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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Tiefer Selbstwert, Verletzungen in Kindheit - wie Blockaden aufheben?

Letzte Nachricht: 12. Dezember 2010 um 10:59
B
berry_11917898
30.11.10 um 9:33

Hallo zusammen

Ich bin neu hier. Gerne würde ich ein paar Inputs von Euch erhalten.

Ich bin gerade in einer Phase, in der ich mehr über ich und meine Probleme herausfinden möchte, damit ich mich weiterentwickeln kann. Auslöser war eine gescheiterte Beziehung, eine Beziehung, die eigentlich nur eine Affäre war, in der ich mich extrem unter Wert "verkauft" habe. Vor einem Monat habe ich dies nun endlich beendet und es ist der Startschuss für Aufarbeitung und Weiterkommen.

Ich habe herausgefunden, dass ich in der Kindheit von meiner Mutter im Stich gelassen wurde. Nicht im direkten Sinne, denn sie liebt mich sehr und ich bin ein Wunschkind. Sie hat mich aber allein gelassen, als ich in eine Phase kam, die sehr schwierig war. Ich konnte nicht einschlafen, hatte über Jahre riesige Probleme damit. Ich bin zig-mal aufgestanden und habe meine Mutter aus dem Bett geholt. Ich war jeweils sehr nervös und meist es dann eskaliert. Ich wurde laut und sie konnte mich nur noch mit einer Ohrfeige zum Schweigen bringen, die Hysterie stoppen, in die ich mich hineingesteigert hatte.

Ich wurde als Problemkind angesehen. War auch eins. Doch niemand hat gesehen, dass ich auf etwas aufmerksam machen wollte. Ich wollte in den Arm genommen werden. Das tat sie aber in diesen Situationen nicht. Eigentlich fast nie.

Dies alles ist mir klar. Aber wie verabeitet man nun sowas?

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B
berry_11917898
08.12.10 um 8:04

Schade...
Leider habe ich auf meinen Beitrag keinerlei Antworten erhalten. Vielleicht kann niemand damit was anfangen? Wenn doch, würde ich mich über Stellungnahmen und Austausch freuen.

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C
cassie_11873733
08.12.10 um 17:01
In Antwort auf berry_11917898

Schade...
Leider habe ich auf meinen Beitrag keinerlei Antworten erhalten. Vielleicht kann niemand damit was anfangen? Wenn doch, würde ich mich über Stellungnahmen und Austausch freuen.


Hallo,

war super lange nicht hier und bin hier eher zufällig auf Deinen Beitrag gestossen.

Auch ich hab kein Selbstwertgefühl ... ich weiss nicht ob es damit zusammen hängt... irgendwie weigere ich mich alles auf eine 'schlechte' Kindheit zu schieben - aber ich glaube, das ich genau dort ansetzen muss.

Mir geht es ähnlich.... bin Einzel-, Wunsch- und Scheidungskind... glaube, das mich meine Kindheit mehr geprägt hat als ich je gedacht habe.

Meine Ma liebt mich auch über alles und zwar so, das ich mich dadurch häufig erdrückt fühle- besonders seitdem mein Stiefpa gestorben ist, klammert sie sehr.
Als sich mein Erzeuger von meiner Mutter getrennt hat, war ich noch recht klein und meine Ma war häufig zu sehr mit sich selbst beschäftigt .. ich denke, dadurch habe ich diesen Drang es immer allen recht machen zu wollen.

Ich befinde mich derzeit auch in einer Phase der eigenen Entdeckung... komme aber allein wohl derzeit nicht weiter... habe mir jetzt für Januar einen Termin bei einer Psychologin geholt, da ich das Gefühl habe mich im Kreis zu drehen und denke, das mich hier ein Profi schon besser 'in die richtige Richtung' schubbsen kann... alles andere liegt dann bei mir..

Wenn Du magst könenn wir uns gern noch ein wenig austauschen ... scheinen ja doch einige Gemeinsamkeiten zu haben und vielleicht können wir uns Gegenseitig ein paar Anregungen geben

Viele Grüsse
Sasa

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B
berry_11917898
09.12.10 um 9:46
In Antwort auf cassie_11873733


Hallo,

war super lange nicht hier und bin hier eher zufällig auf Deinen Beitrag gestossen.

Auch ich hab kein Selbstwertgefühl ... ich weiss nicht ob es damit zusammen hängt... irgendwie weigere ich mich alles auf eine 'schlechte' Kindheit zu schieben - aber ich glaube, das ich genau dort ansetzen muss.

Mir geht es ähnlich.... bin Einzel-, Wunsch- und Scheidungskind... glaube, das mich meine Kindheit mehr geprägt hat als ich je gedacht habe.

Meine Ma liebt mich auch über alles und zwar so, das ich mich dadurch häufig erdrückt fühle- besonders seitdem mein Stiefpa gestorben ist, klammert sie sehr.
Als sich mein Erzeuger von meiner Mutter getrennt hat, war ich noch recht klein und meine Ma war häufig zu sehr mit sich selbst beschäftigt .. ich denke, dadurch habe ich diesen Drang es immer allen recht machen zu wollen.

Ich befinde mich derzeit auch in einer Phase der eigenen Entdeckung... komme aber allein wohl derzeit nicht weiter... habe mir jetzt für Januar einen Termin bei einer Psychologin geholt, da ich das Gefühl habe mich im Kreis zu drehen und denke, das mich hier ein Profi schon besser 'in die richtige Richtung' schubbsen kann... alles andere liegt dann bei mir..

Wenn Du magst könenn wir uns gern noch ein wenig austauschen ... scheinen ja doch einige Gemeinsamkeiten zu haben und vielleicht können wir uns Gegenseitig ein paar Anregungen geben

Viele Grüsse
Sasa

Therapie
Bei uns beiden scheint der Ursprung der Probleme in unserer Kindheit zu liegen.

