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So ziemlich am Ende

21. März 2017 um 22:09 Letzte Antwort: 11. Juli 2017 um 20:22

Hallo 
ich bon sp ziemlich am ende und weis nichr wirklich noch einen Ausweg. Sterben ?? Einfach ein weiter machen ??? 

Ich erzähl euch mein Leben vielleicht hilft mir das 
Es fing bei mir an als 2007 mein ältester Sohn an einer Blutvergiftung stirbt. Er wurde im März 2007 an einer fistel am steiss ambulant operiert. 2 Tage später verschlechterte sich sein Zustand und der Chirurg sagte das mein Sohn wohl eine Erkältung bekäme. Denn die Wunde und das wundwasser sähen gut aus. 
So ging meine Frau abends zu unserem Hausarzt mit unserem Sohn.  Hier wurden Blut und Urinproben genommen. Als mein Sohn Fieber bekam riefen wir unseren Hausarzt der dann kam ihn untersuchte und sagte wir sollen ihm wadenwickel machen und er hat ihn eine Spritze gegeben. Er sagte das die Blutwerte nicht in Ordnung wären und wir das mal bis morgen abwarten sollten. 
ich bin des öfteren nachts bei ihm gewesen und er schlief. Dann morgens um 5 fing eran zu stöhnen und hatte hohes Fieber. Ich habe sofort unseren Hausarzt der mir seine Handy Nummer zuvor gab angerufen und er war 15 min später bei uns. 
Mein Sohn sein Schicksal war besiegelt.Es kam der Krankenwagen und es ging ins Krankenhaus. Der Chefarzt kam zu mir und sagte mir das mein Sohn sehr sehr sehr krank wäre.ich bin sofort zu meinem Sohn da er ins 60 km entfernte Spezialklinik gebracht werden sollte. Ich hielt die Hand von meinem Sohn, sprach mit ihm und konnte seine Angst in den Augen sehen.Er schaute mich an und fragte mich " Papa was soll ich denn jetzt machen ?" Wir weinten beide und ich sagte zu ihm Kämpf mein Junge Kämpf. Mama und Papa sind jeden Tag bei dir bis es dir besser geht. Er hat 76 Tage gekämpft und jeden Tag war einer von uns bei ihm. Am 09.06.2007 hatte er den Kampf verloren.
Wir haben unsern Sohn beerdigt und sind ohne Hilfe in Anspruch zu nehmen im Alltag gegangen. Es waren da ja noch seine 3 Geschwister die uns brauchten.
All die jahre mit vorwürfen und Trauer hatte ich öfters den gedanken mich umzubringen. Meine Frau und meine 3 anderen kinder haben es wohl verhindert. 
Nun fast 10 Jahre später ist meine jüngste Tochter Mutter 2 er Kinder, physisch sehr instabil und hat Schwierigkeiten ihr Leben im Griff zu halten. Macht zur Zeit eine klinische Therapie. Die beiden Enkel sind für den Klinikaufenthalt bei uns. Der 2 Sohn lebt sein Leben ohne feste Linien.  Und zum 3 Sohn haben wir keine Kontakt.  Wenn ich also zurück blicke, habe ich wohl bei der Erziehung meiner Kinder versagt. 
Auch meine Frau und ich streiten in letzter Zeit immer häufiger über Kleinigkeiten. Meistens weil ich mich nicht mehr unter Kontrolle habe und keine sachlichen Gespräche mehr führen kann. Ich bin gebe ihr das Gefühl nicht mehr voll hinter ihr zu stehen. Ich merke das selber kann es aber nicht abstellen. 

2014 wr ich bei meinem ältesten Bruder und wir haben über dies und das gequatscht. Abends bin ich dann zur 150 km entfernte Heimat  nach Hause gefahren. Am Freitag, einen Tag später rief meine Schwägerin mich an und nuschelte so, was sie tun solle es würden Krankenwagen und Notarzt bei ihr sein weil mein Bruder im Bad liegen würde. Ich sagte ihr , das sie die Ärzte mal machen lassen solle und abwarten was die sagen.
Sie sagte mir mein Bruder wäre Tod..........

