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So lange her... und doch....

7. Oktober 2016 um 15:44 Letzte Antwort: 10. Oktober 2016 um 21:46

Hallo zusammen

Ich bin hier, weil ich auf der Suche nach Erklärungen, nach ähnlichen Erfahrungen und Selbstakzeptanz bin.

Vor über 10 Jahren hat es angefangen, dass mein Schwager die Finger nicht von mir lassen konnte. Es sind nur wenige Situationen mit effektiven Belästigungen (Berührungen, Massieren der Brüste, Massieren des Intimbereichs durch die Hose und einen Kuss) gekommen. In dem Zeitrahmen war ich 12-15 Jahre alt. Ich hatte anfangs keinerlei sexuellen Erfahrungen und fühlte mich durch die eher schwierige Situation zu Hause oft allein. Ich war somit ein leichtes Opfer, nahm die Schuld auf mich, dass ich ihn provoziert hätte und schämte mich der Gefühle, die er in mir geweckt hatte. Denn leider ist es so, dass diese Berührungen zum Teil durchaus angenehm waren. Trotzdem fühlte es sich immer falsch an und ich wollte es nicht. Verfallen in Schockstarre, war ich jedoch nicht fähig mich aktiv gegen diese Übergriffe zu wehren.

Wie gesagt, viel Zeit ist seit dem vergangen und ich dachte, dass das vergessen ist. Leider liess mich das nicht mehr los, so dass ich meiner Schwester erzählte, was passierte. über ein Jahr nachdem und einer erzwungenen Konfrontation mit dem Ehemann (Täter) kam dann die Bescheinigung, dass er es nur gut gmeint hätte und ich eben in einem dummen Alter gewesen sei (Psychiater des Täters). Wieder einmal fühlte ich mch im Stich gelassen. Zum Glück jedoch darf ich auf meine drei Freundinnen zählen, die auch seit etwa einem Jahr Bescheid wissen. Zudem bin auch seit etwa diesem Zeitraum in psychologischer Behandlung.

Dank der Behandlung geht es mir immer besser und die Erinnerungen drängen sich nicht mehr ungewollt auf, ABER ich kann die Reaktionen meines Körpers nach all der Zeit einfach nicht verstehen!

Gestern in der Therapiesitzung hat sie mich gebeten mir vorzustellen, dass in meiner rechten Hand die Jugendliche steht und in der linken Hand die Erwachsene. Nun soll ich die Hände zusammenführen mit dem Gedanken, dass ich die Jugendliche vollkommen akzeptiere.
Darauf hin kamen gleich Gedanken wie, na so schwer ist es ja nicht zwei Hände zusammenzuführen und das ist ja eh alles vorbei. Und dennoch hat sich was gesträubt und dennoch sass irgendwann ein richtig dicker, dicker Kloss in meinem Hals fest, der die aufsteigenden Tränen zurückhielt. Weinen konnte ich nicht, da mir Tränen immer noch peinlich sind. Für was soll ich denn weinen? Jetzt ist doch nichts passiert? Was sollen denn diese Tränen bringen?
Schon allein diese Gedanken haben schon gereicht und die Tränen konnten gar nicht erst fliessen...

Ich verstehs einfach nicht... Wie kann so was altes immer noch das Bedürfnis zu weinen auslösen? Wie kann das bisschen, was damals war, immer noch so tief was auslösen? Wieso hört das nicht auf? Wieso... wieso... wieso....

Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Oder wie habt ihr es geschafft euch und eure Vergangenheit vollkommen anzunehmen?

Danke bereits jetzt für alle eure Erfahrungen, die ihr mit mir teilt!!!!
Lieben Gruss
eure Sabriel

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7. Oktober 2016 um 15:44

Hallo zusammen

Ich bin hier, weil ich auf der Suche nach Erklärungen, nach ähnlichen Erfahrungen und Selbstakzeptanz bin.

Vor über 10 Jahren hat es angefangen, dass mein Schwager die Finger nicht von mir lassen konnte. Es sind nur wenige Situationen mit effektiven Belästigungen (Berührungen, Massieren der Brüste, Massieren des Intimbereichs durch die Hose und einen Kuss) gekommen. In dem Zeitrahmen war ich 12-15 Jahre alt. Ich hatte anfangs keinerlei sexuellen Erfahrungen und fühlte mich durch die eher schwierige Situation zu Hause oft allein. Ich war somit ein leichtes Opfer, nahm die Schuld auf mich, dass ich ihn provoziert hätte und schämte mich der Gefühle, die er in mir geweckt hatte. Denn leider ist es so, dass diese Berührungen zum Teil durchaus angenehm waren. Trotzdem fühlte es sich immer falsch an und ich wollte es nicht. Verfallen in Schockstarre, war ich jedoch nicht fähig mich aktiv gegen diese Übergriffe zu wehren.

Wie gesagt, viel Zeit ist seit dem vergangen und ich dachte, dass das vergessen ist. Leider liess mich das nicht mehr los, so dass ich meiner Schwester erzählte, was passierte. über ein Jahr nachdem und einer erzwungenen Konfrontation mit dem Ehemann (Täter) kam dann die Bescheinigung, dass er es nur gut gmeint hätte und ich eben in einem dummen Alter gewesen sei (Psychiater des Täters). Wieder einmal fühlte ich mch im Stich gelassen. Zum Glück jedoch darf ich auf meine drei Freundinnen zählen, die auch seit etwa einem Jahr Bescheid wissen. Zudem bin auch seit etwa diesem Zeitraum in psychologischer Behandlung.

