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Umgang mit Sex bei Traumatisierung

9. Juni 2011 um 15:50

Hallo, in aller Kürze: meine Freundin ist traumatisiert durch sexualisierte Gewalt in erheblichem Umfang. Wir sind noch nicht ewig lange zusammen;

in diesem Post geht es um mich.

Ich brauch ein bisschen Austausch oder vielleicht auch Zuspruch, weil es mir gerade wieder schwer fällt, mit fehlender Sexualität umzugehen;
Insgesamt bin ich mir da unschlüssig, wie ich damit umgehen soll. In den letzten 8 Wochen war das nicht so dass Problem und ist mir recht einfach gefallen, im Moment empfinde ich das wieder als schwierig.
Ich frage mich, wie andere damit umgehen, wie man am besten damit umgehen kann und vor allem auch, inwieweit ich ihr gegenüber mich verhalten kann;

Als konkretes Beispiel: wie ehrlich kann ich Ihr und mir gegenüber sein: Mir ist ein ausgiebiges Sexualleben immer sehr wichtig gewesen, aber in den letzten 10 Jahren hatte ich mehrere Beziehungen, bei denen zu 75 % das ganze eher Problembehaftet war.
Das ist also definitiv ein schwieriges Feld für mich und ich bin kein Charakter, der einfach sagen kann: ach Sex ist ja nun nicht so wichtig für mich.:

Nun stellt sich die Frage: sage ich ihr so etwas aus Gründen der Fairness oder lasse ich dass lieber sein, weil dass völlig unnötig unter Druck setzt und selbsterfüllende Prophezeiungen provoziert. Was sagen andere, was sagen Profis zu so etwas?

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9. Juni 2011 um 20:01

Geduld ist gefragt!
hi sparstru,

ich erlebe momentan etwas ähnliches.
und ich kann dir sagen, dass das oberste gebot ist, es langsam anzugehn und ihr die führung zu überlassen.
denn wenn sie sich gefrängt fühlt, wird es sich, wenn auch unbewusst, auf eure verhältnis negative auswirken.

das wichtigste ist, dass sie sich hilfe sucht, um dass ganze zu verarbeiten.
das kann aber nur sie alleine bestimmen, wann sie dazu bereit ist! auch hier gilt: drängen oder überreden wirkt sich negativ aus.

und wenn du für sie da bist, verständnis zeigst und sie unterstützt hilft ihr dass bestimmt auch viel!

ich weis nicht ob es dir hilft aber du kannst mal auf mein tread schaun, ich hatte sehr viel hilfe dabei zu verstehn was da vorsich geht, in ihrem verhalten und wie ich damit umgehen kann.

das ist allerdings unterschiedlich, je nachdem wie man ist.
mich zum beispiel hat das fehlende sexuelle nicht gestört, war schade, aber wusste dass es keine persöhnliche abneignug war.

aber auf jedenfall, solltest du dich auch über dass thema informieren, um es besser zu verstehen.

wenn du noch fragen hast, kann ich versuchen sie dir zu beantworten.

lg und viel erfolg,

Jochen

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9. Juni 2011 um 20:50

Im Wesentlichen...
...stimme ich Jochen zu. Dennoch denke ich das man Ihnen hier direkt antworten sollte denn es geht ja um das Problem das Sie betrifft.

Die Traumatisierung Ihrer Legensgefährtin, und darüber sollte man sich wirklich bewusst sein, ist ein ständiger Begleiter. Je nach Charakter wirkt sich das mal mehr und mal weniger aus auf das Leben und auf die ständig wiederkehrenden Aufgaben. Hier sind Einschnitte nicht nur in Sexueller hinsicht absehbar sondern auch in alltäglichen Dingen die man durchaus für normal hält, für diesen Menschen einfach nicht machbar sind. Ein einfaches "Essen gehen" kann dann tatsächlich im Desaster enden.

