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Therapie beim Psychologen

3. Juli 2012 um 20:32

hallo
ich gehe seit etwa 3 Monaten zu einer Psychologin, unteranderem wegen SVV; Esstörung und Zwängen. Ich habe aber das Gefühl dass es mir nichts bringt und nichts an meinen problemen ändert. Ich kann es mir irgendwie auch nicht vorstellen, wie zb. zwänge weggehen sollen, indem man darüber spricht. Oder wie soll sprechen helfen, dass ich mich nicht mehr selbst verletze? ich bin mir daher unsicher ob ich weiter zur Psychologin gehen soll.

hat jemand von euch Erfahrungen gemacht , dass es etwas geändert hätte an solchen Problemen?

grüsse und vielen Dank Millena

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3. Juli 2012 um 21:09

Darüber reden...
... ist nicht alles, was in einer psychotherapie geschehen sollte. eigentlich solltest du da auch techniken lernen - und DIE helfen. das "darüber reden" hilft indirekt, weil jemand, der das kann, dir mit fragen und stichworten hilft, muster und verhaltensweisen, hintergründe, auslöser und ursachen, unbewußte bewertungen usw. zu erkennen, zu verstehen.

sowohl diese fragetechniken als auch die psychologischen techniken, die es dir erlauben, auch bei zwängen und in hochkritischen situationen gegenzusteuern, sehen fast immer unscheinbarer aus, als sie sind. da täuscht manchmal der eindruck.

wenn eine therapie nicht anschlägt hat das nicht damit zu tun, dass dir nicht geholfen werden kann.
wenn du nach 3 monaten das gefühl hast, es bringt dir nichts - wechsel den therapeuten.

eines ist aber sicher "weggehen" gibt es nicht bei psychischen problemen. ein therapeut kann dir den weg zeigen, dir techniken erklären, dir helfen, dich besser zu verstehen. ein psychater (die therapeuten nicht) kan dir medikamente verschreiben, die den rein biochemischen teil etwas korrigieren - aber heilen, das kann nur ein mensch: DU.
du kannst mit allem klar kommen (bis auf paar tage im jahr, aber das haben die "normalen" auch), die techniken selbst geben das ohne weiteres her - aber du mußt den weg selbst gehen, für uns gibt es kein "in narkose einschlafen, nach operation aufwanchen, 3 tage aua und alles ist wieder gesund".

was meine erfahrungen mit therapien betrifft belasse ich es mal bei: es ist ganz normal, dass es im ersten versuch nicht unbedingt einen durchbruch gibt.

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4. Juli 2012 um 10:44

Ich weiss gar nicht
ob Dir Psychologen helfen können.
Du klingst nach Borderline... da könnte Dir ein Psychotherapeut und eine Psychotherapie vielleicht mehr helfen?
Sprich das doch auch bei der Psychologin mal. an...

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4. Juli 2012 um 11:05
In Antwort auf avarrassterne

Darüber reden...
... ist nicht alles, was in einer psychotherapie geschehen sollte. eigentlich solltest du da auch techniken lernen - und DIE helfen. das "darüber reden" hilft indirekt, weil jemand, der das kann, dir mit fragen und stichworten hilft, muster und verhaltensweisen, hintergründe, auslöser und ursachen, unbewußte bewertungen usw. zu erkennen, zu verstehen.

sowohl diese fragetechniken als auch die psychologischen techniken, die es dir erlauben, auch bei zwängen und in hochkritischen situationen gegenzusteuern, sehen fast immer unscheinbarer aus, als sie sind. da täuscht manchmal der eindruck.

wenn eine therapie nicht anschlägt hat das nicht damit zu tun, dass dir nicht geholfen werden kann.
wenn du nach 3 monaten das gefühl hast, es bringt dir nichts - wechsel den therapeuten.

eines ist aber sicher "weggehen" gibt es nicht bei psychischen problemen. ein therapeut kann dir den weg zeigen, dir techniken erklären, dir helfen, dich besser zu verstehen. ein psychater (die therapeuten nicht) kan dir medikamente verschreiben, die den rein biochemischen teil etwas korrigieren - aber heilen, das kann nur ein mensch: DU.
du kannst mit allem klar kommen (bis auf paar tage im jahr, aber das haben die "normalen" auch), die techniken selbst geben das ohne weiteres her - aber du mußt den weg selbst gehen, für uns gibt es kein "in narkose einschlafen, nach operation aufwanchen, 3 tage aua und alles ist wieder gesund".

was meine erfahrungen mit therapien betrifft belasse ich es mal bei: es ist ganz normal, dass es im ersten versuch nicht unbedingt einen durchbruch gibt.

