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Tod meiner Mutter

5. April 2006 um 12:04

meine Mutter ist am letzten Samstag zwischen ca. 23.30 Uhr und Sonntag ca. 05.30 Uhr einfach eingeschlafen.
Sie war seit 1965 durch einen Unfall querschnittsgelähmt. Sie konnte sich immer gut selbst versorgen bis auf die letzten 11 Jahre. Da brauchten wir einen Pflegedienst und seit ca. 5 Jahren konnte sie nicht mehr aus dem Bett. Ich habe meinen Vater 1985 durch Krebs verloren und habe mich dann ganz automatisch immer um meine Mutter gekümmert. Mein ganzes Leben habe ich nach uns eingerichtet. Sie war, außer dass sie im Bett lag nie groß krank nur als die Krankenkasse 2005 ihr die Reparatur ihrer Matratze nicht bezahlen wollte und sie 3 billige Matratzen ausprobieren musste bekam sie einen Dikubitus. Sie bekam dann ihre alte Matratze wieder zurück aber der Deku wollte einfach nicht heilen. Dann vor 2 Wochen das Problem der Motor der Matratze ging nicht mehr richtig. Sie musste die Matratze wieder hergeben und bekam eine Leihmatratze. Auf einmal bekam sie am Deku wieder eine Entzündung welche mit Antibiotika behandelt werden musste. Ihr wurde es aber mit den Antibiotika immer schlecht. Also setzte sie die Tabletten wieder ab aber besser ging es ihr deswegen trotzdem nicht. Ihr wurde immer schlecht und sie wollte deswegen nichts mehr essen und richtig trinken hat sie am Samstag auch nicht wollen. Sie wollte nur schlafen und meinte ich sollte sie schlafen lassen, weil sie müde ist. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Mir ging es am Samstag selbst nicht gut und ich habe mich mit den Erklärungen meiner Mutter zufrieden gegeben. Als ich merkte dass sie komisch Luft holte fragte ich sie was los sei und sie hustete und meinte sie habe sich erkältet. Auch damit habe ich mich zufrieden gegeben. Ich habe alles fertig gemacht wie jeden Abend Gute Nacht gesagt und bin ins Bett. Ich hatte noch etwas vergessen und fragte sie noch ob ich die Fleischküchle (das hatte sie sich für den Sonntag zum Essen gewünscht) in den Kühlschrank tun sollte oder nicht. Sie gab mir noch die klare Antwort Tu sie in den Kühlschrank. Ich bin dann mit einem ich bin dann im Bett in mein Zimmer. Ich habe extra meine Zimmertür offen gelassen damit ich sie höre falls sie etwas braucht und bin eingeschlafen. Ich habe bis um 05.30 Uhr einfach fest durchgeschlafen und schaute dann nach ihr. Der Fernseher lief, sie hatte die Fernbedienung in der Hand und es sah so aus als würde sie Schlafen. Ich ging nur bis zur Tür und schlich wieder in mein Zimmer um sie nicht aufzuwecken. Ich war froh das sie schlafen konnte da es die letzten Nächte nicht so war. Als ich kurz vor 8.00 Uhr aufstand und sie wecken wollte lag sie immer noch so da wie um 05.30 Uhr ich sprach sie an, keine Reaktion dann fasste ich sie an ihrem Arm an und wollte sie wachrütteln keine Reaktion. Ich rief nur tu mir das bitte nicht an. Aber dann sah ich dass auf der Gesichtshälfte, auf der sie immer schläft, schon Leichenflecken waren. Sie ist einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Nun bin ich ganz alleine. Alle versuchen nett zu sein aber das hilft mir nicht. Ich fühle einfach nur eine tiefe Leere. Ich bin ganz alleine in meiner Wohnung. Ich habe niemand mehr mit dem ich reden kann, der mich erwartet wenn ich nach Hause kommt und mir von seinem Tag erzählt. Ich habe niemanden mehr dem ich von meinem Tag erzählen kann. Ich bin jetzt ganz alleine. Ich mache mir Vorwürfe das ich am Samstag mit ihren Erklärungen zufrieden war. Ich mache mir Vorwürfe das ich einfach durchgeschlafen habe und nichts gemerkt habe.

