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*Sternenkind* - Totgeburt in der 33 SSW

19. März 2013 um 16:01 Letzte Antwort: 1. April 2013 um 13:32

Ich lese nun seit Monaten schon mit und konnte bisher aber nicht den Mut finden mein Erlebnisse aufzuschreiben...
Ich bin 31 Jahre alt, letztes Jahr im März bin ich nach 10 Jahren wieder mit meiner ersten große Liebe zusammen gekommen und im April sofort schwanger geworden. Geplant war das so nicht, aber wir haben uns sehr auf unser Baby gefreut. Die ganze SS lief völlig problemlos, mir ging is immer wunderbar und auch bei allen Untersuchungen waren immer alles in bester Ordnung. Wir haben erfahren, dass es ein Mädchen wird und da mein Freund schon einen Sohn hat, mit inzwischen 3 Jahren, war unser Glück perfekt. ca ab der 28 SSW hatte ich extreme Wassereinlagerungen in Händen und Füßen - ich sah schlimm aus und konnte außer Turnschuhen zum Schnüren gar nichts mehr anderes tragen. Mein FA hat mich nicht so richtig für ernst genommen und mir gesagt, das sei "normal" und andere Schwangere schauen noch viel schlimmer aus als ich. Ich wurde von A nach B geschickt, Stützstrümpfe - ja/nein? - Akkupunktur, Globolis, Schwangerschaftstee, Lymphdrainagen usw. ich habe alles versucht das Wasser "loszuwerden" - unserem Baby ging es lt Arzt nach wie vor gut, nur etwas viel Fruchtwasser hat man mir mitgeteilt. Ok, ich habe beschlossen mich mit dem Wasser abzufinden und die restlichen 7 Wochen durchzustehen.
Die letzte Woche hatte ich schon immer das Gefühl meine Kleine nicht mehr so richtig zu spüren, aber die letzte Untersuchung war erst ein paar Tage her und ich hab gedacht, sie hätte wohl nicht mehr soviel Platz und rutscht langsam nach unten, es wäre normal sie würde sich nicht mehr so viel bewegen können....
Am Morgen des 28.11. hatte ich einen Schleimpfropfen in meiner Unterhose, was anscheinend als Zeichen gilt, dass es bald losgeht - unmitelbar oder es kann auch noch ein paar Tage/Wochen dauern. (lt. Geburtsvorbereitungskurs) Den ganzen Tag hatte ich ein Ziehen und Krämpfe, was ich als Senkwehen "empfunden" habe.. Ich hatte für abends Freundinen eingeladen um ihnen mein neues Zuhause zu zeigen und sie nochmal zu sehen - schwanger und ohne Baby. Ich habe das ganze Haus geputzt und schon zu meinem Freund gesagt, dass es langsam anstrengend wird und er das wohl in Zukunft machen muss. Er wollte das Einkaufen übernehmen, aber irgendwie wollte ich nicht allein zu Hause bleiben und fuhr mit. Mit Wehen (was ich im Nachhinein weiss) bin ich schon im Lebensmittelladen über der Kühltheke gehängt und habe mich dann um 17 Uhr entschlossen den Mädlsabend abzusagen, weil es mir echt nicht gut ging. Ich hab mich in die Badewanne gelegt und meine Hebamme angerufen. Die konnte mir auch nicht sagen ob es sich um Senkwehen oder Geburtswehen handelt und hat gemeint, ich soll mich hinlegen und wieder melden wenn es nicht besser wird. Als ich aus der Wanne war, gings wieder los. Inzwischen war es schon 18:30 Uhr und ich hab doch mal auf die Uhr geschaut in welchen Abständen die Wehen kommen. -Alle 3 min. Ich kann bis heute nicht sagen warum ich solange gewartet hab bis wir ins Krankenhaus gefahren sind, aber irgendwie wollte ich es nicht wahrhaben und es war auch noch viel zu früh für die Geburt - 7 Woche vorher. Ich hatte weder meine Tasche gepackt, noch hab ich mich schon auf die Geburt mental "vorbereitet", auch die Schmerzen hab ich in dem Moment nicht als so schmerzhaft empfunden - ich wollte es einfach nicht wahrhaben. Mein Freund, meine Schwester und ich machten uns dann doch auf dem Weg ins KH...
