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Tiefenpsychologische Therapie oder Verhaltenstherapie?

2. Juli 2008 um 17:24

Was hilft besser tiefenpsychologische Therapie oder Verhaltenstherapie oder eine Kombi aus beiden?

Wie sind euere Erfahrungswerte?

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2. Juli 2008 um 17:36

Kommt drauf an,
welches Problem man hat, was für ein Mensch man ist, was für ein Mensch der jeweilige Therapeut ist, ob er sein Handwerk versteht und ob die Chemie zwischen Patient und Therapeut stimmt...

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2. Juli 2008 um 17:48

Kommt ganz darauf an..
.. um welche Störung / Krankheit es geht.

1. Schritt: eine richtige Diagnose
2. schritt: symptomkurierung (evtl. mit medis)/ sofortmaßnahmen
3. schritt: ursachen ergründen
4. schritt: therapie

die wahl der therapie hängt auch von der zur verfügung stehenden behandlungszeit und dem budjet ab - nicht jeder bekommt die optimale Therapie, leider.


pauschal kann man nur sagen: eine Verhaltenstherapie ist nur oberflächlich.. sie 'funktioniert' aber oft und kann rasche ERfolge zeigen - zum tieferen Verständnis und Erklären der Erkrankung/ Störung trägt sie aber wenig bei.

lg


PS: auf welches krankheitsbild ist die Frage bezogen?

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2. Juli 2008 um 21:21

Du weißt anscheinend nicht,
dass zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutenausbildung die Hypnose nicht dazu gehört. Die Entwicklung der psychoanalytischen Technik durch Freud diente ja gerade dazu, die Hypnose überflüssig zu machen und durch etwas Besseres zu ersetzen.

Und auch die tiefenpsychologische Aufdeckung von Ursachen bleibt meist eine Utopie. Die wenigsten psychischen Störungen gehen auf Makrotraumata zurück, und ein klarer Ursache-Wirkungszusammenhang lässt sich in den seltensten Fällen herstellen. Vielmehr werden Symptome und Störungen als Lösungsversuche angesehen, mit denen man sich jedoch letzten Endes selbst schadet. Das (die) Problem(e) erkennen und sinnvollere Lösungswege einschlagen, kann man sowohl verhaltenstherapeutisch als auch tiefenpsychologisch. Langfristig haben beide Verfahren vergleichbare Erfolgsquoten. TP scheint dabei nachhaltiger zu wirken, VT wirkt schneller und verhindert besser das Rausfallen aus dem sozialen Leben während der Behandlung.

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2. Juli 2008 um 21:52
In Antwort auf dini212

Du weißt anscheinend nicht,
dass zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutenausbildung die Hypnose nicht dazu gehört. Die Entwicklung der psychoanalytischen Technik durch Freud diente ja gerade dazu, die Hypnose überflüssig zu machen und durch etwas Besseres zu ersetzen.

Und auch die tiefenpsychologische Aufdeckung von Ursachen bleibt meist eine Utopie. Die wenigsten psychischen Störungen gehen auf Makrotraumata zurück, und ein klarer Ursache-Wirkungszusammenhang lässt sich in den seltensten Fällen herstellen. Vielmehr werden Symptome und Störungen als Lösungsversuche angesehen, mit denen man sich jedoch letzten Endes selbst schadet. Das (die) Problem(e) erkennen und sinnvollere Lösungswege einschlagen, kann man sowohl verhaltenstherapeutisch als auch tiefenpsychologisch. Langfristig haben beide Verfahren vergleichbare Erfolgsquoten. TP scheint dabei nachhaltiger zu wirken, VT wirkt schneller und verhindert besser das Rausfallen aus dem sozialen Leben während der Behandlung.

