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Trauerbewältigung

2. Juli 2019 um 10:08 Letzte Antwort: 18. September 2019 um 11:59

Hallo ihr Lieben,

Ich habe mit 15, bin jetzt 23, meine beste Freundin verloren. Sie ist mit einer Hirnblutung umgefallen und gestorben.

Ich bin jemand, der nicht über solche Sachen sprechen kann. Ich mache das alles mit mir selber aus und erzähle dann meinen Eltern und Freunden höchstens «letzte Woche gings mir nicht so gut», was mir eigentlich nicht so viel bringt. Aber in dem Moment kann ich das nicht ansprechen. Mir fällt es auch schwer, vor jemandem zu weinen. Ich wünsche mir, dass ich das könnte, ich denke das wäre eine so grosse Erleichterung.

Seit letztem Jahr geht es mir etwas besser damit. Irgendwie bin ich mir meiner Gefühle bewusster und bin nicht mehr wie betäubt, ich war oft wie in einem Schockzustand. Ich war halt auch total jung als das passiert ist.

Ich habe auch viel verdrängt, was jetzt wieder hochkommt. Der Moment als ich erfuhr, dass sie gestorben ist kommt immer wieder hoch. Und es tut immer noch so unglaublich weh
.
Irgendwie kann ich immer noch nicht fassen, dass sie nie mehr wiederkommt. Manchmal denke ich mir «das kann nicht sein, sie taucht bestimmt irgendwo wieder auf und hat eine Erklärung für das Ganze». Und es schmerzt halt sehr, weil ich jetzt ein Leben habe wo sie einfach PERFEKT dazu passen würde. Ich habe mittlerweile eigene Pferde auf einem Hof. Täglich denke ich mir, sie wäre so glücklich hier. (Wir hatten früher Pflegepferde und sind immer zusammen ausgeritten) Ich kann einfach nicht verstehen, warum sie gehen musste.

Also nach all den Jahren geht es mir in dem Sinn «besser», dass ich relativ normal damit umgehen kann. Diese Schockstarre oder die halben Nervenzusammenbrüche habe ich nicht mehr.

Aber trotzdem schmerzt es immer noch sehr. Ich frage mich, ob meine «Hoffnung», dass sie wieder kommt normal ist. Und ob der Schmerz mal besser wird.

Vielleicht hat hier ja jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht und kann mir erzählen, wie die Trauerbewältigung bei euch gelaufen ist? Oder sonst Tipps?
 

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2. Juli 2019 um 20:02

Manchmal ist es auch die Hoffnung schuld das die Schmerzen nicht auffhören, bei mir ist Zwar nicht der Tod der mich trennt von dem was ich liebe aber ich weiß das solange ich hoffe mein Schmerz nie vergeht und so sehr ich auch weiß das ich loslassen sollte ich noch nicht loslassen will...  Die Frage ist also wie viel Schmerz geht noch wie sehr beeinträchtig es dein Leben? Wir müssen immer was zurücklassen um weiter zukommen. 
Ich glaube nicht das deine Freundin je ein Hinderniss für dich sein wollte , solltest du nicht eher für sie mitleben ?  Es kommt doch noch so viel  und eine so starke emotionale Blockade
bei einem so jungen Menschen ..... 
Ich würde dir raten die Hoffnung aufzugeben aber entscheiden musst du das für dich selbst
lg Daniel

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2. Juli 2019 um 20:20
In Antwort auf user5909

Hallo ihr Lieben,

Ich habe mit 15, bin jetzt 23, meine beste Freundin verloren. Sie ist mit einer Hirnblutung umgefallen und gestorben.

Ich bin jemand, der nicht über solche Sachen sprechen kann. Ich mache das alles mit mir selber aus und erzähle dann meinen Eltern und Freunden höchstens «letzte Woche gings mir nicht so gut», was mir eigentlich nicht so viel bringt. Aber in dem Moment kann ich das nicht ansprechen. Mir fällt es auch schwer, vor jemandem zu weinen. Ich wünsche mir, dass ich das könnte, ich denke das wäre eine so grosse Erleichterung.

Seit letztem Jahr geht es mir etwas besser damit. Irgendwie bin ich mir meiner Gefühle bewusster und bin nicht mehr wie betäubt, ich war oft wie in einem Schockzustand. Ich war halt auch total jung als das passiert ist.

