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Soll ich mit 21 jahren sterben?

3. November 2006 um 22:16 Letzte Antwort: 7. November 2006 um 20:59

Hey Leute ich bin todglücklich mit meinen Leben, alles geht schief, keiner interessiert sich für mich. Ich werde nur noch dumm angestarrt und von Freunden ausgenutzt. Ich fühl mich so leer in meinen Körper, ich habe Selbstwertgefühl mehr und das mit 20 jahren. Ich sitze jeden abend vor dem Fernseher und denke über mein Leben nach, ach wäre ich doch eine andere Person. Ich denke viel darüber nach ob ich mir nicht nächstes Jahr das Leben nehmen soll, es hat doch eh keinen zweck mehr zu leben........

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4. November 2006 um 17:32

Hab nur mut
hallo liebe nadine,

ich kenne solche gemütsverfassungen. glaube mir, ich habe bis zu meinem 20. lebensjahr nicht viel lustiges erlebt. ich glaube, das erste mal hatte ich das gefühl, mich umbringen zu wollen, da war ich sechs. als ich dann nach einer kleinen phase der besserung meiner lebenssituation auch noch mit 21 jahren meine große liebe durch selbstmord verlor, fiel ich erneut in ein tiefes loch.

das schlimmste war, daß niemand verstehen wollte, wie furchtbar es mir ging. sogenannte "freunde" wandten sich ab, weil sie kein verständnis und auch keine energie dafür aufbringen wollten, sich mit meiner situation auseinanderzusetzen. ihr neu erungenens schickimicki-leben war ihnen weitaus wichtiger. auch an meiner damaligen fachschule warf man mir einen stein nach dem anderen in den weg. abgesehen davon, daß man mir das leben dort ohnehin schon schwer genug machte, hielt es auch der arzt nicht für notwendig, mir ein attest auszustellen, um mich nach dem schock wieder regenerieren zu können. als ich mich in meiner not an psychotherapeutische hilfe wandte, geriet ich an eine dame, die zwar allerlei seltsame körperliche untersuchungen mit mir durchführte, die aber natürlich zu keinem ergebnis führten (außer geld in ihre kasse zu scheffeln)... ich litt ja an einem seelischen problem. alles, was ich mir gewünscht hätte, war ein bißchen fürsorge, hilfe und verständnis... es war wie verhext, nichts klappte, überall desinteresse, egoismus, mißgunst und obendrein blöde sprüche.

anstelle lethargischer selbstmordgedanken, trat schließlich sogar eine todessehnsucht ein, vor der ich mich richtiggehend schützen mußte, indem ich nicht zu nah an das balkongeländer oder an den u-bahnsteig trat. es war die hölle. und das schlimmste ist wirklich die ignoranz, die einem begegnet.

über all dieses unverständnis bin ich auch heute, nach über zehn jahren, noch verwundert. ich muß außerordentlich viel pech gehabt haben. denn auch aus meiner nun reiferen warte, ist es mir immer noch unvorstellbar, wie ein mensch auf allen fronten in einer solchen situation auf so viel ignoranz und unverständnis stoßen kann.

ich habe gekämpft. mit mir selbst, mit der welt, mit meinem leben. dadurch, daß ich auch schon in kind- und jugendjahren viel schlimmes erlebt hatte, wußte ich, daß nach jedem noch so ausweglos erscheinendem tief auch wieder ein hoch kommen kann, wenn man nur nicht aufgibt.

just ein jahr später lernte ich einen neuen freundeskreis kennen, der mir nicht nur wieder mut und hoffnung gab - sondern mir die tür in ein völlig neues leben eröffnete. man könnte denken, daß es zufall war, daß ich diese menschen kennenlernte, aber das glaube ich nicht. die situation mit meinen alten freunden hatte sich zusehends verschlimmert, da sie vom großstädtischen schickimickitum immer mehr verblendet waren. schließlich gab ich die freundschaften komplett auf, weil sie mich eher belasteten als alles andere. von nun an war ich ganz alleine, was natürlich auch kein optimaler zustand war.

ich wußte, es muß etwas passieren. und so legte ich mir einen plan zurecht. da es mir sowohl an geld als auch an freuden mangelte, kam mir die idee, wie man beide probleme mit einer klappe schlagen könnte. ich brauchte einen nebenjob, bei dem ich auch neue leute kennenlernen würde - und so bewarb ich mich auf eine annonce auf einem veranstaltungsflyer. und siehe da, einen tag später trat ich in mein neues leben ein!

auch wenn ich seither natürlich auch viele höhen und tiefen erlebt habe, muß ich sagen, daß sich mein leben seither stets gebessert hat. ich stehe heute erfolgreich im beruf, bin wesentlich selbstbewußter, lasse mir nicht mehr alles gefallen. man könnte sagen, ich habe mir mit der zeit und mit allen rückschlägen eine gewisse natürliche souveränität angeeignet, die mir auch ermöglicht, mein umfeld besser zu sortieren.

