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Trauer verarbeiten...

6. Oktober 2008 um 12:36

Meine Freundin ist vor kurzem so unerwartet gestorben und ich weiß gar nicht, wie ich darüber hinwegkommen soll. Es war ein Unfall - so plötzlich ...und jetzt ist sie einfach nicht mehr da! seitdem bin ich ständig am heulen, weiß gar nicht mehr wie es wieder aufwärts gehen soll ... ihr kennt bestimmt dieses Loch aus Verzweiflung und Mutlosigkeit.
Habt ihr Vorschläge, was einem hilft über die Trauer hinwegzukommen?

Ich hab im internet die Seite www.menschen-gedenken.de gefunden und schon ein Buch für sie angelegt.
Oder kennt ihr irgendeine Literatur, die euch geholfen hat? Irgendwelche Songs?

ich weiß gar nicht, wie ich je damit klarkommen kann....
grüß euch alle,

miisasternchen*

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16. Oktober 2008 um 20:19

Weiterleben?
hallo, es hört sich ja fast so an als wenn dein eigenes selbstbewusstsein gestorben ist... ok trauer ist gut, und denk immer dran dass du selbst am leben bist, so wie immer, und geh deinen weg weiter. behalt sie einfach in guter erinnerung. es werden immer wieder leute kommen und gehen, das gehört einfach dazu. vor ein paar tagen ist ein schulkamerad von mir gestorben, auch unerwartet... ich sag nur eines- nutze deine zeit, alles gute!! LG

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16. Oktober 2008 um 22:23

Was mir geholfen hat
Der Verlust eines nahestehenden Menschen zieht einen ganz nach unten, man fühlt sich so verloren, hilflos, hat selbst keinen Lebensmut mehr. Ich weiß, wovon ich schreibe, denn ich habe Ende 2005 meine geliebte Frau nach einem erbitterten Kampf von 37 Tagen in einer Intensivstation in meinen Armen sterben gesehen, die gerade erst mal 33 Jahre jung war.
Freunde sind keine wirkliche Hilfe, weil sie die Situation falsch einschätzen oder genau das falsche zu dir sagen, z.B. hört man da so Sprüche "Kopf hoch, das Leben geht weiter, lass dich nicht hängen". Und solche: "Wir alle müssen mal sterben, keiner weiß wann es passiert." Genau das willst Du in deiner Situation aber nicht hören, weil du in Trauer nicht so realistisch denken kannst, wie man es von dir erwartet. Du brauchst nicht viel Worte, sondern willst nur in den Arm genommen werden und möchtest spüren, derjenige, der dich da drückt, ist mit seinem ganzen Mitgefühl bei dir, er versucht wenigstens nachzuempfinden, was in dir vorgeht.
Niemand hat mich damals gedrückt und in die Arme genommen. Ich hatte alles alleine mit mir auszumachen, das war schrecklich.
Ich hatte echte Suizidgedanken, war nahe dran mir ein Ende zu bereiten.
Ich besorgte mir das Buch "Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben " von Sogyal Rinpoche und fand darin Trost und Erkenntnis zugleich, das der Tod nichts Schreckliches ist. Aber zu dieser Erkenntnis muß man selbst kommen, man will sie nicht von Freunden hören.
Kann dieses Buch nur empfehlen.
So habe ich meinen Geist beschäftigt und löste meine Gedanken stellenweise von dem schmerzlichen Verlust.
Was mir auch half, war der Gedankenaustausch mit Gleichbetroffenen auf der Webseite www.verwitwet.de und die Treffen beim Hospiz mit Menschen, die jemand verloren haben. Wirklich verstehen kann einen niemand, der nicht selbst schon mal einen geliebten Menschen durch Tod verloren hat.
Das weiß ich heute. Als ich vor vielen Jahren einmal eine Witwe kennengelernt hatte, konnte ich ihre jahrelange Trauer um ihren Mann auch nicht verstehen, heute sehr wohl. Der Tod scheint uns zunächst einmal etwas endgültiges, ein Partner der uns durch Trennung verlässt lebt ja noch. Man kann indirekt noch teilhaben an seinem Leben, wenn auch nur sehr wenig. Dem Verstorbenen kann man nichts mehr mitteilen, er ist für immer weg.
Jedem hilft aber auch etwas anderes um die Trauer ausleben zu können.
Schau in dich hinein und finde heraus, was dir Trost spendet.





















