Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Psychologie / Suizid-Beschluss

Suizid-Beschluss

17. Februar 2006 um 13:29 Letzte Antwort: 22. Februar 2006 um 21:19

Hallo,

mein Mann war letztes Jahr wegen einer schweren Depression 10 Wochen stationär. Seid letzten Sonntag ist er wieder in der Psychiatrie.
Er ist fest entschlossen sich umzubringen.
Ich muss vorausschicken, das er Dialyspatient ist. Er hat keine Arbeit mehr.
Dieses ganze Zusammenspiel lässt ihn zu der Erkenntnis kommen, das die Ärzte tun und lassen können, was sie wollen, er wird sich sowieso umbringen.
Es mach mir Angst.
Ich weiß auch nicht mehr so ganz, wie ich mit ihm umgehen soll.
Auf meinen Hinweis, das ich als Frau hoffe, er würde wenigstens für mich weiterleben, hat er nur gesagt, dafür hätte er keine Kraft mehr.
Die Dialyse ist extrem grauenhaft für ihn. Er muss fünff Stunden Ruhe halten.
Außerdem sagt er ständig, es wäre sowieso alles sinnlos. Selbst wenn er sofort eine Spenderniere bekommen könnte. Er würde ja anschließend eh nur zu Hause rumhängen.
Auf meinen Einwand, er könne dann wieder arbeiten gehen, meinte er nur: Ich baue doch sowieso wieder nur jede Menge Mist.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Am liebsten würde ich ihm sagen, ich besuche ihn nicht mehr, damit ich weil anfangen kann zu trauern.

Wer kann mir Tipps geben?

LG
biggimk

Mehr lesen

17. Februar 2006 um 14:07

Neue Klinik
Hallo jaja,

vielen Dank, für Deine Antwort. Über eine andere Klinik haben wir auch nachgedacht und auch versucht eine zu finden. Leider sind die meisten, ohne Möglichkeit einer gleichzeitigene Dialyse.

Daher bleibt, auch um ihn weiterhin besuchen zu können, die derzeitige Klinik.

Er ist so wiedersprüchlich. Einerseits will er unbedingt gehen, andererseits macht er sich Gedanken über einen billigen Telefonanschluss.

Letztes Jahr bin ich täglich zu ihm in die Klinik. Das können wir uns jedoch jetzt nicht mehr leisten. Also fahre ich jeden 2. Tag hin. Er hat das auch so akzeptiert, aber nur weil ich den finanziellen Grund genannt habe.

Also im Klartext: auf der einen Seite verlangt er täglich nach mir, auf der anderen will er mich mit Kind und Sorgen alleine lassen.

Ich verstehe es einfach nicht mehr.

LG
biggimk

Gefällt mir
18. Februar 2006 um 17:12

Hallo
Hallo Biggimk,

also ich war selbst jahrelang depressiv und mehrfach stationär in Behandlung. Ich weiß es ist schwer für dich aber, es ist nunmal so das dein mann krank ist. Du kannst ihn am besten dadurch unterstützen in dem du stärke zeigst, den Alltag zu Hause mit Kind usw. meisterst, und jeglichen druck von Ihm abzuwenden.

Das heißt nicht zu sagen ich brauche dich, halt für mich durch oder so was zu sagen wie ich besuche dich nicht mehr. Verstehst du um gesund zu werden muss man krank sein dürfen. Mein Mann hat mich auch jeden tag besucht mit beide Kinder, und mir war es am ende einfach auch zu viel stress diese Besucherei auch, wenn es lieb gemeint war. Besuchen ja aber nicht das es für Ihn zur Belastung wird.

Als ich in der Klinik war lernte ich einen mann kennen der war auch immer wieder in Stationärer Behandlung. Er wurde als stabil und medikamentös eingestellt entlassen. Er hatte Frau und Kinder und einen eigenen Schreiner betrieb der den Bach herunter zu gehen drohte bedingt durch seine Krankheitssituation. Jedenfalls kam er sich immer mehr als Versager vor. Als er entlassen wurde, meinte er zu mir als ich ihm Glück wünschte für die Zukunft, das er es diesmal packen würde und bestimmt nicht wieder kommen würde.

