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Umgang mit Panikattacken

18. März 2016 um 20:13 Letzte Antwort: 4. April 2016 um 11:11

Hallo zusammen!
Ich möchte mich kurz vorstellen: weiblich, 21 Jahre und leide seit ca. 6 Jahren an einer Panikstörung.
Ich würde mich freuen, wenn diese Diskussion positive Erfahrungen mit sich bringt.
Ich habe schon viel in Foren gelesen und finde, dass alles so negativ wirkt. Ich habe versucht etwas Positives zu finden- leider vergeblich.
Natürlich ist es schrecklich, ich kenne es nur zu gut: wenn man sich nicht mal mehr allein aus dem Haus traut, weil man Angst hat, dass wieder eine Panikattacke kommen wird. Wenn man unterwegs ist und "sie" kommt, man fühlt sich hilflos fühlt und denkt, man fällt um oder stirbt.
Ich befinde mich momentan in einer Phase, in der es mir sehr sehr schlecht geht, aber ich möchte meine Lebenslust nicht verlieren. Ich möchte alles dafür tun, dass es mir besser geht und dass ich wieder einen normalen Alltag führen kann, ohne permanent eingeschränkt zu sein.
Ich habe eine Therapie hinter mir und sie hat mich sehr viel weiter gebracht. Ich habe gelernt gut damit umzugehen und Techniken anzuwenden, bei denen man die Panikattacken meistern kann. Ich habe Wahrnehmungsübungen und Atemübungen gelernt. DAS ist meine positive Erfahrung. Ich hatte bis vor kurzem nur noch sehr selten die Panikattacken.
Doch alles scheint momentan wie verschwunden- und ja ich bin verzweifelt, aber dem möchte ich nicht mehr Aufmerksamkeit schenken, als es nötig ist,
Ich weiß, es gibt viele die auch an einer Angstörung leiden. Ich denke, es gibt einfach Kraft, wenn sich jemand zu POSITIVEN Erfahrungen äußert und wenn man weiß, dass man mit dieser Angst nicht allein ist.

Nun meine Frage: Was hilft euch? Was tut euch gut, wenn ihr in solchen Situationen seid? Und wie habt ihr es dazu geschafft, die Angst in den Hintergrund treten zu lassen oder sie vielleicht sogar zu besiegen?
Ich hoffe auf ein paar POSITIVE und STÄRKENDE Antworten!

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18. März 2016 um 22:57

Ich hatte auch lange Angstzustände
meist abends und nachts. Ich hatte irgendwann Angst, irgendwo zu übernachten, wo ich den Eindruck hatte, der Rettungsdienst kann nicht so schnell kommen.

Ich hatte Angst vor allen möglichen Krankheiten und habe mir irgendwann gesagt, wenn ich hätte sterben sollen, wäre ich sicher schon tot und dass es doch schade ist, sich selbst seine Lebenszeit so zu versauen. Ich habe ausserdem einen Kurs Autogenes Training gemacht, was gut gegen das Hyperventilieren geholfen hat. Und schliesslich haben meine Kinder mir das Gefühl gegeben, dass ich mich diesen 'Quatsch' nicht mehr erlauben kann.

Ich hoffe, dass war positiv genug und wünsche dir viel Glück.

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28. März 2016 um 11:27

Ich
Hey, naja ich hatte eine aus Heiteren himmel..aber nicht wirklich was hab ich gemacht

1, an Zahnartzt gedacht
2. Bild zeitung gelesen, 70 Tode, tote Kinder tote Oster besucher , herzstilllstand
3. Was ich Lesen Denke ich

das war heute wohl mein Auslöser, wie komme ich wieder Runter..bin mit Absicht fröhlich, Schauspieler ein fröhlichen menschen.. so versuche ich alle zu vergessen..

THX

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3. April 2016 um 18:09

Hi
Bist du noch da ? wieder nur so ein 5 minuten Sorgen din.g..

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3. April 2016 um 19:23
In Antwort auf donny_12044660

Hi
Bist du noch da ? wieder nur so ein 5 minuten Sorgen din.g..

...
Ich kann mich besser beruhigen wenn ich jemanden anrufe oder wenn eine vertraute Person in der Nähe ist. Das wichtigste ist meiner Erfahrung nach ruhig zu atmen (z.B. durch die Nase ein und durch den Mund heraus) und sich versuchen zu entspannen (z.B. positive Gedanken, an etwas schönes Denken, Tee machen, hinlegen und Musik o.ä. hören) ....

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3. April 2016 um 19:26
In Antwort auf geoff_12372514

Ich hatte auch lange Angstzustände
meist abends und nachts. Ich hatte irgendwann Angst, irgendwo zu übernachten, wo ich den Eindruck hatte, der Rettungsdienst kann nicht so schnell kommen.

