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Studiumsstart....Unwohlsein, Einsamkeit, Nervösität

6. Oktober 2014 um 18:15 Letzte Antwort: 9. Oktober 2014 um 7:24

Hey allerseits

Ich dachte ich wende mich mal an euch weil ich nicht wirklich jemanden zum reden habe.

Ich habe zum 1. Oktober mein Studium in einer fremden Stadt angefangen ~350 km von Daheim entfernt. Mir ging es schon schlecht bevor es überhaupt losging.... schreckliche Nervösität die von Übelkeit begleitet wurde ( konnte so gut wie nichts mehr essen ). Seit ich hier bin ist das nicht wirklich besser geworden, ich kann kaum was ordentliches essen obwohl ich vermeiden will abzunehmen. Ich fühle mich eigentlich fast den ganzen Tag schlecht ( Unwohlsein, traurig, kein Appetit, keinen ordentlichen Schlaf ) . Ich habe das Gefühl garnicht bereit für ein Studium, besonders nicht den Auszug, zu sein.
Eigentlich hält mich Daheim, außer meiner Familie, nicht viel. Ich hatte zwar Freunde aber der Kontakt hat sich eher auf Schule und gelegentliches Chatten beschränkt ( was wir immernoch tun und das hilft mir auch etwas, selbst wenn es um Belanglosigkeiten geht ). Ich war nie der Typ für Heimweh und ich glaube auch garnicht, dass es das so richtig ist ( jedenfalls nicht nur ) ... es ist nur so eine starke Veränderung...ich werde nie wieder richtig Daheim wohnen, wenn ich das jetzt irgendwie durchziehe. Ich zweifele sogar schon an meinem Studium und überlege mir insgeheim es nach einem Semester abzubrechen und Daheim eine Ausbildung zu beginnen, obwohl es mir denke ich Spaß machen würde ( nur die Jobaussichten sind nicht so toll ).

Ich habe einfach Angst vor der Zukunft und auch der Studienzeit....irgendwie ganz alleine zusein. Nach dem Studium kann ich nicht mehr zu meinen Eltern, ich müsste mir alleine einen Job suchen und alleine leben. Ich hatte bis jetzt noch keinen Freund ( woher auch da ich nicht viel ausgehe ) und habe das Gefühl das sich das auch nicht ändern wird in naher Zukunft. Das steuert auch sehr zu diesem Einsamkeitsgefühl bei....

Wie hat euer Studium denn so angefangen? Oder wie habt ihr euch nach dem Auszug vom Elternhaus gefühlt? Würde mich über ein paar Berichte oder Tipps wie ich besser klar kommen könnte freuen.

Ganz liebe Grüße,
Fairy2014

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7. Oktober 2014 um 21:15

Klar, ...
... ist ganz normal.

Also das heißt nicht, dass es jedem/jeder so geht (da sind die Menschen einfach unterschiedlich), aber es gibt sicher sehr viele, denen es ähnlich geht wie Dir.

Ich hatte damals den Vorteil, dass ich mit einem sehr guten Freund zusammen in der gleichen Stadt zur gleichen Zeit das Studium angefangen habe - und sogar trotzdem war es noch immer ein ziemlich großer Schritt.

Aber genauso schnell legt sich das Ganze sicher auch wieder. Mach Dir selbst einfach keinen Stress. Leb Dich ganz gemütlich ein. Keine Erwartungen, keine großen Gedanken. Einfach "schauen was passiert". Erkunde den neuen Ort... die Stadt... die Uni. Vielleicht kannst Du's ja auch als kleines Abenteuer sehen? Davon abgesehen ist es vermutlich hilfreich, wenn Du erstmal ein paar Kontakte knüpfst und neue Leute/Freunde vor Ort kennenlernst. Gerade zu Beginn des Studiums sind die meisten Menschen sehr offen für neue Kontakte und Freundschaften entstehen ganz leicht und ohne große Suche von selbst... wirst Du schon sehen !

Wo studierst Du denn?

