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Suche ich den Schmerz oder findet er mich?

7. Februar 2015 um 11:56

Meine Geschichte besteht aus Missbrauch und verlassen werden.
Alles begann schon im Kindergarten. Meine beste Freundin ist weggezogen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich bis zum Abitur keine Freunde gehabt. Meine Eltern haben sich früh getrennt und mein Vater ist weg gezogen. Meine Mutter suchte nach einem neuen Partner. Der letzte, der immer noch bei ihr wohnt, hat mich über einen langen Zeitraum sexuell Missbraucht. Zudem zog ich mich in der Schule zurück. Schrieb schlechte Noten und wurde gemobbt. Irgendwann habe ich beschlossen zu meinem vater zu ziehen. Doch auch auf der neuen Schule fand ich keinen Abschluss. Aber ich hatte meinen ersten Freund und die ersten Panikartacken. Ich hatte eine Mischung aus Bindungs- und Verlustängsten. Irgendwann wurden die Ängste schlimmer. Vor allem wenn es um Sex ging habe ich so schlimme Ängste entwickelt dass ich krampfanfälle bekommen habe. Die nächsten Beziehungen sind immer an diesen Ängsten gescheitert. Einer meiner Freunde hat mich geschlagen wenn ich etwas nicht konnte oder wollte. Darum kann ich jetzt nicht mehr nein oder Stopp sagen, wenn jemand etwas mit mir macht, was ich nicht will. Ich lasse es einfach zu. Bekomme dann oft krampfanfälle. Vor 2 Monaten wurde ich dann auch noch auf einem Konzert fast vergewaltigt. Und vor einigen Wochen ist es wieder passiert. Da hatte ich einen Freund zu Besuch, der angeblich 1, 5 stunden nicht gemerkt haben will, dass ich Angst hatte und keinen Sex wollte. Ich bin da in eine Angststarre gefallen und habe mich nicht wehren können. Jetzt frage ich mich, ob ich diesen schmerz suche oder warum mir immer wieder so etwas passiert. Kann es sein, dass ich etwas austrahle was den Männern sagt dass ich leicht zu haben bin? Beziehungsweise dass mir Gegenwehr rausgeprügelt wurde??

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7. Februar 2015 um 13:35

Hey
Tut mir leid, was du alles durchmachen musstest. Hoffe dir geht es jetzt etwas besser, da du dich hier geöffnet hast. Warst du schon mal bei einem Psychologen oder hast du jemanden dem du dich anvertrauen kannst?

Gruß

Pudius

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7. Februar 2015 um 15:08

Hallo swvalez
Dein Geschichte klingt schrecklich und mein Rat ist, Dir psychologische Unterstützung zu suchen. Ich bin wohl auf dem Gebiet Laie, habe aber einiges im Leben erlebt ...

Man nennt das wohl "Reviktualisation" und kommt Opfern emotionaler Verwahrlsoung, Vergewaltigungsopfern vor. Die Frage "Warum immer ich?" könnte dies begründen. Es lässt sich esotherisch sicher aufarbeiten, ob Dein Schicksal ist, etwas auszuhalten und aus einem früheren Leben aufzuarbeiten aber es gibt sicher auch einen wissenschaftlichen Weg der Erklärung, den Du ja auch bereits lieferst: "Nein" zu sagen und Gegenwehr zu leisten ist Dir im Moment nicht möglich und Deine Schockstarre ist wie ein angelerntes Verhalten, es nicht schlimmer werden zu lassen. Du hast aus diesen Situationen evtl Erinnerungslücken? Dein Lebenslauf hat Lücken und Du kannst wenig Schönes aus der Kindheit berichten? Grenzüberschreitungen, Gewalt naher Personen die Dich eigentlich lieben?

JA, Menschen können (bewusst oder unbewusst) an den Augen, chemischer Hautrekation, Verhalten die Angst erkennen und es kann sein, dass Du deshalb häufiger als andere Menschen misbraucht wurdest. Im Gegensatz zu Menschen, die sich in dem psychischen oder körperlichen Schmerz geborgen fühlen suchst Du einen Weg raus?

Nimm es als Dein Thema an! In grossen Kliniken gibt es Notfallsprechstunden, Frauenhilfsorganisationen werden Dir evtl Therapeuten nennen können. Auch auf diesem Gebiet gibt es vieles was Dir nützt und vieles was nicht nützen wird. Wenn alte Fässer aufgemacht werden und Du Dich dafür nicht bereit fühlst verschiebe das - aber Du wirst nicht weiter Opfer sein! Lass Dir nicht sinnlos Medikamte aufdrängen.

Wie Du schilderst merkte Dein Besuch beim Sex nicht, dass Du es nicht wolltest, evtl waren Deine körperlichen Symptome auch dabei nicht Abwehr oder Angst. Er ist einfach nicht auf Dich eingegangen und hat es nicht bemerkt. Würde er sagen, Du hattest sogar mitgemacht? Auch das kann sogar sein, obwohl Dein Gefühl bleibt, es nicht gewollt zu haben.

