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Unterschied Depression / Psychose

27. Juni 2008 um 19:49

Wie unterscheidet man das?
Beide Krankheiten haben fast gleiche Symptome werden aber unterschiedlich behandelt.

Kann mir jemand das sagen?

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27. Juni 2008 um 21:20

Hallo
danke für deine Antwort.

Aber wie kann man diese Beiden Krankheiten anhand der Symptome unterscheiden, scheint mir fast unmöglich?

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27. Juni 2008 um 22:02

Das sind doch völlig unterschiedliche Dinge.
Bei einer Psychose geht der Realitätsbezug verloren, man hat Halluzinationen bzw. Wahnvorstellungen, glaubt, dass sich das "Außen" verändert (hat). Meist verhält man sich aufgrund der Wahrnehmungsstörungen sehr auffällig bzw. vom "Normalen" abweichend.

Bei Depressionen ist die Stimmung krankhaft niedergedrückt, und man kann sich zu nichts aufraffen (nicht wollen können). Mitunter fühlt man sich von der Welt entfremdet, sieht das Problem/die Veränderung aber bei sich. Das Verhalten ist von Rückzug und Passivität geprägt, was vom Umfeld gern mal als "faul" und "lässt sich hängen" interpretiert wird, aber nicht weiter auffällig ist. Bei sehr schweren Depressionen können psychotische Symptome hinzukommen.

Angst kann bei beiden Störungen vorkommen, bezieht sich bei Depressionen aber eher darauf, z.B. dem Leben nicht gewachsen zu sein. Bei Psychosen entsteht die Angst aus der Wahrnehmungsstörung, die die verändert erscheinende Umwelt bedrohlich werden lässt. Oft ergibt sie sich auch direkt aus den Wahninhalten.

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27. Juni 2008 um 22:28
In Antwort auf joss_12916822

Das sind doch völlig unterschiedliche Dinge.
Bei einer Psychose geht der Realitätsbezug verloren, man hat Halluzinationen bzw. Wahnvorstellungen, glaubt, dass sich das "Außen" verändert (hat). Meist verhält man sich aufgrund der Wahrnehmungsstörungen sehr auffällig bzw. vom "Normalen" abweichend.

Bei Depressionen ist die Stimmung krankhaft niedergedrückt, und man kann sich zu nichts aufraffen (nicht wollen können). Mitunter fühlt man sich von der Welt entfremdet, sieht das Problem/die Veränderung aber bei sich. Das Verhalten ist von Rückzug und Passivität geprägt, was vom Umfeld gern mal als "faul" und "lässt sich hängen" interpretiert wird, aber nicht weiter auffällig ist. Bei sehr schweren Depressionen können psychotische Symptome hinzukommen.

Angst kann bei beiden Störungen vorkommen, bezieht sich bei Depressionen aber eher darauf, z.B. dem Leben nicht gewachsen zu sein. Bei Psychosen entsteht die Angst aus der Wahrnehmungsstörung, die die verändert erscheinende Umwelt bedrohlich werden lässt. Oft ergibt sie sich auch direkt aus den Wahninhalten.

Nein
leider sind die Symptome Depression Psychose gleich. es gibt nicht immer so Extreme Psychosen mit Wahnvorstellungen. Gib mal in google psychose Symptome ein und Depression Symptome, die sind nahezu gleich.

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28. Juni 2008 um 12:10
In Antwort auf 112222

Nein
leider sind die Symptome Depression Psychose gleich. es gibt nicht immer so Extreme Psychosen mit Wahnvorstellungen. Gib mal in google psychose Symptome ein und Depression Symptome, die sind nahezu gleich.

Wenn ich es jetzt mal
dem Diagnosemanual ICD-10 entnehme, sind Depressionen folgendermaßen definiert: "Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) Episoden, leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen."