Eine Woche später als ich noch in der Klinik war, las ich durch Zufall seine Todesanzeige in der Tageszeitung. Wie später von dem Klinik personal uns Patienten mitgeteilt wurde, hat er sich selbst erschossen in seinem Auto. Ich sah sofort sein Gesicht vor mir, und ich dachte Mensch schade das war so ein netter Kerl. Er war so sicher das er diesmal die Krankheit besiegt hätte. Ich gönnte ihm sein Frieden, ich war zu dem Zeitpunkt sogar ein wenig neidisch auf Ihn das er den Albtraum hinter sich hatte und nicht mehr diese Hölle durchmachen musste.

Heute bin ich froh das ich mir nicht das leben genommen habe, und ich denke noch oft an ihn. Ich bin der Meinung das er, wenn er es noch einmal versucht hätte mit einer andere Therapieform oder andere Medikamente dann könnte er noch leben.

Er dürfte aber nicht "krank" sein, er als mann muss doch seine Familie ernähren usw. Dieser druck war zu stark, Depressive Menschen werden von Außenstehende sehr schnell als faul abgestempelt, dabei können sie nicht anders. Sie sind körperlich und psychisch nicht mehr belastbar. Das psychische leiden wirkt sich auch körperlich aus.

Ich würde nie einen verurteilen der sich das leben nimmt, den ich weiß das diese Krankheit einem oft keine andere Wahl lässt. Es ist so schrecklich man ist innerlich eh schon tot, man kann nicht mehr lachen die eigene Persönlichkeit fällt in ein schwarzes loch, Gleichgültigkeit man träumt nicht plant nicht keine Lebensfreude mehr keine Hoffnung jemals wieder "normal" zu werden.

Ich wünsche dir und deinem Mann viel stärke man kann es packen!
Ich bin der lebende Beweis dafür weil ich habe auch gerade noch die kurve gekriegt sonst wäre ich heute nicht mehr da. Gebt bitte nicht auf es kann wieder werden!

Ganz liebe Grüße,
Sicklove

Gefällt mir
19. Februar 2006 um 18:00

Das ist schlimm
scheiße das leben ist so schlimm . man "muß" immer was tun .
das regt mich so auf.

Gefällt mir
20. Februar 2006 um 14:30

Danke
an alle. Ihr habt schon sehr geholfen. Ich weiß das er mich braucht. Ich werde auch immer für ihn da sein und versuchen ihm zu helfen. Trotzdem bin ich am Freitag vor ihm zusammengebrochen. Er hat mir vorgeworfen ihn nicht zu verstehen. Da war es bei mir aus und vorbei. Ich habe einfach nur noch geweint und alles ist aus mir herausgesprudelt. Ich wußte einfach nicht was ich tun sollte. Ich wollte es nicht, aber die Tränen hörten einfach nicht auf. Wäre ich hinausgelaufen, hätte er gedacht ich würde ihn verlassen.
Gestern abend sagte er, er würde sich einerseits im Kreise drehen und einfach keinen anderen Ausweg sehen, auf der anderen Seite jedoch wäre da noch soviel das er erleben und tun möchte.
Das negative überwiegt noch. Doch trotzdem glaube ich, wird er es schaffen. Schließlich sind da wohl noch ein paar Dinge die ihn weitermachen lassen.

Gefällt mir
20. Februar 2006 um 15:01

Selbsthilfegruppe?
Liebe biggi,

hat dein mann kontakt zu anderen menschen, die die gleichen gesundheitlichen probleme haben? vielleicht hilft es ja, wenn er sich mal mit personen austauscht, die transplantiert wurden; möglicherweise kann es ihm neuen lebensmut geben, wenn er sieht, dass andere menschen mit der gleichen erkrankung durch eine transplantation wieder eine sehr hohe lebensqualität erreicht haben.

ich wünsche euch beiden alles liebe!

Gefällt mir
22. Februar 2006 um 2:01

ISLAM
hi biggi BITTE gib deinem mann bücher über den islam, er soll sie lesen wenn er bei der dialyse seine ruhe hält sag ihm er soll nur noch das ausprobieren einfach mal lesen...ich weis zwar nicht ob ihr gläubig seid aber jetzt ist der zeitpunkt gekommen um sich mal zu informieren und an GOTT zu glauben
probier es aus es klappt...)

Gefällt mir
22. Februar 2006 um 2:43

Was für ein ...
ja, wir müssen alle sterben!

ja, wir haben nur ein Leben!

ja, das Leben ist ungerecht, hart und gemein!

ABER, es ist immer noch einem selbst überlassen, wie man damit umgeht! Ich habe Freunde sterben gesehn, ohne das die mir dieses miese Gefühl gegeben haben, im Gegenteil, von ihnen habe ich gelernt wie schön das Leben ist!

sorry, der Typ versinkt in Selbstmitleid und zieht dich mit runter, ...