Ich hatte Angst vor allen möglichen Krankheiten und habe mir irgendwann gesagt, wenn ich hätte sterben sollen, wäre ich sicher schon tot und dass es doch schade ist, sich selbst seine Lebenszeit so zu versauen. Ich habe ausserdem einen Kurs Autogenes Training gemacht, was gut gegen das Hyperventilieren geholfen hat. Und schliesslich haben meine Kinder mir das Gefühl gegeben, dass ich mich diesen 'Quatsch' nicht mehr erlauben kann.

Ich hoffe, dass war positiv genug und wünsche dir viel Glück.


Schön, dass es dir so gelungen ist.
Danke, ich hoffe, dass du weiterhin Angstfrei leben wirst.

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4. April 2016 um 3:37

Liebe stay(negative)!
Dein Fred ist vom 18. 03. 2016. Trotzdem will ich mich dazu äußern, um Anderen Mut zu machen.

Dein Schreibstil gefällt mir. Du schreibst offen und ehrlich. Du sagst es direrkt heraus. Ich finde das grandios! Ja, ehrlich!

Panikattacken, Hemmungen etc. gehören in die Rubrik der Ängste. Damals war ich 16 und steckte voller Ängste und Hemmungen. Ich traute mich nicht, eine Frau anzusprechen. Wenn da nur nicht dieses Mädchen im Büro gewesen wäre, in das ich mich unsterblich verliebt hatte. Wenn ich sie sah, schwitzte ich aus allen Poren, konnte kaum den Stift (damit meine ich den Kugelschreiber), in der Hand halten, weil ich wie Espenlaub zitterte. Abends, zuhause, heulte ich, still und leise, vor mich hin. Dann kam mir der Gedanke, ihr die volle Wahrheit zu sagen. Ich redete mir alles von der Seele, sagte ihr, dass ich sehr schüchtern sei. Und weißt Du was? Sie lachte mich nicht aus. Sie erklärte mir, ihr würde es nicht anders ergehen. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Wir verbrachten eine tolle Zeit miteinander.

Ich stellte mich meinen Ängsten, lief nicht davon. Es hätte auch keinen Sinn gehabt, weil die Angst immer schneller ist. Sie wird Dich immer wieder einholen, es sei denn, Du nimmst es mit ihr auf. Ich lachte dieser verdammten Angst ins Gesicht: "Du besiegst mich nicht, lass` mich in Ruhe!", sagte ich vor mich hin. Im Laufe der Zeit, wurde sie immer kleiner. Sie suchte sich einen Anderen, weil sie wusste, dass sie bei mir keine Chance hatte. Heute, mit 57 Jahren bin ich angstfrei. Ich hatte sie besiegt, ohne Therapie, ohne psychologischer Hilfe. Jetzt bin ich glücklich und tue das, was mir Spaß macht. Wenn Du alle Ängste abgelegt hast, das geht nicht von heute auf morgen, das gebe ich gerne zu, dann bist Du frei. Und wenn ICH es geschafft habe, dann schaffst Du es auch! Darauf gebe ich Dir mein Wort. Solltest Du noch Fragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung.

Wünsche Dir alles Gute!

Liebe Grüße,

lib

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4. April 2016 um 8:11

Angst ist nur ein Gefühl...
... und ich versuche dem so wenig Macht wie möglich über mich zu geben. Ganz einfach.
Bestenfalls fühle ich mich grob unwohl, schlimmstenfalls rutsche ich in eine Panik-Attacke. Kommt vor, ja. Das wird dann auch richtig häßlich, aber es sind wenige Minuten. Schlimmstenfalls 10-15 Minuten, dann ist auch das erledigt. Auch wenn die einem lang vorkommen, sie sind es nicht.

Die Macht, mein Leben so zu bestimmen, das ich deswegen nicht mehr das Haus verlassen kann, gebe ich meinen Ängsten nicht. Ganz einfach.
Davon sind sie nicht weg. Noch nie, ich lebe inzwischen seit 30 Jahren mit Angststörungen (auch wenn vor 30 Jahren wohl noch keiner einen Namen dafür hatte), zig Therapien und was nicht alles haben daran nichts geändert - aber das ist der Weg, mit dem ich inzwischen damit klar komme. Die Ängste kann ich nicht verhindern - aber ich bestimme, wie viel Macht über mich ich ihnen zugestehe - oder eben auch nicht.