Als "psychotisch" bezeichnet die ICD-10 das Vorkommen von Halluzinationen, wahnhaften Störungen oder bestimmten Formen schweren abnormen Verhaltens, wie schwere Erregungszustände, Überaktivität, ausgeprägte psychomotorische Hemmungen und katatone Störungen. Auch wenn sich die Symptome zum Teil überschneiden (z.B. Agitiertheit und psychomotorische Hemmung), kommen die hier genannten psychotischen Charakteristika erst bei schweren Depressionen zum Tragen und die haben sich vorher schon nicht-psychotisch geäußert. Also mindestens daran, was an Symptomen sonst noch da ist bzw. eben nicht da ist, lässt es sich recht gut unterscheiden.

Von außen nicht so gut zu unterscheiden sind Depressionen von Schizophrenie, die aber nicht mit Psychosen gleichzusetzen ist. Da besteht der grundsätzliche Unterschied zu Depressionen darin, dass Schizophrenie eine Informationsverarbeitungsstörung ist. Außerdem: "Die schizophrenen Störungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet." (ICD-10) Verflachte Affekte bedeutet eine gewisse, scheinbare Emotionslosigkeit, nicht aber niedergedrückte Stimmung. Letztere ist das charakteristische Kennzeichen der Depression.

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28. Juni 2008 um 12:49
In Antwort auf joss_12916822

Wenn ich es jetzt mal
dem Diagnosemanual ICD-10 entnehme, sind Depressionen folgendermaßen definiert: "Bei den typischen leichten (F32.0), mittelgradigen (F32.1) oder schweren (F32.2 und F32.3) Episoden, leidet der betroffene Patient unter einer gedrückten Stimmung und einer Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert. Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der leichten Form kommen Schuldgefühle oder Gedanken über eigene Wertlosigkeit vor. Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten "somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder schwer zu bezeichnen."

Als "psychotisch" bezeichnet die ICD-10 das Vorkommen von Halluzinationen, wahnhaften Störungen oder bestimmten Formen schweren abnormen Verhaltens, wie schwere Erregungszustände, Überaktivität, ausgeprägte psychomotorische Hemmungen und katatone Störungen. Auch wenn sich die Symptome zum Teil überschneiden (z.B. Agitiertheit und psychomotorische Hemmung), kommen die hier genannten psychotischen Charakteristika erst bei schweren Depressionen zum Tragen und die haben sich vorher schon nicht-psychotisch geäußert. Also mindestens daran, was an Symptomen sonst noch da ist bzw. eben nicht da ist, lässt es sich recht gut unterscheiden.

Von außen nicht so gut zu unterscheiden sind Depressionen von Schizophrenie, die aber nicht mit Psychosen gleichzusetzen ist. Da besteht der grundsätzliche Unterschied zu Depressionen darin, dass Schizophrenie eine Informationsverarbeitungsstörung ist. Außerdem: "Die schizophrenen Störungen sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet." (ICD-10) Verflachte Affekte bedeutet eine gewisse, scheinbare Emotionslosigkeit, nicht aber niedergedrückte Stimmung. Letztere ist das charakteristische Kennzeichen der Depression.

Fast gleich
siehe hier psychose

Bereits 5-6 Jahre vor der akuten Psychose [Info] zeigen sich in der Regel erste Frühsymptome (Prodromalsymptome). Meist werden sie bereits als Belastung erlebt und können den Alltag erschweren. Leider sind diese Frühwarnzeichen eher unspezifisch, so dass sie sowohl von dem Betroffenen als auch dem Umfeld nicht als mögliche Frühsymptome einer Psychose wahrgenommen werden.