Therapie
Na, so wie es aussieht gibt es noch keine Therapie, sondern nur Besuche bei einer Psychologin

Ich denke bei Dir auch eher an Therapie, avarrasterne hat das gut beschrieben. Das würde Dir warscheinlich besser helfen...

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4. Juli 2012 um 12:46
In Antwort auf agnes_12314043

Ich weiss gar nicht
ob Dir Psychologen helfen können.
Du klingst nach Borderline... da könnte Dir ein Psychotherapeut und eine Psychotherapie vielleicht mehr helfen?
Sprich das doch auch bei der Psychologin mal. an...


Oh Bitte, Selbstverletzung ist nicht Borderline und Eßstörungen sind bei Borderlinern selten. Bitte, Bitte, Bitte wirf nicht so mit diesem Wort um Dich, das wird so oft vergewaltigt, dass die meisten, die irgendwo hören oder gesagt bekommen, dass sie Borderliner sein könnten, einfach nur gründlich Panik kriegen.

Lies mal in diesem Forum, was man so nettes über Grenzgänger findet. 95% Vorurteile von Ahnungslosen, aber die so dick wie möglich. Und dann überlege mal ganz in Ruhe, wie Dein locker dahin geworfener Satz wirken kann. Lies es mal nach. Sätze wie "Die gehören alle in die Klapse weggesperrt" "Ich laß mich nicht mehr von diesen Menschen mißbrauchen, die machen alle anderen kaputt" und ähnliche Schmeicheleien zu Hauf. Ein Mensch, der noch wenig Wissen hat zu diesem Thema (und das ist augenscheinlich der Fall) - steht vor diesen Schmierereien und glaubt den Schwachsinn noch.

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4. Juli 2012 um 13:23
In Antwort auf avarrassterne


Oh Bitte, Selbstverletzung ist nicht Borderline und Eßstörungen sind bei Borderlinern selten. Bitte, Bitte, Bitte wirf nicht so mit diesem Wort um Dich, das wird so oft vergewaltigt, dass die meisten, die irgendwo hören oder gesagt bekommen, dass sie Borderliner sein könnten, einfach nur gründlich Panik kriegen.

Lies mal in diesem Forum, was man so nettes über Grenzgänger findet. 95% Vorurteile von Ahnungslosen, aber die so dick wie möglich. Und dann überlege mal ganz in Ruhe, wie Dein locker dahin geworfener Satz wirken kann. Lies es mal nach. Sätze wie "Die gehören alle in die Klapse weggesperrt" "Ich laß mich nicht mehr von diesen Menschen mißbrauchen, die machen alle anderen kaputt" und ähnliche Schmeicheleien zu Hauf. Ein Mensch, der noch wenig Wissen hat zu diesem Thema (und das ist augenscheinlich der Fall) - steht vor diesen Schmierereien und glaubt den Schwachsinn noch.

Du hast recht
... es war falsch von mir hier mit Diagnosen um mich zu werfen, da stimme ich Dir zu.

Auch ist es richtig, dass die Diagnose und der V.a. oft und viel zu schnell gestellt sind.

Was auch immer Ihre Seele bedrückt, ich glaube trotzdem, dass Sie bei einem therapeuten besser aufgehoben ist, als beim Psychologen.

LG
Lendchen

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4. Juli 2012 um 14:58
In Antwort auf agnes_12314043

Du hast recht
... es war falsch von mir hier mit Diagnosen um mich zu werfen, da stimme ich Dir zu.

Auch ist es richtig, dass die Diagnose und der V.a. oft und viel zu schnell gestellt sind.

Was auch immer Ihre Seele bedrückt, ich glaube trotzdem, dass Sie bei einem therapeuten besser aufgehoben ist, als beim Psychologen.