Zuerst hilft Dir nur: Gehe nicht alleine weg, sag Freundinnen sie sollen auf Dich aufpassen, Du willst nicht mit Typen reden etc. Gehe nicht alleine abends spazieren etc Es soll keine Vermeidung werden und Flucht vor dem Leben, aber solange Du Dich nicht angemessen wehren kannst - schütze Dich! Evtl erkennst Du keine Gefahren oder nimmst sie nicht ernst. Dann hilft es Dir evtl wenn Du Dir die Zeit und Möglichkeit gibst, neues zu lernen und anzunehmen.

Nur weil Du nicht ausstrahlst, kein Interesse bei einem Flirt zu haben bedeutet es nicht umgekehrt Du wärst leicht zu haben!

Ich wünsche Dir, dass Du psychologische Hilfe findest, manchmal ist der erste Shritt schwierig, aber es sollte sich lohnen. Du bist es wert, angstfrei und ohne Gewalt zu leben. Viel Erfolg!

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8. Februar 2015 um 10:55
In Antwort auf janis_11851420

Hallo swvalez
Dein Geschichte klingt schrecklich und mein Rat ist, Dir psychologische Unterstützung zu suchen. Ich bin wohl auf dem Gebiet Laie, habe aber einiges im Leben erlebt ...

Man nennt das wohl "Reviktualisation" und kommt Opfern emotionaler Verwahrlsoung, Vergewaltigungsopfern vor. Die Frage "Warum immer ich?" könnte dies begründen. Es lässt sich esotherisch sicher aufarbeiten, ob Dein Schicksal ist, etwas auszuhalten und aus einem früheren Leben aufzuarbeiten aber es gibt sicher auch einen wissenschaftlichen Weg der Erklärung, den Du ja auch bereits lieferst: "Nein" zu sagen und Gegenwehr zu leisten ist Dir im Moment nicht möglich und Deine Schockstarre ist wie ein angelerntes Verhalten, es nicht schlimmer werden zu lassen. Du hast aus diesen Situationen evtl Erinnerungslücken? Dein Lebenslauf hat Lücken und Du kannst wenig Schönes aus der Kindheit berichten? Grenzüberschreitungen, Gewalt naher Personen die Dich eigentlich lieben?

JA, Menschen können (bewusst oder unbewusst) an den Augen, chemischer Hautrekation, Verhalten die Angst erkennen und es kann sein, dass Du deshalb häufiger als andere Menschen misbraucht wurdest. Im Gegensatz zu Menschen, die sich in dem psychischen oder körperlichen Schmerz geborgen fühlen suchst Du einen Weg raus?

Nimm es als Dein Thema an! In grossen Kliniken gibt es Notfallsprechstunden, Frauenhilfsorganisationen werden Dir evtl Therapeuten nennen können. Auch auf diesem Gebiet gibt es vieles was Dir nützt und vieles was nicht nützen wird. Wenn alte Fässer aufgemacht werden und Du Dich dafür nicht bereit fühlst verschiebe das - aber Du wirst nicht weiter Opfer sein! Lass Dir nicht sinnlos Medikamte aufdrängen.

Wie Du schilderst merkte Dein Besuch beim Sex nicht, dass Du es nicht wolltest, evtl waren Deine körperlichen Symptome auch dabei nicht Abwehr oder Angst. Er ist einfach nicht auf Dich eingegangen und hat es nicht bemerkt. Würde er sagen, Du hattest sogar mitgemacht? Auch das kann sogar sein, obwohl Dein Gefühl bleibt, es nicht gewollt zu haben.

Zuerst hilft Dir nur: Gehe nicht alleine weg, sag Freundinnen sie sollen auf Dich aufpassen, Du willst nicht mit Typen reden etc. Gehe nicht alleine abends spazieren etc Es soll keine Vermeidung werden und Flucht vor dem Leben, aber solange Du Dich nicht angemessen wehren kannst - schütze Dich! Evtl erkennst Du keine Gefahren oder nimmst sie nicht ernst. Dann hilft es Dir evtl wenn Du Dir die Zeit und Möglichkeit gibst, neues zu lernen und anzunehmen.

Nur weil Du nicht ausstrahlst, kein Interesse bei einem Flirt zu haben bedeutet es nicht umgekehrt Du wärst leicht zu haben!

Ich wünsche Dir, dass Du psychologische Hilfe findest, manchmal ist der erste Shritt schwierig, aber es sollte sich lohnen. Du bist es wert, angstfrei und ohne Gewalt zu leben. Viel Erfolg!

Reviktimisierung
Hier noch ein link, wo versucht wird zu erklären, was mit Reviktimisierung gemeint ist:

http://www.aufrecht.net/utu/wiederholung.html

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