden.

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Z
zeus_12440067
18.02.12 um 11:33

Und was hält Dich?
Also, wenn Du mal ein Kind oder Kinder hast, kannst Du solche Sachen mit Sicherheit die nächsten 20 Jahre vergessen. Es ist auch nicht so, dass Kinder glücklicher machen. Sie geben vielleicht dem Leben mehr Sinn, aber glücklicher machen sie insgesamt gesehen nicht.

Was genau hält Dich davon ab, für eine Zeitlang auszusteigen und wirklich etwas Extremeres zu tun? Eigentlich nur die Trägheit, oder?

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Z
zeus_12440067
18.02.12 um 11:35

Ach ja
Wenn Deine Familie und Dein Freund Dich so unterstützen - hast Du schon einmal mit ihnen darüber geredet? Wenn ja, wie war ihre Reaktion? Wenn nein, warum nicht?

Du schreibst übrigens nichts von Freunden - hast Du welche?

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N
noha_12332267
18.02.12 um 19:45
In Antwort auf zeus_12440067

Ach ja
Wenn Deine Familie und Dein Freund Dich so unterstützen - hast Du schon einmal mit ihnen darüber geredet? Wenn ja, wie war ihre Reaktion? Wenn nein, warum nicht?

Du schreibst übrigens nichts von Freunden - hast Du welche?

Nein
Freunde? Nein. Aber viele Bekannte. Ich bin früher oft von sogenannten Freunden im Stich gelassen oder gar ver*rscht worden. Irgendwann, nach dem vierten oder fünften mal wo du glaubst, dir hat jemand das Herz rausgerissen, schwört man sich, niemals wieder jemandem so sehr zu vertrauen, dass man ihn Freund nennt. Hast du schonmal auf der Beerdigung eines Freundes gestanden, hast dich bei einer Person entschuldigt, obwohl du nichtmal wusstest wofür und diese Person hat dich einfach mit den Worten stehen lassen: Verzeihen? Dir? Niemals. Ich weiß genau so wenig wie alle anderen gemeinsamen Bekannten, was ich ihr angeblich getan haben soll. Oder hast du schonmal von heute auf morgen nichts mehr von einem Freund gehört (logischerweise hab ich alles versucht sie zu treffen) nur damit der dir Jahre später auf der Straße begegnet und auf die Frage: Warum? Antwortet: "du warst nie für mich da" obwohl du diesen Freund IMMER auf Händen getragen hast und ihn als Einziger durch die schwerste Zeit seines Lebens begleitet hast, Tag und Nacht??

Ich habe noch nie mit meinem Freund darüber geredet. Ich würde ihn nur verletzten, dass weiß ich.
Er würde denken, ich brauche eine Auszeit von ihm, vielleicht sogar, dass ich ihn nicht mehr lieben würde.

Mit meiner Mam hab ich mal darüber gesprochen, sie hält das aber nur für so ne Art "kalte-Füße" kriegen, bevor es mit der Familienplanung "losgeht". Sie selbst ist ein Charakter, der die Geborgenheit und Sicherheit allem anderen vorzieht. Sie kann es schlichtweg nicht nachvollziehen. Ausserdem zählen sie darauf, dass ich da bin, wenn sie mich brauchen.

Was mich abhält,.. Gute Frage. Ich habe zwar recht viele Freiheiten in meinem Job, aber nur deshalb, weil ich auch viel investiere. Ich bin an 6 Tagen die Woche, mehr oder weniger Rund um die Uhr erreichbar, da kann ich nicht einfach so mal 1-2 Monate abhauen. Ausserdem wird mein Job zwar ganz gut bezahlt, aber davon geht eben viel für die "Sicherheit" drauf: Bausparverträge (wollen in ein paar Jahren ein Haus bauen), Versicherungen, Auto, Miete, Nebenkosten,.. Das wäre für einen alleine einfach zu viel, wenn der andere dann auch noch Geld braucht um durch die Gegend zu reisen.
Ausserdem habe ich ganz banal gesagt Angst. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der die finanzielle und gefühlte Sicherheit alles war/ist. Das ist ein "antrainiertes Verhaltensmuster" das man nicht einfach ablegt.

Genau das was du sagst: Ein Kind macht zwar glücklich, aber nicht glücklichER ist auch, was mich bis jetzt abgehalten hat, ein Kind zu bekommen. Ich möchte mit mir selbst im reinen sein bevor ich ein Kind kriege und dem dann im schlimmsten Falle die Schuld für meine Unzufriedenheit gebe.

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Z
zeus_12440067
19.02.12 um 19:27

Fassen wir mal zusammen
Ich finde es sehr interessant, wie Du Deine Situation selbst entlarvst. Das soll jetzt keine Beleidigung sein, aber ich finde, man kann bei Dir sehr gut zwischen den Zeilen lesen.

Liest man Deinen ersten Eintrag ist eigentlich alles klasse Job, Freund und Familie. Ein Kind wäre auch ganz okay in Zukunft. Nur halt dieses doofe Fernweh.

