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Unzufrieden und Niedergeschlagen

3. August 2017 um 18:41 Letzte Antwort: 4. August 2017 um 9:11

Hallo,
​ich schreibe jetzt meinen ersten Blogartikel im Netz. Ich bin 20 Jahre alt und habe ein ernsthaftes Problem.
​Ich war vor ca. einem Jahr in Peru und habe dort für sieben Monate einen Freiwilligendienst absolviert. Habe diesen aber nach einem halben Jahr abgebrochen und nicht weitergemacht. Ich war dort sehr einsam, habe mich nach ein paar Monaten isoliert und bin nicht mehr zu meinem Projekt hingegangen. Ich glaube, dass da auch ganz viele Faktoren von früher mit reingespielt haben. Ich habe mich schnell ausgegrenzt gefühlt, sehr offen über meine Gefühle gesprochen und mich oft nicht als Teil der Gruppe gefühlt.

​Die Arbeit war sehr hart, ich habe mit ganz unterschiedlichen Schicksälen zutun gehabt und mir das sehr zu Herzen genommen, was mir gesagt wurde. Mir wurde die Entscheidung abgenommen, und ich habe das Projekt beendet (frühzeitig). Ich habe ungefähr mit 30 Leuten darüber gesprochen und am Ende konnte ich mich selber nicht entscheiden, man hat mir quasie die Entscheidung aus der Hand genommen.

​Ich habe das Gefühl, dass sich die Situation wiederholt. Ich fühle mich unentschlossen, und statt es vorher selbst einmal reflektiert zu haben habe ich allen davon erzählt, aber mir selber nicht klar gemacht was ich will.
​Ich habe das Gefühl, dass meine Familie von mir erwartet endlich etwas durchzuziehen und einen Job zu haben, aber ich will es nicht von dem Gefühl meiner Familie abhängig machen.
​Meint ihr es ist wichtig sich  mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen oder rational zu denken und eine Entscheidung zu treffen?
​Ich habe Angst davor danach wieder ganz tief zu fallen, und mich wieder zu isolieren und mich abzuschotten von der Welt da draußen, wenn ich rational entscheide. Ich kann es mir nur so erklären, dass es mir nicht so gut geht weil ich hier nichts zu tun habe und mich unausgefüllt fühle.. Aber nur weil man nichts zu tun, sollte man sich doch nicht gleich schlecht fühlen?
​Ich habe das Gefühl, dass nur weil ich gar nichts tue ich ein schlechter Mensch bin und es nicht verdient habe glücklich zu sein.
​Also für die langfristige Glücklichkeit trägt das glaube ich nicht bei, dass man nichts tut,  aber wenigstens das man mit sich selber zufrieden ist im Moment wäre doch okay oder?
​Ich mag mich nicht wirklich, ich bereue und zweifle viele Entscheidungen in meinem Leben an und ich würde am Liebsten alles in meinem Leben perfekt haben..
​Ich möchte einen tollen Job, viele Freunde, sportlich sein, und mich engagieren.
​Ich weiß, dass ich es schaffen kann aber oft geht mir schon nach ein paar Tagen die Puste aus! Ich habe dann keine Motivation mehr und würde am Liebsten einfach nur den ganzen Tag im Bett bleiben.
​Was würdet ihr mir raten?
​Ich habe mir schon ganz viele Ratgeber gelesen zum Thema Entscheidungen treffen, aber mir hat nichts davon bisher wirklich geholfen.
Bzw. habe ich mich danach immer sehr unter Druck gesetzt gefühlt all diese Dinge auf einmal zu erfüllen. 
​Im Internet hab ich schon ganz viele Depressionstests gemacht und war immer in der Skala "Schwere Depression" eingestuft.
​Ich habe auch schon mal Psychotherapie gehabt, nachdem sich meine Eltern getrennt haben. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl ein Psychologe kann mir auch nicht weiterhelfen, weil ich ja erstmal selber wissen muss was ich will und wie ich fühle. Ich bin der Schlüssel zu mir selber. Aber wenn ich der Schlüssel bin, dann mache ich mich nur selber die ganze Zeit runter. 
​Heute zum Beispiel habe ich nur vor dem Laptop gesessen und nichts getan, mir nur Dinge zur Depression angeguckt und das hat meine Laune extrem verschlechtert und mich verwirrt. Vielleicht hilft das Auslassen des Laptops für ein paar Tage schon weiter.
​Und ich habe das Gefühl ich bin 20 Jare alt und habe bisher nur mein Abitur, aber nichts anderes geschafft. Weder Studium, noch Ausbildung... Ich habe Angst davor mich nie entscheiden zu können!!
Ich bin eine Versagerin (

​Kennt irgendjemand ein Problem davon?
 

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4. August 2017 um 8:06

Natürlich ist es schlecht für das eigene Befinden, wenn man gar nichts zu tun hat bzw. arbeitslos ist. Das drückt ganz schön auf die Seele und nur sehr merkwürdige Zeitgenossen können das auf Dauer frewillig mitmachen und ihr Leben vor dem Fernseher verbringen.

Ein Psychologe ist genau dafür da, dass er dir dabei hilft, herauszufinden was du willst und wie du Entscheidungen treffen kannst. Anstatt dich hinter Internetdiagnosen zu verstecken, solltest du wieder in die Therapie und dir helfen lassen, wenn du ohne fremde Hilfe nicht handlungsfähig bist.

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4. August 2017 um 9:11

Guten Morgen, 

am besten schaust du dich mal in der Arbeitswelt um. Du kannst zu Messen gehen oder anderen Veranstaltungen. Da kannst du dir erstmal ansehen, was dir generell zuspricht. 

Du hast auf jeden Fall keinen Stress mit deinen 20 Jahren! Du hast noch viel vor dir und wenn du dich mal entschieden hast und es gefällt dir nicht, liegt es ganz alleine an dir, ob du es weiter machen möchtest oder nicht. Natürlich ist es nicht von Vorteil, wenn man z.B. eine Ausbildung nach der anderen anfängt und sie nicht zu Ende macht, da solltest du schon etwas drauf achten. 

Du kannst natürlich auch studieren. Manche studieren bis sie 30 sind und manche nur einen Studiengang und sind zufrieden. 

Lass alles auf dich zu kommen und setz dich bewusst für deine Interessen ein! Dann passiert alles von ganz alleine.

Einen Therapeuten würde ich persönlich noch nicht dazu nehmen, denn sobald man etwas festes integriert hat in seinem Leben, wie ein Studium oder eine Ausbildung/Arbeit, kommt der Aufschwung meist von ganz alleine. 

Es gibt ja auch verschiedene Modelle, wenn du nicht weißt, ob studieren oder arbeiten. Da bietet sich z.B. das duale Studium an, etc.

Liebe Grüße 

MISSLM 

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