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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Trauernde person begleiten - wie?

Letzte Nachricht: 11. Dezember 2012 um 21:14
T
tomke_11963634
01.12.12 um 18:19

Hallo ihr lieben,

Anfang september ist die schwester meines freundes 28jährig verstorben, sie hatte krebs.

Mein freund ist das älteste kind und da schon der vater vor ca 10 jahren an krebs gestorben ist, fühlt er sich iwie auch als familienoberhaupt, einfach als bezugsperson für seine mum und seine schwestern. Er will für sie stark sein, der fels in der brandung. Aber der tod seiner mittleren schwester hat ihn - wie auch uns anderen auch - total aus der bahn geworfen.

Er hat gute phasen, wo er fröhlich sein kann, sich mit freude seinem hobby widmet und wir uns mit freunden treffen. Aber in schlechten tagen kommt er kaum aus den federn, sitzt stundenlang in seinem pc zimmer und spielt, zieht sich komplett zurück.

Was kann ich machen? Ich hab ihm oft gesagt wann immer er reden möchte, bin ich für ihn da. Aber ich möchte halt auch gern aktiv was gutes für ihn tun. Nur weiss ich nicht WAS. Es tut mir im Herzen weh, seine Tiefe Traurigkeit anzusehen ohne wirklich was machen zu können.

Wenn ich merke dass er grad total trübsinnig ist und wenn ihm die Tränen kommen, dann sag ich oft auch einfach nichts und nehm ihn einfach in die arme. Oft fehlen mir nämlich auch einfach die Worte. Das mit der Nähe ohne grosse worte scheint ihm aber gut zu tun.

...AberiIhm ständig in den Ohren zu liegen dass er doch mit mir reden soll, sich mitteilen soll, das mag ich eben auch nicht. Wenn ihm nicht danach ist dann kann man ihn auch nicht zwingen ... Oder?

Was meint ihr?

Gruss, shimi

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T
tomke_11963634
02.12.12 um 0:55

Danke
Danke dass du dir zeit genommen hast mir zu schreiben. Es ist gut wenn man feedback von ausserhalb bekommt, es werden einem dann auch dinge angetragen, die man sich vielleicht noch nicht so überlegt hat. Werde also abwarten und schauen was passiert. Er weiss eh dass ich immer da bin für ihn. Denke, das ist schonmal gut zu wissen.

Gruss

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M
merit_12340719
11.12.12 um 21:14

Stufen der Trauer!
Hallo!
Ich kann aus meiner Erfahrung schreiben. Nicht zu sehr "nerven". Lass ihn seinen Weg gehen. Die Trauer besteht aus verschiedenen Stufen.

am Anfang steht das nicht wahr haben wollen
Gefühlsschock, man kann es nicht wahr haben und wirkt Gefühlskalt

dann folgen die aufbrechenden Gefühle
Tiefe Niedergeschlagenheit und Apathie, Ohnmachtgefühle, Ruhelosigkeit, Verzweiflung,
Angstgefühle, evtl. sogar versteckter Zorn gegen den Verstorbenen, weil er einen zurück gelassen hat.

dann das Realisieren
man sucht den Verstorbenen, die Gefühle sind ja noch da, man sucht die Nähe in gemeinsamen Orten, das Grab wird besucht, Erinnerungen zurückgerufen...

und ganz zum Schluss...
man findet ins Leben zurück und findet sich damit ab, dass der Verstorbene immer in der Erinnerung weiter leben wird, aber nicht in der Realität....

wenn man diese Stufen versteht und akzeptiert und als Aussenstehender vor allem Respektiert, dann wird alles gut. Wie lange die Stufen dauern??Tja das kann niemand sagen. Das ist bei jedem verschieden. Bei mir war es so, dass ich schon dachte, dass ich über den Berg sei und dann kam der Zusammenbruch...Bei mir war es die Euphorie. Ich dachte ich bin drüber weg und war stolz, dass ich es so schnell geschafft hatte. Blöd! Das war etwas 4-6 Wochen nach dem Tod! Das ist nichts an Zeit. Heute ist es fast 4 Jahre her und auf eine besondere Art knabbere ich noch immer daran.

Ich kann Dir nur raten, bleib dran, aber immer schön im Hintergrund. Wenn er nicht reden mag akzeptiere es. Rede einfach so dahin!!- übers Wetter,über...(keine Ahnung), aber achte darauf wie er auf die Gespräche reagiert...nervt es ihn an???
Irgendwann wird er darübe reden, ganz von alleine!-und dann ist es ganz wichtig!Das Gespräch nicht meiden. Mich hat es angenervt, wenn die Leute das Thema wechseln wollten, weil sie dachten es würde mir weh tun!Nein!!!Ganz wichtig!!Wenn er selber damit anfängt, dann ist es für ihn OK! Das ist die Art das Erbe des Menschen wach zu halten und irgendwann tut es nicht mehr weh!!Ganz viel Glück und ganz viel Kraft und liebe Grüße

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