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Ständiges Nörgeln macht mich fertig

6. Dezember 2017 um 18:00

Hallo ihr Lieben☺️

Ich weiss langsam aber sicher nicht mehr weiter. Mein Problem ist, dass meine Eltern, vor allem meine Mutter ständig an mir rumnörgeln. Nur damit ich es erwähnt habe, ich schätze und ehre meine Eltern sehr. Das permanente Gefühl, alles falsch zu machen (Beispiele folgen) belastet mich jedoch so sehr, dass ich mich jetzt beim Psychologen angemeldet habe. 
Ich bin in einer für schweizer Verhältnisse sehr armen Familie aufgewachsen, meine Eltern arbeiteten als ich klein war über 150%. Deshalb wurden wir bis zu meinem 8. Lebensjahr von Kindermädchen erzogen und bemuttert. Danach änderte sich der Alltag, man brauche kein Kindermädchen mehr, da ich (als ältestes Kind) und meine Geschwister zur Schule gingen. Noten unter 5 (Achtung 6 ist das Beste) wurden nicht toleriert. Mittlerweile bin ich 18, habe die Matura gemacht, jahrelang ein Instrument gespielt und studiere. Ich verfalle weder einem übertriebenen Alkohokonsum, noch treibe ich es mit verschiedenen Jungs. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, meine Freunde sind es gewohnt ihre Eltern mitten in der Nacht anzurufen, damit sie abgeholt werden. Ich habe dies noch nie gemacht, damit sie schlafen können und mir nicht vorwerfen, dass man mir immer hinterherrennen müsse. Im Gegensatz zu meinen jüngeren Geschwistern habe ich immer versucht, meinen Eltern alles recht zu machen. Trotzdem beginnt das Prozedere schon am Morgen. Ich sitze am Tisch und meine Mutter ruft: Setz dich gerade hin. Wenn ich das Besteck halte nörgelt sie, dass ich es zu weit oben halte. Wenn ich es richtig halt höre ich: schlucke nicht so laut. Sobald ich mit mehreren Personen am Tisch sitze und spreche, stösst sie mich unter dem Tisch mit dem Fuss, wenn ihr etwas nicht passt. Telefoniere ich, lacht sie mich danach aufgrund des verwendeten Wortschatzes aus. Und den Kopf darf ich nie abstützen. Übrigens, sobald ich müde/ genervt schaue, sagt sie, ich habe nicht das recht so zu schauen, ich sei ein respektloses Kind. Gehen tue ich auch falsch, ich würde dabei wie ein Bauerntölpel aussehen. Dies sind nur wenige, aber die häufigsten Beispiele, die mir täglich wiederfahren.
ich kann das nicht mehr. Seit einiger Zeit hinterfrage ich den Sinn meines Lebens. Weshalb lebe ich überhaupt? Sterben tue ich ja sowieso. Das Ganz belastet mich sosehr, dass ich tägliche Suizidgedanken habe.
Natürlich, ich habe Freunde, wirke nach aussen aufgeweckt und fröhlich, ich kann ja nicht ständig schlecht gelaunt sein.
Das letzte und grösste Problem ist das Geld. Meine Mutter sieht überall Kosten. Ein Zwischenjahr vor dem Studium? Nein, kostet zu viel. Ich erhalte kein Geld von ihnen, sie kocht jeweils das Mittagessen für mich und meine Schwester. Ausserdem würden wir zu wenig helfen. Ich helfe wöchentlich 8 Stunden im Haushalt, dies sei aber selbstverständlich. Meine Mutter meint, dass Helfen die Arbeit auf unserem Bauernhof bedeutet.
Wenn ich das Gespräch suche oder mich wehre, ist es am Schlimmsten. „du bist ein verwöhntes Kind, du bist egoistisch und weisst nicht, wie gut es dir geht. Du vergisst deine Familie, merkst du nicht wieviel wir für dich machen und von dir kommt gar nichts? Zuhause bist du so respektlos, wie kannst du nur glauben, dass du ein armes Kind bist? Dein Vater ärgert sich über dich. Usw“
ich kann und will langsam nicht mehr. Nach aussen zeigen sich beide immer super stolz über eine wahnsinnig selbstständige Tochter. Aber nach innen.

Was muss ich denn noch tun?

ich entschuldige mich für den langen Text und hoffe das jemand unter euch weiss, was ich machen könnte oder schon ähnliches erlebt hat.
liebe grüsse nadja

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