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Ständig klagende Mutter

6. Februar 2012 um 16:10 Letzte Antwort: 7. Februar 2012 um 16:55

Hallo zusammen,

meine Mutter ist solange ich sie kenne am klagen.
Sie beschwert sich ständig über meinen Vater. Sie sagt mir ständig, was für ein schweres Leben sie hinter sich hat und immer noch hat. Sie ist mittlerweile 75 Jahre alt und hatte zweimal einen Schlaganfall. Sie läuft am Gehwagen.

Sie schafft ihre Hausarbeit kaum noch und mein Vater ist, wie er immer war. Sie spricht bei jedem Telefonat von ihm, wie schwer sie es bei ihm hat. Sie erzählt mir Geschichten aus ihrem Leben, die ich alle bereits kenne.

Vor einiger Zeit sind wir wieder zusammen gekommen. Vorher waren wir zehn Jahre getrennt, aus diesem Anlass, da ich das negative Gerede nicht mehr ertrug. Ich wurde vor einiger Zeit sehr krank und somit kam sie wieder auf mich zu und ich war richtig glücklich darüber.

Eigentlich bin ich es immer noch, nur was ist das für ein Verhalten, was sie an den Tag legt. Sie spricht über alles und jeden Menschen, alle sind schlecht, nicht fleißig, unvernünftig und sowieso alle Menschen sind schlecht, schlecht, schlecht.

Ich bemerke, dass ich es nicht ertrage, wenn ich ihr das so sage, dann wird sie sehr unangenehm. Sie will über alle Menschen schlecht reden, oder sie will über meinen Vater schlecht reden, da er ihr nicht gut tut, dass er faul ist, dass er verrückt ist und so weiter.

Wenn ich es mir also nicht anhöre, dann ruft sie permanent an und versucht heraus zu finden, was ich denke. Und das ist eine sehr schwere Situation, ich will nicht noch einmal so krank davon werden. Ich habe eine Bipolare Störung.

Sie weiß eigentlich, dass ich es nicht ertrage, wenn sie so spricht, so negativ, aber sie macht immer weiter. Morgens beginnt es schon, abends ruft sie oft nochmal an und meinem Mann geht das höllisch auf den Zeiger.

Die Kinder sagen schon, Oma und ihr Kontrollanruf. Nicht, dass ich meine Mutter fortschicken will, aber ich kann das Gerede auf den Tod nicht ab. Es geht sogar soweit, dass sie meine Schwester furchtbar runter macht, sie sei vom Vater und der sei schlecht, so ist die Tochter eben auch schlecht. Sie tauge nichts, sie sei geldgierig und so weiter.

Sie drängt sich irgendwie in mein Leben, ohne dass ich es haben möchte. Früher habe ich nach jedem Telefonat gekotzt. Hatte zwanzig Jahre Brech- Fress- Sucht.

Nun kann ich keinen Schritt machen, ohne kontrolliert zu werden. Einerseits freue ich mich, dass ich meiner Mutter mal etwas Gutes tun kann, aber andererseits sehe ich nicht ein, mein eigenes Leben aufzugeben.

Kennt jemand solch ein Verhalten von Mütter, die immer negativ reden und dazu noch sich selbst derart bedauern, dass es nicht zu fassen ist?

Sie spricht sogar von ihren Eltern, die sie schlecht behandelt haben. Sie ist ständig in der Opferrolle.

Ich bin echt gespannt, ob es sowas noch ein zweites Mal gibt.

Singoela

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6. Februar 2012 um 16:33

Möchte noch etwas dazu schreiben...
Ich muss noch etwas hinzufügen:

Seit ich meine Mutter kenne, nimmt sie Medikamente. Sie nimmt von allem etwas ein, sei es Klosterfrau Melissengeist, sämtliche Verdauungsmittel, zum Nervenaufbau, und vieles mehr. Der ganze Schrank ist voll von Medikamenten.

Beinahe jede Woche kaufe ich für sie eine große Flasche Klosterfrau, aber ich frage mich, wo sie das lässt.

Soviel kann man davon doch gar nicht einnehmen, dass ist doch schier Alkohol.
Dazu ist sie über ordentlich, so dass sie den täglichen Ablauf noch nie gut geschafft hat. Die Wäsche liegt so exakt im Schrank, aber der ganze Küchentisch steht voller Gerümpel. Die Stühle voller Klamotten.

