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Total Ratlos bezüglich unserer Zukunft

3. Juli 2018 um 21:56 Letzte Antwort: 27. Juli 2018 um 11:39

Hallo Ihr Lieben,
bereits vor drei Jahren habe ich hier Rat gesucht und wurde auch fündig. Inzwischen bin ich mit meinem Partner 3 1/2 Jahre glücklich zusammen und wir planen die nächsten Schritte.

Vor kurzem ist er mit der Ausbildung fertig geworden und würde gerne Auswandern oder zumindest aus unserem Heimatort weiter weg ziehen (300km+). Das war schon immer mal wieder Thema in der Beziehung mit der wir uns aber eher weniger als mehr auseinander gesetzt haben, da ich auch erstmal abwarten wollte wie die Beziehung verlaufen wird und er zudem mit seiner Ausbildung beschäftigt war. Inzwischen bin ich, auch wenn ich selbst nicht den zwingenden Wunsch habe wegzuziehen, bereit mit ihm diesen Schritt zu gehen. Überzeugt, dass auch mehr Gutes als Schlechtes herauskommen kann, zudem auch seine Eltern bereits halb in der Schweiz leben (die Mama ist Selbstständig) und wir, wenn es uns dorthin verschlägt, dort Unterstützung hätten was natürlich von Vorteil wäre.

So weit so gut. Was mich leider seit knapp zwei Monaten nun beschäftigt ist die Tatsache, dass ich das Gefühl habe zeitlich nichts mehr hin zu bekommen. Konkret - neuer Job, Heirat, Kinder. Nun bin ich schon, oder grade erst, fast 28, mein Partner wird 26. Auf meine Bedenken hin sagt er immer, wir kriegen das schon hin und ist immer super optimistisch und positiv. Mich baut es kurzzeitig dann auf, bis ich wieder alleine mit meinen Gedanken bin. Auf genaue Nachfrage hin gibt er schon zu erkennen, dass eine Hohzeit nächstes Jahr, das erste Kind übernächstes Jahr wahrscheinlich anstehen wird. Dann frage ich mich, wie genau wir das umsetzen werden, für mich erscheint es nicht realisierbar - denn auch ich müsste mich um einen neuen Job kümmern, dort vielleicht mind. 1 Jahr beschäftigt sein, man will ja später nicht komplett ohne Geld dastehen. Dann die Suche nach einer neuen Wohnung, evtl. Hochzeitsplanung, und dann noch Kinder zeugen? Mir erscheint dieses Vorhaben mit mind. 3-4 Jahren, was heißen würde, dass ich mit frühestens 31 1/2 Jahren mein erstes Kind bekommen würde. Ist das nicht viel zu spät? Ich möchte nur das Beste für meine zukünftigen Kinder und bin da vllt. etwas perfektionistisch, ich möchte keine Risikoschwangerschaft provozieren. Genauso Thema Hochzeit, wir würden so weit weg wohnen, ohne Freunde und Familie, was alles zusätzlich erschweren würde, so mein Empfinden im Moment. Was mich mittlerweile dazu bringt, diesen ganzen Umzug in Frage zu stellen und immer unzufriedener zu werden, denn eigentlich geht es uns hier wo wir derzeit leben nicht schlecht. Mein Partner wollte nur schon immer hier weg und mag die Landschaft/die Leute nicht. Ich könnte Ihn überreden hier zu bleiben, was er mir zuliebe auch tun würde, jedoch wäre er dann sehr sehr unglücklich und das will ich auch nicht.