Interessant..
hi dini,
ich hab schon ein paar beiträge von dir gelesen und gemerkt, dass du dich psycholog. gut auskennst. wollte nur kurz was ergänzen: "Die wenigsten psychischen Störungen gehen auf Makrotraumata zurück (sehe ich genauso!), und ein klarer Ursache-Wirkungszusammenhang lässt sich in den seltensten Fällen herstellen. (--> warum nicht? die psyche ist sehr koplex und vielschichtig - aber alles hat ursachen! es hängt von der qualität der analyse und des therapeuten ab, am besten, man lässt sich von mehreren analytikern verschiedener richtungen 'durchleuchten' , supervisiert den prozeß und macht gemeinsam wieder eine 'psychosynthese' g*.
nein, im ernst: ich hab selbst eine analyse gemacht und betrachte es in der rückschau eher als intellektuelle 'herausforderung', bei der die probleme bestehen bleiben.. sich nun aber auf einem höherem niveau befinden

trotzdem: behandeln ist gut.
behandeln + verstehen ist besser!


lg

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2. Juli 2008 um 22:03
In Antwort auf dorfdepp

Kommt ganz darauf an..
.. um welche Störung / Krankheit es geht.

1. Schritt: eine richtige Diagnose
2. schritt: symptomkurierung (evtl. mit medis)/ sofortmaßnahmen
3. schritt: ursachen ergründen
4. schritt: therapie

die wahl der therapie hängt auch von der zur verfügung stehenden behandlungszeit und dem budjet ab - nicht jeder bekommt die optimale Therapie, leider.


pauschal kann man nur sagen: eine Verhaltenstherapie ist nur oberflächlich.. sie 'funktioniert' aber oft und kann rasche ERfolge zeigen - zum tieferen Verständnis und Erklären der Erkrankung/ Störung trägt sie aber wenig bei.

lg


PS: auf welches krankheitsbild ist die Frage bezogen?

Hallo
Es geht um Depressionen mit Angstgefühlen. Komplexen.

Ich kann ja den Therapeut frei wählen also welche Therapieart.

Das Krankheitsbild ist Depression.

Danke dir.

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2. Juli 2008 um 22:04

Ne
Also Hypnose mag ich nicht. Das mal ausser Frage.

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3. Juli 2008 um 9:20

Doch
aber ich möchte entweder eine Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologische Therapie machen. hypnose kommt erstmal nicht in Frage nur eine von den beiden Therapien, da Hypnose ja auch nicht heilt sondern nur Ursachen aufdeckt aber ich kenne die Ursachen bereits. War schon bei zwei Therapeuten zur Beratungsstunde udn es kommt eine von beiden Therapien in Frage.

Ich nehme auch begleitend Medikamente da die Kombination Therapie plus Medikament den besten Erfolg erziehlen, auch laut Therapeut und Arzt.

Muss nur wählen zwischen einer Therapieform. Aber ich lasse mich nochmal vom Arzt beraten was er meint.

wollte eigentlich hier mal fragen wer positive Erfahrungen gemacht hat mit Verhaltenstherapie oder tiefenpsych. Therapie oder kombination? wollte nicht über Hynpose jetzt fragen, macht doch hierzu einen eigenen Faden auf bitte wenn ihr Fragen zur Hypnose habt

danke

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3. Juli 2008 um 14:18
In Antwort auf thundersun

Hallo
Es geht um Depressionen mit Angstgefühlen. Komplexen.

Ich kann ja den Therapeut frei wählen also welche Therapieart.

Das Krankheitsbild ist Depression.

Danke dir.

Bei Depressionen
liegen VT und TP in etwa gleichauf, was die Erfolgsquoten angeht. Da käme es v.a. darauf an, was Dir mehr zusagt. Ich habe - wegen Angststörungen - Erfahrungen mit beiden Verfahren und finde, dass jedes seine Vor- und Nachteile hat. Wenn es zunächst darum geht, den Alltag zu meistern und Symptome wenigstens ein bisschen in den Griff zu bekommen, ist m.E. die VT deutlich überlegen. Wenn Du aber stabil bist und "alltagstauglich", ist TP "ergebnisoffener" und lässt Dir mehr Raum zur freien Entfaltung - wobei VT da auch nicht einschränkt, aber doch ein bisschen aufs Funktionieren fokussiert ist. Wenn Dir ein rationaler Zugang mehr liegt als das freie Assoziieren und die scheinbare "Planlosigkeit", wärst Du wiederum mit VT besser bedient. Auch dann, wenn Du ein strukturiertes Vorgehen schätzt und/oder Anleitung durch den Therapeuten suchst. Das Wichtigste ist aber, dass die Chemie zwischen Dir und Deinem Therapeuten stimmt, egal bei welchem Verfahren...

