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Teufelskreis

19. Februar 2014 um 11:19

Hallo ihr lieben,

habe mich heute bewusst im Forum angemeldet, weil ich langsam aber sicher nicht mehr weiter weiß.

Um euch einen ersten Eindruck zu geben und um das Ganze nachvollziehbarer zu machen, kurz zu meiner Person:

Ich bin 18 Jahre alt, wohne momentan mit meiner Mutter, ihrem neuen Freund, dessen Sohn und meinen zwei Halbschwestern zusammen in einem Haus.
Als ich 1 Jahr alt war, trennten sich meine Eltern. Mein Vater zog ins Allgäu, Mutter heiratete ziemlich bald wieder.
Die zweite Ehe endete vor ca. einem Jahr, seitdem hat sie eben besagten neuen Freund.

Mein Stiefvater, mit dem ich sozusagen aufgewachsen bin, konnte mich nie leiden. Für ihn haben nur 'seine Kinder' gezählt.

Jetzt, mit Mutters neuem Freund, geht es einigermaßen.

Meine Kindheit habe ich zum großteil bei meiner Oma verbracht, da meine mutter nach der Trennung Alleinverdiener war.
Meine Oma, die mir das liebste war, musste ich dann gehen lassen als ich 9 war.

Verarbeitet habe ich das wohl bis heute nicht.

Gut, nun zu meinem Problem.

Ich habe die miserable Angewohnheit Menschen zu vertreiben, die mir eigentlich alles bedeuten.

Angefangen hat das alles bei meiner Mutter. Gezofft, geprügelt, beschimpft..auf's übelste fertig gemacht. Jahrelang. Ich war lange in Therapie, war 1 mal in der Psychatrie aber bei fremden Menschen aber es ist ein ewiger Kreislauf.

Bei meiner Mutter hat die Sache irgendwann aufgehört, dafür aber bei den ersten Beziehungen angefangen.
Mittlerweile gingen 2 Beziehungen deswegen kaputt und ich habe seit 2 Monaten wieder einen festen Freund.

Davor war 3 Monate nichts und es gab auch keine Anzeichen. Wie gesagt, ich mache das nur bei Menschen, denen ich vertraue und dir mir im Grunde genommen unendlich viel bedeuten.

Nun merke ich, dass es wieder hochkommt. Ich könnte mich über jede Kleinigkeit aufregen, bin unheimlich emotional und aufbrausend.
Er versteht in diesem Moment die Welt nicht mehr, versucht mit allen Mitteln mich zu beruhigen aber ich steigere mich nur noch mehr rein.

Und komme im Endeffekt selber nicht mehr da raus..

Glaubt mir, so langsam bin ich ratlos. Nach jedem 'Anfall' denke ich mir ' so, das darf nicht mehr vorkommen!' und sterbe an meinem schlechten Gewissen.

Aber es passiert wieder und wieder. Grundlos.

Man sollte vllt. noch erwähnen, dass ich so gut wie kein Selbstbewusstsein habe und sozusagen der meinung bin, ich 'wäre alleine nichts'.
Deshalb klammer ich stark an Menschen, die mir sehr wichtig sind und orientiere mich an ihnen.
Gleichzeitig macht mich diese Prozedur aber müde und traurig, weil ich feststelle dass mein Gegenüber auch andere Dinge hat, die ihn glücklich machen und ihm Spaß bereiten-

Das geht soweit, dass ich tagsüber ununterbrochen auf's Handy schaue, rastlos und unruhig bin wenn ich keine Nachricht bekomme und wütend reagiere, sobald mein Partner etwas anderes ohne mich macht.

Es macht mich fertig, den ganzen Tag nachzudenken. Nicht loslassen zu können und selbst wenn ich mich wahnsinnig freue ihn wieder zu sehen, wegen irgendwelchen Kleinigkeiten die Kontrolle zu verlieren.

Hat irgendjemand von euch ähnliches erlebt oder mitgemacht?
Irgendwelche Tips, wie ich das Ganze dauerhaft in den Griff bekomme?

Ich weiß auch nicht, ob ich da jetzt einfach nur meine Einstellung ändern muss oder ob das wirklich ein psychischer Knicks ist. Aber es kommt mir wirklich vor wie ein Zwang...

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19. Februar 2014 um 17:18

Hallo chatsauvage13,
was machst du denn beruflich, oder bist du noch Schuelerin?Erzaehl ein wenig von deiner Beziehung... wie habt ihr euch kennengelernt und was verbindet euch?