Was mich aber mittlerweile Nächte nicht Schlafen lässt und Psychisch langsam anfrisst ist die Tatsache, dass ich nicht weiß wie es zeitlich weiter geht - die Tatsache, dass ich nicht planen kann wann der Antrag kommt oder wann der Zeitpunkt kommen wird an dem man über die Kinderplanung konkret sprechen kann, machen es mir so schwer durch den Tag zu kommen. Es sind diese unsinnigen GEDANKEN, dass er mir vielleicht erst in zwei Jahren einen Antrag machen wird oder das eine Hochzeitsplanung zu viel Zeit in Anspruch nehmen wird dass ich das erste Kind erst mit 35+ bekommen kann, die mich Nachts nicht mehr Schlafen lassen. Ich bin gereizt und unmotiviert, die kleinste Tätigkeit bedeutet für mich Stress, selbst Duschen gehen, ich habe ständig das Gefühl keine Zeit zu haben,Zeit zu verschwenden und reagiere demnach traurig/ verzweifelt wenn mein Partner an einem Tag mal keine Lust hat Bewerbungen zu schreiben oder Aufzuräumen und sich vor dem Fernseher entspannt. Obwohl ich weiß, dass er sich das nach der Prüfung verdient hat und ich auch weiß dass er ja trotzdem die Woche über was tut, ist mir alles zu wenig bzw. lässt mich dennoch nicht entspannen. Mit jeder Freizeitaktivität habe ich das Gefühl, dass wir wertvolle Zeit verschwenden, die wir in unsere Zukunftsplanung legen könnten. Ich mag mich nicht mit Freunden etc. treffen da ich das mitlerweile als Zeitverschwendung erachte, wenn wir dann natürlich doch etwas unternehmen, freue ich mich am Ende des Tages nicht darüber, auch wenn es ein witziger Abend war. Alles was unter der Woche über zwei Stunden am Tag für Hobbies etc. draufgeht ist für mich sofort Zeitverschwendung. Dabei habe ich auch keine bessere Idee die freie Zeit zu füllen! Da im Moment nicht klar steht wohin genau wir ja ziehen werden. Ich habe bereits mit dem Ausmisten der Wohnung begonnen nur um später beim möglich Umzug nicht so viel Stress zu haben. Ich sehe selbst, dass diese Gedanken und dieser Druck den ich mir selbst mache und indirekt ausübe schon krankhafte Züge annimmt und zwinge mich das Leben zu genießen und alle Alltagstätigkeiten als notwendig oder normal zu betrachten und mir auch Zeit für mich oder meinen Partner zu nehmen aber die unruhigen Gedanken lassen mich nicht mehr los genauso wie das ständige Gefühl meine Zeit unnötig zu verschwenden. Die Ungewissheit bzgl. meiner Zukunft macht mich krank, zudem ist mein aktueller Job sehr stressig und ich kann nach Feierabend schlecht abschalten und gehe auch morgens nicht gerne hin, was meine Empfindungen nicht gerade aufheitert. Kündigen kann bzw. will ich nicht da dass jetzt kurz vor dem Möglichen Umzug ja auch keinen Sinn machen würde ... und die neue Jobsuche nur noch mehr unnötigen Stress bedeuten würde.

Jedenfalls, hat jemand änliche Erfahrungen gemacht oder auch mal mit solchen (dummen) Gedanken gerungen? Was hilft wirklich dagegen, kann das schon eine leichte Depression sein? Andere Menschen gehen doch auch, sogar mit noch mehr Stress und Ungewissheit, normal um? Ist meine zeitliche Planung vllt. lächerlich, gibt es hier Frauen die mit 32 Ihr erstes Kind bekommen haben? Wie würdet Ihr an meiner Stelle mit meiner Situation höhstwahrscheinlich umgehen? Zum Schluss will ich nur noch anmerken, dass ich diese "Planung" nicht einfach abstellen kann, ich brauche einen groben Rahmen um mich Sicher zu fühlen im Leben. So habe ich immer gelebt und je ernster bzw. Verantwortungsbewusster das Leben wird, desto notwendiger wird es meiner Meinung nach. Gibt es hier Frauen die auch so vorgehen, die vielleicht auch beides erlebt haben, zB Auswandern/Wegziehen-Heiraten-Kinder oder erst Heiraten-Kinder-Wegziehen? Oder vielleicht welche die sogar schon mal in derselben Situation waren wie ich? Nichtsdestotrotz bin ich über JEDEN Ratschlag dankbar, der mir die kommende Zeit erleichtern würde!!! Danke an Alle, die sich die Mühe gemacht haben meinen Selbstmitleidstext durchzulesen.

Liebe Grüße

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5. Juli 2018 um 0:52

Liebe anonymely,

meiner Ansicht nach sind eure Pläne viel zu detailliert. Heirat nächstes Jahr, Kind übernächstes Jahr - wieso eine solche Hetzerei? Du bist 28 und hast noch einige Jahre Zeit fürs  Kinderkriegen.

Du machst dir deinen Druck wirklich selbst! Im Endeffekt kann man das Leben ohnehin nicht so akribisch durchplanen - es kommt immer irgendwas daher und macht einem einen Strich durch die Rechnung. .

Also entspann dich! Plane weniger, leb mal etwas in den Tag hinein. 

Wenn ihr euch wirklich zur Auswanderung entschließt, wäre es vielleicht stragetisch klüger, vorher noch zu heiraten. Als Ehepaar kann es einem nicht passieren, dass einer in ein Land einwandern darf, der andere aber nicht. Es ist auch weniger kompliziert, im Heimatland zu heiraten als irgendwo im Ausland. 