Um beide Verfahren in Kombination zu machen, wirst Du kaum einen Therapeuten finden. Bzw. diejenigen, die das tatsächlich anbieten, haben in einem Verfahren, wenn überhaupt, nur eine Schmalspurausbildung. Die Psychotherapeutenausbildung ist recht langwierig und umfangreich, das gewählte Verfahren meist eine tief verwurzelte Überzeugungssache, da ist es unüblich, ausgerechnet die beiden Konkurrenzverfahren vereint zu erlernen und anzuwenden.

Es spricht aber nichts dagegen, Dir z.B. parallel zur TP einen Selbsthilferatgeber (da gibt es viele von Verhaltenstherapeuten geschrieben) zuzulegen und damit zu arbeiten. VT sieht sich grundsätzlich als Hilfe zur Selbsthilfe, daher wäre das einen Versuch wert.

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3. Juli 2008 um 14:24
In Antwort auf dorfdepp

Interessant..
hi dini,
ich hab schon ein paar beiträge von dir gelesen und gemerkt, dass du dich psycholog. gut auskennst. wollte nur kurz was ergänzen: "Die wenigsten psychischen Störungen gehen auf Makrotraumata zurück (sehe ich genauso!), und ein klarer Ursache-Wirkungszusammenhang lässt sich in den seltensten Fällen herstellen. (--> warum nicht? die psyche ist sehr koplex und vielschichtig - aber alles hat ursachen! es hängt von der qualität der analyse und des therapeuten ab, am besten, man lässt sich von mehreren analytikern verschiedener richtungen 'durchleuchten' , supervisiert den prozeß und macht gemeinsam wieder eine 'psychosynthese' g*.
nein, im ernst: ich hab selbst eine analyse gemacht und betrachte es in der rückschau eher als intellektuelle 'herausforderung', bei der die probleme bestehen bleiben.. sich nun aber auf einem höherem niveau befinden

trotzdem: behandeln ist gut.
behandeln + verstehen ist besser!


lg

Na eben
weil die Psyche komplex und vielschichtig ist, wird es mit dem KLAREN Ursache-Wirkungszusammenhang schwierig. Und weil das Ganze dynamisch und nicht statisch ist.

Ich habe aber v.a. auf Vorstellungen abgezielt, wie sie mir immer wieder begegnen, wonach Symptom X auf Vorkommnis Y in der Kindheit zurückzuführen sei.

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3. Juli 2008 um 14:50
In Antwort auf dini212

Bei Depressionen
liegen VT und TP in etwa gleichauf, was die Erfolgsquoten angeht. Da käme es v.a. darauf an, was Dir mehr zusagt. Ich habe - wegen Angststörungen - Erfahrungen mit beiden Verfahren und finde, dass jedes seine Vor- und Nachteile hat. Wenn es zunächst darum geht, den Alltag zu meistern und Symptome wenigstens ein bisschen in den Griff zu bekommen, ist m.E. die VT deutlich überlegen. Wenn Du aber stabil bist und "alltagstauglich", ist TP "ergebnisoffener" und lässt Dir mehr Raum zur freien Entfaltung - wobei VT da auch nicht einschränkt, aber doch ein bisschen aufs Funktionieren fokussiert ist. Wenn Dir ein rationaler Zugang mehr liegt als das freie Assoziieren und die scheinbare "Planlosigkeit", wärst Du wiederum mit VT besser bedient. Auch dann, wenn Du ein strukturiertes Vorgehen schätzt und/oder Anleitung durch den Therapeuten suchst. Das Wichtigste ist aber, dass die Chemie zwischen Dir und Deinem Therapeuten stimmt, egal bei welchem Verfahren...