Claudia020406

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5. April 2006 um 19:43

Keine Vorwürfe...
es tut mir leid was passiert ist und es kann dir sicher keiner bei deiner Trauer helfen,aber du solltest dir KEINE Vorwürfe machen.Du kannst nichts dafür das es so gekommen ist,du hast bestimmt viel für deine Mutter getan,aber du konntest sicher nicht damit rechnen das sie sterben wird!Ich hätte meiner Mutter auch geglaubt wenn sie sagt das alles in Ordnung ist.Auch wenn du vielleicht aus Angst bei ihr geblieben wärst wärst du irgenwann vor Erschöpfung eingeschlafen!Ich weiß ja nicht wie alt deine Mutter war,aber vielleicht war es einfach an der Zeit für sie...Ich weiß das ist kein Trost!Aber deine Vorwürfe sind nicht gut!Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen dann sind die Eltern nicht mehr da...Und deine Mutter war bestimmt auch nicht ganz glücklich in ihrem Zustand.Meine Mutter ist vor 11 Jahren gestorben,ganz einsam und allein.Wir Kinder sind alle weggezogen,ich am weitesten,600km.Wenn wir telefoniert haben sagte sie auch immer es ginge ihr gut und ich hab mich zufrieden gegeben damit.Wenn sie sich einsam gefühlt hat kam sie uns besuchen und ich hab gesagt sie soll bleiben,aber sie wollte lieber nach hause.Und da ist sie dann mit nur 56 Jahren gestorben,sie war einfach nur einsam und hat nix gesagt...Jetzt geht es meinem Vater schlecht,keiner weiß was er hat und wie lange er lebt... Morgen fahr ich ihn besuchen bevor es zu spät ist.Ich kann leider nicht einfach so weg,hab Familie und Kinder.Aber das ist jetzt wichtiger,auch wenn mein Kleinster jetzt krank ist,muß ich unbedingt fahren.Ich hoffe ja noch das mein Vater ewig lebt,er hat es nicht verdient schon so zeitig zu sterben,er will noch so viel machen...
Ich wünsch dir alles Glück der Welt und schau vor und nicht zurück,und mach dir keine Vorwürfe mehr,das hätte deine Mutter sicher auch nicht gewollt,und fang nicht an dich zu vergraben,es ändert alles nichts mehr an der Tatsache,leider!Alles alles Gute,Gruß Anne

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6. April 2006 um 8:30
In Antwort auf suzume_11896323

Keine Vorwürfe...
es tut mir leid was passiert ist und es kann dir sicher keiner bei deiner Trauer helfen,aber du solltest dir KEINE Vorwürfe machen.Du kannst nichts dafür das es so gekommen ist,du hast bestimmt viel für deine Mutter getan,aber du konntest sicher nicht damit rechnen das sie sterben wird!Ich hätte meiner Mutter auch geglaubt wenn sie sagt das alles in Ordnung ist.Auch wenn du vielleicht aus Angst bei ihr geblieben wärst wärst du irgenwann vor Erschöpfung eingeschlafen!Ich weiß ja nicht wie alt deine Mutter war,aber vielleicht war es einfach an der Zeit für sie...Ich weiß das ist kein Trost!Aber deine Vorwürfe sind nicht gut!Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen dann sind die Eltern nicht mehr da...Und deine Mutter war bestimmt auch nicht ganz glücklich in ihrem Zustand.Meine Mutter ist vor 11 Jahren gestorben,ganz einsam und allein.Wir Kinder sind alle weggezogen,ich am weitesten,600km.Wenn wir telefoniert haben sagte sie auch immer es ginge ihr gut und ich hab mich zufrieden gegeben damit.Wenn sie sich einsam gefühlt hat kam sie uns besuchen und ich hab gesagt sie soll bleiben,aber sie wollte lieber nach hause.Und da ist sie dann mit nur 56 Jahren gestorben,sie war einfach nur einsam und hat nix gesagt...Jetzt geht es meinem Vater schlecht,keiner weiß was er hat und wie lange er lebt... Morgen fahr ich ihn besuchen bevor es zu spät ist.Ich kann leider nicht einfach so weg,hab Familie und Kinder.Aber das ist jetzt wichtiger,auch wenn mein Kleinster jetzt krank ist,muß ich unbedingt fahren.Ich hoffe ja noch das mein Vater ewig lebt,er hat es nicht verdient schon so zeitig zu sterben,er will noch so viel machen...
Ich wünsch dir alles Glück der Welt und schau vor und nicht zurück,und mach dir keine Vorwürfe mehr,das hätte deine Mutter sicher auch nicht gewollt,und fang nicht an dich zu vergraben,es ändert alles nichts mehr an der Tatsache,leider!Alles alles Gute,Gruß Anne