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16. Dezember 2008 um 16:43

Meine erfahrungen
Liebe miisa!

Ich habe meinen besten Freund vor über einem Jahr verloren. Bis heute trauere ich um ihn, weine um ihn und vermisse ihn. Ich war nicht stark genug auf die Beerdigung zu gehen, oder jemals sein Grab zu besuchen!
gestern ist es mir richtig schlecht gegangen. mit einer freundin habe ich über alles geredet. das hilft. sie hat mir geraten mich zu verabschieden.
ich habe ihm gerade einen brief geschrieben, in dem ich alles gesagt habe, was mir im leben nicht mehr möglich war, ich habe ihm gedankt und ihm versichert ihn niemals zu vergessen. mir ist, als der brief fertig war, ein riesiger stein vom herzen gefallen.
ich finde es wichtig zu trauern, lass dir zeit, für mich war der brief eine gute methode vieles zu verarbeiten, vielleicht eignet sich für dich etwas anderes besser. ich wünsche dir dass du deinen eigenen weg findest um deine freundin zu trauern.

ich wünsche dir alles, alles gute

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16. Dezember 2008 um 23:56

Ich habe selbst schon getrauert,
auch Sterbende und Trauernde begleitet. Ich kenne also einige
Sichtweisen. Wie schon gesagt wurde, solange man nicht weiß, wie sich so ein Verlust anfühlt, kann man es nicht nachvollziehen.
Viele Menschen wollen trösten und glauben etwas besonders kluges sagen zu müssen. Oft ist ein Händedruck oder eine stille Umarmung, ein stilles Verstehen und Zustimmen die größte Hilfe. Es gibt sehr gute Bücher auch von Bernard Jakoby. Es gibt die Internetseite www.verwitwet.de, wo sich alle trauernden Menschen hinwenden können. Es gibt Trauergruppen und Trauercafes. Du kannst alles was du auf dem Herzen hast dem anderen sagen. Du kannst es ihm schreiben. Das wird dich erleichtern und es kommt an. Die Verstorbenen sind nur auf der anderen Seite des Vorhanges. Du kannst dir auch deine persönliche Gedenkstätte einrichten. Du kannst für den Verstorbenen einen Baum oder einen Strauch pflanzen. Alles ist möglich.
Lieben Gruß
Melike

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5. Januar 2009 um 23:05
In Antwort auf bas_12184810

Weiterleben?
hallo, es hört sich ja fast so an als wenn dein eigenes selbstbewusstsein gestorben ist... ok trauer ist gut, und denk immer dran dass du selbst am leben bist, so wie immer, und geh deinen weg weiter. behalt sie einfach in guter erinnerung. es werden immer wieder leute kommen und gehen, das gehört einfach dazu. vor ein paar tagen ist ein schulkamerad von mir gestorben, auch unerwartet... ich sag nur eines- nutze deine zeit, alles gute!! LG

Selbstbewußtsein gestorben
Du wirst es erst verstehen, wenn Du den Tod eines Dir sehr nahe stehenden, geliebten Menschen selbst erleben wirst, erst dann.
Bis dahin hast Du keine Vorstellung davon, was das bedeutet.

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26. Oktober 2010 um 9:11
In Antwort auf hinrik_12752112

Selbstbewußtsein gestorben
Du wirst es erst verstehen, wenn Du den Tod eines Dir sehr nahe stehenden, geliebten Menschen selbst erleben wirst, erst dann.
Bis dahin hast Du keine Vorstellung davon, was das bedeutet.

Ich kann es bis heute nicht verarbeiten
Endlich jemand, der mich versteht.
Viele Menschen begreifen nicht, dass tröstende worte nichts bringen, im gegenteil: Sie rufen nur noch mehr wut und trauer hervor. Die menschen,die versuchen einen zu trösten meinen es nur gut, jedoch bringt eine einfache umarmung mehr als tausend worte.