ich lasse heute nur noch menschen an mich heran, die mir gut tun. das heißt natürlich, daß sich manchmal gegen etwas oder gegen jemanden entscheiden muß - und auch, daß man manchmal ins kalte wasser springen muß.

ich habe in den letzten jahren immer wieder sogenannte "freunde" aussortiert, die sich vielmehr als blutsauger herausgestellt haben. ich habe sogar als selbständige meinen hauptauftraggeber in den wind geschossen, nachdem die zusammenarbeit mit ihm unerträglich wurde. danach stand ich erst einmal wieder auf der straße - aber ich war sooo erleichtert!! als ich die dicke schwere holztüre hinter mir zufallen ließ und hinaus ins sonnenlicht trat, wußte ich, diese entscheidung war gut, ja!! mein kopf hätte diese entscheidung nie zugelassen - aber mein bauch wußte, was wirklich gut für mich war. die zeit danach war anstrengend, mit vielen rückschlägen und entmutigungen - aber es eröffneten sich nach einiger zeit wieder ganz neue horizonte, die mich letzten endes auf den weg brachten, den ich heute beschreite. und dieser weg ist verdammt gut

hätte ich damals nicht "gekündigt", so hätte ich diese neuen möglichkeiten vermutlich nie wahrgenommen, weil ich nie nach ihnen gesucht hätte oder nicht frei für sie gewesen wäre.

ich kann nur sagen, ich habe bisher nie einen einzigen sprung ins kalte wasser bereut. nach jedem sprung war das wasser zwar erst einmal bibberkalt - aber ich bin bisher immer an einem schöneren ufer angekommen )es dauert, bis man den sprung wagt, weil man angst hat, unterzugehen oder von bösen monstern der tiefsee aufgefressen zu werden - aber das wichtigste ist, in die eigenen stärken zu vertrauen - und wenn man dann einmal den sprung erfolgreich gewagt hat, dann wird man es wieder tun, wenn die zeit dafür reif ist. getreu dem motto: auf zu neuen ufern!

ich kenne diese leeren momente nur zu gut - aber es ist wichtig, sich nach einer verschnaufpause wieder zusammenzupacken und zu sagen: so! jetzt reicht es! ich sage dir den kampf an, mein ödes leben!!

bleibe nicht vorm fernseher kleben, gehe nach draußen, mache spaziergänge, atme gute frische luft ein, schau dir die bienen und die blüten an - oder gehe im winter zum entenfüttern.

was mir auch sehr geholfen hat gegen winterdepressionen waren regelmäßige besuche im solarium. dabei wird vitamin d gebildet, welches der körper nur mit sonnenlicht bilden kann. es ist ein baustein dafür, in unserem körper glücksgefühle erzeugen zu können. aber achtung!! weniger ist mehr. also nicht wie ein brathähnchen braten lassen. schon geringe dosierungen können sehr gut helfen. und am besten vorher mit dem hautarzt abklären.

ganz wichtig ist auch regelmäßige bewegung. das klingt nach einem spruch von muttern, ich weiß. aber es ist wahr. es ist wissenschaftlich belegt, daß auch bewegung und sport zum seelischen wohlbefinden beiträgt, indem es im körper gewisse positive vorgänge in gang setzt. auch damit habe ich gute erfahrungen gemacht.

tue dir soviel gutes, wie möglich. lasse dich verwöhnen, je nachdem wie weit es dein budget zuläßt. gehe zum friseur, zur kosmetikerin. verwöhne deinen körper. versuche, deinem körper soviel gutes wie möglich zu tun. auch durch gesundes essen. die lethargische schwere/leere kann dadurch verschwinden. man fühlt sich gesünder und attraktiver!

gehe ins kino. gehe raus. mache auf jeden fall etwas, wobei du unter leuten bist. suche dir einen nebenjob, der dich unter leute bringt oder belege einen sprachkurs, tanzkurs, oder was auch immer dir freude bereiten könnte.

lerne, das ist immer gut. laß es nicht zu, daß dich deine jetzige situation dinge verpassen läßt, die du in deinem späteren leben noch gut gebrauchen könntest. nutze die phase der "ruhe", um dinge in angriff zu nehmen, die du schon immer tun wolltest. vielleicht wolltest du schon immer spanisch lernen - hattest aber nie zeit dazu, weil du bisher zu sehr mit deinen freunden beschäftigt warst?

bereite aus deiner situation eine tugend. stöbere in buchläden nach themen der psychologie, der philosophie, der menschenkenntnis. vielleicht interessierst du dich aber auch für astrologie und versuchst, darin die phasen des lebens zu ergründen. vielleicht wirst du es einmal gut gebrauchen können... man weiß nie, es sind schon berühmte persönlichkeiten dadurch entsprungen, daß sie nach leidvollen erfahrungen später ihr licht an andere weitertragen konnten und letzten endes dadurch auch noch ganz nebenbei viel geld verdient haben

engagiere dich. auch das gibt einem das gute gefühl, etwas sinnvolles zu tun. es gibt soviel leid in dieser welt und es werden immer tatkräftige, gesunde hände gebraucht, um anderen zu helfen. hilf dir selbst, indem du anderen hilfst. es gibt tierheime, frauenorgnisationen, essensausgaben und so vieles mehr, wo dringend unterstützung benötigt wird.

