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Unzufrieden mit allem - Gefühl immer das falsche zu tun

25. November 2014 um 21:07

Hallo ihr Lieben!
Es gibt sicher schon zig Themen dieser Art, aber mir hat trotzdem nichts so richtig weitergeholfen..
Also, kurz zu mir, ich bin 19 Jahre alt und habe vor 3 Monaten angefangen etwas soziales zu studieren.

Ich hab mich immer total auf die Studienzeit gefreut und konnte es kaum erwarten und obwohl ich in einer Kleinstadt gelandet bin, nicht in einer Großstadt, wie ich es eigentlich immer wollte, dachte ich mir egal, du machst das beste draus. Naja, ich sag mal die Stadt ist in Ordnung, aber mit Freizeitgestaltung nach meinem Geschmack ist hier nicht wirklich was geboten.. aber das Studium ist ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte, wir sind sehr wenig Leute an einer kleinen FH, dadurch fühlt sich alles irgendwie mehr schulisch an. Bis auf ein paar Module interessiert mich das meiste leider gar nicht und mir fällt es in den Vorlesungen schwer, mich auf das wesentliche zu konzentrieren. Es gibt schon Inhalte, die mich interessieren, aber selbst dann kann ich mich nicht dazu motivieren diese aufzuarbeiten oder irgendwas dafür zu tun. Sehr viele Sachen verstehe ich auch gar nicht. Und wenn ich sehe, wie Kommilitonen total in diesem Studium aufgehen, frage ich mich, wieso das nicht bei mir so ist.. ich überlege schon, ob ich vielleicht gar nicht fähig zu einem Studium bin, ich weiß nicht ob denke ich, dass eine Ausbildung vielleicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Andererseits will ich auch nicht einfach mein Studium abbrechen, ich habe schon 1 Jahr damit verbracht, zu überlegen was ich will, habe Praktika gemacht und mir eine Auszeit genommen. Wie sieht das denn aus, wenn ich jetzt einfach alles dahin schmeiße?!

Mit den Leuten hier werde ich aber auch nicht richtig warm.. es gibt eine kleine Gruppe, mit der ich mich durch den Uni-Alltag schlage, aber das wars dann auch schon. Dann kommt noch dazu, dass das mit der Wohnungssuche ein ziemliches Chaos war. Eigentlich wollte ich von Anfang an alleine wohnen, aber letztendlich bin ich aus Kostengründen in eine 3er WG mit 2 anderen Mädels gezogen, in der ich mich von Anfang an nicht wohlfühlte. Ich fühle mich dort immer noch wie ein ''Eindringling'' und nicht wirklich Zuhause. Am Wochenende fahre ich meistens nach Hause in meine Heimat und würde dann am liebsten gar nicht wieder zurück in meinen Studienort.. Ich bin einfach mit allem unzufrieden und habe das Gefühl, seit ich hier bin nur falsche Entscheidungen zu treffen/ getroffen zu haben.. Außerdem hab ich deutlich zugenommen, weil ich aus Frust einfach alles in mich reinfresse, was mich natürlich zusätzlich belastet.. Ich fühle mich die meiste Zeit sehr alleine und unverstanden, kann mit keinem wirklich über diese Situation reden, deshalb musste ich jetzt einfach mal hier Frust ablassen.. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich fühle mich wie ein Versager, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiß.. Es erscheint mir alles so sinnlos.

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25. November 2014 um 21:26

Naja,
das größte Problem ist meist, dass du frisch aus der Schule kommst bzw. noch nie richtig FREIzeit hattest von der Schule. Was hast du denn nach der Schule gemacht? War da noch was wie ein FSJ oder Au pair oder dergleichen?

Manchmal brauch man einfach mal ein wenig Auszeit, sei es nur ein paar Monate bis ein Jahr. Einfach mal NICHTS TUN. Hat bei mir auch geholfen nach der Schule.

Vllt hast du einfach keinen Bock, schon wieder zur Schule zu gehen bzw. Uni.

Wie intensiv hast du denn dich mit dem Studienfach auseinandergesetzt, was du studierst? Willst du das überhaupt? Pro und Contra mal gegenübergestellt? Weißt du, wo und als was du später arbeitest?

