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Umgang mit Depressivem Freund

12. Oktober 2016 um 8:20

Mein Freund und ich führen seit ca einem Jahr eine sehr glückliche Beziehung. Wir reden viel miteinander, sind ehrlich und können auch Gefühle gut kommunizieren. Er hat mir schon am Anfang der Beziehung erzählt, dass er depressive Verstimmungen hat und dass er seit Kurzem in Therapie (tiefenpsychologisch) ist.
Anfänglich und wahrscheinlich auch noch durch die frische Liebe beflügelt waren seine depressiven Phasen sehr kurz und er konnte mich meistens gut einbeziehen. Er hat mir dann erzählt, wie es ihm geht und erklärt warum er vielleicht distanzierter ist und grade Zeit für sich braucht.
In den letzten Monaten geht es ihm aber schon recht lange schlecht mit einigen Auf und Abs. Er merkt leider auch selber momentan zu spät wenn er in so ein "Loch" fällt.
Teil unserer Abmachung, wie wir mit diesen Phasen umgehen ist eben, dass wir beide kommunizieren, was wir von dem anderen brauchen.
Vor einigen Wochen sprach ich an, dass mir körperlicher Kontakt sehr fehlt ich aber verstehen kann, wenn es ihm momentan schwerfällt mich einfach mal so zu küssen.
Für ihn ist es nun so, dass er anscheinend in letzter Zeit nicht mehr das Gefühl hat mir "gerecht werden zu können" und er sich deswegen manchmal nicht in der Lage fühlt in einer Beziehung zu sein und er sich gerade generell gefühlsmäßig wie abgestumpft und sich selbst sehr fern fühlt.
Zudem stelle er durch die Therapie jede seiner Bindungen infrage.
Mir tat es sehr weh, dass er auch unsere Beziehung infrage stellt und es hat eine große Unsicherheit geschaffen.
Nachdem wir jetzt am Wochenende im Urlaub waren und er immer noch sehr distanziert und kalt mir gegenüber war, hat er sich dafür entschuldigt und gemeint, dass er nicht weiß wie es weiter gehen soll und er Zeit braucht.
Ich habe ihm bereits mehrfach gesagt, dass er nicht verantwortlich ist für mein Glück genauso wenig wie ich verantwortlich für seines bin und dass wir nur zum Glück des anderen beitragen können.
Natrürlich mache ich mir Sorgen in den Phasen in denen es ihm schlecht geht, aber ich weiß auch, dass es keinem hilft wenn ich mich runterziehen lasse und unternehme viel mit Freunden und lenke mich ab.
Anscheinend hat er durch genau diese Aussage von mir einen Durchbruch in der Therapie gehabt. Er hat sich von mir emotional distanziert, weil eine automatische Schutzreaktion eingegangen ist, als ich mich in einer schweren Zeit für mich mich sehr auf ihn verlassen habe. Diese Überforderung mit meinen Problemen hat ihn anscheinend unterbewusst daran erinnert, wie seine Mutter ihn früher mit ihren Problemen (ihre Minderwertigkeitskomplexe und Scheidung) überfordert hat und das hat wohl diese Abwehrreaktion hervorgerufen.
er arbeitet jetzt in der Therapie daran, aber kann mir momentan körperlich nicht nah sein.

Wir sehen uns so alle zwei Tage,gehen Spazieren oder schauen eine Serie, also alles eher unverfänglich.
Ich vermisse ihn und seine Nähe sehr und habe das Gefühl mich auf einem sehr schmalen Grat zu befinden, wenn es darum geht mit ihm über meine Gefühle zu reden. Ich möchte seiner Therapie nicht im Weg stehen oder ihn unter Druck setzen,aber andererseits möchte ich nicht lügen und behaupten es würde mir nicht nahegehen, wenn mein Freund mich behandet wie einen Kumpel und nicht wie seine Freundin. Ich habe einfach Angst , dass seine Gefühle gar nicht wiederkommen.