Dann kümmert ihr euch einmal darum, eine Wohnung und Arbeit im neuen Heimatland zu finden. Nehmt euch Zeit dafür und lebt euch erst mal ein, lernt Menschen kennen, findet Freunde. Erst dann solltet ihr eine Familie gründen. Durch das Kind wirst du dann ja auch Kontakte knüpfen mit anderen Eltern, die Kinder im selben Alter haben, später dann durch Kindergarten und Schule. 

31 Jahre sind noch nicht zu spät zum Kinderkriegen und als Risikoschwangerschaft gilt es ohnehin erst ab 35. Und selbst das bedeutet nicht, dass das Kind unbedingt krank oder behindert auf die Welt kommen muss. 

Allerdings solltet ihr irgendwas von euren Plänen schon langsam mal angehen. Euch zum Beispiel um die Auswanderung kümmern: Land aussuchen, informieren, Job/Wohnung suchen... oder falls ihr euch gegen die Auswanderung entscheidet, den Umzug woandershin organisieren.

LG
Elisabeth

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10. Juli 2018 um 13:51

Und außerdem: Wer sagt dass du warten muss bis der Antrag kommt, bis über Kinderwunsch gesprochen wird? Ihr seid gleichberechtigte Partner und du kannst und solltest deine Wünsche aussprechen!!

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27. Juli 2018 um 11:35
In Antwort auf truth-lies

Liebe anonymely,

meiner Ansicht nach sind eure Pläne viel zu detailliert. Heirat nächstes Jahr, Kind übernächstes Jahr - wieso eine solche Hetzerei? Du bist 28 und hast noch einige Jahre Zeit fürs  Kinderkriegen.

Du machst dir deinen Druck wirklich selbst! Im Endeffekt kann man das Leben ohnehin nicht so akribisch durchplanen - es kommt immer irgendwas daher und macht einem einen Strich durch die Rechnung. .

Also entspann dich! Plane weniger, leb mal etwas in den Tag hinein. 

Wenn ihr euch wirklich zur Auswanderung entschließt, wäre es vielleicht stragetisch klüger, vorher noch zu heiraten. Als Ehepaar kann es einem nicht passieren, dass einer in ein Land einwandern darf, der andere aber nicht. Es ist auch weniger kompliziert, im Heimatland zu heiraten als irgendwo im Ausland. 

Dann kümmert ihr euch einmal darum, eine Wohnung und Arbeit im neuen Heimatland zu finden. Nehmt euch Zeit dafür und lebt euch erst mal ein, lernt Menschen kennen, findet Freunde. Erst dann solltet ihr eine Familie gründen. Durch das Kind wirst du dann ja auch Kontakte knüpfen mit anderen Eltern, die Kinder im selben Alter haben, später dann durch Kindergarten und Schule. 

31 Jahre sind noch nicht zu spät zum Kinderkriegen und als Risikoschwangerschaft gilt es ohnehin erst ab 35. Und selbst das bedeutet nicht, dass das Kind unbedingt krank oder behindert auf die Welt kommen muss. 

Allerdings solltet ihr irgendwas von euren Plänen schon langsam mal angehen. Euch zum Beispiel um die Auswanderung kümmern: Land aussuchen, informieren, Job/Wohnung suchen... oder falls ihr euch gegen die Auswanderung entscheidet, den Umzug woandershin organisieren.

LG
Elisabeth

Danke für deine Hilfe, ich versuche alles umzusetzen und wir sind bereits auf der Suche nach neuen Jobs. Ich hoffe das es bald fruchtet!!

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27. Juli 2018 um 11:39
In Antwort auf melonchen1

Und außerdem: Wer sagt dass du warten muss bis der Antrag kommt, bis über Kinderwunsch gesprochen wird? Ihr seid gleichberechtigte Partner und du kannst und solltest deine Wünsche aussprechen!!

Das habe ich natürlich, und er weiß bzw. wir beide wissen wie es bei dem jeweils anderen steht. Und wir sind uns da auch einig was Hochzeit / Kinder kriegen angeht. Nur der Antrag dauert mir etwas zu lang, meiner Meinung nach hätte man schon viele Situationen gehabt sich zu Verloben. Man muss ja nicht sofort Heiraten!

Aber vielleicht kommt er ja dieses Jahr Nur wenn nicht, wäre ich schon sehr enttäuscht. Sagen, dass ich endlich einen Antrag haben will, will ich aber auch nicht! Er weiß es ja, dann muss ich ihm nicht ständig damit auf die Nerven gehen, wenn er sich die Zeit nimmt die er braucht...

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