Um beide Verfahren in Kombination zu machen, wirst Du kaum einen Therapeuten finden. Bzw. diejenigen, die das tatsächlich anbieten, haben in einem Verfahren, wenn überhaupt, nur eine Schmalspurausbildung. Die Psychotherapeutenausbildung ist recht langwierig und umfangreich, das gewählte Verfahren meist eine tief verwurzelte Überzeugungssache, da ist es unüblich, ausgerechnet die beiden Konkurrenzverfahren vereint zu erlernen und anzuwenden.

Es spricht aber nichts dagegen, Dir z.B. parallel zur TP einen Selbsthilferatgeber (da gibt es viele von Verhaltenstherapeuten geschrieben) zuzulegen und damit zu arbeiten. VT sieht sich grundsätzlich als Hilfe zur Selbsthilfe, daher wäre das einen Versuch wert.

Dini
das verstehe ich jetz alles nicht ist so komplziert erklärt. Naja

Ob die chemie stimmt, na ich musste 6 Monate auf den einen Termin warten auf den anderen 4 Monate. kann mir da nicht viel aussuchen nur die beiden möglichkeiten habe ich sonst erneut wartezeit 6 Monate.

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3. Juli 2008 um 16:18
In Antwort auf thundersun

Dini
das verstehe ich jetz alles nicht ist so komplziert erklärt. Naja

Ob die chemie stimmt, na ich musste 6 Monate auf den einen Termin warten auf den anderen 4 Monate. kann mir da nicht viel aussuchen nur die beiden möglichkeiten habe ich sonst erneut wartezeit 6 Monate.

Sorry,
ich versuch's nochmal:

VT (Verhaltenstherapie) geht i.d.R. recht strukturiert vor. Der Therapeut erklärt die Störung und die Wege, die zur Besserung führen sollen, eigentlich gibt er Hilfe zur Selbsthilfe. Die Idee ist, dass Störungen durch die (Summe der) Erfahrungen, die man gemacht hat, entstehen und dadurch, wie man Situationen und Chancen bewertet. Auch die VT beleuchtet also die Vergangenheit - schon damit der Patient sich selbst besser verstehen kann. Bei Depressionen ist es häufig so, dass man grundsätzlich eher die negativen Seiten sieht und zusätzlich sich selbst als hilflos oder ausgeliefert betrachtet. Und zwar viel mehr, als es realistisch ist. Da setzt die VT an: Diese Überzeugungen und Bewertungen werden hinterfragt und man wird (vom Therapeuten) zu einer rationaleren, realistischeren Denkweise angeleitet. Und der depressiven Neigung zu sozialem Rückzug und Passivität wird durch Taten zu Leibe gerückt: Man lernt, den Tag notfalls detailliert zu planen, um so immer mehr positive Erlebnisse einzubauen.

Bei einer tiefenpsychologisch fundierten Therapie (TP) macht der Therapeut keine Vorgaben, sondern lässt den Patienten erzählen. Da gibt es keine Verhaltensregeln, Tipps oder Anweisungen. Man nimmt an, dass unbewusste Konflikte die Störungen verursachen. Durch die Technik, dass der Patient frei erzählt, was ihm so einfällt, sollen diese unbewussten Dinge zum Vorschein kommen und bewusst gemacht werden. Damit ist es aber noch nicht getan, denn es muss ja eine bessere Lösung für den Konflikt gefunden werden als das Symptom bzw. die Störung. Dazu soll die therapeutische Beziehung beitragen: Man macht mit dem Therapeuten die Erfahrung, dass man trotz all' seiner Fehler angenommen wird und dass manche Dinge aus einer anderen Perspektive betrachtet z.B. gar nicht schlimm sind. TP ist nur dann ausschließlich vergangenheitsorientiert, wenn der Patient nur von der Vergangenheit erzählt. Er kann genauso gut aktuelle Geschehnisse zum Thema machen. Meist werden daran die Konflikte sogar besser ersichtlich.

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