Ich habe mit 7 jahren meinen geliebten papa verloren. das ist mitlerweile 13 jahre her und doch kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen. er ist nach 1 jähriger krankheit seinem lungenkrebs erlegen.
viele menschen denken,dass ich damals ncoh zu jung gewesen sei um alles zu begreifen, jedoch kann ich mich an alles genauestens erinnern, an die schmerzensschreie in der nacht und auch an die sekunde,in der meine mama zu mir sagte " du weißt,dass papa sehr sehr krank war, ich war heute nacht bei ihm und er ist gestorben"
das war wie ein faustschlag ins gesicht. bis heute kann ich das alles nicht verarbeiten. ich frage mich, ob es vielleicht daran lag,dass ich mcih nicht von ihm verabschieden konnte. meine beiden schwestern, die älter als ich sind, waren noch einmal bei ihm um ihm lebewohl zu sagen, meine mama hielt mich jedoch zu jung dafür. manchmal möchte ich sie dafür hassen, jedoch glaube ich, dass sie nicht wollte,dass ich ihn so sehe.
ich weine mich heute noch ganz oft in den schlaf, ich würde ihn so gerne noch ein einziges mal sehen um ihm lebewohl zu sagen, eine umarmung...
ich denke an alle, die einen geliebten menschen verloren haben.
würde mich freuen, wenn jemand mit mir reden mag, das würde mir sehr gut tun.

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16. November 2012 um 19:59

Mein Beileid
Mein dem Tod meiner Tante hat mir sehr die Hypnose cd von Dieter Eisfeld etwas gebracht loszulassen und meinen Frieden in diesem Thema zu finden. Auch bei meiner Tante kam alles sehr plötzlich und ich konnte mich nicht einmal verabschieden, dann ist es meines Erachtens umso schlimmer... Viel Kraft!

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28. September 2014 um 21:38
In Antwort auf geena_12554115

Ich kann es bis heute nicht verarbeiten
Endlich jemand, der mich versteht.
Viele Menschen begreifen nicht, dass tröstende worte nichts bringen, im gegenteil: Sie rufen nur noch mehr wut und trauer hervor. Die menschen,die versuchen einen zu trösten meinen es nur gut, jedoch bringt eine einfache umarmung mehr als tausend worte.

Ich habe mit 7 jahren meinen geliebten papa verloren. das ist mitlerweile 13 jahre her und doch kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen. er ist nach 1 jähriger krankheit seinem lungenkrebs erlegen.
viele menschen denken,dass ich damals ncoh zu jung gewesen sei um alles zu begreifen, jedoch kann ich mich an alles genauestens erinnern, an die schmerzensschreie in der nacht und auch an die sekunde,in der meine mama zu mir sagte " du weißt,dass papa sehr sehr krank war, ich war heute nacht bei ihm und er ist gestorben"
das war wie ein faustschlag ins gesicht. bis heute kann ich das alles nicht verarbeiten. ich frage mich, ob es vielleicht daran lag,dass ich mcih nicht von ihm verabschieden konnte. meine beiden schwestern, die älter als ich sind, waren noch einmal bei ihm um ihm lebewohl zu sagen, meine mama hielt mich jedoch zu jung dafür. manchmal möchte ich sie dafür hassen, jedoch glaube ich, dass sie nicht wollte,dass ich ihn so sehe.
ich weine mich heute noch ganz oft in den schlaf, ich würde ihn so gerne noch ein einziges mal sehen um ihm lebewohl zu sagen, eine umarmung...
ich denke an alle, die einen geliebten menschen verloren haben.
würde mich freuen, wenn jemand mit mir reden mag, das würde mir sehr gut tun.

Ich verstehe dich auch
Ich wünsche dir viel Kraft, ich fühle mich zum ersten mal hier richtig verstanden, auch ich habe meine geliebte oma und mein onkel letztes jahr verloren , möchte jemand mit mir bei whatsapp vielleicht schreiben? 015732378554

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3. November 2014 um 16:05
In Antwort auf maral_11871612

Ich verstehe dich auch
Ich wünsche dir viel Kraft, ich fühle mich zum ersten mal hier richtig verstanden, auch ich habe meine geliebte oma und mein onkel letztes jahr verloren , möchte jemand mit mir bei whatsapp vielleicht schreiben? 015732378554

Mein Beileid
Ich versteh dich gut, es ist mir ähnlich gegangen, ein Freund ist im Juni tragisch verstorben. Am Anfang steht der Schock da, man kann das nicht verarbeiten, man ist am Boden zerstört. Man hatte nicht mal Gelegenheit sich zu verabschieden. Und dieser Mensch kommt nicht wieder. Man weiß ja die Fakten, aber es kommen noch viele schwierige Tage (Geburtstag, Weihnachten) auf einen zu. Am Anfang sieht man immer nur was man mit diesem Menschen verloren hat. Es gibt aber Möglichkeiten es aufzuarbeiten (z. B. Trauerhilfe).