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8. Oktober 2014 um 17:58

Ich empfand es als große Freiheit!
Mein Auszug fand schon vor dem Beginn meines Studiums statt, da ich eine Ausbildung als Studiumsvorbereitung machen wollte.

Ich muss von vorne herein dazusagen, dass ich nicht alleine war, meine damalige Freundin, die inzwischen meine Frau ist, ist mit mir umgezogen.
735 Kilometer von zu Hause entfernt.
Wenige soziale Kontakte.
Fremde Stadt.
Harte, körperliche Arbeit, in der Regel 10 Stunden pro Tag (die Ausbildung war in einem handwerklichem Betrieb).
Wenig Schlaf.

Selbstverständlich war ich damals auch aufgeregt, als es dann bald losgehen sollte.
Auch weniger wegen des Heimwehs sondern einfach wegen dem, was kommen würde und was ich nicht kenne.

Nach der Ausbildung war die Situation wieder die selbe. Nur, dass ich dieses Mal ein Zimmer in der Stadt, in der ich studiere, nehmen musste, da die Wohnung von meiner Frau und mir knapp 3 Stunden entfernt ist. Seitdem führe ich also zusätzlich noch eine teilweise Fernbeziehung.

Nichts desto trotz:
Lass den Kopf nicht hängen! Nutze die sozialen Angebote (Erstsemesterparties etc.), lass Dich aber zu nichts zwingen, was Du nicht möchtest.
Sei einfach Du selbst und Du wirst erstaunt sein, es gibt mit Sicherheit ein paar (vielleicht wenige) Leute, mit denen Du schnell warm wirst, gemeinsame Interessen hast, Dich verstehst.

Und schwuppdiwupp bist Du nicht mehr alleine.

Wenn Du in der gleichen Stadt wie ich studieren würdest, dann könnte ich Dir sogar ein paar Locations nennen, wo Du netzwerken kannst.

Ein persönlicher Tipp noch:
Vielleicht schaust Du Dich ja mal nach gemischten oder rein weiblichen Studentenverbindungen um.
Da gilt es natürlich auf die Gesinnung zu achten, es gibt noch immer rechtskonservative Verbindungen, aber längst nicht alle Verbindungen sind so. Zu sehr dem Alkohol zugeneigt sollte sie natürlich auch nicht sein.
Schau Dich da mal um, vielleicht schreibst Du ja mal jemanden dort an.
Nicht nur unglaublich günstige Zimmer, sondern auch eine soziale Basis mit vielen netten Veranstaltungen hast Du dann meist sicher!

Viel Erfolg auf Deinem weiteren Weg!

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9. Oktober 2014 um 7:17
In Antwort auf

Klar, ...
... ist ganz normal.

Also das heißt nicht, dass es jedem/jeder so geht (da sind die Menschen einfach unterschiedlich), aber es gibt sicher sehr viele, denen es ähnlich geht wie Dir.

Ich hatte damals den Vorteil, dass ich mit einem sehr guten Freund zusammen in der gleichen Stadt zur gleichen Zeit das Studium angefangen habe - und sogar trotzdem war es noch immer ein ziemlich großer Schritt.

Aber genauso schnell legt sich das Ganze sicher auch wieder. Mach Dir selbst einfach keinen Stress. Leb Dich ganz gemütlich ein. Keine Erwartungen, keine großen Gedanken. Einfach "schauen was passiert". Erkunde den neuen Ort... die Stadt... die Uni. Vielleicht kannst Du's ja auch als kleines Abenteuer sehen? Davon abgesehen ist es vermutlich hilfreich, wenn Du erstmal ein paar Kontakte knüpfst und neue Leute/Freunde vor Ort kennenlernst. Gerade zu Beginn des Studiums sind die meisten Menschen sehr offen für neue Kontakte und Freundschaften entstehen ganz leicht und ohne große Suche von selbst... wirst Du schon sehen !

Wo studierst Du denn?

Danke für die Antwort
Danke für de aufmunternden Worte.