Mögliche Frühsymptome:

Gefühle von sozialer Unsicherheit, sozialer Rückzug
Über Wochen gedrückte Stimmung
Schlafstörungen
Gefühle von Lustlosigkeit, Antriebsstörungen
Anspannung, Nervosität, innere Unruhe
Gedanken geraten durcheinander, werden von anderen Gedanken unterbrochen
Konzentrationsstörungen
Erhöhtes Misstrauen, Reizbarkeit, vermehrte Konflikte
Gefühle von Unwirklichkeit ("alles wie im Film")
Erhöhte Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Tendenz, belanglose und zufällige Gegebenheiten auf sich zu beziehen


Das alles ist psychose

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28. Juni 2008 um 18:27
In Antwort auf obst1

Fast gleich
siehe hier psychose

Bereits 5-6 Jahre vor der akuten Psychose [Info] zeigen sich in der Regel erste Frühsymptome (Prodromalsymptome). Meist werden sie bereits als Belastung erlebt und können den Alltag erschweren. Leider sind diese Frühwarnzeichen eher unspezifisch, so dass sie sowohl von dem Betroffenen als auch dem Umfeld nicht als mögliche Frühsymptome einer Psychose wahrgenommen werden.

Mögliche Frühsymptome:

Gefühle von sozialer Unsicherheit, sozialer Rückzug
Über Wochen gedrückte Stimmung
Schlafstörungen
Gefühle von Lustlosigkeit, Antriebsstörungen
Anspannung, Nervosität, innere Unruhe
Gedanken geraten durcheinander, werden von anderen Gedanken unterbrochen
Konzentrationsstörungen
Erhöhtes Misstrauen, Reizbarkeit, vermehrte Konflikte
Gefühle von Unwirklichkeit ("alles wie im Film")
Erhöhte Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Tendenz, belanglose und zufällige Gegebenheiten auf sich zu beziehen


Das alles ist psychose

Wobei
Prodromi einer Psychose eben noch keine Psychose sind und sowieso immer nur retrospektiv berichtet werden können. Und tatsächlich kann man die Frühsymptome (aber dennoch nicht die akute Psychose) - sofern sie als behandlungsbedürftig auffallen - mit einer Depression verwechseln. Da ist der Diagnostiker gefragt, der spätestens bei Beziehungsideen und assoziativer Lockerung "hellhörig" wird und der in der Lage ist, die Anamnese richtig zu würdigen. Und dann gibt es auch noch ein paar Tests, um die Denkstörungen, die mit einer Psychose einhergehen und sich schon in den Frühsymptomen ankündigen, aufzudecken.

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28. Juni 2008 um 18:47
In Antwort auf joss_12916822

Wobei
Prodromi einer Psychose eben noch keine Psychose sind und sowieso immer nur retrospektiv berichtet werden können. Und tatsächlich kann man die Frühsymptome (aber dennoch nicht die akute Psychose) - sofern sie als behandlungsbedürftig auffallen - mit einer Depression verwechseln. Da ist der Diagnostiker gefragt, der spätestens bei Beziehungsideen und assoziativer Lockerung "hellhörig" wird und der in der Lage ist, die Anamnese richtig zu würdigen. Und dann gibt es auch noch ein paar Tests, um die Denkstörungen, die mit einer Psychose einhergehen und sich schon in den Frühsymptomen ankündigen, aufzudecken.

Was
sind beziehungsideen und assoziative lockerung?

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28. Juni 2008 um 20:39
In Antwort auf obst1

Was
sind beziehungsideen und assoziative lockerung?

Unter Beziehungsideen
versteht man die Tendenz, belanglose Dinge auf sich zu beziehen. Z.B. vermutet man hinter den Nummernschildern vorbeifahrender Autos eine an die eigene Person adressierte Botschaft. Bei Depressionen gibt es so etwas Ähnliches auch - da wird dann jede Äußerung des Umfeldes als Kritik und Ablehnung der eigenen Person interpretiert. Aber in die mögliche Absurdität der Beziehungsideen bis hin zum richtigen Wahn steigert es sich nur bei sehr schweren Depressionen. Im Falle von Depressionen ist es also alles andere als ein Frühsymptom.

Bei assoziativer Lockerung kommt man vom Hundertsten ins Tausendste, die Gedanken geraten durcheinander, werden von anderen Gedanken unterbrochen. Grundlage dafür sind vermutlich beginnende formale Denkstörungen. Es sind keine Konzentrationsstörungen, sondern das "Auffinden" von Gelerntem folgt eher anderen Regeln als im Normalfall.

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