Dort angekommen haben zwei Hebammen mit 3 verschiedenen Geräten versucht den Herzschlag meines Babys zu finden und in dem Moment war mir klar: Mein Baby lebt nicht mehr! Auch der zuständige Arzt konnte mir leider kein anderes Ergebnis sagen: "Es tut mir sehr leid, aber ihr Baby ist tot - seit ca. 3 Tagen!" (-vor ca. 3 Tagen ist auch mein Wasser in Händen und Beinen aufeinmal WEG gewesen) Mein Freund und meine Schwester haben zu weinen angefangen - ich hab es einfach nicht verstehen können, ich konnte nichtmal weinen, ich stand unter Schock, ich konnte nichts mehr fühlen...
Ich wollte einfach nur an die frische Luft!
Nachdem wir geklärt hatten, dass ich unser Baby auf natürlichem Weg entbinden soll und mein Muttermund schon 8cm geöffnet war sind unsere Familien noch ins Krankhaus gekommen. Als dann "endlich" alle wieder weg waren, wollte ich es einfach hinter mich bringen. Ich ließ mir Schmerzmittel geben und eine PDA. Ich konnte immer noch nicht weinen und auch das Baby wollte ich erst gar nicht sehen. Die Geburt verlief schnell und ruhig. In dieser Nacht war ich, zum Glück, die einzige auf der gesamten Geburtsstadtion... Um 1:04 Uhr war dann unser Mädchen da. Sooooo schön und alles dran. Sie hat ausgesehen wie ein schlafendes Engelchen - und endlich konnte ich weinen!!! Mein Baby - ich hab mich doch so auf dich gefreut!
Die nächsten Tage und Wochen war alles wie ein Film und selbst wenn ich das hier jetzt schreibe, kommt es mir immer noch unwirklich vor, dass das unsere Geschichte ist! Weder die Obduktion des Babys noch der Gebärmutter haben bis heute eindeutige Ergebnisse gebracht. Letzter Stand war: Verdacht auf Listeriose Bakterien. Eigentlich war mir von Anfang an klar, dass nichts dabei rauskommen wird...
Die ersten Wochen waren ein Horror. Ich konnte nichtmal vor die Haustür gehen. Immer hatte ich Angst jemand fragt mich nach dem Baby, ich war ja unübersehbar hochschwanger. Wir sind am nächsten Tag um 8 Uhr in nach Hause gefahren. -Ohne Bauch und ohne Baby, der neue Kinderwagen noch im Wohnzimmer... Ich habe das Glück einen wunderbaren Freund zu haben und auch Familie und Freunde waren immer für mich da. -Manche haben mich sehr positiv überrascht, andere können gar nicht mit der Situation umgehen und sagen lieber gar nichts.
Ich versuche tapfer zu sein - was mir oft gelingt, manchmal aber, vorallem in eigentlich schönen Momenten, ist mir einfach nur zum Heulen... Ich besuche unseren kleinen Schatz oft auf dem Friedhof, habe immer ein Kerzchen für sie im Wohnzimmer brennen und ihre Fußabdrücke daneben stehen.... Ich weiss, dass dieser Schmerz wohl niemals wieder vergehen wird und wir das Schicksal annehmen müssen, als Teil unseres Lebens. sie wird immer in unserem Herzen sein. Trotz allem will ich die Hoffnung nicht aufgehen, wieder schwanger zu werden und doch noch ein gesundes Baby in den Armen halten zu dürfen.
Wer von euch hat ähnliches erlebt und wann wurdet ihr wieder schwanger? -Ich versuche mich nicht unter Druck zu setzen und bin mir auch ganz sicher, wenn mein Körper soweit ist und meine Seele damit zurecht kommt, werde ich hoffentlich nochmal eine so wunderschöne SS haben und diesmal hoffentlich mit Happy End...