Tatsächlich ist für so einen Menschen Ehrlichkeit ein ganz wichtiger Aspekt. Auch wenn es um das "Thema" geht bei dem man glaubt es sei das schlimmst seinen traumatisierten Partner gerade darauf anzusprechen. Das ist eine Frage der Zeit und der Vertrauensbasis die in der Beziehung herrscht und nur durch Gefühl und Annäherung zu beantworten. Sprich, nur Sie können entscheiden wann der richtige Zeitpunkt ist Ihre Partnerin damit zu beschäftigen.

Aber um auf Sie zurück zu kommen. Es ist für Sie auf jeden Fall wichtige diese Entscheidung zu treffen bevor Sie in einer Beziehung leben die Sie nicht erfüllt. Dies wird dann irgendwann auch auf die Partnerin übergreifen da sie sich natürlich auch irgenwann die Frage stellt "warum". In aller Regel wird das irgendwann für Druck sorgen auch wenn man es jetzt unterläßt darüber zu reden um Druck zu vermeiden. Irgendann wird Sie das Thema einholen. Ist die Beziehung dann aber schon soweit das ein richtig Gutes Vertrauensverhältnis besteht wird es schwer darüber zu reden weil Sie beiden vermutlich dann von unterschiedlichen Vorraussetzungen ausgehen. Das wäre fatal.

Alles in allem kann man nur Empfehlungen aussprechen. Bei diesem Thema ist es aber in erster Linie eine Sache die Sie entscheiden müssen da nur Sie beurteilen können wann der richtige Zeitpunkt ist. Wenn es aber für Sie ein Problem dar stellt ist "es verschweigen" ein Fehler der Sie und Ihre Partnerin irgendwann einholt.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Freundin alles erdenklich Gute und versuchen Sie einen fairen Weg zu finden. Nicht reden wird Ihnen nicht helfen.

Herzliche Grüße

Markus

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9. Juni 2011 um 22:53
In Antwort auf sindri_12305490

Geduld ist gefragt!
hi sparstru,

ich erlebe momentan etwas ähnliches.
und ich kann dir sagen, dass das oberste gebot ist, es langsam anzugehn und ihr die führung zu überlassen.
denn wenn sie sich gefrängt fühlt, wird es sich, wenn auch unbewusst, auf eure verhältnis negative auswirken.

das wichtigste ist, dass sie sich hilfe sucht, um dass ganze zu verarbeiten.
das kann aber nur sie alleine bestimmen, wann sie dazu bereit ist! auch hier gilt: drängen oder überreden wirkt sich negativ aus.

und wenn du für sie da bist, verständnis zeigst und sie unterstützt hilft ihr dass bestimmt auch viel!

ich weis nicht ob es dir hilft aber du kannst mal auf mein tread schaun, ich hatte sehr viel hilfe dabei zu verstehn was da vorsich geht, in ihrem verhalten und wie ich damit umgehen kann.

das ist allerdings unterschiedlich, je nachdem wie man ist.
mich zum beispiel hat das fehlende sexuelle nicht gestört, war schade, aber wusste dass es keine persöhnliche abneignug war.

aber auf jedenfall, solltest du dich auch über dass thema informieren, um es besser zu verstehen.

wenn du noch fragen hast, kann ich versuchen sie dir zu beantworten.

lg und viel erfolg,

Jochen

Danke
Hallo Jochen, Danke für Deinen Beitrag;
drängen und überreden geht gar nicht, da besteht wirklich kein Zweifel. Das konnte ich bis jetzt auch recht problemlos; so gut, dass ich eben ein bisschen befürchte, meine Freundin könnte einen falschen Eindruck von mir haben und mich für toller halten, als ich vielleicht bin.

Ich informiere mich so viel ich kann über das Thema (was mir aber ganz konkret eher noch etwas mehr Verunsicherung gebracht hat) und werde Deinen Thread durchlesen.

Danke so weit..

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9. Juni 2011 um 22:58
In Antwort auf elias_12375780

Im Wesentlichen...
...stimme ich Jochen zu. Dennoch denke ich das man Ihnen hier direkt antworten sollte denn es geht ja um das Problem das Sie betrifft.