Keinen Sinn
Hallo Anne,

alle sagen mir dass ich mir keine Vorwürfe machen soll aber ich selbst sage mir das halt nicht. Es ist so schwer zu akzeptieren, dass man jetzt alleine ist. Meine Mutter war 63 Jahre Jung, war nie ernsthaft krank und hatte noch so einiges vor in ihren Gedanken (ich durfte diese Sachen dann in die Tat umsetzen habe ihr dann immer ein Foto gemacht damit sie alles in der Wohnung sehen kann was sie sich ausgedacht hat).
Ich habe mein ganzes Leben nach und nach auf ihr Leben eingerichtet. In diesen Zustand bin ich reingewachsen. Alles war genau durchorganisiert. Es durfte nichts dazwischen kommen. Unter der Woche stand ich um 06.12 Uhr auf, richtete alles bei mir und meiner Mutter und ging dann zur Arbeit. Während meiner Mittagspause rief sie mich an ich wollte nur wissen ob alles in Ordnung ist und wir redeten kurz. Nach der Arbeit hatte ich ca. 30 Minuten um einzukaufen (bis die Krankenschwester kam). Dann wurde nach Wunsch gekocht und wir haben gegessen. Dann wurde sich unterhalten oder wir haben Fernsehen geschaut. Zeit für mich hatte ich dann auch. Und ab 20.15 Uhr, nachdem die Wohnung in Ordnung war, haben wir in Ihrem Zimmer gemeinsam Fern gesehen was soll ich im Wohnzimmer alleine sitzen und sie in ihrem Zimmer alleine. Gegen 22.45 Uhr habe ich die letzte Lagerung angefangen und bin ca. 23.00 Uhr 23.15 Uhr ins Bett. Am Wochenende war auch alles Durchorganisiert. Da wurde dann statt um 06.12 Uhr erst um 08.00 Uhr aufgestanden, dann Einkaufen, Krankenschwester warten, Essen, Freunde sind gekommen, Abendessen u.s.w.
Es waren die kleinen Dinge die ich so sehr vermissen Ihre ständigen Ermahnungen aufzupassen egal bei was oder wenn ich nicht schlafen konnte, konnte ich sie immer wecken. Dann haben wir uns in der Nacht unterhalten.
Jetzt werde ich ins Nichts gestoßen. Alles was ich gerne gemacht habe hat keinen Sinn und bringt keine Freude, da ich fast alles mit meiner Mutter gemacht oder abgesprochen habe. Die ganze Organisation ist jetzt weg. Ich komme nach Hause und die Wohnung ist leer. Ich komme nach Hause und ich kann niemanden fragen was er zu essen will. Alleine will ich nicht essen und erst recht nicht kochen. Ich bin nicht mehr unter Zeitdruck und mein Leben ist jetzt ein Chaos ein Chaos mit Zeit, viel Zeit, viel zu viel Zeit.

Das mit deinem Vater tut mir sehr leid, aber du hast noch deine Familie und deine eigene Wohnung. Du hast in dieser Situation (das hoffe ich für dich) etwas mehr Abstand als ich. Du bist nicht tagtäglich mit ihm zusammen.

Claudia

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10. April 2006 um 21:40
In Antwort auf chiara_12563097