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23. März 2013 um 12:34

Es tut mir so leid
Dass du sowas mitmachen musstest. Ich verstehe nicht wie Ärzte so grob fahrlässig teilweise handeln können. Wasser in so einem hohen Masse im Gewebe. Hat immer eine Ursache nicht einfach nur ss bedingte Ödeme Wasser in den Beinen ok....aber wenn du schon sagst du sahst schlimm aus...hätte ich mich nicht auf den Arzt verlassen. Und wäre direkt ins KH Gefahren zumal bei der ersten Schwangerschaft. Wenn mir was nicht koscher vorkommt suche ich so lange jemanden der mir glaubt oder Hau mit der Faust aufn Tisch. Hätte man die kleine gleich geholt wäre das vielleicht nie passiert. Tut mir leid wenn ich dir das so Sage....aber meiner Meinung nach war das Pfusch.

Fühl dich gedrückt

Michael mit 3 Sternchen im Herzen, Alina-Isabelle an der der Hand (2) und Babyboy inside 25. SSW

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23. März 2013 um 12:36

Sorry
Micha nicht Michael

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23. März 2013 um 15:43

Ganz ehrlich...
Ganz ehrlich, heute wär ich auch schlauer wie vor ein paar Monaten und würde auf mein Gefühl hören und mich nicht so leicht aspeisen lassen... Aber wenn dir immer alle versichern, dass alles in bester Ordnung ist - andere malen den Teufel an die Wand... Ich war dann so verunsichert und hab mich auf die ärztliche Erfahrung und auf das Urteil meiner Hebamme verlassen.
Ich war mir von Anfang an sicher, dass bei der Obduktion nichts rauskommen wird, weil selbst wenn der Arzt was übersehen hätte, würden die Ärzte untereinander sich sicher nicht gegeseitig "ans Bein pissen".
Es bringt mich allerdings jetzt auch überhaupt nicht weiter jemandem die Schuld zu geben, weil es dafür leider schon zu spät ist. Es wäre natülich jetzt leichter für mich jemandem die Schuld zu geben, aber wie soll man denn so jemals für sich seinen "Frieden finden"??? -Es ist so schon alles schlimm genug.
Natürlich ist das Vertrauen zu dem behandelndem Arzt jetzt futsch und ich habe mir einen anderen FA gesucht....
Aber danke für die Anteilnahme

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23. März 2013 um 20:07

Huhu
das sollte kein Vorwurf sein an dich...dass du nicht besser auf dein gefühl vertraut hast oder so...ich verstehe dich voll und ganz. Nach meiner ersten FG hätte ich auch gleich nach dem Faktor V testen lassen können. nach zwei weiteren FG wurde genau diese Diagnose als FG Grund genannt. jetzt bekomme ich das zweite Kind nach 3 FG und einer gesunden Tochter. Ich wünsche Dir, das beim zweiten alles gut geht.

gglg Micha

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31. März 2013 um 23:20

Ich kann mit dir fühlen...
Es tut mir sehr leid wegen eurem Engel
Ich bin auch 31, habe unsere Tochter in der 40 SSW genau am ET am 09.04.12 totgebären müssen....es tut heute noch sooo weh, sie ist 1 Tag vor ET im Bauch gestorben wegen einem Nabelschnurknoten der zugezogen wurde durch Strampeln, mich beschäftigt immer noch diese Fragen WARUM? WAS WÄRE WENN...? Aber wenn man das wüßte vorher...leider sieht man solche Knoten nicht im Ultraschall und CTG war auch immer gut...Bin auch oft am Friedhof bei unserer Kleinen, sie fehlt mich so sehr, denke so oft an Sie sie war wunderschön, als ob sie schlafen würde...
Dann habe ich wieder nach 4 Monaten wieder positiv getestet, und alles sah eigentlich gut aus, habe mich wieder freuen können...aber leider wae die SS in der 13SSW zu Ende, ich hatte Infektion bin mit Fieber ins KH gekommen und hatte in der gleichen Nacht einen Abgang und am nächsten Tag noch AS (09.10.13), musste noch lange Antibiotikum nehmen, war sehr schlimm im KH zu liegen...
Danach hatten wir erstmal eine Kur mit der ganzen Familie (haben eine 6 jährige Tochter) um wieder zu sich zu kommen war schön, und jetzt nach 5 Monaten wollen wir versuchen.
Ich sage dir eins, es war bei mir zumindest so, erst mal dachte ich ich schaffe das, war tapfer, hatte wieder Hoffnung, aber nach der 2.FG habe ich solche Panikattacken bekommen konnte nichts essen, nicht schlafen, und habe gemerkt dass ich die Totgeburt gar nicht verarbeitet habe, das hat mich alles wieder eingeholt, wie ein Schlag ins Gesicht war alles wieder da...das war viel zu früh damals ss zu wedren habe ich für mich gedacht...habe die Trauer verdrängen wollen, aber man muss sie verarbeiten und ausleben, egal wie, und ich wollte schnell schnell ss werden.
Ich musste sogar seit Dezember 2012 Medikamente nehmen gegen Angst ich konnte sonst nachts nicht schlafen, ich arbeite beim Psychiater, der hat mir viel geholfen, bin auch in einer Therapie, die Gespräche helfen mir sehr das zu verarbeiten, es sammelt sich so viel zuhause...hab die med. jetzt abgesetzt, fühle mich wieder besser, aber jetzt kommt der jahrestag und ich weiß nicht wie ich den überstehen soll.
Leb deine Trauer aus, geh zur Selbsthilfegruppen (initiative regenbogen), und werd wieder ss wenn du bereit bist, es wird schon alles klappen, glaub mir, unsere Kleine Sternchen passen auf uns auf, ach hätte ich sie gern bei mir meine Kleine Fühl dich gedrückt!