Es mag sich jetzt komisch anhören aber er war der Bruder womit ich zusammen gearbeitet habe, mit dem ich so viele Dinge gemacht habe, die ich mit all meinen anderen Geschwister nicht gemacht habe und nun ist er einfach gestorben !!!!!!

Nun ich selber bin körperlich auch nicht mehr fit. Von Bndscheibenvorfällen über Schwerhörigkeit durch Knochenfras  bis zur leichten COPD. Ich hatte im Jahr 2010 einen Arbeitsunfall und streite mich seitdem mit der BG. Habe jetzt einen Erfolg verbuchen können. Meine Verletzung wurde durch das Sozilgericht als anerkannter Arbeitsunfall festgestellt welches sich die BG nun beugen musste. Allerdings ist mein Arbeitsplatz weg da ich nach dem krankengeld welches dann 1,5 Jahre später ins verletztengeld um gewandelt wurde auslief und auch mein Arbeitslosengeld ausgelaufen ist. 
Nun stehbich da und habe eigentlich nichts mehr. Arbeitstechnisch Baumaschinenführer ist aufgrund vom Rücken nicht mehr dran zu denken. Laufen geht wenig durch den Arbeitsunfall und physisch bin ich auf null runter. Ich bin zur Zeit in eine Phychologische und Phsychiatrische Behandlung  ( 2 Monate) doch es ändert sich mein Zustand nicht positiv eher das Gegenteil ..........meine Suizid Gedanken werden wieder stärker obwohl ich mich dagegen wehre habe ich das Gefühl zu verlieren........

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22. März 2017 um 4:27

Lieber Gerd! 

Du hast sehr schweres mitgemacht. Vielleicht ist es das Schwerste für einen Vater oder Mutter, sein Kind sterben zu sehen.

Ich verstehe, dass Gedanken dich quälen, du deine Lebenslust verloren hast und im Augenblick nur alles negative siehst.

Du bist depressiv. Deine Depression hat sich nicht von heute auf morgen entwickelt und wird auch nicht von heut auf morgen verschwinden.

Gib dir Zeit. Zwei Monate sind sehr wenig in einem Behandlungszeitraum der mindestens 1 Jahr gehen muss.

Therapie ist schwer. Es werden viele Gefühle aufgewühlt. 
Du fühlst dich schuldig. Ich glaube jeder Vater würde so fühlen, wenn er sein Kind verliert. Wir fühlen uns ja als Eltern immer verantwortlich.

Du fragst dich, ob du ihn vielleicht hättest retten können, wenn..wenn....wennn

Die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern. Mit solchen Gedanken quälst du dich nur selbst und ziehst dich weiter ins Loch.

Gib dir nicht die Schuld, für alle Fehler, die deine Kinder machen. Sie sind erwachsen. Sie sind Menschen. Und sind nicht perfekt. Genau wie die meisten von uns.

Denk daran, dass Kinder immer ihre Eltern brauchen. Auch, wenn sie schon gross sind. Deine Tochter braucht dich. Deine Enkel. 

Du bist gerade an einem Tiefpunkt angelangt. Das ist kein guter Zeitpunkt, um Entscheidungen zu treffen.

sei ganz lieb gegrüsst
S
 

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22. März 2017 um 22:58

Hallo suahelischnurrbarthaar

Ich danke dir für deine lieben Worte. Doch leider trage ich den Tod von meinem Sohn zu lange ohne Hilfe mit mir herum. 
Ich weiß, das ich die Vergangenheit nicht ändern kann und meine drei anderen Kindern für sich selber verantwortlich sind. Das ist das komische, ich weiß es!!! Doch ich kann meine Gedanken nicht mehr abschalten, immer wieder und mit jedem mal tiefer rutsche ich ab. Ich konnte mich lange allein dagegen wehren ( viel und lange möglichst schwer Arbeiten ) dachte ich.