LG
Lendchen

Was das betrifft
auch ein Psychater kann Psychotherapie machen (und darf es auch, die meisten sind nur nicht interessiert), afaik können und dürfen Psychologen das auch.
Wenn man sich das Wissen aneignet (ist nicht wenig, ich will es nicht bagatellisieren!) und einen Weg findet, sich aus verschiedenen Blickwinkeln zu reflektieren (auch das ist nicht trivial!) kann man das auch selbst.

Es ist wichtiger, wie gut man mit demjenigen klar kommt und ob man mehr Wissen und Erkenntnis mit sich rumträgt, wenn man rausgeht, als was auf dem Stempel steht - meine Meinung.

Diagnosen sind noch das eine, aber ich finde den Umgang mit dem Thema Grenzgänger im allgemeinen hier im Forum ziemlich zum Speien - das ist mein ganz persönlicher Kreuzzug

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4. Juli 2012 um 22:31
In Antwort auf avarrassterne


Oh Bitte, Selbstverletzung ist nicht Borderline und Eßstörungen sind bei Borderlinern selten. Bitte, Bitte, Bitte wirf nicht so mit diesem Wort um Dich, das wird so oft vergewaltigt, dass die meisten, die irgendwo hören oder gesagt bekommen, dass sie Borderliner sein könnten, einfach nur gründlich Panik kriegen.

Lies mal in diesem Forum, was man so nettes über Grenzgänger findet. 95% Vorurteile von Ahnungslosen, aber die so dick wie möglich. Und dann überlege mal ganz in Ruhe, wie Dein locker dahin geworfener Satz wirken kann. Lies es mal nach. Sätze wie "Die gehören alle in die Klapse weggesperrt" "Ich laß mich nicht mehr von diesen Menschen mißbrauchen, die machen alle anderen kaputt" und ähnliche Schmeicheleien zu Hauf. Ein Mensch, der noch wenig Wissen hat zu diesem Thema (und das ist augenscheinlich der Fall) - steht vor diesen Schmierereien und glaubt den Schwachsinn noch.


ich glaube aber es könnte schon sein dass ich Borderlein habe. ich habe mehrere Tests aus dem Internet bezüglich Borderleine gemacht, und bei allen hiess es mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte ich es. Ich weiss nicht ob ich die Psychologin einfach so fragen soll, das wirkt ja irgendwie komisch.

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4. Juli 2012 um 22:35
In Antwort auf agnes_12314043

Therapie
Na, so wie es aussieht gibt es noch keine Therapie, sondern nur Besuche bei einer Psychologin

Ich denke bei Dir auch eher an Therapie, avarrasterne hat das gut beschrieben. Das würde Dir warscheinlich besser helfen...


Was ist denn genau der unterschied von einer Therapie und zum Psychologen gehen?

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4. Juli 2012 um 23:37

___
Der Therapeut sucht mit Dir gemeinsam die Ursache für Deine Sorgen und Nöte.
Nichts geschieht dort was Du nicht möchtest. Es gibt Psychoterapeuten die Verhaltenstherapie (Was kann ich akuten Notfall...also zum Beispiel kurz vorm Ritzen o. Brennen, o.ä. tun) und Tiefenpsychologie (Was ist im Leben falsch gelaufen, dass es zu Deinem (Fehl)Verhalten (Essstörungen, Selbstverletzungen usw.) kommt) an.

Bleib tapfer meine Liebe, ich hoffe Du kannst Deine Nöte überwinden. Bleib stark und gib nicht auf. Den richtigen Therapeuten zu finden dauert manchmal eine Weile.

Du hast eigentlich bei jedem Therapeuten sechs Stunden Zeit, um Dich zu enscheiden, ob Ihr gemeinsam arbeiten könnt oder nicht. Wenn nicht suchst Du weiter...
Irgendwann findest Du Jemanden und dann geht es mit Dir voran!

Liebe Grüße
Judith

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5. Juli 2012 um 17:34


Ich kann keine stationäre Therapie machen, da ich in einer Ausbildung als Fachfrau Betreuung Fachrichtung Behinderte bin. Da kann ich nicht längere Zeit fehlen. Auch muss ich für diesen Beruf psychisch belastbar sein und desswegen darf mein Lehrbetrieb nichts von Problemen wissen.