Sie macht meinen Vater für ihr Leben verantwortlich. Dazu muss ich sagen, mein Vater ist wirklich ein schwerer Kaliber, nur ich habe sie ihm nicht ausgesucht. Zumal ich ja auch von einem Vater abstamme, so ist es kaum zu ertragen, wenn sie über ihn so furchtbar loslegt.

Sie ist jeden Tag schlecht gestellt. Noch nie in meinem Leben habe ich meine Mutter glücklich erlebt. Nun, wenn ich mal ganz weit ausholen möchte, dann kann ich auch noch dazu schreiben, dass sie mir früher das Leben zu Haus zur Hölle gemacht hat. Soll heißen, ich bin mit 17 Jahren ausgezogen. Mein Vater ist immer ausgetickert, sie war stets die Leidene und eben somit in der Opferrolle.

Sie will ständig, dass ich mit ihr ausfahre, doch das kann ich nicht. Ich habe eine Familie und muss selber sehen, dass ich gesundheitlich auf der Höhe bleibe.

Zu Anfang unserer neuen Beziehung ging es auch noch. Da hatte meine Schwester zu meiner Mutter gesagt, sie solle mich nicht mit ihren Problemen beschweren. Mittlerweile sage ich, es geht mir gut, was auch nicht immer stimmt, aber ich mag das Gejammer persönlich überhaupt nicht.

So kommt sie mit ihren Leidensgeschichten permanent daher. Wenn ich aber auch nur einen Mucks sage, wie zum Beispiel, dass mir die Medikamente zur Zeit helfen, dann will sie sogar zu dem Arzt, der mir diese Medikamente aufgeschrieben hat.

Letztens hatte ich einen Unfall, was macht meine Mutter, sie ruft diejenige an, die den Unfall verursacht hat. Das ist kaum auszuhalten.

Daraufhin wurde ich böse angefahren, von der Dame und sogar ihrem Mann. Was ich auch nicht als ein Wunder auffasse. Was mischt sie sich dort ein?

Vielleicht kommt es dem Einen oder Anderen komisch vor, was ich hier berichte, aber es ist für mich sehr stressig, selber gesund zu werden, dazu noch die eigenen hausgemachten Probleme, die wohl jeder hat und dann noch die Mutter, die mir Geschichten erzählt, die fünfzig Jahre her sind und noch länger.

Wenn ich zum Beispiel sage, es geht mir heute aus dem oder dem Grund nicht so gut, dann sagt sie jedes Mal:

Ach, Kind, was glaubst du wohl wie schlecht mir das damals mit Papa ging, er hat mir das Leben zur Hölle gemacht, da musste ich dieses oder jenes fertig bringen und was habe ich geschuftet. Bin Putzen gegangen, damit ihr was zum Anziehen hattet. Ich habe den größten Fehler meines Lebens gemacht, dass ich diesen Mann geheiratet habe und seine Familie ist der größte Dreckhaufen aller Zeiten.

Den Dreck unter den Fingernägeln sind diese Leute nicht wert, blabla....es ist nicht zum Aushalten.

So, dass wollte ich noch hinterher schmeißen. Ich hoffe, es meldet sich jemand auf meine Beiträge. Vielleicht eine Idee, wie man sowas verarbeiten kann, ohne die Mutter in Stich zu lassen.

Danke im Voraus

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6. Februar 2012 um 18:06


Erstmal tut es mir sehr leid.
Man liest deine Verzweiflung total heraus.

Wie ging es dir denn, als du keinen Kontakt zu deiner Mutter hattest?
Ich kann verstehen, dass du dich gefreut hast als sie sich gemeldet hat. Blut ist ja bekanntlich dicker als Wasser, nur scheint dir dieser Kontakt alles andere als gut zu tun.

Deine Mutter hat ein ernstes Problem mit sich und ihrem Leben. ich bin keine Psychiater aber es klingt schon sehr nach schweren Depressionen. Das Problem ist leider nur, SIE muß sich helfen lassen. Das muß von ihr kommen.
Sie scheint ja von dir gar keine Ratschläge anzunhemen.

Was ich mich frage, wenn alles so schlimm ist mit deinem Vater, warum blieb sie dann immer bei ihm?

Ich nehme an, dass auch der Medikamentenkonsum so hoch ist bei deiner Mutter, weil sie nach Hilfe sucht. Irgendwie! Sie hofft vielleicht, dass diese Mittelchen ihr irgendwie helfen könnten.

Ich weiß nicht, was man da machen kann. Gegen seinen Willen, wird ja niemand in eine Klinik gesteckt.

