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Tochter ist extrem reif für ihr Alter?

9. Juli 2019 um 16:50 Letzte Antwort: 10. Juli 2019 um 11:30

Hallo liebe Community!
Ich bin neu in diesem Forum und wollte mich mal erkundigen, ob es jemandem genauso geht.
Zugegeben meine nun 15 jährige Tochter hatte keine leichte Kindheit aufgrund der Auseinandersetzungen mit meinem Lebensgefährten aka ihrem Vater. Noch dazu kommt das Mobbing, das sie in 2 Schulen erfuhr sowie sexuelles Trauma. Schon als Kind war sie praktisch süchtich nach Büchern, weswegen sie sich heutzutage wie eine Erwachsene artikuliert. Politisch bildet sie sich gerne selbst weiter und respektiert alle Menschen, worauf ich sehr stolz bin. Manchmal gehen wir spazieren und reden über Gott und die Welt (Eher über die Welt, da sie Atheistin ist) und immer wieder bin ich verblüfft, über die Meinungen, die sie sich bildet, aber nur wenn sie genug über die Themen weiß, sonst enthält sie sich der Diskussion.Auch bei der Ernährung und ihrem Konsum macht sie sich Gedanken und lebt vegan, aber sie hat das so gut durchgeplant, dass Verbesserungen in ihrer Gesundheit sich bemerkbar gemacht haben.
In der Schule ist sie sehr fleißig, soweit das bei ihrer Erkrankung, Depression, weswegen sie schon 2 Jahre in Behandlung ist, möglich ist.
Allerdings trifft sie sich nicht gerne mit ihren Schulfreunden, sondern sitzt in ihrem Zimmer und liest, lernt, hört Musik, oder hilft mir im Haushalt (freiwillig) und schaut Amine (?).
Vor ungefähr 2 Monate fand sie nun auch einen Ferienjob, den sie schon an den Wochenenden vor den Ferien ausübte, da sie uns finanziell nicht so belasten möchte. Woher sie den Gedanken hat weiß ich nicht, da ich und ihr Vater nie übers Geld beklagt haben, wobei wir schon sparen müsssen.
Viele ihrer Lehrer und Therapeuten sagen mir oft, dass sie ihren Mitschülern weit voraus sei. Das ist auf der einen Seite gut, jedoch fühle ich mich, als wäre sie nie richtig in der Pubertät gewesen und hätte eine verkürzte Kindheit gehabt.

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9. Juli 2019 um 17:59

Und was genau ist jetzt das Problem? Sie hatte eine schwierige Vergangenheit, die sie natürlich als Mensch stark geprägt haben dürfte. Dafür ist sie jetzt in Therapie. Dass sie eher allein zuhause sein will und sich nicht mit Freunden trifft (hat sie denn überhaupt Schulfreunde?), ist okay, wenn sie das selbst so will. Es gibt Leute, die fühlen sich allein viel wohler als mit anderen Menschen um sie herum. Solange sie eben nicht "unfreiwiliig" einsam ist, ist das also nicht unbedingt etwas, worüber du dir Sorgen machen musst. Redet deine Tochter denn mit dir über ihre Gefühle etc.? Hat sie da schon mal gesagt, dass sie mit ihrem Leben derzeit unglücklich ist?
Ob sie nun ihre Kindheit nicht richtig ausleben konnte, kann dir letztendlich nur sie selbst sagen. Du wirst ihr diese Zeit aber sowieso nicht mehr zurückgeben können, falls dem so ist. Das einzige, was du tun kannst, ist eine gute Mutter für sie sein und sie unterstützen, ihr zuhören wenn sie Probleme hat und ihr das Gefühl geben, dass jemand hinter ihr steht.

Ich finde es dennoch gut, dass du dich um die Gefühle deiner Tochter sorgst. Viele Mütter tun das leider nicht, wenn ihr Kind psychische Probleme hat. Und du kannst stolz darauf sein, dass deine Tochter so klug ist und sich über viele Dinge (z.B. Ernährung und Konsum) Gedanken macht
 

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10. Juli 2019 um 11:30
In Antwort auf bucherwurmschlange

Hallo liebe Community!
Ich bin neu in diesem Forum und wollte mich mal erkundigen, ob es jemandem genauso geht.
Zugegeben meine nun 15 jährige Tochter hatte keine leichte Kindheit aufgrund der Auseinandersetzungen mit meinem Lebensgefährten aka ihrem Vater. Noch dazu kommt das Mobbing, das sie in 2 Schulen erfuhr sowie sexuelles Trauma. Schon als Kind war sie praktisch süchtich nach Büchern, weswegen sie sich heutzutage wie eine Erwachsene artikuliert. Politisch bildet sie sich gerne selbst weiter und respektiert alle Menschen, worauf ich sehr stolz bin. Manchmal gehen wir spazieren und reden über Gott und die Welt (Eher über die Welt, da sie Atheistin ist) und immer wieder bin ich verblüfft, über die Meinungen, die sie sich bildet, aber nur wenn sie genug über die Themen weiß, sonst enthält sie sich der Diskussion.Auch bei der Ernährung und ihrem Konsum macht sie sich Gedanken und lebt vegan, aber sie hat das so gut durchgeplant, dass Verbesserungen in ihrer Gesundheit sich bemerkbar gemacht haben.
In der Schule ist sie sehr fleißig, soweit das bei ihrer Erkrankung, Depression, weswegen sie schon 2 Jahre in Behandlung ist, möglich ist.
Allerdings trifft sie sich nicht gerne mit ihren Schulfreunden, sondern sitzt in ihrem Zimmer und liest, lernt, hört Musik, oder hilft mir im Haushalt (freiwillig) und schaut Amine (?).
Vor ungefähr 2 Monate fand sie nun auch einen Ferienjob, den sie schon an den Wochenenden vor den Ferien ausübte, da sie uns finanziell nicht so belasten möchte. Woher sie den Gedanken hat weiß ich nicht, da ich und ihr Vater nie übers Geld beklagt haben, wobei wir schon sparen müsssen.
Viele ihrer Lehrer und Therapeuten sagen mir oft, dass sie ihren Mitschülern weit voraus sei. Das ist auf der einen Seite gut, jedoch fühle ich mich, als wäre sie nie richtig in der Pubertät gewesen und hätte eine verkürzte Kindheit gehabt.

Mein Eindruck ist, du gehst zu sehr von deinen Erfahrungen aus. Deine Tochter ist halt anders, du kannt ihr bestimmt mehr vertrauen. Sonst bekommt sie von dir dauernd Signale, mit ihr würde etwas nicht stimmen! Nimm die Last deiner Erwartungen von ihr. 
Es sieht so aus, als wäre sie hochbegabt (mal testen lassen, sieht man nicht unbedingt bei schulischen Leistungen), das gibt oft große Probleme. Sie findet nicht leicht passende Freunde. Trotzdem solltest du ihre Interessen unterstützen. Kann ja sein, dass sie in kulturellen oder politischen Kreisen junge Menschen findet, wo sozialer Kontakt und Kommunikation sehr gut klappt. 
Die Pubertät verläuft bei manchen ziemlich unauffällig. 
 

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