Gefällt mir
22. Februar 2006 um 2:47
In Antwort auf ophrah_12317001

ISLAM
hi biggi BITTE gib deinem mann bücher über den islam, er soll sie lesen wenn er bei der dialyse seine ruhe hält sag ihm er soll nur noch das ausprobieren einfach mal lesen...ich weis zwar nicht ob ihr gläubig seid aber jetzt ist der zeitpunkt gekommen um sich mal zu informieren und an GOTT zu glauben
probier es aus es klappt...)

Schwachsinn
scheiß auf Gott, hör auf den Leuten mit deiner eingebildeten Neurose auf den Sack zu gehn.

Gefällt mir
22. Februar 2006 um 9:30
In Antwort auf an0N_1247879099z

Was für ein ...
ja, wir müssen alle sterben!

ja, wir haben nur ein Leben!

ja, das Leben ist ungerecht, hart und gemein!

ABER, es ist immer noch einem selbst überlassen, wie man damit umgeht! Ich habe Freunde sterben gesehn, ohne das die mir dieses miese Gefühl gegeben haben, im Gegenteil, von ihnen habe ich gelernt wie schön das Leben ist!

sorry, der Typ versinkt in Selbstmitleid und zieht dich mit runter, ...

Zum einen
bitte ich Dich, meinen Mann nicht als Typen zu bezeichnen.
Zum Zweiten: Hast Du schon mal gesehen was bei einer Dialyse abgeht?
Was es bedeutet innerhalb von 5 Stunden fast 4 Liter Wasser aus dem Körper gezogen zu bekommen?
Was es bedeutet 3 x in der Woche 5 Stunden still zu liegen?
Was es bedeutet zwei 1,8 mm breite Nadeln in den Arm gejubelt zu bekommen?
Was es bedeutet trotz alle dem weiter vergiftet zu werden?
Was es bedeutet von Geburt an krank zu sein. Mehr Zeit im Krankenhaus verbracht zu haben, als Zuhause?
Was es bedeutet mit 16 Jahren noch Windeln tragen zu müssen, weil die Blase nicht richtig funktioniert?
Was es bedeutet mit 17 Jahren einen künstlichen Blasenausgang gesetzt zu bekommen?
Wie kannst Du Dich erdreisten über meinen Mann so zu urteilen?
So, das musste mal gesagt werden.
Aber Dein Nickname sagt alles.
Spar Dir irgendeinen weiteren Kommentar

Biggi

Gefällt mir
22. Februar 2006 um 9:32
In Antwort auf ophrah_12317001

ISLAM
hi biggi BITTE gib deinem mann bücher über den islam, er soll sie lesen wenn er bei der dialyse seine ruhe hält sag ihm er soll nur noch das ausprobieren einfach mal lesen...ich weis zwar nicht ob ihr gläubig seid aber jetzt ist der zeitpunkt gekommen um sich mal zu informieren und an GOTT zu glauben
probier es aus es klappt...)

Islam
Hallo Julia,

danke für Deinen Tipp. Leider komme ich mit dem Glauben bei ihm nicht weiter.
Er glaubt nicht wirklich an Gott oder an irgendeine Religion.
Wenn es so wäre, würde er sich nicht umbringen wollen, da Gott dies verbietet.

Trotzdem Danke.
Liebe Grüße
Biggi

Gefällt mir
22. Februar 2006 um 21:18
In Antwort auf lesia_11937694

Islam
Hallo Julia,

danke für Deinen Tipp. Leider komme ich mit dem Glauben bei ihm nicht weiter.
Er glaubt nicht wirklich an Gott oder an irgendeine Religion.
Wenn es so wäre, würde er sich nicht umbringen wollen, da Gott dies verbietet.

Trotzdem Danke.
Liebe Grüße
Biggi

Ja
das wollte ich erreichen dass er anfängt dran zu glauben und dies dann eben nicht tut ( sich umzubringen)
aber trotzdem darfst du auf keinen fall aufgeben also kopf hoch )) and smile )

Gefällt mir
22. Februar 2006 um 21:19
In Antwort auf an0N_1247879099z

Schwachsinn
scheiß auf Gott, hör auf den Leuten mit deiner eingebildeten Neurose auf den Sack zu gehn.

... YOU
... YOU ... YOU

Gefällt mir