Wenn du daran kaputt gehst, dann löse dich wieder von ihr, so schwer es auch ist. Denke an deinem Mann, deine Kinder. Die bracuhen dich gesund.
Schreib deiner Mutter vielleicht einen Brief und schildere ihr, wie schlecht es dir geht.
Ob es was in ihr bewegt, weiß ich nicht aber schreib alles auf, was dir auf der Seele brennt.
Deine Mutter ist verantwortlich für ihr Leben, kein anderer.

Lg und alles Gute!

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6. Februar 2012 um 20:58

Ich bin selbst in so einer ähnlichen situation...
hey,

meine mutter ist 51 jahre alt, hatte in ihrem leben einen einzigen mann, nämlich meinen vater und ist seit über 10 jahren von ihm getrennt...

sie geht unter der woche arbeiten (kindergärtnerin) und am wochenende macht sie gar nichts... sie geht nicht weg... hockt den ganzen samstag und ganzen sonntag nur vorm pc und vorm fernseher...

das schlimmste aber ist, dass sie für mich nie eine mutter war.... sie hat zwar immer gesagt ich kann zu ihr kommen wenn ich sie brauche und sie is eine freundin für mich, aber davon habe ich nie was bemerkt...

ich hatte immer wenig bis keine freunde, wurde immer gemobbt und fühlte mich oft sehr alleine... ein einziges mal habe ich zu meiner mutter gesagt: "mama ich hab keine freunde", da war ich in der 8. klasse und von ihr kam nur: "das hab ich dir doch schon vorher gesagt"...

wenn ich liebeskummer hatte hat sie mich nie in den arm genommen sondern hat nur meine exfreunde runtergemacht und mir noch mehr salz in die wunden gestreut...

bei ner 3 in der schule hat sie mich runter gemacht... hat mir aber auf der anderen seite nie bei den hausaufgaben geholfen...

ich war in ihren augen immer schlecht... sie hat mich immer wo es nur ging kritisiert und runter gemacht...
aber selbst lebt sie den ganzen tag nur von selbstzweifeln und macht sich fertig weil sie sich zu dick fühlt und hässlich und alt... sie hat auch ein hautproblem ähnlich der schuppenflechte an der hand und macht sich dadurch jetzt noch mehr fertig...

aber wenn man ihr sagt das sie hübsch ist und sich viel zu viel fertig macht tickt sie total aus... einmal hat sie mich (ich bin übrigens 22) angeschrien und gesagt: "geh sofort auf dein zimmer!" mein gott bin ich 6 jahre oder was??? allgemein fühle ich mich von meiner ganzen familie behandelt wie ein kleinkind aber das is eine andere geschichte...

für mich das bisher schlimmste erlebnis war jedoch, als es um mein abiballkleid ging... wir waren extra in einen kleinen geschäft und ich hatte mir schon ein kleid ausgesucht das man hätte bestellen müssen... und dann sagte meine mutter zu der wildfremden verkäuferin: "Na es steht ja noch gar nicht fest ob sie das abitur überhaupt besteht"... seit dem ist die wut meiner mutter gegenüber an einem punkt, der bald eine eskalation hervorruft...

sie hat gegen jeden mann an meiner seite etwas... besonders gegen meinen verlobten... sie redet mir ständig rein und will das ich mir einen anderen suche und sieht nicht, dass ich glücklich mit ihm bin....

aber selbst steigert sie sich in einen one night stand mit einen 27 jährigen türken rein und denkt es wäre ja das perfekte...

ich dreh mit ihr durch... es gibt noch so viel mehr was ich hier schreiben könnte, aber da mir bereits jetzt die tränen laufen höre ich erstmal auf...

ich versteh auf jeden fall deine situation denn ich kenn es sowohl von meiner ma als auch von meiner oma nicht viel anders... vllt können wir uns noch ein bisschen darüber ausstauschen....

wünsch noch einen schönen abend...

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7. Februar 2012 um 16:38

Herzlichen Dank für deinen Beitrag
Liebe Arabella,

ich möchte mich ganz herzlich für deinen Beitrag bedanken, es hat mich sehr gefreut.

Sicherlich gibt es diese Menschen überall in jedem seiner Nähe, es ist nur ein Unterschied, ob es die Mutter ist, oder irgendeine Tante.