Wichtig ist, die Gefühle zuzulassen. Man muss die guten Tage akzeptieren, und leider auch die vielen schlechten. Auch dass man manchmal in ein passives Selbstmitleid fällt, gehört leider dazu! Das mit dem Buch finde ich gut, da denkst du an deine Freundin.

Aber wichtig ist selbst weiterzuleben - so tragisch die Umstände auch sind. Und wenn man einen schwachen Moment hat, kann man auch mal die Telefonseelsorge anrufen. Ich hatte an dem Geburtstag (er wäre 30ig geworden) des Verstorbenen auch so einen Durchhänger, ich hab angerufen. Manchmal braucht man wen unbelasteten Außenstehenden und grade Unfälle sind insofern schwer, weil es meist viel zu früh ist dass jene Menschen gehen müssen und man wirklich aus dem Leben gerissen wird.

Ansonsten kann auch Ausdauersport helfen (Laufen gehen), ich hab mir neue Laufschuhe gekauft, und wenn ich zuviel drüber nachdenk geh ich auch gern in die frische Luft!!! Und viel reden, auch mit Freunden und die Freundin in Erinnerung behalten.

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25. Dezember 2017 um 23:36
In Antwort auf geena_12554115

Ich kann es bis heute nicht verarbeiten
Endlich jemand, der mich versteht.
Viele Menschen begreifen nicht, dass tröstende worte nichts bringen, im gegenteil: Sie rufen nur noch mehr wut und trauer hervor. Die menschen,die versuchen einen zu trösten meinen es nur gut, jedoch bringt eine einfache umarmung mehr als tausend worte.

Ich habe mit 7 jahren meinen geliebten papa verloren. das ist mitlerweile 13 jahre her und doch kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen. er ist nach 1 jähriger krankheit seinem lungenkrebs erlegen.
viele menschen denken,dass ich damals ncoh zu jung gewesen sei um alles zu begreifen, jedoch kann ich mich an alles genauestens erinnern, an die schmerzensschreie in der nacht und auch an die sekunde,in der meine mama zu mir sagte " du weißt,dass papa sehr sehr krank war, ich war heute nacht bei ihm und er ist gestorben"
das war wie ein faustschlag ins gesicht. bis heute kann ich das alles nicht verarbeiten. ich frage mich, ob es vielleicht daran lag,dass ich mcih nicht von ihm verabschieden konnte. meine beiden schwestern, die älter als ich sind, waren noch einmal bei ihm um ihm lebewohl zu sagen, meine mama hielt mich jedoch zu jung dafür. manchmal möchte ich sie dafür hassen, jedoch glaube ich, dass sie nicht wollte,dass ich ihn so sehe.
ich weine mich heute noch ganz oft in den schlaf, ich würde ihn so gerne noch ein einziges mal sehen um ihm lebewohl zu sagen, eine umarmung...
ich denke an alle, die einen geliebten menschen verloren haben.
würde mich freuen, wenn jemand mit mir reden mag, das würde mir sehr gut tun.

Hallo,
Ich würde gern wissen wie es dir heute geht?
Ich habe auch meinen Papa verloren da war ich gerade 11. Jetzt bin ich schon 36 und gerade jetzt über Weihnachten könnte ich nur noch heulen so sehr vermisse ich ihn 😭 Seit ich Mama bin - unsere Tochter wird 2 - ist es besonders schlimm. In der ersten Zeit nach der Geburt ging es mir sehr schlecht, da ich mir immer wieder vorgestellt habe sie es währe wenn er sie kennengelernt hätte. Viele sagen Zeit heilt alle Wunden aber es ist leider nicht so. 😢 

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5. September um 10:18
In Antwort auf hinrik_12752112

