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Und ich wollte nur glücklich sein - einsamer als vorher

3. Februar 2009 um 21:07

Ich dachte, mir würde es wieder besser gehen jetzt - bis zum letzten Sommer hatte ich unter den Folgen von Mobbing gelitten. seit der 6. Klasse am Gymnasium ging es so. ich hatte mich vor allem zurückgezogen, konnte keine Freundschaften schließen und habe mich einfach nur gehasst.

Jetzt dachte ich, seit meine Ausbildung angefangen hat, ginge es mir besser.
Aber langsam merke ich, dass alles aus dem Ruder läuft. Ich lebe in 2 verschiedenen Welten. In der Schule kann ich wenigstens noch ansatzsweise lächeln. Zu hause holen mich meine Depressionen ein.
Zum einen liegt es an meinem Exfreund, der im Oktober Schluss gemacht hat. Er sagte, dass es nicht an den gefühlen lag und er sagte mir hinterher am Telefon immer noch: ich liebe dich! Bis er mir dann an Weihnachten die wahren Gründe für die Trennung sagte, die alles andere als lustig sind. Er hat mich 2 Monate lang nur verarscht und ausgenutzt.
Dann sind da noch die Leute, zu denen ich ein gutes Verhältnis hatte, zumindest dachte ich es. Die 1-2 Leute, die woanders ihre Ausbildung / ihr Studium angefangen haben. zu denen sagte ich noch: "wenn ihr mal wieder hier seid, könnt ihr euch ja melden, dann können wir was machen." die scheren sich heute einen Dreck um einen.
Ich habe jetzt wieder angefangen mit Handball spielen, auch weil ich hoffte, so mit einer anderen Freundin wieder einen engeren Kontakt zu kriegen. Doch ich ruf sie 4x in 2 Tagen an und nicht mal darauf kriege ich eine Antwort. Auch, dass vergangenes Wochenende unser Spiel ausfällt, hält keiner und auch sie nicht für nötig mir zu erzählen.

Im Gegensatz zu den anderen in meiner Klasse wohne ich nicht in der Stadt und muss jeden Morgen pendeln.
Und wenn ich dann mitbekomme, wie sie alle Pläne für das Wochenende schmieden und sich auch unterhalb der Woche treffen, dann tut mir das weh...

Ich sitze jeden Nachmittag und jeden freien Tag und jedes Wochenende und die ganzen Ferien bei mir zu Hause - alleine und ich kann einfach nicht mehr. ich habe nie etwas anderes gelernt - hatte nie wirklich Freunde gehabt. Ich frage mich Tag für Tag, was an mir nicht stimmt, dass ich es schaffe, alle zu vergraulen.
Das Gefühl, mit niemanden über das zu reden, was mich bedrückt, immer mit allen Problemen alleine klar kommen zu müssen, ich kann das nicht mehr...

Ich bin ebenfalls körperlich ausgelaugt. Zurzeit kriege ich verdammt schnell Kreislaufprobleme, das kannte ich vorher nie von mir, ich bin ständig abgespannt und müde, dabei ist es egal, wie lange ich schlafe, ich könnt immer weiter pennen. Habe schnell Rückenschmerzen. Appetitlosigkeit wechselt sich mit Heißhunger ab.

Ich hab das bisher immer damit abgetan, dass es normal ist, dass sich nach dem abi alles auseinanderlebt.
Und ich habe mir immer eingeredet, dass nach dem abi alles anders wird, ich neue, bessere Leute kennenlerne. Nur leider schaffe ich es nicht, mich zu öffnen, ich kann einfach zu keinem Vertrauen auffassen nach dem Mobbing. Die Angst von damals ist immer noch da...
Ich wollte einfach nur glücklich sein, ich habs nicht geschafft bisher..fühl mich wie ne Versagerin.

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3. Februar 2009 um 21:32

Kopf hoch und Kopf klar!
Meine Liebe,

kann es daran liegen dass du zu schuechtern bist? Es gibt Menschen die koennen einfach oft nicht von sich selber aus gross was unternehmen um mit andern Freundschaften zu schliessen ... aber du gibst dir ja Muehe und gehst ins Basketball, usw.

