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Untersuch beim Frauenarzt nach Vergewaltigung

14. Oktober 2012 um 15:47

Gerne möchte ich wissen, was ein Frauenarzt oder Ärzte im Spital nach einer Vergewaltigung alles untersuchen.

Als Kind ist mir etwas Schlimmes passiert. Von der Polizei wurde ich gefunden und diese haben einen Krankenwagen bestellt, der mich direkt ins Krankenhaus gebracht hatte.

Wage kann ich mich daran erinnern, dass plötzlich Polizisten da waren und dann nur noch an die laute Sirene des Krankenwagens. Wie ich im Krankenhaus angekommen bin und was danach passiert ist, weiss ich nicht mehr.

Es ist mir auch nicht klar, ob ich das Bewusstsein von alleine verloren habe oder ob ich mich einfach nicht mehr daran erinnern kann. Wahrscheinlich bekam ich irgendwann eine Narkose oder so, ich bin erst viel später wieder erwacht...

Weil ich ja relativ lange nicht bei Bewusstsein war, möchte ich auch wissen, ob man mich damals genügend grüntlich gewaschen hat. Fühle mich heute noch schmutzig und stelle mir vor, dass ich den Dreck gar nicht mehr wegbringen kann.

Werden Kinder und junge Frauen in einer solchen Situation anders behandelt? Ist es normal, dass man nicht genau erfährt, was im Krankenhaus alles gemacht wurde, wenn man nicht speziell danach fragt oder vielleicht weil man noch ein Kind ist?

Kann mir jemand diese Fragen beantworten? Danke für Eure Hilfe!

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15. Oktober 2012 um 15:07

Man möchte es wissen - aber ob man es auch erträgt, wenns schlimm war?
Liebe Sonbitter

Bei mir war es ganz ähnlich, evtl. war ich beim Ereignis etwas älter (schwer zu sagen). Ich kann mich nicht an jedes Detail und an jede Untersuchung im Krankenhaus erinnern. Es war auf jedenfall sehr unangenehm besonders nachdem was passiert war und auch gerade, weil ich damals ein Teenager war.

Einige Untersuchungen fanden bei mir während einer Vollnarkose statt. Man hat mir dann aber ungefähr erzählt, was gemacht wurde. Damals wollte ich das gar nicht hören.
Ich weiss auch aus diesen Gesprächen, dass man mich erst nach der Untersuchung zur Beweisaufnahme gewaschen hatte, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt nicht bei Bewusstsein war. Später, einige Zeit nach der Aufwachphase durfte ich dann aber nochmals Duschen gehen. Dies wurde mir sogar angeboten, ohne dass ich darum fragen musste. Dabei war nur noch eine zurückhaltende Krankenschwester anwesend, die mir geholfen hatte, weil es mir dauern schwarz vor Augen wurde... trotzdem habe ich mich seither nie wirklich sauber gefühlt - da kann man wohl Schruppen, bis man sich ganz auflöst! (Hoffe, Du weisst, wie ich das meine - das schlechte Gefühl bringt man trotzdem nicht ganz weg).

Im Krankenhaus haben sich Alle grosse Mühe gegeben, ich denke die haben das Bestmögliche versucht zu machen.
Ein Tag nach der Einlieferung im Krankenhaus kam sogar ein Jugendpsychiater zu mir und hat mit mir gesprochen, erklärt was im Polizeiprotokoll geschrieben wurde und so... ich wäre am liebsten im Erdboden versunken, habe mich geschämt, konnte keine Fragen stellen, wollte am Liebsten gar nichts hören und schon gar nicht selbst darüber sprechen...

Vielleicht waren damals die Wunden noch zu frisch, oder man kann sowas einfach niemals ertragen!? Manchmal möchte ich auch genauer wissen, wie es damals alles abgelaufen ist. Möglicherweise käme ich mit all den Details aber nicht klar und so ist es vielleicht in meinem Fall besser, nicht alles zu wissen oder sich nicht an alles zu erinnern.

Es tut mir sehr leid, dass man Dir damals nicht angeboten hat, über die Details der Eingriffe und Untersuchungen Bescheid zu geben. Möglicherweise warst Du noch sehr jung und man wollte es Dir nicht zumuten, oder Dich nicht noch mehr belasten... aber richtig finde ich es nicht. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit Deine Krankenakte einzusehen. Hoffe Du bist dafür stark genug, wünsche Dir unendlich viel Kraft!

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15. Oktober 2012 um 20:55
In Antwort auf nurtraurig

Man möchte es wissen - aber ob man es auch erträgt, wenns schlimm war?
Liebe Sonbitter

Bei mir war es ganz ähnlich, evtl. war ich beim Ereignis etwas älter (schwer zu sagen). Ich kann mich nicht an jedes Detail und an jede Untersuchung im Krankenhaus erinnern. Es war auf jedenfall sehr unangenehm besonders nachdem was passiert war und auch gerade, weil ich damals ein Teenager war.