Was mir geholfen hat
Der Verlust eines nahestehenden Menschen zieht einen ganz nach unten, man fühlt sich so verloren, hilflos, hat selbst keinen Lebensmut mehr. Ich weiß, wovon ich schreibe, denn ich habe Ende 2005 meine geliebte Frau nach einem erbitterten Kampf von 37 Tagen in einer Intensivstation in meinen Armen sterben gesehen, die gerade erst mal 33 Jahre jung war.
Freunde sind keine wirkliche Hilfe, weil sie die Situation falsch einschätzen oder genau das falsche zu dir sagen, z.B. hört man da so Sprüche "Kopf hoch, das Leben geht weiter, lass dich nicht hängen". Und solche: "Wir alle müssen mal sterben, keiner weiß wann es passiert." Genau das willst Du in deiner Situation aber nicht hören, weil du in Trauer nicht so realistisch denken kannst, wie man es von dir erwartet. Du brauchst nicht viel Worte, sondern willst nur in den Arm genommen werden und möchtest spüren, derjenige, der dich da drückt, ist mit seinem ganzen Mitgefühl bei dir, er versucht wenigstens nachzuempfinden, was in dir vorgeht.
Niemand hat mich damals gedrückt und in die Arme genommen. Ich hatte alles alleine mit mir auszumachen, das war schrecklich.
Ich hatte echte Suizidgedanken, war nahe dran mir ein Ende zu bereiten.
Ich besorgte mir das Buch "Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben " von Sogyal Rinpoche und fand darin Trost und Erkenntnis zugleich, das der Tod nichts Schreckliches ist. Aber zu dieser Erkenntnis muß man selbst kommen, man will sie nicht von Freunden hören.
Kann dieses Buch nur empfehlen.
So habe ich meinen Geist beschäftigt und löste meine Gedanken stellenweise von dem schmerzlichen Verlust.
Was mir auch half, war der Gedankenaustausch mit Gleichbetroffenen auf der Webseite www.verwitwet.de und die Treffen beim Hospiz mit Menschen, die jemand verloren haben. Wirklich verstehen kann einen niemand, der nicht selbst schon mal einen geliebten Menschen durch Tod verloren hat.
Das weiß ich heute. Als ich vor vielen Jahren einmal eine Witwe kennengelernt hatte, konnte ich ihre jahrelange Trauer um ihren Mann auch nicht verstehen, heute sehr wohl. Der Tod scheint uns zunächst einmal etwas endgültiges, ein Partner der uns durch Trennung verlässt lebt ja noch. Man kann indirekt noch teilhaben an seinem Leben, wenn auch nur sehr wenig. Dem Verstorbenen kann man nichts mehr mitteilen, er ist für immer weg.
Jedem hilft aber auch etwas anderes um die Trauer ausleben zu können.
Schau in dich hinein und finde heraus, was dir Trost spendet.





