Leider habe ich auch keinen Anrufbeantworter, dazu ist ja desweiteren ein Problem, dass sie es merkt, wenn ich nicht mit ihr reden möchte, dann ruft sie kurze Zeit später wieder an und versucht festzustellen, was ich wohl nun denke.

Zum Einen habe ich eine Flatrate, was sie zum Anderen auch leider weiß. Zudem hat sie selber auch eine Flatrate.

Du hast aber im zweitletzten Abschnitt völlig recht, wenn du behauptest, dass ich sie nicht mehr ändern kann, dass sie überall Schlechtes sieht.

Was ich mir allerdings merke, ist dein wunderbarer Spruch, der sagt etwas Wahres aus.

Und ich werde mir das Gesabbel nicht mehr anhören, da mache ich nun kurzen Prozess.
und ich werde ihr auch keine weiteren Auskünfte über mein Leben geben, da hast du sicherlich komplett recht. Was ich allerdings auch vorher nie groß getan habe.

Viele liebe Grüße

Singoela

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7. Februar 2012 um 16:55
In Antwort auf yen_11966452

Ich bin selbst in so einer ähnlichen situation...
hey,

meine mutter ist 51 jahre alt, hatte in ihrem leben einen einzigen mann, nämlich meinen vater und ist seit über 10 jahren von ihm getrennt...

sie geht unter der woche arbeiten (kindergärtnerin) und am wochenende macht sie gar nichts... sie geht nicht weg... hockt den ganzen samstag und ganzen sonntag nur vorm pc und vorm fernseher...

das schlimmste aber ist, dass sie für mich nie eine mutter war.... sie hat zwar immer gesagt ich kann zu ihr kommen wenn ich sie brauche und sie is eine freundin für mich, aber davon habe ich nie was bemerkt...

ich hatte immer wenig bis keine freunde, wurde immer gemobbt und fühlte mich oft sehr alleine... ein einziges mal habe ich zu meiner mutter gesagt: "mama ich hab keine freunde", da war ich in der 8. klasse und von ihr kam nur: "das hab ich dir doch schon vorher gesagt"...

wenn ich liebeskummer hatte hat sie mich nie in den arm genommen sondern hat nur meine exfreunde runtergemacht und mir noch mehr salz in die wunden gestreut...

bei ner 3 in der schule hat sie mich runter gemacht... hat mir aber auf der anderen seite nie bei den hausaufgaben geholfen...

ich war in ihren augen immer schlecht... sie hat mich immer wo es nur ging kritisiert und runter gemacht...
aber selbst lebt sie den ganzen tag nur von selbstzweifeln und macht sich fertig weil sie sich zu dick fühlt und hässlich und alt... sie hat auch ein hautproblem ähnlich der schuppenflechte an der hand und macht sich dadurch jetzt noch mehr fertig...

aber wenn man ihr sagt das sie hübsch ist und sich viel zu viel fertig macht tickt sie total aus... einmal hat sie mich (ich bin übrigens 22) angeschrien und gesagt: "geh sofort auf dein zimmer!" mein gott bin ich 6 jahre oder was??? allgemein fühle ich mich von meiner ganzen familie behandelt wie ein kleinkind aber das is eine andere geschichte...

für mich das bisher schlimmste erlebnis war jedoch, als es um mein abiballkleid ging... wir waren extra in einen kleinen geschäft und ich hatte mir schon ein kleid ausgesucht das man hätte bestellen müssen... und dann sagte meine mutter zu der wildfremden verkäuferin: "Na es steht ja noch gar nicht fest ob sie das abitur überhaupt besteht"... seit dem ist die wut meiner mutter gegenüber an einem punkt, der bald eine eskalation hervorruft...

sie hat gegen jeden mann an meiner seite etwas... besonders gegen meinen verlobten... sie redet mir ständig rein und will das ich mir einen anderen suche und sieht nicht, dass ich glücklich mit ihm bin....

aber selbst steigert sie sich in einen one night stand mit einen 27 jährigen türken rein und denkt es wäre ja das perfekte...

ich dreh mit ihr durch... es gibt noch so viel mehr was ich hier schreiben könnte, aber da mir bereits jetzt die tränen laufen höre ich erstmal auf...

ich versteh auf jeden fall deine situation denn ich kenn es sowohl von meiner ma als auch von meiner oma nicht viel anders... vllt können wir uns noch ein bisschen darüber ausstauschen....

wünsch noch einen schönen abend...