Jetzt bin ich seit September 2016 wegen Rückenschmerzen und seit Februar auf schwerer Depression Krankgeschrieben.
 Das Vorgespräch für die stationäre psychosomatischen Klinikaufenthalt bekomme ich erst in 57 Tageb. Die "Zwischenzeit" überbrücke ich mit einer Phsychologin. Und ein Phsychater stellt mich auf Tabletten ein.

Nun,ich reiß mich wirklich zusammen und ich weiß nicht was mich abhält. Ich träume von meinem eigenen Tod und von verschiedene Szenarien. Mein Kopf ist am rauchen und kann ihn nicht abstellen. Ständig such ich irgendwelche Sachen,weil ich vergessen habe wo ich sie hingelgt habe.Das ist wirklich nicht mein Leben.............................................

 

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22. März 2017 um 23:24
In Antwort auf teppo_12157900

Hallo suahelischnurrbarthaar

Ich danke dir für deine lieben Worte. Doch leider trage ich den Tod von meinem Sohn zu lange ohne Hilfe mit mir herum. 
Ich weiß, das ich die Vergangenheit nicht ändern kann und meine drei anderen Kindern für sich selber verantwortlich sind. Das ist das komische, ich weiß es!!! Doch ich kann meine Gedanken nicht mehr abschalten, immer wieder und mit jedem mal tiefer rutsche ich ab. Ich konnte mich lange allein dagegen wehren ( viel und lange möglichst schwer Arbeiten ) dachte ich.

Jetzt bin ich seit September 2016 wegen Rückenschmerzen und seit Februar auf schwerer Depression Krankgeschrieben.
 Das Vorgespräch für die stationäre psychosomatischen Klinikaufenthalt bekomme ich erst in 57 Tageb. Die "Zwischenzeit" überbrücke ich mit einer Phsychologin. Und ein Phsychater stellt mich auf Tabletten ein.

Nun,ich reiß mich wirklich zusammen und ich weiß nicht was mich abhält. Ich träume von meinem eigenen Tod und von verschiedene Szenarien. Mein Kopf ist am rauchen und kann ihn nicht abstellen. Ständig such ich irgendwelche Sachen,weil ich vergessen habe wo ich sie hingelgt habe.Das ist wirklich nicht mein Leben.............................................

 

Das mit den Gedanken kenne ich, die scheinen einfach abzulaufen, ohne dass man was machen kann.

Aber das ist nicht so!

Erinnerst du dich, wie du in der Schule Gedichte lernen musstest?

Nach 20 maligem vorsagen und lernen, konntest du es und vielleicht gibt es einige Gedichte oder Lieder aus deiner Kindheit die du noch heute weisst.

Genauso ist das mit den negativen Gedanken. Du wiederholst sie dir so oft, dass du sie schon auswendig weisst. 

Versuche, andere "Spuren" in dein Hirn zzu brennen - nicht immer die gleichen negativen Sachen.

Dein Kopf ist wie dein Haus. es sollte nicht jeder reinduerfen. Finde eine Satz, eine Musik, eine Beschaeftigung, die dich jetzt nicht diese  negativen Gedanken denken laesst. Ich weiss, das hast du schon viel zu lange gemacht - aber die Aufarbeitung machst du mit dem /der Psychologen/in und im Augenblick lieber nicht allein. 

Dein Hirn ist mit all dem ueberfordert. Deshalb streikt es und du vergisst, wo du die Schluessel hingelegt hast, was eben der Kollege gesagt hat, manchmal sogar, wo du wohnst oder wie du heisst.

Das gibt sich mit der Zeit wieder. Das ist kein Dauerschaden.

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22. März 2017 um 23:25
In Antwort auf suahelischnurrbarthaar

Das mit den Gedanken kenne ich, die scheinen einfach abzulaufen, ohne dass man was machen kann.

Aber das ist nicht so!

Erinnerst du dich, wie du in der Schule Gedichte lernen musstest?

Nach 20 maligem vorsagen und lernen, konntest du es und vielleicht gibt es einige Gedichte oder Lieder aus deiner Kindheit die du noch heute weisst.