Die Traumatisierung Ihrer Legensgefährtin, und darüber sollte man sich wirklich bewusst sein, ist ein ständiger Begleiter. Je nach Charakter wirkt sich das mal mehr und mal weniger aus auf das Leben und auf die ständig wiederkehrenden Aufgaben. Hier sind Einschnitte nicht nur in Sexueller hinsicht absehbar sondern auch in alltäglichen Dingen die man durchaus für normal hält, für diesen Menschen einfach nicht machbar sind. Ein einfaches "Essen gehen" kann dann tatsächlich im Desaster enden.

Tatsächlich ist für so einen Menschen Ehrlichkeit ein ganz wichtiger Aspekt. Auch wenn es um das "Thema" geht bei dem man glaubt es sei das schlimmst seinen traumatisierten Partner gerade darauf anzusprechen. Das ist eine Frage der Zeit und der Vertrauensbasis die in der Beziehung herrscht und nur durch Gefühl und Annäherung zu beantworten. Sprich, nur Sie können entscheiden wann der richtige Zeitpunkt ist Ihre Partnerin damit zu beschäftigen.

Aber um auf Sie zurück zu kommen. Es ist für Sie auf jeden Fall wichtige diese Entscheidung zu treffen bevor Sie in einer Beziehung leben die Sie nicht erfüllt. Dies wird dann irgendwann auch auf die Partnerin übergreifen da sie sich natürlich auch irgenwann die Frage stellt "warum". In aller Regel wird das irgendwann für Druck sorgen auch wenn man es jetzt unterläßt darüber zu reden um Druck zu vermeiden. Irgendann wird Sie das Thema einholen. Ist die Beziehung dann aber schon soweit das ein richtig Gutes Vertrauensverhältnis besteht wird es schwer darüber zu reden weil Sie beiden vermutlich dann von unterschiedlichen Vorraussetzungen ausgehen. Das wäre fatal.

Alles in allem kann man nur Empfehlungen aussprechen. Bei diesem Thema ist es aber in erster Linie eine Sache die Sie entscheiden müssen da nur Sie beurteilen können wann der richtige Zeitpunkt ist. Wenn es aber für Sie ein Problem dar stellt ist "es verschweigen" ein Fehler der Sie und Ihre Partnerin irgendwann einholt.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Freundin alles erdenklich Gute und versuchen Sie einen fairen Weg zu finden. Nicht reden wird Ihnen nicht helfen.

Herzliche Grüße

Markus

Antwort
Hallo Markus,
ich bin Ihnen sehr dankbar für die Antwort!
Die Einschnitte sind natürlich da, und mir auch bestens bekannt, wir können da offen miteinander umgehen.

Ich lebe ja nun mal bereits in dieser Beziehung; ihre Argumentation zum offenen Umgang klingt logisch und bestechend - Sie würden also offen kommunizieren, dass Sex für Sie eine generell hohe Bedeutung hat, obwohl dass Druck entstehen lässt und vielleicht dadurch überhaupt erst ein bProblem erzeugt?

Ja, letztlich muss ich das natürlich selber entscheiden; aber das ist eben so schwer und ich so unsicher...Ich will einfach auch das Richtige machen / es schaffen, dass Richtige zu machen

Danke für die Anteilnahme

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9. Juni 2011 um 23:08
In Antwort auf jarl_11875980

Danke
Hallo Jochen, Danke für Deinen Beitrag;
drängen und überreden geht gar nicht, da besteht wirklich kein Zweifel. Das konnte ich bis jetzt auch recht problemlos; so gut, dass ich eben ein bisschen befürchte, meine Freundin könnte einen falschen Eindruck von mir haben und mich für toller halten, als ich vielleicht bin.

Ich informiere mich so viel ich kann über das Thema (was mir aber ganz konkret eher noch etwas mehr Verunsicherung gebracht hat) und werde Deinen Thread durchlesen.

Danke so weit..