Einige Untersuchungen fanden bei mir während einer Vollnarkose statt. Man hat mir dann aber ungefähr erzählt, was gemacht wurde. Damals wollte ich das gar nicht hören.
Ich weiss auch aus diesen Gesprächen, dass man mich erst nach der Untersuchung zur Beweisaufnahme gewaschen hatte, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt nicht bei Bewusstsein war. Später, einige Zeit nach der Aufwachphase durfte ich dann aber nochmals Duschen gehen. Dies wurde mir sogar angeboten, ohne dass ich darum fragen musste. Dabei war nur noch eine zurückhaltende Krankenschwester anwesend, die mir geholfen hatte, weil es mir dauern schwarz vor Augen wurde... trotzdem habe ich mich seither nie wirklich sauber gefühlt - da kann man wohl Schruppen, bis man sich ganz auflöst! (Hoffe, Du weisst, wie ich das meine - das schlechte Gefühl bringt man trotzdem nicht ganz weg).

Im Krankenhaus haben sich Alle grosse Mühe gegeben, ich denke die haben das Bestmögliche versucht zu machen.
Ein Tag nach der Einlieferung im Krankenhaus kam sogar ein Jugendpsychiater zu mir und hat mit mir gesprochen, erklärt was im Polizeiprotokoll geschrieben wurde und so... ich wäre am liebsten im Erdboden versunken, habe mich geschämt, konnte keine Fragen stellen, wollte am Liebsten gar nichts hören und schon gar nicht selbst darüber sprechen...

Vielleicht waren damals die Wunden noch zu frisch, oder man kann sowas einfach niemals ertragen!? Manchmal möchte ich auch genauer wissen, wie es damals alles abgelaufen ist. Möglicherweise käme ich mit all den Details aber nicht klar und so ist es vielleicht in meinem Fall besser, nicht alles zu wissen oder sich nicht an alles zu erinnern.

Es tut mir sehr leid, dass man Dir damals nicht angeboten hat, über die Details der Eingriffe und Untersuchungen Bescheid zu geben. Möglicherweise warst Du noch sehr jung und man wollte es Dir nicht zumuten, oder Dich nicht noch mehr belasten... aber richtig finde ich es nicht. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit Deine Krankenakte einzusehen. Hoffe Du bist dafür stark genug, wünsche Dir unendlich viel Kraft!

Untersuchungen?
Du schreibst, dass man Dir ungefähr erzählt hat, was untersucht wurde. Ist es Dir möglich darüber zu sprechen? Kannst Du mir diese Untersuchungen, die gemacht wurden erklären? Wie lange musstest Du damals im Krankenhaus bleiben?

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15. Oktober 2012 um 21:51
In Antwort auf clyde_12836545

Untersuchungen?
Du schreibst, dass man Dir ungefähr erzählt hat, was untersucht wurde. Ist es Dir möglich darüber zu sprechen? Kannst Du mir diese Untersuchungen, die gemacht wurden erklären? Wie lange musstest Du damals im Krankenhaus bleiben?

Schwierig!!!
Es fällt mir unheimlich schwer darüber zu schreiben, aber ich denke Du kannst das nachvollziehen und weil ich hoffe Dir mit diesen Angaben etwas zu helfen, werde ich es versuchen. Ich kann Dir aber nur grob etwas mehr Details angeben:

Ich weiss, dass man als erstes meine Wunden versorgt hatte. An mehreren Stellen musste ich genäht werden, damit die Blutungen gestoppt werden konnten. Dann haben Sie geschaut, wo überall Verletzungen waren und die Daten für die Beweisaufnahme gesichert. Zum Beispiel auch die DNA mittels dem noch vorhandenen Sperma. Das muss, soweit ich informiert bin innert 24 h gemacht werden. Ich habe später erfahren, dass auch Fotos der Verletzungen für die Beweisaufnahme gemacht wurden. Evtl. haben sie mir gesagt, was fotografiert wurde, aber das weiss ich nicht mehr. Die Fotos habe ich nie gesehen und wollte es auch nicht. Mein Körper wurde dann gewaschen. Das geschah alles ohne dass ich bei Bewusstsein war.

Später, als ich bei Bewusstsein war, wurde ich täglich untersucht. Immer und immerwieder hat ein Frauenärztin meine Unterleibsverletzungen kontrolliert. Manchmal waren auch noch andere Mediziner anwesend. Anscheinend gab es in den ersten Tagen ein Problem mit der einen Naht... die Blutung konnte lange nicht ganz gestoppt werden. Verbände und so wurden auch immer wieder gewechselt.

Die Untersuchungen habe ich als sehr schmerzhaft in Erinnerung. Kann aber nicht sagen ob die Schmerzen mehr physische oder psychische Ursachen hatten.

Ich musste mindestens eine Woche oder sogar etwas länger bleiben. So genau weiss ich das jetzt nicht mehr. Die Zeit verläuft nach einem solchen Ereignis plötzlich ganz anders - wird unfassbar.
Da ich anscheinend zu wenig gegessen hatte und weil der Jugendpsychiater sich meines Zustandes nicht sicher genug war, musste ich direkt nach dem Krankenhausaufenthalt in eine Klinik. Da blieb ich aber nicht sehr lange, weil es mir überhaupt nicht wohl war und weil ich dann möglichst bald wieder zur Schule gehen musste... Wichtig war, dass ich mit den einzunehmenden Medikamenten umgehen konnte.

Die Nachsorgeuntersuchungen (Wundversorgung, oder wie man das nennt) musste ich bei einem Frauenarzt machen lassen, der die Akten vom Spital erhalten hatte. Der hat immer ganz schön alles erklärt, was er machte und ich habe davon nichts mitbekommen, weil ich vor lauter Peinlichkeit, Verzweiflung, Schmerzen - "was weiss ich" nicht zuhören konnte. Wollte einfach immer so rasch wie möglich wieder weg...

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