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5. Juli 2012 um 18:36
In Antwort auf gonca_983420


Ich kann keine stationäre Therapie machen, da ich in einer Ausbildung als Fachfrau Betreuung Fachrichtung Behinderte bin. Da kann ich nicht längere Zeit fehlen. Auch muss ich für diesen Beruf psychisch belastbar sein und desswegen darf mein Lehrbetrieb nichts von Problemen wissen.

In meinem Job...
... kann ein Tippfehler schnell einen Schaden in fünfstelliger Höhe verursachen. Unkonzentriertheit ist absolut tabu, egal, wie groß der Streß ist - ich würde mal sagen, das geht auch als "muß psychisch belastbar sein" durch.

Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, zumal man es mir in Sachen Selbstverletzung sowieso ansieht. ich kann auch nicht in einem großen Raum mit mehr als 10 oder einem kleinen mit mehr als 5 Menschen sein. Bei jedem Firmenmeeting stehe ich in der offenen Tür des Konferenzraumes. Also es ist recht deutlich und klar, dass da was ist, was andere nicht haben.

Ich denke trotzdem, wenn ich es versuchen würde zu verbergen, hätte ich meinen Job nicht mehr. So wissen Kollegen und Chefs, dass ich meine Grenzen kenne, darauf achte und nicht zuletzt damit der Verantwortung gerecht werde. Die wissen, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht irgendwelchen Sch*** mache, weil ich mich hoffnungslos überschätze oder mir nicht traue zu sagen, wenn ich nicht das Gefühl hab, die Richtige für eine Aufgaben zu sein.
Vielleicht unterschätzt Du Kollegen und Chefs. Verantwortung heißt immer auch Grenzen erkennen und wahren können. Die meisten Menschen können das verstehen, denn Grenzen hat ein jeder Mensch - nur eben an unterschiedlicher Stelle.

Meiner persönlichen Meinung nach sind wir ebenso belastbar wie "normale" - nicht weil wir streßresistenter sind, sondern weil wir lernen, auf uns zu achten, Probleme zu erkennen und zu lösen, bevor sie eskalieren. Weil wir lernen, auszugleichen, Streß beispielsweise. Wir kriegen keinen Burn out. Wir merken lange davor, was nicht stimmt und wir haben die Fähigkeiten erlernt, das zu ändern. Wenn wir sie erlernen und nicht verschwendete Engergie zu verschleudern, um einen Schein zu wahren, der nie für immer halten kann.

Stationäre Aufenthalte machen unter 4 Wochen kaum Sinn, aber jeder Hausarzt schreibt Dir notfalls die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigu ng in eine neutrale mit seinem Stempel um. Ist die Psych eine Abteilung in einem großen Krankenhaus, gibt es immer die Möglichkeit, eine neutrale Liegebescheinigung zu erhalten, das machen eigentlich alle, wenn man danach fragt, denn denen ist auch klar, dass man das jetzt nicht unbedingt mit jedem diskutieren muß.
Mit wenigen speziellen Aussnahmen kannst Du auch jederzeit abbrechen und den Krankenhausaufenthalt beenden, sollte das nötig oder Dir Therapie Dir nicht sinnvoll erscheinen.

Aber Dir können die 4 Wochen sehr viel helfen. Allein indem Dir der Druck genommen wird. Im Moment versuchst Du Dich "irgendwie nebenbei" zu heilen. Wenn jemand eine große Aufgabe hat, würdest Du dem nicht auch raten, sich paar Wochen nur dafür Zeit zu nehmen, statt sich über ewig lange Zeit doppelt zu belasten?

Nach 4 Wochen wird nicht alles verschwunden und in Ordnung sein - aber bist Du Dir sicher, dass Du es Dir erlauben kannst, "nebenbei" weiter zu machen? Dass der Preis, den Du dafür zahlst, nicht am Ende höher ist? Wenn Du Dir sicher bist - tust Du das richtige. Wenn Du Dir nicht sicher bist - informiere Dich wenigstens mal. Das kostet nix, riskiert nix - aber hilft vielleicht.