Keinen Sinn
Hallo Anne,

alle sagen mir dass ich mir keine Vorwürfe machen soll aber ich selbst sage mir das halt nicht. Es ist so schwer zu akzeptieren, dass man jetzt alleine ist. Meine Mutter war 63 Jahre Jung, war nie ernsthaft krank und hatte noch so einiges vor in ihren Gedanken (ich durfte diese Sachen dann in die Tat umsetzen habe ihr dann immer ein Foto gemacht damit sie alles in der Wohnung sehen kann was sie sich ausgedacht hat).
Ich habe mein ganzes Leben nach und nach auf ihr Leben eingerichtet. In diesen Zustand bin ich reingewachsen. Alles war genau durchorganisiert. Es durfte nichts dazwischen kommen. Unter der Woche stand ich um 06.12 Uhr auf, richtete alles bei mir und meiner Mutter und ging dann zur Arbeit. Während meiner Mittagspause rief sie mich an ich wollte nur wissen ob alles in Ordnung ist und wir redeten kurz. Nach der Arbeit hatte ich ca. 30 Minuten um einzukaufen (bis die Krankenschwester kam). Dann wurde nach Wunsch gekocht und wir haben gegessen. Dann wurde sich unterhalten oder wir haben Fernsehen geschaut. Zeit für mich hatte ich dann auch. Und ab 20.15 Uhr, nachdem die Wohnung in Ordnung war, haben wir in Ihrem Zimmer gemeinsam Fern gesehen was soll ich im Wohnzimmer alleine sitzen und sie in ihrem Zimmer alleine. Gegen 22.45 Uhr habe ich die letzte Lagerung angefangen und bin ca. 23.00 Uhr 23.15 Uhr ins Bett. Am Wochenende war auch alles Durchorganisiert. Da wurde dann statt um 06.12 Uhr erst um 08.00 Uhr aufgestanden, dann Einkaufen, Krankenschwester warten, Essen, Freunde sind gekommen, Abendessen u.s.w.
Es waren die kleinen Dinge die ich so sehr vermissen Ihre ständigen Ermahnungen aufzupassen egal bei was oder wenn ich nicht schlafen konnte, konnte ich sie immer wecken. Dann haben wir uns in der Nacht unterhalten.
Jetzt werde ich ins Nichts gestoßen. Alles was ich gerne gemacht habe hat keinen Sinn und bringt keine Freude, da ich fast alles mit meiner Mutter gemacht oder abgesprochen habe. Die ganze Organisation ist jetzt weg. Ich komme nach Hause und die Wohnung ist leer. Ich komme nach Hause und ich kann niemanden fragen was er zu essen will. Alleine will ich nicht essen und erst recht nicht kochen. Ich bin nicht mehr unter Zeitdruck und mein Leben ist jetzt ein Chaos ein Chaos mit Zeit, viel Zeit, viel zu viel Zeit.

Das mit deinem Vater tut mir sehr leid, aber du hast noch deine Familie und deine eigene Wohnung. Du hast in dieser Situation (das hoffe ich für dich) etwas mehr Abstand als ich. Du bist nicht tagtäglich mit ihm zusammen.

Claudia

Sorry für die späte Antwort,Hallo Claudia
ja,ich kann dich sehr gut verstehen und ja du hast recht ich seh meinen Vater nicht tagtäglich und hab nicht mein Leben nach ihm ausgerichtet(was mich auch bischen traurig macht,ich meine ihn täglich zu sehen...).Es ist sicher sehr sehr schwer für dich,und deine Mutter war auch noch nicht alt,das ist sehr traurig,zumal sie ja sonst nie ersthaft krank war,aber leider ist sie nun nicht mehr da und irgendwie muß es weiter gehen,und wird es auch...Es ist bestimmt eine große Umstellung für dich,auch wenn das jetzt mit deiner Situation nicht zu vergleichen ist,aber als ich jetzt bei meinem Vater und so garnix tut brauchte kam ich mir auch überflüssig vor,ich wußte nix mit mir anzufangen den ganzen Tag,zu hause hab ich immer was zu tun und muß immer für jemanden da sein,und ich mach es ja gern.Und genau so wird es dir jetzt gehen,nur das du eben weißt das keiner mehr da ist für den du eigentlich da sein willst,du hast es ja gern gemacht für deine Mutter.Hast du keine Geschwister?Naja auch wenn Freunde da sind,so wirklich können sie ja auch nicht helfen.Ich denke du brauchst einfach noch viel zeit damit du auch allein klar kommst,aber du solltest dich nicht hängen lassen,auch wenns schwer fällt und es jetzt bestimmt noch zu früh ist,aber fang bald an wieder was mit Freunden zu unternehmen wenn dir danach ist,das hat ja auch nix damit zu tun das du deswegen nicht um deine Mutter trauerst,aber wie schon gesagt,sie möchte dich bestimmt auch nicht so traurig sehen.ICH WÜNSCH DIR,KLEINE SPRÜNGE,GROße SPRÜNGE,FREUDENSPRÜNGE!!!die hast du sicher auch bald wieder.Alle Gute Anne

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