Liest man dann Deine weiteren Einträge, wendet sich das Bild. Dein Job ist zwar gut, aber Du bist 6 Tage die Woche eingespannt wie lange man das mit? Und was wäre, wenn Du wirklich Kinder bekommen würdest, wie würdest Du dann mit diesem Job klar kommen? Willst Du denn überhaupt wirklich Kinder, oder ist das nur, weil man das halt so macht?

Dein Freund: Ihr passt super zusammen etc, aber Du traust Dich nicht, mit ihm über das zu sprechen, was Du wirklich willst.

Deine Familie: unterstützt Dich 110 Prozent aber nur, wenn Du Dich so verhältst, wie sie es für richtig halten, oder?

Letztlich ist es doch einfach so, dass Dein weiterer Lebensweg vorgezeichnet ist: Job, Freund heiraten, ein-zwei Kinder, Hausbau und irgendwann springst Du in die Kiste.
Und weil Du Dich nicht so richtig traust, was Anderes zu machen, Du sonst keine richtigen Freunde hast, machst Du halt mit. Machen ja schließlich alle mit, oder?

Aber genau das möchtest Du doch nicht, oder?
Was spricht denn wirklich dagegen, auszubrechen?
Dein Freund? Wenn er Dich wirklich liebt, gibt er Dir den Freiraum. Oder macht sogar mit (aber lass mich raten, das würde er nicht, oder?)
Deine Familie? Die werden mit Sicherheit nicht begeistert sein, aber da musst Du Dich halt durchsetzen. Mit 27 darf man das.
Dein Job? Frag doch mal Deinen Chef, ob Du für 6 Monate oder 1 Jahr aussteigen könntest. Wenn nein, wie wären denn Deine Chancen auf einen neuen Job, wenn Du aussteigen würdest?
Die finanzielle Situation? Versicherungen etc. kann man durchaus für einige Monate beitragsfrei stellen. Den Bausparvertrag auch. Wenn Du wirklich etwas machen willst wie eine Fernwanderung oder eine Radtour, brauchst Du ja kaum Mittel, wenn Du es klug anstellst. Letztlich nur für Essen und eine gelegentliche Übernachtung im Hotel bei schlechtem Wetter.

Letztlich ist jedes Deiner Probleme derzeit noch lösbar. Wenn Du erst einmal verheiratet bist und ein Kind hast, ist es auf lange Zeit vorbei. Und ein Kind an sich macht auch nicht glücklicher oder per se glücklich, schon gar nicht, wenn man lieber etwas anderes machen würde. Kinder sind die ersten Jahre in erster Linie verdammt anstrengend. Und glaube bloß nicht, dass man mit kleinen Kindern noch irgendwie sinnvoll reisen kann, da heißt es dann Ferienhaus am Strand (ich weiß, wovon ich spreche).

Ich denke, Du solltest Dir erst einmal klar werden, welches Abenteuer Du willst. Ein halbes Jahr durch die Welt reisen, dürfte finanziell kaum drin sein (es sei denn, Du löst den Bausparvertrag auf, was vielleicht eine bessere Idee wäre als ein Haus zu bauen). Aber eine Weitwanderung oder eine lange Radtour wäre mit vergleichsweise wenig Mitteln machbar.
Hast Du Dich für eine Sache entschieden, brauchst es natürlich eine gewisse Vorbereitung. Wenn Du eine Weitwanderung machen willst, dann solltest Du schon mal eine Woche alleine mit dem Rucksack losziehen, um zu schauen, wie das so ist. Etc. Und dann kannst Du Deine Budgetprobleme lösen und die Sache mit Deinem Freund, Deinem Job und Deiner Familie klar machen.

(Im Übrigen verstehe ich Dich hundertprozentig, nur dass in meiner Situation mit 45, Familie und Haus ein Ausbrechen eben nicht mehr möglich ist und ich auf meine Tour auf dem Appalachian Trail noch 20 Jahren warten muss.)

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S
salal_12075956
19.02.12 um 21:03

Fühle mich auch so
du solltest zuerst herausfinden, ob das nur ein momentaner zustand ist oder ob es wohl läger so sein wird
wenn es vorrübergehend ist, mach einfach irgenwas verrücktes, was aufregendes.......
wenn es so bleibt, kinder kriegen

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U
umminti
21.02.12 um 11:44

@ posting von acetat, 17.2.12
Bravo acetat,
ein kluger Beitrag.

Ob er jedoch hilfreich sein kann, wissen wir beide nicht.

Jedenfalls bin ich erstaunt, dass es so eine Situation bei so jungen Leuten gibt.

Klingt -mit Verlaub- für mich eher öde und ereignislos.

Vlt.könnte man hier auch anmerken: Motto "Wenn es dem Esel zu wohl wird, will er auf's Eis".

Sorry, bitte dies nur als reines Zitat aufzufassen.

LG und Helau,
ummintielharra

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