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Trauma, Kindheit, Klinik: Freue mich über Tipps und Erfahrungen

28. Oktober 2017 um 15:08

Hallo ihr Lieben, 
ich habe vor einigen Monaten bereits hier rein geschrieben. Damals hatte ich die Diagnose "mittelschwere Depressionen". Da konnte ich damit noch nicht wirklich was anfangen, mir ging es einfach sehr schlecht. Ich war fast den ganzen Tag am weinen, habe es kaum geschafft aufzustehen oder was zu essen. Noch dazu kamen starke Schmerzen und nächtliches Übergeben.

Ich war daraufhin beim Arzt, der mir Sertralin verschrieben hat und beim Psychologen. Bei der 2. Sitzung brach dieser allerdings die Therapie vorläufig ab und empfohl mir zuerst eine stationäre Therapie in einer psychosomatischen Klinik. Da brach erstmal eine Welt für mich zusammen. Ich wusste gar nicht was ich da wirklich soll da mir nicht klar war, wie krank ich bin. In der Klinik kam ich dann auf die "Trauma-Station", wo schlussendlich auch eine Traumafolgestörung durch eine Bindungstraumatisierung festgestellt wurde. Ich muss sagen, die Klinik war das beste, was mir und meinem Partner in diesem Moment passieren konnte. Wäre ich nicht die 12 Wochen dort stationär aufgenommen worden, wäre unsere Beziehung wahrscheinlich an meiner Erkrankung zerbrochen. Ich glaube es gibt für jemanden kaum etwas schlimmeres, als zu sehen, wie der Mensch den man liebt leidet und man ihm nicht helfen zu kann. Daher gehört auch mein größter Respekt dafür meinem Schatz, der es jetzt schon 8 Monate mit mir und meiner Erkrankung jeden Tag aushält. In der Klinik habe ich erfahren, dass das alles durch meine Kindheit verursacht wurde. Ich wurde als Kind über Jahre psychisch und physisch misshandelt, was mir vorher gar nicht so bewusst war. Ich habe meine Eltern dafür sogar noch immer in Schutz genommen, sie verteidigt, gehofft das keiner was merkt und die Gründe als Kind bei mir gesucht . Ich weiß aber inzwischen, dass ich diese gestörte Wahrnehmung durch meine Bindungstraumatisierung habe. Als die ganzen schlimmen Erinnerungen in der Klinik dann hochkamen, habe ich für mich entschieden, den Kontakt zu meinen Eltern abzubrechen. Ich habe ihnen einen Brief geschrieben, wo ich drinnen erklärt habe, wieso ich den Kontakt nun ganz abbrechen (vorher alle paar Monate mal gesehen). Der einzige Kommentar dazu war von meinem Vater an meine Schwester: "ich wäre es selber Schuld, dass ich krank sei. Ich hätte mich schließlich als Kind (4!!!-20 Jahre) anders verhalten können". Das war echt hart, aber hat mir auch gezeigt, dass es die richtige Entscheidung für mich war! Von meiner Mutter habe ich seit dem Brief nichts mehr gehört. Am Ende hat mir der Kontaktabbruch sehr gut getan, wahrscheinlich auch, da ich dabei die ganze Zeit von meiner Therapeutin in der Klinik begleitet worden bin.

Ich bin jetzt seit Anfang September wieder Zuhause. Aber im Moment ist es wirklich eine Katastrophe. Ich habe mittlerweile durch das Trauma Probleme in die Stadt zugehen, unter Menschen, einkaufen, Autofahren... Da passiert es schnell das ich eine Panikattacke bekomme oder dissoziiere. Seitdem schaffe ich es weder arbeiten zu gehen, noch andere soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Es ist im Moment echt schwer. Meinem Partner geht es leider auch immer schlechter und wir streiten uns öfter, da ich es oft nicht schaffe im "hier und jetzt" zu leben, sondern mit meinen Gefühlen oft mehr in der Vergangenheit bin und er dann auch meine Ängste vor meinem Vater usw bei mir auslöst und das dann oft in schlimmen Panikattacken endet... Mein Psychologe (der leider kein Trauma Therapeut ist, da ich hier noch keinem gefunden habe) hat mir zu einem Selbstverteidigungssport geraten, den ich jetzt seit 2 Wochen machen....

Gibt es welche unter euch, denen es genauso geht oder die so etwas auch hinter sich haben? Würde mich über Erfahrungen uns Tipps freuen. 

Liebe Grüße 

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