Genauso ist das mit den negativen Gedanken. Du wiederholst sie dir so oft, dass du sie schon auswendig weisst. 

Versuche, andere "Spuren" in dein Hirn zzu brennen - nicht immer die gleichen negativen Sachen.

Dein Kopf ist wie dein Haus. es sollte nicht jeder reinduerfen. Finde eine Satz, eine Musik, eine Beschaeftigung, die dich jetzt nicht diese  negativen Gedanken denken laesst. Ich weiss, das hast du schon viel zu lange gemacht - aber die Aufarbeitung machst du mit dem /der Psychologen/in und im Augenblick lieber nicht allein. 

Dein Hirn ist mit all dem ueberfordert. Deshalb streikt es und du vergisst, wo du die Schluessel hingelegt hast, was eben der Kollege gesagt hat, manchmal sogar, wo du wohnst oder wie du heisst.

Das gibt sich mit der Zeit wieder. Das ist kein Dauerschaden.

PS: Was tust du dir selbst denn Gutes?

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23. März 2017 um 8:18

Hallo Gerd!

Das, was Du hier schreibst, ist wirklich sehr traurig. Aber: Die menschliche Natur ist strapazierfähiger, als Du glaubst. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich schon im Klinikum war. Stationär, meine ich. Des Öfteren hörte ich das Personal flüstern: "Dieses Mal, glaube ich, packt er`s nicht!" Ich überlebte vielleicht nur deshalb, weil ich ihnen diesen Gefallen nicht tun wollte. 
Negative Gedanken darfst Du nicht zulassen, die ziehen Dich immer weiter nach unten. Ich leide selber an Krebs, jedoch habe ich kein EINZIGES Mal an Selbstmord gedacht, auch dann nicht, wenn ich die Schmerzen fast nicht mehr ertragen konnte. Den Linearbeschleuniger machte ich mir (einige Zeit später), zum Freund, die Chemo war meine beste Freundin. "Ihr werdet mir helfen", sagte ich vor mich hin, "ihr werdet mich heilen ..." Mit diesen Gedanken ging ich abends zu Bett und mit denselben Gedanken stand ich auf. "Ihr werdet mich heilen!" Derzeit habe ich ihn besiegt, was natürlich nicht heißen soll, dass er nicht wieder kommt (kommen KANN!). Wenn ich sterbe - und das dürfte er auch wissen - stirbt er aber auch. Ich habe Krebspatienten gesehen, die schon von vornherein aufgaben. "Lieber Gott", sagten sie, "hole mich, hole mich ..." Sie starben. 

Das wird schon wieder, wirst sehen!!

Alles Gute!

Liebe Grüße,

lib    

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23. März 2017 um 18:48
In Antwort auf suahelischnurrbarthaar

PS: Was tust du dir selbst denn Gutes?

ich finde momentan nichts, was mir Gut tun könnte. Ich habe zu so ziemlich nichts mehr Lust

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23. März 2017 um 21:22
In Antwort auf teppo_12157900

ich finde momentan nichts, was mir Gut tun könnte. Ich habe zu so ziemlich nichts mehr Lust

Was hat dich frueher interessiert?begeistert?Spass gemacht?

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11. Juli 2017 um 20:22

Hallo @ all...

nun bin ich wieder zurück. Ich war nun in stationären Aufenthalt und bin einigermaßen stabelisiert. Im Anschluß besuch ich nun die Tagesklinik. Ich bekomme nun Risperidon 1mg, Valdoxan 50 mg und Venlafaxin 225 mg. Ich bin insgesamt noch ziemlich unruhig und hoffe das ich das auch noch besser in griff bekomme. Meine Suizidgedanken konnte ich hinten anstellen bzw ganz ausstellen.  

Ich möchte mich auf jeden fall bei euch allen bedanken für die lieben Worte. Ich werde nun auf jeden fall nicht mehr so einfach aufgeben und für mich  kämpfen. Vielen lieben dank euch allen hier  und liebe Grüße Gerd

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