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Trauer nach 25 Jahren

28. Juni 2018 um 7:15

Hallo ihr Lieben. 
ich bin gerade sehr verzweifelt. Ich gehöre leider zu den Menschen, die immer versuchen stark zu sein. Aber gerade schaff ich es einfach nicht. 
Die alten Geister holen mich immer wieder ein.
Ich bin mittlerweile 35 Jahre alt, habe eine Familie und eigentlich alles gut...aber 

Als ich 10 Jahre alt wurde meine Mutter brutal ermordet, sie war damals 32. Es war ganz schrecklich für meinen Vater und mich. Ich muss dazu sagen, dass wir damals noch in Russland lebten und da hat man noch andere Rituale, der Verstorbene wird z.B. vor der Beerdigung 1-2 Tage zu Hause aufbewahrt, damit sich jeder verabschieden kann und es werden Fotos von dem Verstorben gemacht. Meine Mutter sah schrecklich aus, sie hatte Blutergüße im Gesicht und war kaum zu erkennen, hatte ein Kopftuch um... Mein Vater konnte nicht viel mit mir reden, verständlich.. 
Und dann kam die ganze Polizeiarbeit, befragungen, Verdächtige, Gerichtsverhandlungen, aus den man mich nicht immer raushalten konnte, daher kenn ich swhr viele Details zu Mamas Tot. Sie wurde an ihrer Arbeitsstelle ermordet. Sie wurde vergewaltigt un erdrosselt..und in einem Schrank versteckt. Ich war sehr oft mit ihr auf ihrer Arbeit, ich kannte ihren Arbeitsplatz... den Schrank, in meinem Kopf kann ich das ganze sozusagen rekonstruieren...leider.  Ihr Mörder wurde nie gefunden und bald sind mein Vater und ich nach Deutschland gezogen und ich gsb versucht das ganze zu verdrängen. Es funktioniert aber nicht. Im Juli ist es schon 25 Jahre her. Und nun habe ich noch ein Detail erfahren, jetzt weiß ich, wieso meine Mutter ein Kopftuch um hatte, als sie im Sarg lag, der Mörder hat ihr noch in den Kopf geschossen.. und das Kopftuch sollte die Einschusswunden verdecken. Ich habe sehr oft in diesen 25 Jahren die Fotos der Beerdigung angeguckt, hab mich aber nie gefragt, wieso dieses Kopftuch, ich kann much an dieses Detail nicht erinnern...wahrscheinlich war das für mich als Kind zu schrecklich.
Und nun bin ich momentan in einem tiefen Loch, ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Tagsüber diese Erinnerungen und Vorstellungen und wenn ich hab abends Angst meine Augen zu schießen, weil alles wieder kommt. Ich kann nicht aufhören zu heulen, kann nicht essen. Mein Vater redet nicht mit mir...
Ich will mich nicht selbst vemitleiden, aber ich könnt schreien, ich bin so traurig und wütend, ich kann das aber nicht mehr, es muss doch irgendwann irgendwie aufhören...

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28. Juni 2018 um 7:32
In Antwort auf burgfrohlein

Hallo ihr Lieben. 
ich bin gerade sehr verzweifelt. Ich gehöre leider zu den Menschen, die immer versuchen stark zu sein. Aber gerade schaff ich es einfach nicht. 
Die alten Geister holen mich immer wieder ein.
Ich bin mittlerweile 35 Jahre alt, habe eine Familie und eigentlich alles gut...aber 

Als ich 10 Jahre alt wurde meine Mutter brutal ermordet, sie war damals 32. Es war ganz schrecklich für meinen Vater und mich. Ich muss dazu sagen, dass wir damals noch in Russland lebten und da hat man noch andere Rituale, der Verstorbene wird z.B. vor der Beerdigung 1-2 Tage zu Hause aufbewahrt, damit sich jeder verabschieden kann und es werden Fotos von dem Verstorben gemacht. Meine Mutter sah schrecklich aus, sie hatte Blutergüße im Gesicht und war kaum zu erkennen, hatte ein Kopftuch um... Mein Vater konnte nicht viel mit mir reden, verständlich.. 
Und dann kam die ganze Polizeiarbeit, befragungen, Verdächtige, Gerichtsverhandlungen, aus den man mich nicht immer raushalten konnte, daher kenn ich swhr viele Details zu Mamas Tot. Sie wurde an ihrer Arbeitsstelle ermordet. Sie wurde vergewaltigt un erdrosselt..und in einem Schrank versteckt. Ich war sehr oft mit ihr auf ihrer Arbeit, ich kannte ihren Arbeitsplatz... den Schrank, in meinem Kopf kann ich das ganze sozusagen rekonstruieren...leider.  Ihr Mörder wurde nie gefunden und bald sind mein Vater und ich nach Deutschland gezogen und ich gsb versucht das ganze zu verdrängen. Es funktioniert aber nicht. Im Juli ist es schon 25 Jahre her. Und nun habe ich noch ein Detail erfahren, jetzt weiß ich, wieso meine Mutter ein Kopftuch um hatte, als sie im Sarg lag, der Mörder hat ihr noch in den Kopf geschossen.. und das Kopftuch sollte die Einschusswunden verdecken. Ich habe sehr oft in diesen 25 Jahren die Fotos der Beerdigung angeguckt, hab mich aber nie gefragt, wieso dieses Kopftuch, ich kann much an dieses Detail nicht erinnern...wahrscheinlich war das für mich als Kind zu schrecklich.
Und nun bin ich momentan in einem tiefen Loch, ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Tagsüber diese Erinnerungen und Vorstellungen und wenn ich hab abends Angst meine Augen zu schießen, weil alles wieder kommt. Ich kann nicht aufhören zu heulen, kann nicht essen. Mein Vater redet nicht mit mir...
Ich will mich nicht selbst vemitleiden, aber ich könnt schreien, ich bin so traurig und wütend, ich kann das aber nicht mehr, es muss doch irgendwann irgendwie aufhören...

Es ist absolut verstaendlich, dass dich das verfolgt. Hast du dir schon mal ueberlegt dir professionelle Hilfe zu holen? 
 

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28. Juni 2018 um 7:40

Ich hab es schon sehr oft überlegt. Und momentan bin ich überzeugt, dass es nicht ohne gehen wird...wobei ich überhaupt nicht weiß, wo ich anfangen soll 

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28. Juni 2018 um 10:43

Eine grausame Geschichte. Da scheint es mir einzig richtig, professionelle Unterstützung zu holen und das aufzuarbeiten - im Rahmen des Möglichen. 

Viel Kraft!

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28. Juni 2018 um 15:12

Schließe mich den Vorrednern an. Geh zu einem Arzt, lass Dir eine Überweisung zum Psychologen geben (die kriegst Du ohne Probleme bei Deiner Lebensgeschichte) und rede mit einem Profi darüber, der Dir helfen wird. Das können wir hier im Forum nicht leisten.

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28. Juni 2018 um 15:44
In Antwort auf charonst

Schließe mich den Vorrednern an. Geh zu einem Arzt, lass Dir eine Überweisung zum Psychologen geben (die kriegst Du ohne Probleme bei Deiner Lebensgeschichte) und rede mit einem Profi darüber, der Dir helfen wird. Das können wir hier im Forum nicht leisten.

Das ist mir schon klar, es ging mir hier auch nur darum, dass vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen hatte, der vielleicht weiß, wie man damit umgeht, oder ob ich mich einfach in das ganze reinsteiger, immerhin sind schon so viele Jahre vergangen. Geteiltes Leid ist manchmal ja wirklich halbes Leid

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