Hallo, keine Ahnung, ob du oder jemand anders dies jetzt liest. Aber deine Nachricht hier, obwohl sie schon so viele Jahre her ist, wie ich eben erst sehe, hat mich tief bewegt. 
Auf dem Weg bzw. der Suche, ein Instrument, bzw. einen Lösungsansatz zu finden, wie ich meine Tage, Nächte, Wochenenenden, überhaut den Rest meines Lebens noch aushalten soll, habe ich diese Seite gefunden und dies jetzt 3 mal gelesen. Am 25. Mai 2019 ist mein über alles geleibter Mann Jörg gestorben. Ich hatte nie ein leichtes Leben, hab mich aber nie beschwert, weil ich kein anderes, sondern nur dieses Leben hier habe. Schlimme, böse Scheidungen mit allem und mehr, als ein Mensch alleine tragen kann. Wir kannten uns über 40 Jahre, haben uns immer wieder in unseren vorigen Leben mit den Expartnern begleitet. Vor 6,5 Jahren wussten wir, warum diee tiefe Freundschaft uns immer so viel bedeutete und erkannten, dass es Liebe wurde. So haben wir im April 2017 geheiratet, in Dänemark, nach dem romantischsten Heiratsantrag auf Sardinien. Wir mussten uns nie erklären, haben uns angeschaut und gewusst, was der andere denkt oder fühlt, haben endlich unser beider Traum, uns so oft erfüllt, wie wir konnten - nämlich Städtereisen zu machen. Und das taten wir so oft wir konnten. Zuletzt waren wir Anfang Mai in Kalabrien. 11 Tage, wovon es an 7 Tagen regnete, hagelte und Hochwasser war. Aber das machte uns nichts. Merkwürdigerweise sprachen wir in diesem Urlaub zum ersten Mal über den Tod und was wir gerne hätten, wenn der eine gehen muss. Welche Lieder wir gespielt werden sollen usw usw. Unter anderem sagte er, (weil wir beide am Bodensee aufgewachsen sind und da gelebt haben) dass er gerne seine Asche im Bodensee verstreut haben wollen würde. Aber dass wir jeweils ein wenig Asche aufbewahren und wenn der andere von uns, der zurück bleibt mal wieder so weit ist, um Städtereisen zu machen jeweils eine Brise der Asche nimmt und es als Spur für den anderen hinterlässt in dieser Stadt. Auch ein bestimmtes Lied, welches uns seit Ostern 2019 begleitete, spielte zufällig im Radion, als mein Sohn uns vom Flughafen der Rückreise abholte. Da schaute mein Mann in den Rückspiegle zu mir nach hinten und lächelte. Mein Sohn wunderte sich über unser Lächeln bei so einem bewegenden und teilweise traurigen Lied. "und dann gehst" von Ina Regen. Und Jörg erklärte ihm unsere Gespräche in Kalabrien, mit dem Zerstreuen der Asche im Bodensee und den Brisen Asche für die Städtereisen usw. Da erklärte mein Sophn uns, dass das in Deutschland verboten sei. Aber wir grinsten über unsere ursprünglich  gewitzte Aussage. Und exakt eine Woche später kam ich von der Arbeit nach Hause und fand meinen geliebten Jörg tot auf dem Küchenboden liegend mit Herzstillstand. In den ersten Tagen des Horrors der Gefühle, habe ich keine Ahnung, wie diese vergangen sind, aber mein Sohn Lukas hat über die Schweiz eine Agentur ausfindig gemacht, sodass der Wunsch meines Mannes erfüllt werden konnte mit der Asche. Diese inzwischen vergangenen 14 Wochen habe ich, wie auch immer,  noch lebend funktiniert. Nach den Formalitäten eine Wohnung gesucht für mich mit 60 Jahren, 22 Wohnungen angeschaut, sich teilweise gefühlt wie ein Aussätziger, weil ich behandelt wurde wie ein Überbleisel, warum ich als ältere Dame überhaupt eine 3 Zimemr Wohnung suche, wozu, wer für die Miete mit bürgen würde usw. usw. Alptraum. Endlich habe ich eine halbwegs bezahlbare Wohnung gefunden, dank meiner Familie und Freunden diesen Umzug und das Räumen des Hauses hinter mich gebracht. Und jetzt geht mir die Arbeit aus und ich habe das Gefühl, ein monstergroßes Loch hat sich geöffnet und ich komme da emotional nicht mehr raus.   Alles erinnert mich an ihn. In meinem Herzen und meiner Seele bleibt er für immer, und alle sagen, es heißt "Trauerjahr (e)" aber wie übersteht man die Zeit bis dahin, bis dieser tonnenschwere Rucksack der Erinnerung und Trauer, den man nicht tragen kann, der einen runter zieht und es Null Lösungsansätze gibt, wie man sich da wieder hochbringt. Wenigstens ein wenig, damit man wieder essen und halbwegs mehr als unterborchen  2-3 Stunden Schlaf jede Nacht hat,  weil man ja arbeiten muss, um die Miete zu bezahlen??? Trotz dem sogenannten guten familiären und freundschaftlichen Netzwerks, das man hat. Alle gehen nach Hause oder bleiben da, aber nach dem kurzen Gespräch oder auch Besuch oder auch sich in der Stadt treffen.... alle gehen Heim und haben jemanden. Und ich (ihr auch) geht in die Wohnung und die ist sicher wohnlich, und nett und dekoriert oder was weiß ich, aber gemütlich kann es nicht sein. Ich hab das Gefühl, dass niemals mehr sich das Gefühl einstellt, gerne HEIM zu gehen. Was für ein Heim, ohne ihn. Wie soll das ein Zuhause sein, wenn er nie mehr wieder kommt, nie mehr auf mich wartet, nie mehr fragt "hey Schnucki, wann kommst du endlich heim"....... was er so oft fragte, wenn ich mal länger arbeiten musste. Wenn ich z.B. irgend eine Aufgabe erledigt hab, ob in der Wohnung oder im Geschäft und für Minuten oder Stunden nichts zwingendes ansteht, was jetzt sofort sein muss, dann spüre ich genau dieses Gefühl aufkommen, es beginnt in dem linken Arm, also ob mein Blut weh tut, was sich da Richtung Herz und Hals bewegt, dann mischt sich das mit dieser aufkommenden Unruhe und ich hab den Eindruck ich will sofort sterben und bei ihm sein. Natürlich nur für eine Weile, weil sich selbst das Leben nehmen keine Option ist. Aber wie schafft man da raus, ohne Antidepressiva, ohne irgend welche Psychotherapien, die einem das ganze alte Leben (welches längst verarbeitet ist) aufzuwühlen. Das will man nicht beleuchten oder anschauen, sondern JETZT Hilfestellungen bekommen. Aber wie????? Wie hält man das aus??? Ich hab den Eindruck wie ihr sicher auch, den Verstand zu verlieren. Keine Lebensfreude mehr. Trotz der geleibten Kinder und Enkelkinder, Geschwister und toller Freunde. Wie macht man das??? Das jetzt sind die ersten Zeilen, die ich schreibe in den 14,5 Wochen. Ich hoffe sehr, dass trotz der über 10 Jahre alten Beiträge es irgend jemand liest und mir zurück schreibt. Danke..