Vielen lieben Dank für deinen Beitrag
Liebe Sallysonne,

vielen lieben Dank für deinen so offenen Beitrag, wo du sehr genau erklärst, wie es dir ergeht und ergangen ist.

Zum Einen können wir uns gern ein wenig mehr darüber austauschen und wenn es dir angenehm ist, so können wir auch gern telefonieren. Allerdings weiß ich hier nicht, wie man eine Telefonnummer per PN senden kann. Darüber müssen wir uns dann noch austauschen, vielleicht über E-Mail Adresse.
Liebe Sallysonne, zum Anderen möchte ich dir einen Rat nun geben, da ich selbst schon über vierzig Jahre alt bin.
Was ich als sehr wichtig empfinde ist, dass man alles was gewesen ist, vergeben kann. Das soll nicht heißen, du sollst es als gut empfinden, was vorbei ist, sondern es einfach zur Seite legen.
Ich habe es gelernt, als ich drei Monate in der Klink war. Ich war in einer Nervenklinik. Nicht zuletzt, weil ich eben den Fehler gemacht hatte, meiner Mutter zwar irgendwie vergeben zu haben, aber nicht vergessen konnte. Was ich in der Klinik lernte war folgendes:

Jeder Mensch will im Grunde niemanden wirklich verletzen. Wenn jemand, so wie unsere Mütter verletzend waren, und immer noch sind, dann können sie nicht anders, weil sie sich nicht helfen lassen und somit unglücklich sind. Wir sind für das Unglück unserer Mütter nicht zuständig. Sie geben ihren Schmerz uns 1:1 zurück und merken es vielleicht sogar nicht. Ich möchte behaupten, dass auch deine Mutter nicht absichtlich dir weh getan hat. Wenn es so sein sollte, dann hätte sie bisher vorsätzlich gehandelt.

Du kannst am besten entscheiden, ob du sicher bist, dass sie es mit oder ohne Absicht tut.

Wenn du es gelernt hast, dass deine Mutter zu jeder Zeit, nur immer das tat, wozu sie imstande war, dann kannst du verstehen, dass es dir zwar weh tat, aber nun nicht mehr weh tun kann, da es vergangen ist. Was nun nur noch weh tut, von der Vergangenheit ist dein eigener Schmerz.

Das Problem ist, wir sind ständig mit unseren Mütter verknüpft und das bedeutet, dass wir den Abstand, der notwendig wäre, nicht bekommen. Aber du kannst einen Abschnitt machen, Indem du dir das, was ich eben geschrieben habe, jedesmal so vorstellst und irgendwann sagt es : Peng. Dann hast du es begriffen und kannst nun jeden Tag neu genießen. Wenn nun, so wie bei mir, die Situation von vorn beginnt, dann ist es wohl nicht angenehm. Darum habe ich es ja auch hier geschrieben. Aber ich bin nun in der Lage, wenn immer es von vorn losgeht, mir klar zu machen: Sie kann nicht anders.

Das fällt mir auch nicht leicht, sonst hätte ich hier nicht geschrieben, aber letztendlich bin immer ich selbst es, wie ich mit der Situation umgehe. Man ist es immer selbst.

Man kann die Mutter sich nicht aussuchen, hätten wir es gekonnt, hätten wir eine andere Mutter. Ich selbst habe zwei Kinder, beide Abitur, Studium.

Ich kann dir nur schreiben, es ist wunderbar das weiter zu geben, was uns gefehlt hat. Daher freue dich auf Nachwuchs, sie werden es dir danken. Ich selbst habe eine sehr gute Beziehung zu meinem Sohn und zu meiner Tochter.

Also keine Sorge, du wirst es nicht übernehmen.
Du würdest es übernehmen, wenn du den einen Schritt nicht machst, nämlich: Vergeben, vergessen: Glücklich sein. Das lässt sich wirklich nicht immer so machen, aber es gelingt. Warte nicht solange wie ich, denn ich habe es irgendwie nicht an meine Kinder weitergegeben, aber bin am Anschluss, als sie erwachsen wurden, zusammen gebrochen. Es hat mir soviel Mühe gemacht, ohne wahre Wurzeln eine Erziehung vor zunehmen, die ganz anders war, als die meine.

Vielleicht hilft dir dies ein bisschen und ich möchte allen weiteren Beitragschreiberinnen danken, denn ich bin zur Zeit etwas in Eile und werde noch auf die einzelnen Beiträge zurück kommen. Besonders der letzte Beitrag hat mir sehr gut gefallen.

Alles Liebe dir

Singoela

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