Welche Art Therapie machst Du denn? Tiefenpsychologische Psychotherapie oder eine Verhaltenstherapie?

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T
tahnee_12856948
09.12.10 um 22:34

Hilfe holen!
Hallo,

mir ging es bzw geht es auch so. Ich habe eine Langzeittherapie von 4 Jahren hinter mir. ICh verstehe jetzt vieles besser! Es hat mir sehr geholfen. Natürlich stehe ich nicht mehr am Anfang, aber trotzdem ist es noch eine Menge Arbeit mit immer mal einigen Tiefen.

Ich würde dir empfehlen, dich einem Spezialisten anzuvertrauen und erst einmal alles aufzuarbeiten. Dann kannst du langsam zu dir selber finden! Was ein weiter weg ist, aber machbar!!!!

LG

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E
erez_12515407
11.12.10 um 13:40
In Antwort auf berry_11917898

Therapie
Bei uns beiden scheint der Ursprung der Probleme in unserer Kindheit zu liegen.

Welche Art Therapie machst Du denn? Tiefenpsychologische Psychotherapie oder eine Verhaltenstherapie?

Du bist nicht allein!
Als ich 8 oder 9 war stritten sich meine Eltern Tage bis Wochen fast jeden Abend in der Küche. Dann trennten sie sich. Ich blieb bei meiner Mutter, die jedoch etwas unbeholfen mit der Situation war. Nach ca. 2Jahren brach der Kontakt zu meinem Vater ganz ab. Es kam zu Situationen wo ich eine Woche bei Bekannten Ferien machen sollte, daraus wurden dann drei Wochen weil mich niemand abgeholt hat. Meine Mutter hatte dann den ein oder anderen Lebensabschittsgefährten! Gerade wenn ich mich nach zwei Jahren an einen gewöhnt hatte machte sie schluss!
Sie war sehr impulsiv und schlug mich, wenn ich schlechte Noten hatte. Nähe, Liebe und Wärme, kann mich nicht dran erinnern! Sanktionen und Strafe bei Fehlverhalten und schlechten Noten, so erzieht man Kinder!!! Ich war fast den ganzen Tag zumindest nach der Schule allein. Bis sie dann so gegen 19:00 mit zu 60prozentiger wahrscheinlichkeit schlechter Laune von der Arbeit kam.
Da War ich natürlich als Sündenbock ideal! ...und hatte ich dann noch Mist gebaut, gings Rund!
Versteh mich nicht falsch, ich komme nicht aus asozialen Verhältnissen, sie hat nicht getrunken, sie ist Firmeninhaberin! Und als mein Vater noch da war, war sie glaub ich so, wie es sich gehört. Die tröstende, fürsorgliche... aber die Scheidung veränderte alles.

Tja jetzt bin ich 30, gut in der Schule (habe studiert), bin Groß, treibe viel Sport usw. einige Frauen schauen mir hinterher, aber ich hatte noch nie eine Freundin und wenn ich es versucht habe fehlte mir der nötige Biss und das führt zu weiteren Enttäuschungen (wie man`s gewohnt ist) obwohl ich anderen Männern in nichts nachstehe. Lediglich mein Selbstwertgefühl lässt mich im Stich, ...gesundes Ego, keine Spur!!! Das ständige Gefühl in der Luft zu hängen, keine Wurzeln zu haben, fehl am Platz zu sein, egal wo man ist.

Ich bin zwar in Behandlung aber mit der Frauenwelt habe ich abgeschlossen. Ich sehne mich einfach nur noch nach Ruhe und dem alt werden!
Cest la vie

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J
jilly_12761592
12.12.10 um 10:59

Man kann...
... es verarbeiten und darüber hinwegkommen, indem man sich zum einen klar macht, dass man JETZT die Möglichkeit hat, alles anders zu machen, in jeder einzelnen Minute. Nichts zwingt einen, so zu handeln wie immer - außer man selbst. Und nur man selbst kann sich auch dazu bringen, die Dinge anders zu handhaben. Zum anderen hilft es ungemein, wenn man sich und allen Beteiligten aufrichtig verzeiht. Das kann nicht von heute auf morgen passieren, sollte aber das Ziel sein. Wenn ich merke, ich bin immer noch wütend auf meine Mutter, dann ist es eben so. Es ist ein Prozess - Trauer, Wut, Verstehen, Verzeihen, loslassen können und nicht mehr Opfer sein, sondern aufgrund der Vergebung wieder in eine aktive, positive Position kommen.

Viele Menschen setzen Vergebung gleich mit "etwas Schlimmes gutheißen". Das ist aber nicht der Fall. Wenn Du Deiner Mutter verzeihst, dass sie Dich nicht angemessen behandeln konnte als Kind, dann heißt das lediglich, dass Du verstehst, dass sie auch nur ein Mensch ist und dass ihr Verhalten nicht persönlich gegen Dich gerichtet war, sondern gegen die Situation - z.B. den Schlafentzug und damit verbundenen schlechten Gefühlen. Wenn man erstmal erkannt hat, dass die meisten negativen Reaktionen anderer Menschen nicht persönlich gemeint sind, hat man schon eine Menge gelernt.

Auch sich selbst verzeihen hilft: Man sollte sich verzeihen, dass man als Kind "problematisch" war - man hat es einfach nicht besser gewusst und konnte nicht die Bitte äußern: Nimm mich in den Arm. Aber als Erwachsener kann man es. Geh zu Deiner Mutter und bitte sie einfach, Dich in den Arm zu nehmen - stellvertretend für die Situation als Kind.

LG

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