War jemand schon mal in einer ähnlichen Situation und hat vielleicht einen Rat? Vielen lieben Dank

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12. Oktober 2016 um 8:20

Mein Freund und ich führen seit ca einem Jahr eine sehr glückliche Beziehung. Wir reden viel miteinander, sind ehrlich und können auch Gefühle gut kommunizieren. Er hat mir schon am Anfang der Beziehung erzählt, dass er depressive Verstimmungen hat und dass er seit Kurzem in Therapie (tiefenpsychologisch) ist.
Anfänglich und wahrscheinlich auch noch durch die frische Liebe beflügelt waren seine depressiven Phasen sehr kurz und er konnte mich meistens gut einbeziehen. Er hat mir dann erzählt, wie es ihm geht und erklärt warum er vielleicht distanzierter ist und grade Zeit für sich braucht.
In den letzten Monaten geht es ihm aber schon recht lange schlecht mit einigen Auf und Abs. Er merkt leider auch selber momentan zu spät wenn er in so ein "Loch" fällt.
Teil unserer Abmachung, wie wir mit diesen Phasen umgehen ist eben, dass wir beide kommunizieren, was wir von dem anderen brauchen.
Vor einigen Wochen sprach ich an, dass mir körperlicher Kontakt sehr fehlt ich aber verstehen kann, wenn es ihm momentan schwerfällt mich einfach mal so zu küssen.
Für ihn ist es nun so, dass er anscheinend in letzter Zeit nicht mehr das Gefühl hat mir "gerecht werden zu können" und er sich deswegen manchmal nicht in der Lage fühlt in einer Beziehung zu sein und er sich gerade generell gefühlsmäßig wie abgestumpft und sich selbst sehr fern fühlt.
Zudem stelle er durch die Therapie jede seiner Bindungen infrage.
Mir tat es sehr weh, dass er auch unsere Beziehung infrage stellt und es hat eine große Unsicherheit geschaffen.
Nachdem wir jetzt am Wochenende im Urlaub waren und er immer noch sehr distanziert und kalt mir gegenüber war, hat er sich dafür entschuldigt und gemeint, dass er nicht weiß wie es weiter gehen soll und er Zeit braucht.
Ich habe ihm bereits mehrfach gesagt, dass er nicht verantwortlich ist für mein Glück genauso wenig wie ich verantwortlich für seines bin und dass wir nur zum Glück des anderen beitragen können.
Natrürlich mache ich mir Sorgen in den Phasen in denen es ihm schlecht geht, aber ich weiß auch, dass es keinem hilft wenn ich mich runterziehen lasse und unternehme viel mit Freunden und lenke mich ab.
Anscheinend hat er durch genau diese Aussage von mir einen Durchbruch in der Therapie gehabt. Er hat sich von mir emotional distanziert, weil eine automatische Schutzreaktion eingegangen ist, als ich mich in einer schweren Zeit für mich mich sehr auf ihn verlassen habe. Diese Überforderung mit meinen Problemen hat ihn anscheinend unterbewusst daran erinnert, wie seine Mutter ihn früher mit ihren Problemen (ihre Minderwertigkeitskomplexe und Scheidung) überfordert hat und das hat wohl diese Abwehrreaktion hervorgerufen.
er arbeitet jetzt in der Therapie daran, aber kann mir momentan körperlich nicht nah sein.

Wir sehen uns so alle zwei Tage,gehen Spazieren oder schauen eine Serie, also alles eher unverfänglich.
Ich vermisse ihn und seine Nähe sehr und habe das Gefühl mich auf einem sehr schmalen Grat zu befinden, wenn es darum geht mit ihm über meine Gefühle zu reden. Ich möchte seiner Therapie nicht im Weg stehen oder ihn unter Druck setzen,aber andererseits möchte ich nicht lügen und behaupten es würde mir nicht nahegehen, wenn mein Freund mich behandet wie einen Kumpel und nicht wie seine Freundin. Ich habe einfach Angst , dass seine Gefühle gar nicht wiederkommen.

War jemand schon mal in einer ähnlichen Situation und hat vielleicht einen Rat? Vielen lieben Dank

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