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1. April 2013 um 10:10

Hallo olala 2701
Es tut mir sehr leid, dass du gleich zwei so schwere Schicksalsschläge innerhalb so kurzer Zeit durchmachen musstest... Das ist wirklich das schlimmste was einer Frau/Mutter passieren kann.
Leider wird uns das WARUM? WIESO und WAS WÄRE WENN immer beschäftigen. Wenn ich Schwangere sehe, denke ich immer nur: "Hoffentlich geht es bei euch gut..." wenn ich Babys oder Kleinkinder sehe, denke ich: "Wie hätte wohl unser Baby ausgesehen in dem oder dem Alter"
Aber ich denke, das sind Dinge die uns ein Leben lang nicht mehr loslassen.
Das du nach der FG einen Zusammenbruch hattest kann ich gut nachvollziehen.... Die Vorfreude, sich einfach mal wieder richtig freuen zu können - und dann wieder diese Enttäuschung!!! Aber gut, dass du dir Hilfe gesucht hast und ich hoffe, dass es dir jetzt besser geht...
Ich habe mom nicht das Gefühl, dass ich einen Psychologen bräuchte, aber ich würde auch sofort Hilfe in Anspruch nehmen, wenn ich merke, dass ich das doch nicht alleine schaffe... Die ersten Wochen und Monate waren die Hölle, aber ich versuche unser Schicksal zu akzeptieren. Bis jetzt war ich immer noch in Mutterschutz und trete meine Arbeit diese Woche wieder an, ich hoffe das mich das dann nicht wieder alles einholt. Diese Normalität, alles läuft normal für jeden - nur in einem drinnen ist gar nichts normal!!!
Wie war das bei dir mit Freunden und Bekannten?
Bei mir ist das ganz unterschiedlich. Die einen haben sehr viel Mitgefühl und auch ohne große Worte - kommt das bei mir an. Andere können gar nicht damit umgehen. -Sagen einfach gar nichts, so als ob ich niemals schwanger gewesen wäre und als ob nichts passiert wäre... Ich weiss, dass das sicher nur Unsicherheit ist, aber ... bei Menschen die mir Nahe stehen, tut es doch sehr weh!
Wegen einer erneuten SS versuche ich mich nicht unter Druck zu setzen und denke, dass mein Körper und meine Seele eine SS erst zulassen wenn ich/wir bereit dazu sind und unser Engel uns ein Baby schickt.
Liebe Olala 2701, ich hoffe dass du den Jahrestag, so weit es geht, gut hinter dich bringst.
Unsere Engel sind für immer ganz fest in unserem Herzen!
Ich bin mir sicher, dass das Glück auch wieder auf unsere Seite ist!
Fühl dich gedrückt!

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1. April 2013 um 13:32

Sternchenpaula
Wann war das den bei euch? im Dezember 12.
Ach man heute ist Ostermontag und letztes Jahr war Ostermontag der 09.04 und ich habe mein Baby geboren und am 12.04 beerdigt, das macht mich traurig, Ostern wird mich immer dran errinern egal wieviel Zeit vergeht, unser baby wird uns immer fehlen...
Und du fragst nach Freunden und Verwandten...genau so wie bei dir, die sagen einfach gar nichts mehr, als ob nichts wäre, als ob ich nie schwanger wäre waren gestenr bei Schwiegereltern und keiner hat irgendwas gesagt oder mich gedrückt und wenigstens gesagt dass wir an die Kleine auch denken, alle leben ganz normal weiter, machmal denke ich ich werde verrückt und nichts ist passiert...aber leider ist das alles passiert...
Freunde und Schwägerin, meine Eltern waren für uns da am Anfang jetzt sagt auch keiner mehr was, deshalb tut mir es gut mich beid er Psychologin auszureden, sonst macht mich das fertig die ganzen Gedaanken kreisen im Kopf Tag und nacht...
ich denke aber die anderen wissen nicht genau was sie sagen sollen, sie wollen uns nicht dran errinern vielleicht, obwohl ich sowieso nur an das denke...
Ich hoffe ich überstehe diesen Tag...weiß noch nicht was ich machen werden, auf jeden Fall zu Grab schönen gesteck bringen, Wunderkerzen, und einfach mal an sie denken, weiß nicht ob jemand mitkommt außer meinen Mann und Tochter, will niemanden zwingen, aber wenn die nichts sagen werde ich auch niemandem was sagen, sie wissen alle wann der jahrestag ist...alles ist so schwierig, und alles ist anders als es vorher war...

Wünsche Euch alles alles Gute in diesem Jahr!!! Wir werden noch glücklich sein und unsere Mädels spielen sicherlich da oben zusammen, so stelle ich mir das vor.

Ganz liebe traurige Grüße...

Ola mit Ayliss 6, Inessa im Herzen 40SSW und Sternchen 13SSW

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