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6. Juli 2012 um 19:21
In Antwort auf gonca_983420


ich glaube aber es könnte schon sein dass ich Borderlein habe. ich habe mehrere Tests aus dem Internet bezüglich Borderleine gemacht, und bei allen hiess es mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte ich es. Ich weiss nicht ob ich die Psychologin einfach so fragen soll, das wirkt ja irgendwie komisch.

Tests?
Sorry, gerade erst gelesen...

Darf ich Dich mal fragen, ob Du Dich dann auch daürber informiert hast, was Du tun kannst, wenn Du Tests gemacht hast, um zu wissen, wie es heißt?

Eine Psychologin ist kein Mediziner, kein Arzt - rein theoretisch darf die genausowenig eine Diagnose stellen wie wir hier. Aber grundsätzlich sollte man doch eher die Therapeuten fragen als fremde Menschen mit unbekanntem Wissen und unbekannten Zielen in einem Forum

Einem Therapeuten solltest Du vertrauen können - und zwar tief. Wenn Du noch nicht mal die Frage ansprechen magst, worum es denn eigentlich geht - würde ich sagen, Du bist dort sicher nicht gut aufgehoben.

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6. Juli 2012 um 21:13
In Antwort auf avarrassterne

Tests?
Sorry, gerade erst gelesen...

Darf ich Dich mal fragen, ob Du Dich dann auch daürber informiert hast, was Du tun kannst, wenn Du Tests gemacht hast, um zu wissen, wie es heißt?

Eine Psychologin ist kein Mediziner, kein Arzt - rein theoretisch darf die genausowenig eine Diagnose stellen wie wir hier. Aber grundsätzlich sollte man doch eher die Therapeuten fragen als fremde Menschen mit unbekanntem Wissen und unbekannten Zielen in einem Forum

Einem Therapeuten solltest Du vertrauen können - und zwar tief. Wenn Du noch nicht mal die Frage ansprechen magst, worum es denn eigentlich geht - würde ich sagen, Du bist dort sicher nicht gut aufgehoben.


Deine Frage habe ich nicht wirklich verstanden. Wie was es heisst?

kann schon sein, dass ich dort nicht gut aufgehoben bin, aber das Problem ist, dass es auch nichts bringen würde zu einem andern Psychologen zu gehen. Ich vertraue allgemein Menschen nicht so.

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7. Juli 2012 um 14:29
In Antwort auf gonca_983420


Deine Frage habe ich nicht wirklich verstanden. Wie was es heisst?

kann schon sein, dass ich dort nicht gut aufgehoben bin, aber das Problem ist, dass es auch nichts bringen würde zu einem andern Psychologen zu gehen. Ich vertraue allgemein Menschen nicht so.

Geht mir genauso
ich trau denen nicht weiter, als ich sie werfen kann - und ich bin fürchterlich unsportlich.

Du hast im Internet gesucht und Tests gemacht die jetzt meinen, dass Du ein Grenzgänger seist - ok, be it.
Aber hast Du Dich auch informiert, was Du tun kannst, um besser zurecht zu kommen? Um Dich nicht hilflos zu fühlen, um das ändern zu können, was Dich stört und / oder schmerzt?

Wenn Du den Doc's, Psychologen und dem Rest der Bande nicht traust, stehst Du vor 3 Problemen:
1 - Dir fehlt das Wissen um Techniken, Ursachen, Zusammenhänge usw. - das ist denk ich klar.

2 - Du mußt es selbst hinkriegen, Dich aus anderen Blickwinkeln betrachten zu können und unbewußte Muster zu finden.
Extrembeispiele: Ist Dir bestimmt schon mal passiert, dass irgendwer, aus nicht erkennbarem Grund plötzlich tief verletzt war oder ausgeflippt ist? Was ist passiert? Du hast eine Stelle erwischt, die denjenigen an irgendwas sehr übles erinnert hat - derjenige reagiert im Grunde nicht auf das, was Du sagst sondern auf seine eigenen Erinnerungen.
Kennst Du totale Choleriker? Die beim geringsten Anlaß abgehen wie Nachbars Lumpi auf Speed? Der Volksmund sagt "die machen aus allem ein Drama" - das ist Unsinn, für die *IST* es ein Drama und Ihre Reaktion angemessen und berechtigt. Das mußt Du durchschauen können - nicht bei anderen sondern bei Dir selbst.