Re
hallo sparstru,

das mit dem falschen eindruck, kann ich sehr gut nachvollziehn. es liegt, zumindest bei mir, daran, dass man in viele dinge flasches reininterpretiert. das aber auch von beiden seiten.
z.B.: meine freundin will nicht dass ich mit ihr und ihrem besten freund zusammen was mache. will es mir aber nicht sagen. und vermute dass es einen grund gibt warum sie dass tut. affäre? oder sonst was? nein, alles blödsinn, sie will mich nicht enttäuschen. oder er will mal was mit ihr alleine machen. aber ich kann sowas nicht riechen.
bei mir genauso, ich will sie nicht mit meinen problemen belasten, oder versuch die scheis laune vom stressigen arbeitstag zu verbergen und sie merk das was nicht stimmt, denk sich auch irgendein blödsinn.

es scheint mir schwierig auf anhieb ein draht zueinander zu finden. aber das wichtigste, und das hab ich auch erst begreifen müssen, ist reden. reden reden reden. denn nur so kann man sich arangieren und muss nicht von irgendwas ausgehen was gar nicht ist.

was das informieren über das thema angeht, ich hab auch noch keine fachliteratur gelesen. hab ich aber vor.
in meinem tread hab ich auch tipps für fachliteratur bekommen. Für Angehörige gibt es ein Buch "Verbündete". es gibt geteilte meinung darüber. aber lesen will es auch mal.

ansonsten, lies mal den tread und wenn du dann noch fragen hast, versuch ich gerne dir weiterzuhelfen.


macht sie denn eine therapie?
das wäre sehr sinnvoll.

ein schönen abend noch,

mfg,
Jochen

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9. Juni 2011 um 23:50

Re
hi,

darum geht es ja zu wissen und zu verstehen was da passiert. und auch warum. um nicht in spekulationen zu versinken, die am ende alle in eine andere richtung gehen.
mir hat es bisher sehr viel geholfen, zu wissen warum etwas so ist wie es ist.
vorallem, dein ratschlag mit dem reden. das hab ich bisher auch gemacht und seid dem ist vieles besser.

ein tipp noch aus meiner erfahrung: sehr wichtig ist ihr zu zeigen, dass sie erlich sein kann und du nicht enttäuscht oder verärgerd bist wenn mal was nicht klappt. also wenn sie was nicht möchte. speziel auf körperlichen kontakt hin. die erfahrung habe ich gemacht. heute ist der kuss oder die berührung schön und morgen nicht. aber wenn ich das nicht weis kann ich es nicht wissen. selbes spiel mit den abwendung, dann kommen vermutungen und spekulationen warum und wiso. und alles nur weil man nicht erlich miteinander ist.

das ist was anja auch mir sehr deutlich ans herz gelegt hat. reden reden reden.
beide müssen über ihre bedürfnisse reden können, denn sonst macht man dem partner, wenn auch indirekt, vorwürfe. und es entstehen spannungen, die alles noch schwerer machen...

und natürlich wünsch ich auch alles gute für die zukunft, dir genauso wie deiner lebensgefärtin!

Jochen

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13. Juni 2011 um 16:37

Toll wie lieb du dir Gedanken machst
Ich kann deine Situation verstehen und du hast mein volles Mitgefühl. Ich wurde selbst vergewaltigt und habe auch miterleben müssen, wie meine Partner hilflos da standen und unter der Ohnmacht gelitten haben.

Unter anderem auch unter sexuellen "Durststrecken", so wie du sie beschreibst. Liebe ist wichtig, Einfühlsamkeit, Verständnis und dass Ihr beide ehrlich seid und miteinander redet - über alles und offen auf eine liebevolle respektvolle Art und Weise.

Hier kann ich dir 2 tolle Bücher empfehlen - klick mal auf die Links:

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Für deine Partnerin ist das Buch

SEXUAL HEALING von Wendy Maltz sicherlich gut - da ist auch ein Teil drin, wo es um die Partner geht und vielleicht könnt Ihr es gemeinsam lesen und dann darüber sprechen.

http://www.amazon.de/Sexual-Healing-sexuelles-Trauma-%C3%BCberwinden/dp/3499193264/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1307975835&sr=1-1

Ich wünsche Euch von Herzen Glück und viel Zärtlichkeit und Verständnis füreinander

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