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3. März 2014 um 11:59
In Antwort auf koharu_12146939

Hallo chatsauvage13,
was machst du denn beruflich, oder bist du noch Schuelerin?Erzaehl ein wenig von deiner Beziehung... wie habt ihr euch kennengelernt und was verbindet euch?

Hallo friederikee1
Momentan bin ich in der Ausbildung. Arbeite von 7 - 16 Uhr.
Kennengelernt haben wir uns durch die Hunde, die sozusagen unsere 'Verbindung' sind.
Beim Spaziergang, ziemlich simple Sache.

Unsere Beziehung an sich ist eigentlich super, normalerweise würden sich einige solch eine Beziehung wünschen. Wir unternehmen viel, sind oft mit den Hunden an den verschiedensten Orten unterwegs. Gehen essen, bowlen, in die Therme.. soweit alles gut.
Aber ich finde wieder und wieder Dinge an ihm oder an der allgemeinen Situation, die mich wahnsinnig aufregen... obwohl sie eigentlich lächerlich sind.

Im Grunde geht es dabei immer um ihn, nie um meinen eigenen Kram. Da ich mich so stark abhängig von ihm mache, sehe ich mein eigenes Leben auch nicht als sehr wichtig an...

Beschwichtigen hilft in der Situation gar nicht, richtig. Da drehe ich noch mehr am Rad, da er ja sozusagen versucht, mich von meinem Standpunkt abzulenken oder mir zu sagen, dass alles gar nicht so schlimm ist.

Tut er das, was in solch einem Moment eigentlich richtig ist..nämlich einfach gehen, ist bei mir komplett Ende. Dann fange ich an zu weinen, laufe ihm hinterher, schreie ihn an usw.

Geht er wirklich, bzw schafft er das.. raste ich alleine noch eine Weile aus und das wars dann..
Er ist wahnsinnig sensibel, verkraftet meine Aussetzer absolut nicht und ich sterbe jedes mal an meinem schlechten Gewissen.
Schafft er es nicht zu gehen, fange ich immer wieder von vorne an.

Anschnauzen und psychisch fertig machen - beschwichtigen - Mitleidsphase. Dann wieder von vorne, bis ich irgendwann selber nicht mehr kann.

Irgendwie suche ich einen Weg, das ganze schon umzulenken, wenn ich merke es geht wieder los.

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3. März 2014 um 12:51

Da wirst Du wohl oder übel
um professionelle Hilfe (Psycho- oder Verhaltenstherapie) nicht herumkommen.
Klingt so, als würdest Du die Leute vor den Kopf stoßen und von Dir wegstoßen, damit sie es nicht mit Dir tun. Anderseits sehnst Du Dich so sehr nach Liebe und Zuwendung, dass Du völlig verzweifelt bist und Deinen Lebenssinn nur in Beziehungen zu anderen sehen kannst. Beides ist verständlich, wenn man sich Deine Biografie ansieht! Du bist von klein auf nur herumgeschubbst und herumgereicht worden. Das erklärt auch die starke Bindung zu Deiner Oma, die offenbar ein Anker für Dich war, aber es ist Deine MUTTER, die für Dich ein Fels in der Brandung hätte sein müssen. Aber auch sie hat sich anderen Beziehungen/ Dingen (Arbeit/ Partner) mehr gewidmet als Dir, obwohl Du es so nötig hattest und noch hast. Das was die Reaktionen verursacht, ist das schwer und zutiefst verletzte innere KIND in Dir, das niemand Ernst nahm und richtig lieb hatte. Du musst Dich Deinem innerem Kind widmen. Nimm es jeden Tag liebevoll in die Arme, stell es Dir genau vor, wie Du ihm sagst, dass Du es lieb hast, dass Du seine Wut verstehst und dass Du Dich um es kümmern wirst, dass es in Sicherheit ist und dass Du ihm die Aufmerksamkeit schenken wirst, die ihm bis dahin versagt blieb. Sag ihm all die Dinge, die Du gerne von Deiner Mutter oder anderen nahestehenden Personen gehört hättest, als Du klein warst. Lass die Trauer in diesem kleinen Kind und in Dir zu. Das ist aber nur der Anfang - die Spitze des Eisberges. Wenn Du mich fragst, brauchst Du eine einfühlsame, professionelle Kraft, die Dir dabei hilft. Ich habe besonders gute Erfahrungen mit einer Kinesiologin gemacht. Alles Gute.

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