3. Du mußt Dich selbst schützen, Dir selbst Rückzugsbereiche schaffen, Dir selbst Ruhezonen schaffen.
Wenn Du ins Krankenhaus gehst, bis Du in dieser Zeit geschützt. Die buckelige Verwandschaft, Job, irgendwelchen Behördenkram - Du kannst alles ganz fix abwimmeln mit "ich bin im Krankenhaus, ich muß erst wieder gesund werden!" - Das meiste kommt dort noch nicht mal zur Türe rein und wenn doch, gibt es da Sozialarbeiter und Therapeuten, deren Job es ist, Dich da zügig und effektiv auszuholen bzw. alles zu blocken, wenn es bei Dir in diesem Moment nicht geht. So fällt das alles weg, Du mußt selbst darauf achten, dass Du Zeit hast Dich zu erholen - und eine Erholung die auch funktioniert - Freizeit allein tut es nicht, wenn Du immer noch seelischen Streß hast. - usw.

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17. Juli 2012 um 22:29

Hey
Das Gefühl kenn ich auch und es dauert oft mehrer Monate bis du etwas davon merkst, dass es dir hilft. Die Gefahr ist eben, dass du die Therapie abbrichst und in ein tiefes Loch fällst.
Frag deine Therapeutin doch mal nach einer Skill- Liste (Alternativhandlung gegens ritzen). Versuchs doch nochmal und zur Not- was spricht gegen eine stationär Therapie?

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23. Juli 2012 um 22:44
In Antwort auf anis_12102576

Hey
Das Gefühl kenn ich auch und es dauert oft mehrer Monate bis du etwas davon merkst, dass es dir hilft. Die Gefahr ist eben, dass du die Therapie abbrichst und in ein tiefes Loch fällst.
Frag deine Therapeutin doch mal nach einer Skill- Liste (Alternativhandlung gegens ritzen). Versuchs doch nochmal und zur Not- was spricht gegen eine stationär Therapie?

In
Loecher falle ich so oder so immer wieder,dafuer muss ich keine terapie abbrechen. Skills kenne ich allerdings hab ich da das problem dass sie zum einen nicht so stark wirken wie ritzen, und zum anderen ist ritzen fuer mich auch eine bestrafung und daher muss ich etwas machen, was mir schadet. Stationaer kann ich nicht weil ich eine ausbildung zur fa be fachrichtung behinderte mache und es da verheimlichen muss

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23. Juli 2012 um 23:46

Reden
hilft erst mal Probleme, Ängste und Sorgen anzusprechen, Vertrauensbasis schaffen! Unausgesprochenes, greifbar machen! dann kann man gemeinsam versuchen Probleme anzugehen, Lösungen zu finden. Ich weiß was du meinst, bin seit 1 Jahr in Psychtherapeutischer Behandlung, SVV führe ich weiterhin aus, aber Suizidgedanken sind weg. Also es braucht Zeit und man muss an sich arbeiten, evtl aufschreiben wann du dich sv, was derAuslöser war? etc.
Lg Steffi

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24. Juli 2012 um 19:29
In Antwort auf gonca_983420

In
Loecher falle ich so oder so immer wieder,dafuer muss ich keine terapie abbrechen. Skills kenne ich allerdings hab ich da das problem dass sie zum einen nicht so stark wirken wie ritzen, und zum anderen ist ritzen fuer mich auch eine bestrafung und daher muss ich etwas machen, was mir schadet. Stationaer kann ich nicht weil ich eine ausbildung zur fa be fachrichtung behinderte mache und es da verheimlichen muss

Skills
sind an sich eine brauchbare Idee, nur die Umsetzung ist meist ... dürftig.

Ich weiß nicht, ob die gängigen Empfehlungen überhaupt für *irgendwen* nützlich sind, aber wenn es mir mies geht, fällt beispielsweise spazieren flach. Erstens mag ich nicht aus dem Haus, Zweitens gibt es viele Erinnerungen auf allen Wegen, Drittens hat man da üblicher Weise ein *winziges* Problem, den Antrieb zusammenzukratzen, sich anzuziehen, das Haus zu verlassen und irgendwo langzuturnen.
Dieses Riechöl ist auch irgendwie ... jedenfalls nicht mal ansatzweise hilfreich.