Dank der Behandlung geht es mir immer besser und die Erinnerungen drängen sich nicht mehr ungewollt auf, ABER ich kann die Reaktionen meines Körpers nach all der Zeit einfach nicht verstehen!

Gestern in der Therapiesitzung hat sie mich gebeten mir vorzustellen, dass in meiner rechten Hand die Jugendliche steht und in der linken Hand die Erwachsene. Nun soll ich die Hände zusammenführen mit dem Gedanken, dass ich die Jugendliche vollkommen akzeptiere.
Darauf hin kamen gleich Gedanken wie, na so schwer ist es ja nicht zwei Hände zusammenzuführen und das ist ja eh alles vorbei. Und dennoch hat sich was gesträubt und dennoch sass irgendwann ein richtig dicker, dicker Kloss in meinem Hals fest, der die aufsteigenden Tränen zurückhielt. Weinen konnte ich nicht, da mir Tränen immer noch peinlich sind. Für was soll ich denn weinen? Jetzt ist doch nichts passiert? Was sollen denn diese Tränen bringen?
Schon allein diese Gedanken haben schon gereicht und die Tränen konnten gar nicht erst fliessen...

Ich verstehs einfach nicht... Wie kann so was altes immer noch das Bedürfnis zu weinen auslösen? Wie kann das bisschen, was damals war, immer noch so tief was auslösen? Wieso hört das nicht auf? Wieso... wieso... wieso....

Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Oder wie habt ihr es geschafft euch und eure Vergangenheit vollkommen anzunehmen?

Danke bereits jetzt für alle eure Erfahrungen, die ihr mit mir teilt!!!!
Lieben Gruss
eure Sabriel

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10. Oktober 2016 um 21:46
In Antwort auf thore_12163391

Hallo zusammen

Ich bin hier, weil ich auf der Suche nach Erklärungen, nach ähnlichen Erfahrungen und Selbstakzeptanz bin.

Vor über 10 Jahren hat es angefangen, dass mein Schwager die Finger nicht von mir lassen konnte. Es sind nur wenige Situationen mit effektiven Belästigungen (Berührungen, Massieren der Brüste, Massieren des Intimbereichs durch die Hose und einen Kuss) gekommen. In dem Zeitrahmen war ich 12-15 Jahre alt. Ich hatte anfangs keinerlei sexuellen Erfahrungen und fühlte mich durch die eher schwierige Situation zu Hause oft allein. Ich war somit ein leichtes Opfer, nahm die Schuld auf mich, dass ich ihn provoziert hätte und schämte mich der Gefühle, die er in mir geweckt hatte. Denn leider ist es so, dass diese Berührungen zum Teil durchaus angenehm waren. Trotzdem fühlte es sich immer falsch an und ich wollte es nicht. Verfallen in Schockstarre, war ich jedoch nicht fähig mich aktiv gegen diese Übergriffe zu wehren.

Wie gesagt, viel Zeit ist seit dem vergangen und ich dachte, dass das vergessen ist. Leider liess mich das nicht mehr los, so dass ich meiner Schwester erzählte, was passierte. über ein Jahr nachdem und einer erzwungenen Konfrontation mit dem Ehemann (Täter) kam dann die Bescheinigung, dass er es nur gut gmeint hätte und ich eben in einem dummen Alter gewesen sei (Psychiater des Täters). Wieder einmal fühlte ich mch im Stich gelassen. Zum Glück jedoch darf ich auf meine drei Freundinnen zählen, die auch seit etwa einem Jahr Bescheid wissen. Zudem bin auch seit etwa diesem Zeitraum in psychologischer Behandlung.

Dank der Behandlung geht es mir immer besser und die Erinnerungen drängen sich nicht mehr ungewollt auf, ABER ich kann die Reaktionen meines Körpers nach all der Zeit einfach nicht verstehen!

Gestern in der Therapiesitzung hat sie mich gebeten mir vorzustellen, dass in meiner rechten Hand die Jugendliche steht und in der linken Hand die Erwachsene. Nun soll ich die Hände zusammenführen mit dem Gedanken, dass ich die Jugendliche vollkommen akzeptiere.
Darauf hin kamen gleich Gedanken wie, na so schwer ist es ja nicht zwei Hände zusammenzuführen und das ist ja eh alles vorbei. Und dennoch hat sich was gesträubt und dennoch sass irgendwann ein richtig dicker, dicker Kloss in meinem Hals fest, der die aufsteigenden Tränen zurückhielt. Weinen konnte ich nicht, da mir Tränen immer noch peinlich sind. Für was soll ich denn weinen? Jetzt ist doch nichts passiert? Was sollen denn diese Tränen bringen?
Schon allein diese Gedanken haben schon gereicht und die Tränen konnten gar nicht erst fliessen...

Ich verstehs einfach nicht... Wie kann so was altes immer noch das Bedürfnis zu weinen auslösen? Wie kann das bisschen, was damals war, immer noch so tief was auslösen? Wieso hört das nicht auf? Wieso... wieso... wieso....

Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Oder wie habt ihr es geschafft euch und eure Vergangenheit vollkommen anzunehmen?

Danke bereits jetzt für alle eure Erfahrungen, die ihr mit mir teilt!!!!
Lieben Gruss
eure Sabriel

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Hallo,
Mir geht es grad genauso. Ich dachte eigtl ich war gut drüber hingekommen. Jetzt hat er sich wider gemeldet und ich merke wie alte Wunden wider aufreisen

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