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4. April 2016 um 9:55
In Antwort auf avarrassterne1

Angst ist nur ein Gefühl...
... und ich versuche dem so wenig Macht wie möglich über mich zu geben. Ganz einfach.
Bestenfalls fühle ich mich grob unwohl, schlimmstenfalls rutsche ich in eine Panik-Attacke. Kommt vor, ja. Das wird dann auch richtig häßlich, aber es sind wenige Minuten. Schlimmstenfalls 10-15 Minuten, dann ist auch das erledigt. Auch wenn die einem lang vorkommen, sie sind es nicht.

Die Macht, mein Leben so zu bestimmen, das ich deswegen nicht mehr das Haus verlassen kann, gebe ich meinen Ängsten nicht. Ganz einfach.
Davon sind sie nicht weg. Noch nie, ich lebe inzwischen seit 30 Jahren mit Angststörungen (auch wenn vor 30 Jahren wohl noch keiner einen Namen dafür hatte), zig Therapien und was nicht alles haben daran nichts geändert - aber das ist der Weg, mit dem ich inzwischen damit klar komme. Die Ängste kann ich nicht verhindern - aber ich bestimme, wie viel Macht über mich ich ihnen zugestehe - oder eben auch nicht.

Liebe Avarras!
In Deinem Kommentar fiel mir ein Satz auf, der wie folgt lautet: " ... es sind wenige Minuten ... sind sie aber nicht, auch wenn die einem lang vorkommen." Ist dieser von Dir? Mir kommt dieser Satz, diese Erkenntnis, so bekannt vor, deshalb frage ich. Würdest Du mir dieses/DEIN Geheimnis verraten? Herzlichen Dank dafür!

Liebe Grüße und noch einen schönen Tag!

lib

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4. April 2016 um 10:47
In Antwort auf lightinblack

Liebe Avarras!
In Deinem Kommentar fiel mir ein Satz auf, der wie folgt lautet: " ... es sind wenige Minuten ... sind sie aber nicht, auch wenn die einem lang vorkommen." Ist dieser von Dir? Mir kommt dieser Satz, diese Erkenntnis, so bekannt vor, deshalb frage ich. Würdest Du mir dieses/DEIN Geheimnis verraten? Herzlichen Dank dafür!

Liebe Grüße und noch einen schönen Tag!

lib

Hat bestimmt schon jemand anders irgendwo gesagt...
... ich bin ganz sicher nicht der einzige Mensch, der schon erlebt hat, dass 10 min gefühlt manchmal ein Moment und manchmal eine Ewigkeit sind. ^^
Bestimmt auch nicht der einzige, der weiss, wenn man gerade eine 10min-Ewigkeit in der eigenen privaten Hölle verbringt, kann es helfen, sich klar zu machen, dass es nur 10 min sind - egal wie sich die Ewigkeit anfühlt. (auch wenn das mit der Logik bei Panik-Attacken so eine Sache hin ist, die sind an sich irrational und von diesem einen Punkt abgesehen kam ich ihnen mit rationalem Wissen / Logik nie bei, ich WEISS jedes verdammte Mal ganz genau, dass mir nichts passieren wird, wenn ich in einen Zug oder eine UBahn einsteige, einkaufen gehe o.ä. - verhindert Panik-Attacken und / oder irre starke Angestgefühle nur leider gar nicht.)
Das ist wohl alles andere als ein Geheimis.
Aber ich wüsste jetzt nicht, wen ich da wie zitiert hätte, wenn Du das meinst.

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4. April 2016 um 11:11
In Antwort auf avarrassterne1

Hat bestimmt schon jemand anders irgendwo gesagt...
... ich bin ganz sicher nicht der einzige Mensch, der schon erlebt hat, dass 10 min gefühlt manchmal ein Moment und manchmal eine Ewigkeit sind. ^^
Bestimmt auch nicht der einzige, der weiss, wenn man gerade eine 10min-Ewigkeit in der eigenen privaten Hölle verbringt, kann es helfen, sich klar zu machen, dass es nur 10 min sind - egal wie sich die Ewigkeit anfühlt. (auch wenn das mit der Logik bei Panik-Attacken so eine Sache hin ist, die sind an sich irrational und von diesem einen Punkt abgesehen kam ich ihnen mit rationalem Wissen / Logik nie bei, ich WEISS jedes verdammte Mal ganz genau, dass mir nichts passieren wird, wenn ich in einen Zug oder eine UBahn einsteige, einkaufen gehe o.ä. - verhindert Panik-Attacken und / oder irre starke Angestgefühle nur leider gar nicht.)
Das ist wohl alles andere als ein Geheimis.
Aber ich wüsste jetzt nicht, wen ich da wie zitiert hätte, wenn Du das meinst.

Ja,
Einstein sagte es.



lib

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