Ja ich hoffe doch sehr das sich das wieder legt...ein bisschen besser als an dem Tag von dem Post geht es mir schon heute. Mich belastet einfach nur der Gedanke nicht mehr Daheim zu sein.
Das Problem ist halt auch das sie Stadt in der ich studiere recht klein ist und nicht soo viel zu entdecken ist. Dazu kommt das viele Pendeln oder zumindest JEDES Wochenende Heim fahren. Kontakte finde ich schon langsam aber das Spelt sich alles eher auf dem Campus ab, dann gehts in die winzige eigene Wohnung...
Naja wahrscheinlich gewöhne ich mich schon an das Alleine sein und an Weihnachten geht es ja dann nach Hause.

Ich studiere in einer kleinen Stadt in Bayern an einer FH.

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9. Oktober 2014 um 7:24
In Antwort auf

Ich empfand es als große Freiheit!
Mein Auszug fand schon vor dem Beginn meines Studiums statt, da ich eine Ausbildung als Studiumsvorbereitung machen wollte.

Ich muss von vorne herein dazusagen, dass ich nicht alleine war, meine damalige Freundin, die inzwischen meine Frau ist, ist mit mir umgezogen.
735 Kilometer von zu Hause entfernt.
Wenige soziale Kontakte.
Fremde Stadt.
Harte, körperliche Arbeit, in der Regel 10 Stunden pro Tag (die Ausbildung war in einem handwerklichem Betrieb).
Wenig Schlaf.

Selbstverständlich war ich damals auch aufgeregt, als es dann bald losgehen sollte.
Auch weniger wegen des Heimwehs sondern einfach wegen dem, was kommen würde und was ich nicht kenne.

Nach der Ausbildung war die Situation wieder die selbe. Nur, dass ich dieses Mal ein Zimmer in der Stadt, in der ich studiere, nehmen musste, da die Wohnung von meiner Frau und mir knapp 3 Stunden entfernt ist. Seitdem führe ich also zusätzlich noch eine teilweise Fernbeziehung.

Nichts desto trotz:
Lass den Kopf nicht hängen! Nutze die sozialen Angebote (Erstsemesterparties etc.), lass Dich aber zu nichts zwingen, was Du nicht möchtest.
Sei einfach Du selbst und Du wirst erstaunt sein, es gibt mit Sicherheit ein paar (vielleicht wenige) Leute, mit denen Du schnell warm wirst, gemeinsame Interessen hast, Dich verstehst.

Und schwuppdiwupp bist Du nicht mehr alleine.

Wenn Du in der gleichen Stadt wie ich studieren würdest, dann könnte ich Dir sogar ein paar Locations nennen, wo Du netzwerken kannst.

Ein persönlicher Tipp noch:
Vielleicht schaust Du Dich ja mal nach gemischten oder rein weiblichen Studentenverbindungen um.
Da gilt es natürlich auf die Gesinnung zu achten, es gibt noch immer rechtskonservative Verbindungen, aber längst nicht alle Verbindungen sind so. Zu sehr dem Alkohol zugeneigt sollte sie natürlich auch nicht sein.
Schau Dich da mal um, vielleicht schreibst Du ja mal jemanden dort an.
Nicht nur unglaublich günstige Zimmer, sondern auch eine soziale Basis mit vielen netten Veranstaltungen hast Du dann meist sicher!

Viel Erfolg auf Deinem weiteren Weg!

Danke für deine Antwort
Ehrlich gesagt denke ich das es mir deutlich leichter gefallen wäre wenn ich mit einem Partner oder wenigstens einer Freundin her gekommen wäre, das ist doch irgendwie nochmal was anderes als ganz alleine.

Und das mit den Kontakten funktionier so langsam schon einigermaßen, in den Vorlesungen und Tutorien geht es mir auch besser aber wenn ich dann Abends alleine in der kleinen Wohnung bin vermisse ich doch mein "Zuhause".

Ich glaube übrigens nicht das wir in der gleichen Stadt sind ich studiere an einer kleinen FH in einer kleinen Stadt.
Studentenverbindungen gibt es hier soweit ich weiß keine einzige also fällt das schonmal weg, wäre aber wahrscheinlich auch nichts für mich.

Danke

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