Dann gibt es Menschen die sind irgendwie zu echt fuer diese Welt. Die sind einerseits sehr ehrlich, und anderseits sehr unbeholfen, weil sie die 100 unsichtbare Spielchen der Gesellschaft nicht mitmachen, entweder weils ihnen zu falsch vorkommt, oder weil sie's einfach nicht koennen, oder sie sind einfach so dass sie ungeschriebene Regeln, Subtilitaeten nicht wahrnehmen.

Ich bin nicht so, aber ich habe solche Freundinen und Freunde, ich hab Sympathie und Empathie fuer Menschen die von andern aus keinerlei ersichtlichen Gruenden nicht gemocht werden.

Aber das ganze kann auch ueberhaupt nichts mit dir zu tun haben.

so oder so, es ist ganz schlimm. Ich hab nicht verstanden wie lange du so in der Schule gemobbt worden bist. Ich wurde mal 6 Monate lang gemobbt, da war ich 12/13, es war die Hoelle fuer mich.

Aus keinerlei ersichtlichen Gruenden hatten sie ploetzlich alle was gegen mich, haben versucht mich zu beleidigen oder einfach nicht mit mir gesprochen. Mobbing ist irgendwie ein Gruppenphenomen. Ganz schwierig damit umzugehen.

Irgendwas laeuft in deinem leben schief. Wie gesagt, ich kann das so nicht beurteilen, ob du schuechtern bist, oder depressiv, oder ob du irgendeine Verhaltensweise hast, die deine Mitmenschen stoert.

Zum Teil genuegen schlechte Erfahrungen und man veraendert sich und merkt es nicht dass man sich veraendert und in der veraenderten Form, geht man aber anders auf die Leute zu.

Auch wenn man sehr sehr einsam ist, schreckt das die andern ab. Die wollen diese Verantwortung nicht tragen, irgendwie.

So oder so, ich rate dir Einzelkontakte aufzubauen. Wenn du den Mut hast und die Moeglichkeit versuch an Maedels anzuknuepfen von denen du denken koenntest dass sie sich ebenfals einsame fuehlen, auch wenn's vieleicht nicht die sind, die dich am meisten interessieren oder inspirieren, aber als erster Schritt ist das vieleicht wirklich gut.

Versuch auch neue Kontakte zu knuepfen. Online oder anders. Nicht unbedingt zu Maennern. Das ist ein anderes Problem. Du brauchst Freundinnen wie jede Frau. Wenn du jemanden hast mit dem du sprechen kannst und Kaffee oder Tee trinken kannst, und auch wenn es euch beiden nicht gut gehen sollte, das Leben sieht dann doch rosiger aus.

Ja, du schreibst selber, die Angst ist noch da, aber genau diese Angst wirkt oft sehr negativ auf andere. Menschen die Angst haben werden von andern oft als abweisend empfunden, usw. Das ist ein bisschen ein Kreis.

Wen du heute triffst, der kann nichts dafuer fuer das was dir zuvor zugestossen ist. Darum versuch das zu verinnerlichen und neue, frische Kontakte zu knuepfen.

Das andere Mittel, das ist ein bisschen kindisch, aber es ist auch nicht ganz so einfach, es braucht ganz viel Selbst-suggestion, das nennt sich Umgekehrte-Paranoia. Dazu musst du dir oft, so oft du kannst, selber sagen, dass alle Menschen da drausen nur dazu da sind, dir zu helfen, nett zu dir zu sein, usw. Wenn du das schaffst das auch nur halbwegs zu verinnerlichen, veraendert das deine Ausstrahlung, dein Wesen, auch dein inneres und du fuehlst dich besser, und es ist dann wirklich einfacher Kontakte zu knuepfen.

Lass den Kopf nicht haengen, bitte, versuch klar zu denken, das hilft wirklich!

Alles Liebe
Endrin

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