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24. Januar 2015 um 7:30

Ging mir ähnlich
Hallo,

ich kann deine Situation gut verstehen. Ging mir ähnlich, als ich studierte. Studieren ist nicht immer so spannend, wie man es sich in der Schule vorgestellt hat. In der Schule bemühen sich die Lehrer, die Themen interessant aufzubereiten, an der Uni ist alles viel trockener. Auch Leute kennenzulernen, fand ich nicht einfach in der neuen Stadt. Dass du dich in der WG nicht wohlfühlst, wenn man sich nicht so richtig sympathisch ist, kann ich auch nachvollziehen. Es liegt also nicht an dir, du bist nur in einer suboptimalen Situation.

Mein Rat geht in die Richtung, sich nicht als Opfer der Umstände zu empfinden oder an sich selbst zu zweifeln, sondern die Dinge aktiv in die eigenen Hände zu nehmen. Das heisst erstens, such dir einen Ausgleich in der Stadt, in der du wohnst. Das kann ein Hobby sein oder ein Nebenjob. So lernst du andere Leute kennen, mit der Zeit hoffentlich auch Freunde, und du kommst auf andere Gedanken, bist nicht immer nur in der Welt, in der du Probleme hast. Die Uni-Welt wird dann weniger wichtig. Ein Nebenjob hätte vielleicht den Vorteil, dass du damit mehr Geld hättest, um dir eine eigene Wohnung zu leisten. Aus der WG würde ich nämlich versuchen rauszukommen. Vielleicht kannst du ja auch in den Ferien genug dafür verdienen. Ein Nebenjob der besonderen Art wäre alles in Richtung Prostitution, da wärst du dann richtig in einer anderen Welt und hättest richtig Kohle, aber da muss frau auch seehr vorsichtig sein, dass das zu ihr passt, sonst wirst du unglücklich.

Zur Frage Studium oder Lehre: als Azubine arbeitest du viel konkreter, handfester und mit mehr Erfolgsrückmeldung als im Studium. Auch die Kontakte sind nicht so oberflächlich. Allerdings verdienst du später weniger, hast einen schlechteren Status. Wenn dir die Zeit dafür reicht, empfehle ich dir, dich zu erkundigen über die Alternativen, auch einkommensmässig, und dann zu entscheiden. Gib dir noch ein wenig Zeit. Schau dir in einem Praktikum an, wie die Leute arbeiten, die dasselbe studiert haben wie du, frag sie, wie sie das Studium fanden, welche Inhalte hilfreich waren, wie du dich motivieren kannst. Dann entscheide. Du kannst auch eine Lehre machen und später weiterstudieren (aber vorher genau erkundigen, ob oder wie das geht). Dann vielleicht einen Beruf aus demselben Bereich oder etwas, das für einen Sozialarbeiter sehr nützlich ist. (Vielleicht fehlt denen ja oft z.B. kaufmännisches oder krankenpflegerisches Wissen o.ä., frag sie.)

Also, verwende deine Zeit nicht aufs Grübeln, mit dir ist alles in Ordnung, pack's an.

In diesem Sinne, alles Gute

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4. Februar 2015 um 18:09

Entscheide dich jetzt!
Hey, dein Eintrag ist schon recht alt, aber vielleicht brauchst du ja dennoch noch ne Antwort. Ich kenne wie du dich fühlst, ich habe mein erstes Fach auchgeschmissen, leider zu spät, deswegen rate ich dir es rechtzeitig zu machen.

Vorallem wenn du etwas studierst was man auch auf anderen Wegen erreichen kann, wie Ausbildung/Weiterbildung, dann solltest du ernsthaft darüber nachdenken.

Oder wenn es DER Job ist, dann beiße dich durch, vorallem wenn du es auch bisher erfolgreich absolviert hast (darüber hast du ja nichts gesagt). Achte auf dich und überlaste dich nicht.

