Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Studienabbruch wegen Angst?

Studienabbruch wegen Angst?

15. April 2010 um 23:05

Hallo!
Ich studiere im Moment im 6.Semester Lehramt für HRGe. Bisher ist alles sehr leicht gefallen und nun falle ich sozusagen in ein Loch. Seit etwa einem halben Jahr plagen mich Ängste vor Referaten oder nur mündliche Mitarbeit im Seminar. Ich habe schon Referate halten müssen. Vor dem ersten hatte ich natürlich Angst, ich dachte, wenn du dich jetzt dadurch beißt, wird es beim nächsten Mal nicht mehr schlimm. Und dann wurde es beim nächsten Mal noch viel schlimmer. Trotzdem hab ich mich nochmals zusammengerissen. Wieder danach das gleiche. Die Referate liefen alle super, aber ich kann kaum noch meinen Mund aufmachen. Und so kann ich die letzten drei Seminare in meinem Studium nicht mehr schaffen.
Hinzu kommt, dass Lehramt vielleicht doch nicht das richtige für mich ist. Ich mag Kinder, theoretisch fand ich auch meine Praktika gut, aber nur weil ich kaum Verantwortung hatte. Vor dem unterrichten vor anderen Lehrern habe ich mich gedrückt, alleine habe ich es aber geschafft.
Trotzdem graut es mir vor dem nächsten Praktikum, vor allem vor dem dazugehörigen Seminar.
Das alles nimmt mich so sehr mit. Ich habe das Gefühl Depressionen und vielleicht auch einen Burn-Out zu haben. Ich weine mir seit einer Woche(Semesterbeginn) wieder die Augen aus, kann nicht mehr schlafen und meine Gedanken kreisen nur um dieses Thema. Etwa seit einem halben Jahr hab ich diese Symptome.
Aber was kommt nach dem Abbruch? Gibt es eine Ausbildung, in der ich keine Referate halten muss und sonst auch keine mündlichen Vorträge?
Bin verzweifelt, habe das Gefühl, dass mein Leben keinen Sinn mehr hat, vor allem weil ich denke das ich nie irgendwo arbeiten gehen kann, obwohl ich eigentlich nicht dumm bin, da mir das fachliche keine Probleme bereitet.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Christin

Mehr lesen

19. April 2010 um 18:56

Lange Rede, kurzer Sinn
Hallihallöchen : )

Für mich hört sich das an als wäre dein Selbstbewusstsein/Selbstvertrauen aus irgendeinem Grund gestört worden.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass du in letzter Zeit einfach nur herausgefunden hast, dass das was du im Moment machst nicht das Richtige für dich ist.

Es ist jetzt natürlich eine schwierige Situation für dich, da du mindestens die letzten 3 Jahre daran geglaub hast, dass das was du studierst auch das ist, was du willst. Und dann halt plötzlich zu wissen, es war eigentlich in dem Sinne nur verschwendete Zeit, ist denke ich, nicht einfach zu verstehen.

Vielleicht warst du sogar nie richtig "dabei", in den Vorlesungen etc., und hast immer nur oberflächlich (kann variieren) daran teilgenommen, weil du selbst keine rationalen Gründe kanntest, warum dir das jetzt nicht gefallen sollte.

Es könnte aber auch gut sein, dass du jetzt einfach zu dir selbst gefunden hast. Denn möglicherweise konntest du diesen angestrebten Beruf mit deinem "früheren Ich" besser identifizieren als jetzt. Denn fest steht ja, du hast dich in irgendeiner Art und Weise verändert und daher versucht dein Unterbewusstsein nun auch dein Umfeld (tägliches Leben)zu verändern und zeigt sich in dem von dir beschriebenen Ausmaß. Ein Indiz dafür ist ja, dass du in Situationen in denen DU dich beweisen sollst, und in denen DU das von dir gelernte anderen beweisen sollst, diese Probleme auftreten.

Das ist ja keine Sache die von heute auf morgen kommt, sondern es gab wahrscheinlich bei dir irgendeinen Auslöser, des das "Fass dann zum überlaufen brachte". Wenn man halt von vorn herein irgendwie falsche Vorstellungen hatte und dann halt doch im Laufe der Zeit fest stellen muss, dass es anders ist als gedacht, gibt's halt bestimmte Aspekte vor denen man sich fürchtet. Bei dir war's wahrscheinlich so, dass du dich mit den vorangegangen Aufgaben hast arangieren können, aber jetzt kam was dazu, hinter dem du nicht mehr stehst und das dich überfordert.

Wenn du halt nun weißt wie und was der Auslöser dafür ist, versuch halt mal, dich einfach bis zu einem gewissen Grad damit zu arrangieren. Generell ist es natürlich gefährlich "einfach so" weiterzumachen, denn es gibt nur eine schmale Grenze zwischen *Unzufriedenheit* und einem wirklichen *psychischen Problem*.

Aber leider ist es ja in der jetzigen Zeit sehr sehr schwierig, eine Ausbildung ohne Abschluss aufzugeben und dann etwas neues zu finden.

Ich würde dir raten, wenn du jetzt nicht mehr lange bis zum Ende deines Studiums hast, einfach mal zu versuchen weiterzumachen und dann etwas neues aufzubauen.

Über Probleme zu reden hilft ungemein, nicht alles in sich reinfressen, sondern mit anderen teilen - dann bekommst du Rückhalt und Verständnis. Im Freundeskreis, in der Familie etc. und es wird sicherlich einfacher für dich werden.

"Arbeiten" und "Job" an sich sind ja im Leben ganz wesentliche Aspekte, wenn man bedenkt, dass man sein ganzes Leben darauf ausrichtet und mindestens genauso viel Zeit damit verbringt, wie mit der Freizeit. Umso wichtiger ist es da natürlich den richtigen Weg einzuschlagen.
Und hinzu kommt ja noch, dass wir in einer Gesellschaft leben, für die es am wichtigsten ist, dass man das, was man kann, auch zertifizieren kann. Sonst kann man es nicht. Ist leider so....

Ich hoffe, das kann dir ein klein bischen helfen .. : )

Grüße

Nicole

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Beliebte Diskussionen

Noch mehr Inspiration?
pinterest

Hydro Boost

Teilen

Das könnte dir auch gefallen