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8. September um 22:43
In Antwort auf user177594801

Hallo, keine Ahnung, ob du oder jemand anders dies jetzt liest. Aber deine Nachricht hier, obwohl sie schon so viele Jahre her ist, wie ich eben erst sehe, hat mich tief bewegt. 
Auf dem Weg bzw. der Suche, ein Instrument, bzw. einen Lösungsansatz zu finden, wie ich meine Tage, Nächte, Wochenenenden, überhaut den Rest meines Lebens noch aushalten soll, habe ich diese Seite gefunden und dies jetzt 3 mal gelesen. Am 25. Mai 2019 ist mein über alles geleibter Mann Jörg gestorben. Ich hatte nie ein leichtes Leben, hab mich aber nie beschwert, weil ich kein anderes, sondern nur dieses Leben hier habe. Schlimme, böse Scheidungen mit allem und mehr, als ein Mensch alleine tragen kann. Wir kannten uns über 40 Jahre, haben uns immer wieder in unseren vorigen Leben mit den Expartnern begleitet. Vor 6,5 Jahren wussten wir, warum diee tiefe Freundschaft uns immer so viel bedeutete und erkannten, dass es Liebe wurde. So haben wir im April 2017 geheiratet, in Dänemark, nach dem romantischsten Heiratsantrag auf Sardinien. Wir mussten uns nie erklären, haben uns angeschaut und gewusst, was der andere denkt oder fühlt, haben endlich unser beider Traum, uns so oft erfüllt, wie wir konnten - nämlich Städtereisen zu machen. Und das taten wir so oft wir konnten. Zuletzt waren wir Anfang Mai in Kalabrien. 11 Tage, wovon es an 7 Tagen regnete, hagelte und Hochwasser war. Aber das machte uns nichts. Merkwürdigerweise sprachen wir in diesem Urlaub zum ersten Mal über den Tod und was wir gerne hätten, wenn der eine gehen muss. Welche Lieder wir gespielt werden sollen usw usw. Unter anderem sagte er, (weil wir beide am Bodensee aufgewachsen sind und da gelebt haben) dass er gerne seine Asche im Bodensee verstreut haben wollen würde. Aber dass wir jeweils ein wenig Asche aufbewahren und wenn der andere von uns, der zurück bleibt mal wieder so weit ist, um Städtereisen zu machen jeweils eine Brise der Asche nimmt und es als Spur für den anderen hinterlässt in dieser Stadt. Auch ein bestimmtes Lied, welches uns seit Ostern 2019 begleitete, spielte zufällig im Radion, als mein Sohn uns vom Flughafen der Rückreise abholte. Da schaute mein Mann in den Rückspiegle zu mir nach hinten und lächelte. Mein Sohn wunderte sich über unser Lächeln bei so einem bewegenden und teilweise traurigen Lied. "und dann gehst" von Ina Regen. Und Jörg erklärte ihm unsere Gespräche in Kalabrien, mit dem Zerstreuen der Asche im Bodensee und den Brisen Asche für die Städtereisen usw. Da erklärte mein Sophn uns, dass das in Deutschland verboten sei. Aber wir grinsten über unsere ursprünglich  gewitzte Aussage. Und exakt eine Woche später kam ich von der Arbeit nach Hause und fand meinen geliebten Jörg tot auf dem Küchenboden liegend mit Herzstillstand. In den ersten Tagen des Horrors der Gefühle, habe ich keine Ahnung, wie diese vergangen sind, aber mein Sohn Lukas hat über die Schweiz eine Agentur ausfindig gemacht, sodass der Wunsch meines Mannes erfüllt werden konnte mit der Asche. Diese inzwischen vergangenen 14 Wochen habe ich, wie auch immer,  noch lebend funktiniert. Nach den Formalitäten eine Wohnung gesucht für mich mit 60 Jahren, 22 