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4. Februar 2015 um 18:28
In Antwort auf nightstranger

Ging mir ähnlich
Hallo,

ich kann deine Situation gut verstehen. Ging mir ähnlich, als ich studierte. Studieren ist nicht immer so spannend, wie man es sich in der Schule vorgestellt hat. In der Schule bemühen sich die Lehrer, die Themen interessant aufzubereiten, an der Uni ist alles viel trockener. Auch Leute kennenzulernen, fand ich nicht einfach in der neuen Stadt. Dass du dich in der WG nicht wohlfühlst, wenn man sich nicht so richtig sympathisch ist, kann ich auch nachvollziehen. Es liegt also nicht an dir, du bist nur in einer suboptimalen Situation.

Mein Rat geht in die Richtung, sich nicht als Opfer der Umstände zu empfinden oder an sich selbst zu zweifeln, sondern die Dinge aktiv in die eigenen Hände zu nehmen. Das heisst erstens, such dir einen Ausgleich in der Stadt, in der du wohnst. Das kann ein Hobby sein oder ein Nebenjob. So lernst du andere Leute kennen, mit der Zeit hoffentlich auch Freunde, und du kommst auf andere Gedanken, bist nicht immer nur in der Welt, in der du Probleme hast. Die Uni-Welt wird dann weniger wichtig. Ein Nebenjob hätte vielleicht den Vorteil, dass du damit mehr Geld hättest, um dir eine eigene Wohnung zu leisten. Aus der WG würde ich nämlich versuchen rauszukommen. Vielleicht kannst du ja auch in den Ferien genug dafür verdienen. Ein Nebenjob der besonderen Art wäre alles in Richtung Prostitution, da wärst du dann richtig in einer anderen Welt und hättest richtig Kohle, aber da muss frau auch seehr vorsichtig sein, dass das zu ihr passt, sonst wirst du unglücklich.

Zur Frage Studium oder Lehre: als Azubine arbeitest du viel konkreter, handfester und mit mehr Erfolgsrückmeldung als im Studium. Auch die Kontakte sind nicht so oberflächlich. Allerdings verdienst du später weniger, hast einen schlechteren Status. Wenn dir die Zeit dafür reicht, empfehle ich dir, dich zu erkundigen über die Alternativen, auch einkommensmässig, und dann zu entscheiden. Gib dir noch ein wenig Zeit. Schau dir in einem Praktikum an, wie die Leute arbeiten, die dasselbe studiert haben wie du, frag sie, wie sie das Studium fanden, welche Inhalte hilfreich waren, wie du dich motivieren kannst. Dann entscheide. Du kannst auch eine Lehre machen und später weiterstudieren (aber vorher genau erkundigen, ob oder wie das geht). Dann vielleicht einen Beruf aus demselben Bereich oder etwas, das für einen Sozialarbeiter sehr nützlich ist. (Vielleicht fehlt denen ja oft z.B. kaufmännisches oder krankenpflegerisches Wissen o.ä., frag sie.)

Also, verwende deine Zeit nicht aufs Grübeln, mit dir ist alles in Ordnung, pack's an.

In diesem Sinne, alles Gute

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Vielen Dank für deine Antwort!
Es ist ja jetzt ein bisschen Zeit vergangen und ich habe noch viel überlegt, bin Alternativen und viele Möglichkeiten im Kopf durchgegangen, aber zu keinem richtigen Ergebnis gekommen. Ich bin immer noch nicht ganz glücklich mit meiner Situation, aber es hat sich doch gebessert. Was mir noch klar geworden ist, dass ich das Studium an sich gar nicht so schrecklich finde, im Zweifelsfall gibt es auch noch interessante Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich werde das hier jetzt wohl erstmal weiter machen, mir ne eigene kleine Bude suchen, mit der Hoffnung, dass sich da was bezahlbares finden lässt und wie du schon sagst.. ein Hobby suchen! Ich muss dem ganzen hier glaub ich einfach mal ne Chance geben und nicht alles so negativ sehen, denn es gibt auch durchaus positive Seiten. Und sollte ich irgendwann DEN Masterplan haben, kann ich immer noch umschwanken. Wer findet schon heutzutage auf Anhieb den richtigen Weg, oder?

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