Davon abgesehen, dass Blut für Tage "satt macht" und der Kram bestenfalls für paar Stunden.

Aber das Konzept finde ich nicht (mehr) obsolet, wenn man wirklich gegen das Verlangen ankämpfen will.
Doch ehrlich gesagt: Das Verheimlichen könnte zum Problem werden. Verletzen ist dezenter möglich als das SVV zu umgehen. Man kann aber zumindest auf Muster ausweichen, die streng genommen auch SVV sind, aber oft auch in Therapieen geduldet werden als "Skills", weil sie nichts dauerhaftes hinterlassen und weniger "Nebenwirkungen" haben.

Ich behandle das Thema SVV bei mir wie eine Droge. Ich umgehe es nicht um jeden Preis, aber ich versuche es um jeden Preis im Rahmen zu halten, wo ich es noch beherrschen kann und nicht beherrscht werde.
Wenn also "mein Kontingent überschritten ist" und ich einen üblen Tag habe, laufe ich beispielsweise mit Steinen in den Schuhen herum. Eigentlich ist auch das SVV. Aber es ist vollständig unauffällig, es hinterläßt keine Narben, es "Kickt" nicht so und hat damit auch weniger die Gefahr, sich weiter reinzusteigern. Davon gibt es noch ein paar mehr, aber das ist mir zu heiß für ein öffentliches Forum.

Davon abgesehen finde ich wichtig, dass Du die Stufen beachtest. "Lenk Dich ab" ist erstens ein blöder Spruch (Wann auch immer man sagt "Denke nicht an rosa Elefanten" wird sich fast jeder einen rosa Elefanten vorstellen. Was für ein toller Ratschlag ) und zweitens wird es ab Stufe 3 (die gängige Skala zu Grunde gelegt von 1 = erkennbar bis 10 = füllt die Gedanken vollständig aus, es ist kein Platz mehr in Gedanken und Gefühlen für irgendetwas anderes) - ab Stufe 3 jedenfalls ist das am Ende der Möglichkeiten, vielleicht bei 2 schon.
Tipp an dieser Stelle: Zu etwas hin ist bedeutend leichter als von etwas weg. Also kein "denke nicht an ..." sondern "tue dies...". Läßt sich gut mit Konzentrationstechniken (z.B. Visualisierungen) kombinieren. Generell Tätigkeiten, die hohe Konzentration erfordern und / oder erleichtern. Einen Park designen. Ein 150m^2 Appartment mit den interessentesten Möbeln und Dekorationen einrichten. Ein Auto entwerfen und all das "reinbauen" was man da schon immer vermißt hat oder total schick findet - etwas was so weit wie möglich außerhalb des Alltages liegt also. Bei Dingen, die wir gewöhnt sind, fällt Konzentration schwerer, die Gedanken schweifen leicht ab und dann landen sie da, wo sie nicht hin sollen.
Spätestens ab Stufe 7 ist aber Schluß mit Walddorfschule, da helfen nur noch starke Reize. Ein in Geschirrtücher gekuschelter Eisakku gehört für mich nicht dazu.
Was mir hilft ist da beispielsweise Treppen steigen. Einmal in den 10. Stock rennen (oder 5x in den zweiten) und man hat auf einmal ganz andere Sorgen

Vor allem aber - und da sind wir bei auffällig oder unauffällig: Ich bin der Meinung ab Stufe 7, jedenfalls aber bei 8 sollte man Ort und Situation sofort verlassen. Keine Heldentaten, kein "Ertragen" oder "Aushalten" mehr, keine Rücksicht auf andere mehr, dass kann man hinterher klären. Natürlich unbedingt vermeiden, dass man bis zur 7 oder gar darüber kommt, aber *wenn* man nun mal da gelandet ist - SOFORT weg da. Den Ort verlassen und die Tätigkeit beenden bzw. unterbrechen. Keine Kompromisse mehr.

Wenn man sich das ganze mal auf die Art durchwühlt, hat man gute Chancen, dass am Ende etwas brauchbares dabei herauskommt.

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