Wohnungen angeschaut, sich teilweise gefühlt wie ein Aussätziger, weil ich behandelt wurde wie ein Überbleisel, warum ich als ältere Dame überhaupt eine 3 Zimemr Wohnung suche, wozu, wer für die Miete mit bürgen würde usw. usw. Alptraum. Endlich habe ich eine halbwegs bezahlbare Wohnung gefunden, dank meiner Familie und Freunden diesen Umzug und das Räumen des Hauses hinter mich gebracht. Und jetzt geht mir die Arbeit aus und ich habe das Gefühl, ein monstergroßes Loch hat sich geöffnet und ich komme da emotional nicht mehr raus.   Alles erinnert mich an ihn. In meinem Herzen und meiner Seele bleibt er für immer, und alle sagen, es heißt "Trauerjahr (e)" aber wie übersteht man die Zeit bis dahin, bis dieser tonnenschwere Rucksack der Erinnerung und Trauer, den man nicht tragen kann, der einen runter zieht und es Null Lösungsansätze gibt, wie man sich da wieder hochbringt. Wenigstens ein wenig, damit man wieder essen und halbwegs mehr als unterborchen  2-3 Stunden Schlaf jede Nacht hat,  weil man ja arbeiten muss, um die Miete zu bezahlen??? Trotz dem sogenannten guten familiären und freundschaftlichen Netzwerks, das man hat. Alle gehen nach Hause oder bleiben da, aber nach dem kurzen Gespräch oder auch Besuch oder auch sich in der Stadt treffen.... alle gehen Heim und haben jemanden. Und ich (ihr auch) geht in die Wohnung und die ist sicher wohnlich, und nett und dekoriert oder was weiß ich, aber gemütlich kann es nicht sein. Ich hab das Gefühl, dass niemals mehr sich das Gefühl einstellt, gerne HEIM zu gehen. Was für ein Heim, ohne ihn. Wie soll das ein Zuhause sein, wenn er nie mehr wieder kommt, nie mehr auf mich wartet, nie mehr fragt "hey Schnucki, wann kommst du endlich heim"....... was er so oft fragte, wenn ich mal länger arbeiten musste. Wenn ich z.B. irgend eine Aufgabe erledigt hab, ob in der Wohnung oder im Geschäft und für Minuten oder Stunden nichts zwingendes ansteht, was jetzt sofort sein muss, dann spüre ich genau dieses Gefühl aufkommen, es beginnt in dem linken Arm, also ob mein Blut weh tut, was sich da Richtung Herz und Hals bewegt, dann mischt sich das mit dieser aufkommenden Unruhe und ich hab den Eindruck ich will sofort sterben und bei ihm sein. Natürlich nur für eine Weile, weil sich selbst das Leben nehmen keine Option ist. Aber wie schafft man da raus, ohne Antidepressiva, ohne irgend welche Psychotherapien, die einem das ganze alte Leben (welches längst verarbeitet ist) aufzuwühlen. Das will man nicht beleuchten oder anschauen, sondern JETZT Hilfestellungen bekommen. Aber wie????? Wie hält man das aus??? Ich hab den Eindruck wie ihr sicher auch, den Verstand zu verlieren. Keine Lebensfreude mehr. Trotz der geleibten Kinder und Enkelkinder, Geschwister und toller Freunde. Wie macht man das??? Das jetzt sind die ersten Zeilen, die ich schreibe in den 14,5 Wochen. Ich hoffe sehr, dass trotz der über 10 Jahre alten Beiträge es irgend jemand liest und mir zurück schreibt. Danke..

Ach Mensch, fühl dich mal gedrückt.
Mein herzliches Beileid, es tut mir leid für deinen unerwarteten Verlust. 
Wäre eine Trauergruppe was für dich? Dort sind Menschen denen es genau so geht und von denen keine blöden Sprüche kommen. 

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