sei freundlich. bringe freude in das leben anderer. lobe das schöne armband der kassiererin, die brille des verkäufers. es ist nur wichtig, daß du ehrlich dabei bist. die freude, die die menschen dabei empfinden, strahlen sie auf dich zurück! versuche, mit leuten in kontakt zu treten, gemeinsamkeiten herauszufinden - manchmal ergeben sich dabei neue freundschaften. ein lob ist immer ein guter anfang für eine unterhaltung.

aber sei auch konsequent! laß dich nicht durch miesepeter entmutigen! sortiere sie einfach aus. punkt. nehme dir vor, nur noch nette menschen in deinem leben zu akzeptieren. du bist es wert, daß man freundlich zu dir ist und es ehrlich mit dir meint! löse dich von vermeintlichen "freunden", die nur ihr eigenes ding im kopf haben. lasse dich nicht von anderen herunterziehen. es gibt so viele menschen auf dieser welt, da werden auch für dich bestimmt einige dabei sein, die es gut mit dir meinen ) lerne nur, sie gut von einander zu unterscheiden!! manche freundschaften sind auch für eine gewisse zeit gut wie sie sind - aber manchmal verlagern sie sich eben - und dann muß man das loslassen, was nicht mehr zum eigenen leben paßt...

überlege dir, was du willst - was du wirklich willst! manchmal ist das, wonach wir jagen, gar nicht das, was wirklich unserem wesen entspricht. und so ziehen wir oft unbewußt genau die falschen leute an! manchmal tut ein schritt zurück auch ganz gut, um zu erkennen, wo der weg wirklich entlang führt.

überlege dir, wer du bist - wer du wirklich bist. orientiere dich danach und versuche zu unterscheiden, was und wer dir wirklich gut tut!

wünsche dir niemals, eine andere person zu sein. du bist es! du bist es wert! du wirst etwas aus deinem leben machen! da bin ich mir ganz sicher. du mußt es nur wollen!!

ich wünsche dir von herzen alles liebe und gute!! gib nicht auf! auch für dich wird das leben wieder schöne momente bereit halten ) mein motto war immer: was mich nicht in die knie zwingt, macht mich stark!! und ich bin von einem gehänselten, verschüchterten kleinen mädchen mit einem ziemlich unschönen familienbackground zu einer taffen frau geworden, die sich nicht mehr so schnell die butter vom brot nehmen läßt. auch da gibt es zwar immer noch eine menge für mich zu lernen und, herr je, es gibt, weiß gott, auch immer noch die kleinen und großen katastrophen im leben - aber das wichtgste ist: ich weiß heute, wer ich bin und was ich will - und vor allem: was ich auf keinen fall will - und das lasse ich mir auch von niemandem mehr gefallen.

alles liebe dir! denke daran: du bist nicht alleine. und du wirst es schaffen!!

amybelle

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7. November 2006 um 20:59

Wieso nächstes Jahr?
sorry aber das was du beschreibst kenn ich nur allzu gut, nur dasses bei mir noch 1000 mal schlimmer ist!du denkst jetzt dass ich mich wichtig machen will oder mich für was besonderes halte?!nein,voll nicht, aber ich bin schon einige schritte weiter ich überlege mir nicht erst nächstes jahr das leben zu nehmen...sondern manchmal soll ichs gleich jetzt tun...
ich übe keine kritik an dir nur will ich damit sagen dass dort wo du jetzt stehst noch hoffnung ist!!!du willst nicht sterben sondern brauchst hilfe,aufmerksamkeit und liebe!!!!!!!
such dir hilfe!!!geh zu einem psychologen oder in eine selbsthilfegruppe oder sorgentelephon wo du dich mit jemanden unterhalten kannst!!!
ich bin 22 und habe manchmal auch keine hoffnung mehr,aber dann frag ich mich, soll das wirklich alles gewesen sein?!ich habe dass nicht verdient(die ganze sch..... wo mir in meiner kindheit passiert ist)NEIN ICH WERDE EUCH DEN GEFALLEN NICHT TUN!!!!

genau das MUSST du dir auch sagen!!!!!
ICH HABE DAS GLEICHE RECHT ZU LEBEN WIE IHR!!!!!ICH WERDE ES ALLEN ZEIGEN!!!!

ich weiss es braucht ihrsinnig kraft!manchmal bin ich so kurz davor aber NEIN!!!

also frag nach hilfe und glaub mir es gibt für dich jemanden der dir helfen wird!

ich haben die hoffnung auch noch nicht aufgegeben

gib nicht auf!

lg joytoy

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