Ich habe auch viel verdrängt, was jetzt wieder hochkommt. Der Moment als ich erfuhr, dass sie gestorben ist kommt immer wieder hoch. Und es tut immer noch so unglaublich weh
.
Irgendwie kann ich immer noch nicht fassen, dass sie nie mehr wiederkommt. Manchmal denke ich mir «das kann nicht sein, sie taucht bestimmt irgendwo wieder auf und hat eine Erklärung für das Ganze». Und es schmerzt halt sehr, weil ich jetzt ein Leben habe wo sie einfach PERFEKT dazu passen würde. Ich habe mittlerweile eigene Pferde auf einem Hof. Täglich denke ich mir, sie wäre so glücklich hier. (Wir hatten früher Pflegepferde und sind immer zusammen ausgeritten) Ich kann einfach nicht verstehen, warum sie gehen musste.

Also nach all den Jahren geht es mir in dem Sinn «besser», dass ich relativ normal damit umgehen kann. Diese Schockstarre oder die halben Nervenzusammenbrüche habe ich nicht mehr.

Aber trotzdem schmerzt es immer noch sehr. Ich frage mich, ob meine «Hoffnung», dass sie wieder kommt normal ist. Und ob der Schmerz mal besser wird.

Vielleicht hat hier ja jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht und kann mir erzählen, wie die Trauerbewältigung bei euch gelaufen ist? Oder sonst Tipps?
 

Hallo!
Menschen trauern unterschiedlich . Ich denke es ist auch oft abhängig von der Bindung die man zu diesem Menschen hatte - je enger - desto länger dauert es .Es gibt Verluste über die kommt man nicht hinweg, man lernt nur damit zu leben und umzugehen - aber der Schmerz bleibt . 

Wenn dein Schmerz dein Freund wird - weil du ihn anerkennst und ihn für dein Weiterleben benutzt - kann daraus etwas Gutes wachsen . Ich hoffe, ich drücke mich nicht unverständlich aus .

Schmerz, Tod gehören zu unserem Leben dazu . Manchmal lehrt uns der Tod eines nahestehenden Menschen auch die Vergänglichkeit und macht uns sensibler für die Mitmenschen, Dinge die vorher wichtig waren, sind es dann nicht mehr . 

Wichtig ist nicht - dass du vor anderen weinen kannst - sondern mehr - dass du diese Gefühle, wenn sie dich übermannen zulassen kannst und auch für dich weinen.

Jemand hat mir mal geraten einem alten Bekannten, der auch sehr schnell und unvorhergesehen verstorben ist einen Brief zu schreiben . Den ich nur für ihn schreibe und sonst auch niemand lesen soll . Ich diesen Brief mit zum Grab nehmen soll und dort vorlesen - das geht auch wenn man es still macht . Einfach alle Gefühle mitteilen und sich so auch verabschieden .

Dein Schmerz kommt so oft hoch als du ihn nicht verarbeitest . Das Zulassen von solchen Gefühlen ist unabdingbar . 

Viell. war etwas Brauchbares dabei !

Alles Liebe!

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2. Juli 2019 um 21:39

Ich danke euch beiden 💕

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18. September 2019 um 11:59
In Antwort auf beulah_12891185

Hallo!
Menschen trauern unterschiedlich . Ich denke es ist auch oft abhängig von der Bindung die man zu diesem Menschen hatte - je enger - desto länger dauert es .Es gibt Verluste über die kommt man nicht hinweg, man lernt nur damit zu leben und umzugehen - aber der Schmerz bleibt . 

Wenn dein Schmerz dein Freund wird - weil du ihn anerkennst und ihn für dein Weiterleben benutzt - kann daraus etwas Gutes wachsen . Ich hoffe, ich drücke mich nicht unverständlich aus .

Schmerz, Tod gehören zu unserem Leben dazu . Manchmal lehrt uns der Tod eines nahestehenden Menschen auch die Vergänglichkeit und macht uns sensibler für die Mitmenschen, Dinge die vorher wichtig waren, sind es dann nicht mehr . 

Wichtig ist nicht - dass du vor anderen weinen kannst - sondern mehr - dass du diese Gefühle, wenn sie dich übermannen zulassen kannst und auch für dich weinen.

Jemand hat mir mal geraten einem alten Bekannten, der auch sehr schnell und unvorhergesehen verstorben ist einen Brief zu schreiben . Den ich nur für ihn schreibe und sonst auch niemand lesen soll . Ich diesen Brief mit zum Grab nehmen soll und dort vorlesen - das geht auch wenn man es still macht . Einfach alle Gefühle mitteilen und sich so auch verabschieden .

Dein Schmerz kommt so oft hoch als du ihn nicht verarbeitest . Das Zulassen von solchen Gefühlen ist unabdingbar . 

Viell. war etwas Brauchbares dabei !

Alles Liebe!

Ich möchte mich nochmals für den Tipp mit dem Brief bedanken.

Habe einen geschrieben, es hat mir sehr geholfen!

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